Dienstag, 7. Februar

 

Der Tag der Wahrheit.


Neues Auto. Neues Ziel. Neues Land. Einmal quer über die ganze Insel. 300km von der Ost- an die Westküste, vorbei an einem Schloß, einer Burg, vielen Schafen und unzähligen Autobahnabfahrten auf der falschen Seite.

Mit dem Bus, der uns am Sonntagabend in die Stadt gefahren hat, ging es zurück zum Flughafen und von da mit dem Shuttle zum Mietwagenzentrum.
Normalerweise fahre ich immer SUV, doch hier auf der Insel, auf der die Straßen kaum breiter als die Gänge in unserem Supermarkt sind, machte sowas keinen Sinn. Ich hatte die kleinste Mietwagenkategorie gebucht und im Nachhinein wäre manchmal ein Moped besser gewesen. Das Wägelchen war kaum 1,50m breit und selbst das war an manchen Stellen arg grenzwertig.
Enge Straßen, falsche Seite im Auto und auf der Straße und kaum angemessene Geschwindigkeitsbegrenzungen, haben mir die ersten Stunden das Leben arg schwer gemacht.
Das einfachste war trotz allem das Sitzen auf der falschen Seite. Die Bedienung der Instrumente unterscheidet sich nicht von anderen Autos. Der Blinker ist links, der Scheibenwischerschalter rechts, Gas und Bremse sind auch gleich, nur der Gurt war nie da, wo ich immer hingegriffen hatte.


Gebucht hatte ich ein Automatikwagen und das war gut so. Keine Ahnung, wie oft ich sonst im 4. Gang losgefahren wäre.
Wir waren die meiste Zeit auf Autobahnen unterwegs, aber erst, als wir Dublin verließen. Es gibt da nämlich nur 2 Möglichkeiten. Entweder Maut oder Stadtstraße. Und dabei laß ich noch: „don‘t

Aber es war am Ende alles halb so wild.
Irgendwann hatte ich den Dreh raus und ich konnte mich dem Sightseeing widmen.
Geplant war die Brauerei in Kilkenny und das dazugehörige Schloß angucken, danach zum Rock of Cashel und später heil in Ennis ankommen.

Ich will nicht allzusehr ins Detail gehen, aber die Brauerei war nicht besucherfreundlich ausgestattet, sprich: kein Wegweiser oder Parkplatz oder zu schlecht vorbereitet. Das Schloß gab es nur von außen, da man auch hier horrende Preise verlangte, um sich irgendwas anzusehen, von dem wir keine Ahnung hatten und was uns nicht interessierte.


Rock of Cashel war mir dagegen seit längerem ein Begriff, doch auch hier klappte nur die Hälfte.
Das Burglein schließt nämlich 16 Uhr und wir waren dafür einige Minuten zu spät. Außerdem war es eingerüstet und daher recht schlecht in Szene zu setzen.




16 Uhr. Wie untouristisch. Vermutlich treffen sich alle Leute hier zum afternoon Tea und da setzt man Prioritäten?

Wir werden es nie erfahren.

Das Hotel in Ennis erreichten wir dann im Dunkeln nach zum Ende hin unzähligen Kreisverkehren und ich danke Gott für die Erfindung der GPS-Navigation. Nach Karte möchte ich hier nicht fahren.
Über das heutige Hotel möchte ich nicht viele Worte verlieren. Es war sauber..

Die Dame am Empfang war strunzendumm, der Weg zum Zimmer 1 km weit, nicht ausgeschildert und auch sonst war es nicht mehr das neueste.
Das Beste war noch, daß direkt nebenan ein Aldi stand.

Morgen geht es ans Meer. Anna will unbedingt zu den Cliffs of Moher. Und ich sagte mir: why not?