Mittwoch, 16. September 




Natürlich war ich wieder als erste munter und kümmerte mich sogleich um das Frühstück und kochte Kaffee….autsch …das hat sie gelesen. Natürlich war ich als erste munter, war aber noch nicht in der Lage, mich um das Frühstück und den Kaffee zu kümmern. Wozu fährt man schließlich zu zweit in den Urlaub...?

Das Thermometer zeigte, wie bisher jeden Tag, 13°C und die Sonne strahlte auch schon aus allen Poren. Ich kann mich irren, aber hatten wir tatsächlich Glück mit dem Wetter oder ereilt uns noch das gleiche Schicksal, wie den USA-Westurlaubern? Ach was solls… Wenn Engel reisen 

Nachdem das Frühstück vertilgt und das Zelt abgebaut und verstaut war, fuhren wir über die US 1 nach Newport, wo wir uns heute Villen anschauen wollten.
Innständig hoffte ich darauf, daß dieser Tag, im Gegensatz zu den vergangenen, endlich mal kein Reinfall wird.
Margret erhielt den Befehl, uns bis an die Cliffs zu fahren und nachdem wir auf der neuen Newport Bridge 4$ Maut bezahlt hatten, kamen wir auch ohne großen Umwege dort an. Erst trauten wir uns nicht, unser Auto da stehen zu lassen, denn nirgends war ein Parkscheinautomat zu sehen und wir gingen davon aus, daß es in dieser noblen Gegen UNMÖGLICH Gratisparkplätze geben konnte. Egal. Wenns Auto weg is, isses halt wech. Hühnchen hats gebucht, Hühnchen würde es uns dann sicher wieder mit ihrem diplomatischen und englischsprachigen Geschick herbeischaffen 




Wir schnappten uns unser Knipsequipment und stiefelten los und keine 300m weiter, sah man schon den ersten Prachtbau.


Was uns besonders auffiel, seit wir New York verlassen hatten: die Neuengländer lieben Rasen mähen. Wir kamen bisher an KEINEM Grundstück vorbei, auf dem es ungepflegt aussah. Jeder Grashalm war fein säuberlich gestutzt, als würde jeden Moment ein Golfturnier stattfinden. Aber ich glaube, das erwähnte ich schon..


Noch war auf dem Weg nicht viel los und außer einigen Joggern, waren wir quasi alleine und konnten nach herzenslust die Gegend ablichten und Blödsinn machen und haben bei jedem Haus überlegt, wie lange man braucht, um da Staub zu wischen.


Und wie wir da so liefen, kamen wir auf das Thema USA-Urlaube zu sprechen und was wir noch so alles sehen wollen und Hühnchen fragte mich doch tatsächlich:

„Du, Sylvi? Können wir eigentlich San Francisco und Rount Mushmore miteinander verbinden?“
Ich: „Bitte was?“
„Naja, daß mit den Präsidentenköppen.“
„Ach, du meinst Mount Rushmore?!“
„Jaaa, sach ich doch. Rount Mushmore.!“


Ich hatte mich gerade wieder gefangen, als mir etwas ins Auge sprang, mit dem ich hier im Osten nie gerechnet hätte.
Hoodoos.
Achtung Insider: Ich würde ja die genaue Stelle verraten, aber die Natur und die Privatsphäre der Anwohner soll geschützt bleiben, deswegen auch nur das eine Foto ohne weitere Beschreibungen... 














 

Was Newport angeht, es ist, wenn man in der Gegend ist, wirklich einen Umweg wert. Sogar normale Wohnhäuser sehen aus, wie aus einer anderen Zeit und die Bewohner scheinen von der Bankenkrise wirklich nichts mitbekommen zu haben.
Als ich die Reise vorbereitet habe, hatte ich immer die Frage im Kopf: WAS ansehen?
Im Westen isses einfach. Dort jagt ein Monument und Nationalpark den anderen und man kommt aus dem Staunen und gucken und knipsen nicht mehr raus. Im Osten muß man sich da schon Alternativen suchen, denn hier gibt’s nur Straßen, Häuser und Dunkin Dounat. Und so wurde ich auf Scenic Roads aufmerksam gemacht und habe alle rausgesucht, die annähernd auf unserer Route liegen.

Und genau so eine Scenic Road fuhren wir, nachdem wir Newport verlassen hatten. Es war die RI77 von Tiverton nach Sakonnet.

Mit der Videokamera im Anschlag fuhren wir also Richtung Süden und harrten der Dinge, die da kommen. Wenn sie kommen. Irgendwann. Sie kamen aber nicht. Alles, was zu sehen war, waren Häuschen im Grünen und wieder alle mit gepflegtem Rasen. Das wars. Hübsch, aber nicht der Rede wert.


Wir drehten also auf halber Strecke um und gaben Margret die Anweisung: bitte einmal Nickerson State Park auf Cape Cod, aber bitte ohne Highway.

Leider verstand sie unsere Anweisung nicht so, wie wir es wollten und so fuhren wir die nächsten 50km im Zickzackkurs durch das südliche Massachusetts. Irgendwann war es uns zu bunt und wir korrigierten unseren Befehl, denn sonst wären wir heute noch unterwegs.
Zwischendurch tankten wir noch für 2,43$ die Gallone und hielten an einem Supermarkt. Wieder versuchten wir uns an den Selbstscannerkassen, bekamen diesmal aber tatkräftige und aufmunternde Unterstützung eines jungen, männlichen, gut aussehenden und freundlich gestimmten Mitarbeiters, mit dem wir viel Spaß hatten.

    


Der Nickerson State Park liegt mittig auf Cape Cod und unser Stellplatz für die nächsten 2 Nächte lag wieder an einem See.


Mittlerweile hatten wir Routine im Zelt aufstellen und konnten uns bald dem Abendessen widmen. Zur Abwechslung gab es heute mal Rührei mit Tomaten und Würstchen und später am Abend noch die obligatorische im Grillfeuer gegarte Kartoffel mit lecker Sour Creme.

Dann war es soweit: duuuuuuuuuschen
Wir hatten uns extra im letzten Supermarkt für 1$ Quarter geben lassen, damit wir für alles gewappnet sind und kamen in der Dusche an…. duschen gratis und so lange man wollte. Klasse. Gaaanz toll. Wieso nicht gleich so?

Frisch duftend und sauber gingen wir ins Bett…äähm..krochen in die Schlafsäcke und ich ging in Gedanken nochmal den nächsten Tag durch, denn da wartete eine Überraschung aufs Hühnchen und ich betete, daß alles zeitlich klappt.



Donnerstag, 17. September

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Natürlich waren wir wieder zeitig munter und der erste Blick galt dem Himmel. Mist. Komplett bewölkt, kalt und sehr windig. Na, wenn das mal keine Probleme gibt.

Unser erster Stop war am Visitorcenter des National Seashore Parkes, in dem ich mir einen Nationalparkpass zulegte, denn im Mai wollten wir ja wieder in die USA fliegen und da würde er sich auf alle Fälle rentieren.

Hinter dem VC gab es einen kurzen Trail durch Marschland, den wir liefen, der uns aber nicht vom Hocker gehaun hat. Auf dem kurzen Spaziergang hab ich immer wieder versucht, Hühnchen ein paar Brocken englisch beizubringen und versuchte ihr immer noch den Unterschied zwischen Massachusetts und Hartford beizubringen, hab es dann aber aufgegeben.

Das ganze ist Wasser in die Spree geschüttet.


Spätestens 13 Uhr mußten wir am Ort der Überraschung sein, hatten aber noch Zeit, kurz an einem der vielen Leuchttürme anzuhalten und Fotos zu machen. Hier sah man deutlich, daß es das Wetter heute nicht sonderlich gut mit uns meinte, denn die Wellen waren schon arg hoch. Aber für Fotos macht sich sowas natürlich klasse.





So, dann war es soweit. Ich schickte Hühnchen nach Provincetown, wo wir an einem Supermarkt verbotenerweise für längere Zeit unser Auto deponierten. Aber ich sah es nicht ein, haufen Parkgebühren zu zahlen, denn wer weiß, wann wir zurück sind.
Jetzt hieß es erstmal diplomatisch handeln, denn das, was ich vorhatte, vereinbarte sich Jackentechnisch nicht mit dem, was SIE dachte, daß wir vorhaben. Ich sagte ihr, daß sie sich ne Jacke mitnehmen soll, denn schließlich sind wir am Meer und heute ist es nicht besonders warm und tatsächlich hörte sie auf mich, was NICHT selbstverständlich ist.


 

Ich packte meinen Krempel zusammen und schaute noch einmal in meiner Jacke nach, ob ich auch die Reservierung hatte und es konnte losgehen. 2 Stunden hatten wir noch Zeit.

Schlender schlender und wir waren auf der Hauptstraße der Attraktionen von Provincetown. Die Stadt ist berühmt berüchtigt für ihre Schwulen und Lesbenansammlungen und jeder Menge Kitsch und Kunst und Krempel.

Wir knipsten hier ein bisschen und da ein bisschen und während wir uns das bunte Treiben, und es war WIRKLICH bunt, reinzogen, schaute ich immer wieder nach dem richtigen Abzweig zum Pier. Gekonnt lenkte ich Hühnchen in die richtige Richtung und diesmal war ich froh, daß sie kein englisch konnte, denn überall prankten die Werbeschilder für das, was gleich auf sie zukommen sollte.

 

Am Hafen angekommen, sah ich schon die großen Schiffe mit der blauen Aufschrift, doch irgendwie war mir hier alles irgendwie zu leer. Keine Menschen tummelten sich hier oder standen Schlange.
Und dann stach es mir wie Nadeln in den Augen: 10 und 13.30 Uhr Touren canncelt. 


An der Vorderseite des kleinen Tickethäuschens stand: 16.Sept. Tour canncelt und ich hoffte inständig, daß das erste "canncelt" auch für gestern galt.

Am Ende des Piers haben wir uns kurz hingesetzt und ich hab Hühnchen meine Reservierung für die 3-Stunden-Whale-Watch-Tour vor die Nase gehalten und ihr gesagt, daß ich vermute, daß daraus nichts wird, aber genaues weiß ich erst, wenn wir das Büro gefunden haben. Nach dem sie mir beinah knutschend um den Hals gefallen ist, liefen wir Richtung Hauptstraße und im Büro bestätigte sich mein Verdacht.


Wegen des schlechten Wetters, und es war ja heute wirklich stürmisch, wurden alle Fahrten abgesagt. Jetzt standen wir vor der Wahl: entweder umbuchen oder stornieren. Da wir aber nur einen Tag Cape Cod eingeplant hatten, blieb nur das stornieren.

72$ wanderten wieder auf mein Konto und ich versprach dem beinah weinenden Hühnchen, mich auf Acadia nochmal nach einem Walboot umzusehen.


Aus lauter Frust und Verzweiflung wollten wir uns erstmal die Bäuche vollschlagen, denn der Hunger kam wieder durch. Während wir so die Straße rauf und wieder runterliefen, fing es immer wieder an zu tröpfeln. Vorgestern und gestern hatten wir den herrlichsten Sonnenschein und ausgerechnet heute, wo etwas Wichtiges anstand, war so ein Mistwetter. Auch für die nächsten Tage wurde wieder schönes Wetter gemeldet. Und wie ich das Huhn kenne, wird sie den verregneten Tag auf mich schieben und sagen, ich hätte ja von Organisation keine Ahnung.

Frühstück gab es um diese Uhrzeit keins mehr, also entschieden uns für eine Pizza in einer Bar. Hühnchen bestellte eine Medium mit Käse und Tomaten und ich nahm eine mit Champignons und Garlic.


Als die Pizza fertig war, wußte ich dann auch, was Garlic war und überlegte mir, wie ich das der restlichen Umwelt zumuten konnte. Egal, dann hielt ich eben für den Rest des Tages meinen Mund und alle waren happy.  


 

Auf der Fahrt zurück zum Campground stoppten wir noch an einem Leuchtturm und versuchten uns an anderer Stelle beim Muschel suchen. Leider waren aber alle Strände wie abgegrast. Alles, was man finden konnte, waren leere Plastikflaschen und etwas Seetang.


                              schon kurios, wo heutzutage alles Golf gespielt wird... 


  

Kurz vor dem Campground wollten wir noch an einem Supermarkt anhalten, verpaßten aber die Einfahrt. Da das „Dreherle machen“
() bei uns nicht so funktioniert, wie bei anderen USA-Urlaubern, mußten wir einen 15km-Umweg in Kauf nehmen und landeten ohne etwas Eßbares gefunden zu haben, am Zelt. Wir kratzten alle vorhandenen Brötchen- u. Nutella-Reste zusammen, schrieben später noch Tagesbericht und fuhren nochmal zurück ins Dorf, weil es dort an einem Drogeriemarkt ein freies funktionierendes Netz gab, wo wir mal wieder Emails und Fotos nach Hause schicken konnten.

22 Uhr waren wir wieder zurück und gingen dann schlafen.

Ca. 1 Stunde später, Hühnchen sägte schon den 3. Festmeter, als wir durch Lärm aus dem Nachbarwohnwagen jeh aus unseren Träumen gerissen wurden.

Anhand der Wortwahl der, ich nenn sie mal Ehefrau, konnte man meinen, sie hatte arg einen im Tee, aber auf Campgrounds in Massachusetts ist Alkohol verboten. Wie ich da so lag und mir ihre immer wiederkehrenden 3 Worte, deren erstes mit f anfing, anhörte, sah ich mich schon mit 3 Kugeln im Rücken blutüberströmt im Zelt liegen. Den Mann hörte man immer nur ein wenig nuscheln und es schien, daß er sich aus dem Staub machte. Recht so, wenn man sowas als Frau/Freundin hat…
Nach ca. 15 min war der Spuk vorbei und wir konnten uns weiter den Holzarbeiten widmen.



Freitag, 18. September



Irgendwie kamen wir heute nicht aus „dem Bett“. Langsam hatten wir uns an den harten Untergrund gewöhnt und wirklich kalt war es auch nicht. Und wenn man einmal liegt, liegt man
Aber es nützte alles nichts, denn heute mußten wir wieder das Zelt abbauen, denn es ging in den Wompatuck State Park, der ca. 50km südlich von Boston liegt. Geplant war heute nichts besonderes, lediglich die Scenic Route mit dem Namen „Old Kings Hwy“ und die Mayflower ll in Plymouth lagen auf unserem Weg. Während wir unseren Krempel zusammenpackten, unterhielt ich mich kurz mit einer anderen Camperin und „klagte ihr mein Leid“, was deutsche Campingplätze anging und was wir denn noch so vorhaben. Ich wußte gar nicht, daß ich mich so zwanglos in Englisch unterhalten konnte.

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Bevor es aber auf die Straße ging, hieß es das erste Mal in unserem Urlaub: Frühstücken gehen. Schon vor der Reise habe ich mich darauf mit am meisten gefreut. Weiß der Geier, wieso. Liegt wahrscheinlich am Ambiente, denn diese gemütliche Art, seinen Tag zu beginnen, gibt es in Deutschland nicht.


Kurz nach der Abfahrt kamen wir an einem eher kleinen Häuschen vorbei, daß mit Frühstück warb und weil es recht nette anzuschauen war, hielten wir.

Sowas nettes und uriges hab ich lange nicht mehr gesehen. Man kann diese kleinen Lokale gar nicht richtig beschreiben. Alt mit Stil paßt wunderbar. Die Bedienung war nett, das Essen wirklich lecker und teuer war es auch nicht.


Wieder auf der Piste, ärgerten wir uns zum x-ten Male über die Geräusche, die so ein vollgepacktes Auto macht. Nicht, daß die Styroporbox ständig quietscht, nein, da rascheln noch die Schlafsäcke, das Besteck klappert, die Wasserbehälter gluckern und…. die Schraube kullert. Schraube? Jaaa, es kann nur eine Schraube sein, denn wir haben jeden cm² mit all unseren Sinnesorganen abgegrast, konnten aber nichts entdecken, was in jeder Kurve von A nach B rollt und wieder zurück.

Und eins kann ich sagen: es nervt unendlich. Immer wieder stecke ich während der Fahrt meinen Kopf und alle vorhandenen Finger in alle Ritzen und Klappen und Fächer, um vielleicht doch das Corpus Delicti zu finden, aber bisher erfolglos. Wieviele Mieter des Autos haben schon vor uns diesen Horror durchleben müssen? Man kann sich gar nicht auf die Landschaft und die weißen Kirchen hinter den weißen Zäunen konzentrieren, wenn es ständig irgendwo rollt.
So wa es auch heute, und eh wir uns versahen, lag der „Old Kings Hwy“ hinter uns und wir haben so gut wie nichts davon mitbekommen.
Laut Karte kreuzt die 6A die US3, auf die wir abbiegen mußten, aber eben nur laut Karte. In Wirklichkeit fuhren wir untendrunter durch und es gab keine Möglichkeit auf die US3 zu kommen. Margret mußte herhalten und nach 30 min waren wir auch schon in Plymouth.




Ich hatte überlegt, ob wir uns hier auch die Plimouth Plantage anschauen, hab den Gedanken dann aber verworfen, denn wir hatten schon ein Museum dieser Art auf unserem Weg und es war kein besonderer Brüller. Wir beließen es also nur bei der Strandpromenade samt des Schiffes Mayflower ll. Ein Parklplatz, der sogar gratis war, war schnell gefunden und das Schiff ebenfalls.








 

Hühnchen kaufte sich ein Ticket für 10$ zur Besichtigung und ich schaute mir in der Zeit die restliche Umgebung an und genoß die herrliche Stille 

Dieses Schiff ist ein Nachbau der berühmten Mayflower, die im 17.Jh bei der Übersiedlung der Europäer beteiligt war. Ursprünglich sollte sie nach New York segeln, schaffte es aber wegen des einsetzenden Winters und mehrerer Todesfälle an Bord nur bis Plymouth, Massachusetts.

Halb 3 war die Geschichte „Plymouth“ abgehakt und so standen wir vor dem Auto und überlegten, was wir denn nun mit dem Rest des Tages anstellen sollten. Wir einigten uns darauf, zum Campground zu fahren und dann würde uns schon noch was einfallen.







 

Wir gaben also Margret den Befehl: bitte einmal Wompatuck und sie führte uns zielstrebig nach Norden. Irgendwann kam ein Abzweig, an dem zu Beginn ein Schild stand: „Dead End“. Margret aber meinte: Nö, fahrt ihr mal.
Also mindestens noch 1,5km, dann erhaltet ihr neue Anweisungen. Leider war aber nach 400m Schluß. Das tote Ende stand unausweichlich in Form einer Feuerwehrzufahrtsschranke vor uns und ließ sich nicht erweichen, uns vorbeizulassen. Nun war guter Rat teuer. Ich überredete Margret, sich was anderes einfallen zu lassen und schwupp die wupp, fand sie Ersatz.

Wir drehten also um, nur um nach 5km festzustellen, daß sie sich hier ebenfalls geirrt hatte und statt uns ihren Irrtum mit rotem Kopf zu beichten, rechnete sie still und heimlich eine neue Route aus, die uns zurück zum Ausgangspunkt brachte. Was nun? Lt. Karte gab es 3 Zufahrten in den Park und 2 davon waren gesperrt.

Hühnchen hatte schon Bedenken, daß der Park ganz geschlossen war, aber lt. Internet war er bis Anfang Oktober zum zelten geöffnet.

Unsere Straßenkarte auf Papier hatte leider die Größe einer mittelgroßen Briefmarke und so mußten wir uns auf Margret verlassen, die es Gott sei Dank im
3. Anlauf schaffte, uns bis zum Pförtner zu bringen.


Dort löhnten wir 24$ und auch diesmal war Hühnchen nicht mit dem Platz zufrieden. Am Ende war es P14 direkt zwischen der Toilette und dem Müllcontainer, aber was tut man nicht alles, um Mitreisende glücklich zu machen.


Wir beschlossen, den Rest des Tages ruhig ausklingen zu lassen. Hühnchen ging unter die Dusche und weil wir mit Schrecken festgestellt hatten, das wir nur noch 2 Scheite Holz hatten, setzte ich mich ins Auto, fuhr zum Pförtner und fragte ihn, ob er eine Möglichkeit wüßte, wo man auf die Schnelle Feuerholz herbekommen könnte. Er wollte wissen, ob es nur für heute ist und als ich bejate, verließ er sein Büro, kam raus und ging mit mir in einen Schuppen und gab mir 6 Scheite Holz für lau.  Es gibt auch noch nette Menschen.
Als ich mit dem Holz am Zelt ankam, erzählte ich Hühnchen, auf die Frage, wieso ich schon wieder zurück bin, daß ich dem Pförtner für paar Scheite Holz einen Quickie angeboten hab, den er dankend annahm.
Was das Feuer angeht, hatten wir auf dieser Reise wirklich die A…Karte gezogen, denn das Holz war den Quickie nicht wert gewesen. Es war nass und wollte und wollte nicht brennen. Wir haben dann aus den letzten beiden Scheiten vom Vortag schnell soviel Feuer machen können, daß Hühnchen Essen machen konnte, aber die Lagerfeuerromantik gab es heute nicht.

Gegen 22 Uhr haben wir noch einmal unsere Notebooks geschnappt und haben an einem Supermarkt ein gut funktionierendes Netz gefunden. Schade nur, daß man immer so schnell vergessen wird, sobald man außer Landes ist, denn keiner von uns beiden hatte eine Meldung von zuhause.
Letzte Amtshandlung des Tages: schlafen gehen





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