Irgendwann, als mein Hintern schon total abzuflachen drohte, bog ich vom Hwy #1 auf den Sir Francis Drake Blvd ab. Natürlich nicht, ohne vorher noch ein Closed-Schild vom National Seashore zu machen.



Ab dem Zeitpunkt begann sich der Tag zu einem noch negativeren zu entwickeln, als er eh schon war.


Mein Motel war heute ein Motel 7 in Vallejo. Ich hab mit Absicht nicht in San Francisco direkt gebucht, weil es erstens zu teuer ist und zweitens ich über die Golden Gate gemußt hätte. Seit dem Frühjahr kann man da aber nur noch rüber, wenn man entweder vorher online bezahlt oder der Mietwagenfirma sagt, daß man sich für Fast Track anmelden möchte. Beides hatte ich nicht und auf gut Glück wollte ich nicht. Also suchte ich mir ein Zimmer östlich der Stadt, um dann morgen über die Oakland Bay Bridge, auf der man noch bar bezahlen kann, in die Stadt zu fahren.



Von der Drake Straße kommt man für kurze Zeit auf die 101 und biegt später auf die 37, die nördlich die San Pablo Bay umkreist. Leider kreiste ich nicht, sondern schlich im Schneckentempo die nächsten Meilen vor mich her. Auf der 29 ging es dann zwar etwas schneller, aber nur bis ich lt. Margret ll am Motel angekommen war. Ich stand an einer großen Kreuzung an der Abfahrt der 29 und alles, was ich sah, war eine Tankstelle und die Sonne von vorn. Von einem Motel 7 war weit und breit nichts zu sehen.
Erst nach 30 Minuten Rumkurverei fand ich die richtige Straße. Man, die HATTE sich vielleicht versteckt..
Wer meint, der Tag war hiermit zuende, irrt. Und zwar gewaltig !
Das Motel macht von außen einen netten Eindruck und auch das Zimmer war schön. Im Moment noch.
Ich schau mir ein Zimmer ja erst an, bevor ich meine Sachen hineinpacke und als ich dann mit meinem Köfferchen ankam, klappte plötzlich die Schlüsselkarte nicht mehr. Am Desk war man darüber auch erstaunt und statt mir einen neuen Schlüssel zu geben oder ein anderes Zimmer, wurde mir die Tür mit dem Hauptschlüssel geöffnet. Nur leider hilft mir das nicht, weil ich ja nicht nur den Koffer habe oder vielleicht möchte ich später noch einmal das Zimmer verlassen..?
Ich war verärgert. 


Der Typ vom Desk blieb so lange vor der Tür stehen und hat aufgepasst, bis ich alles hochgeschleppt hatte.
Als ich mich häuslich eingerichtet hatte, kam ich auf die Idee, du könntest ja noch Eis für die Kühlbox holen. Ich schnallte mir meinen kleinen Rucksack über, in dem ich die wichtigsten Sachen immer am Mann hatte und stiefelte los. Die Tür zum Zimmer mußte ich ja offen lassen.
Dann die nächste Überraschung. Wenn man Eis möchte, kostete es 25ct. Ich fiel langsam vom Glauben ab.
Ok, es nützt ja nichts, ich brauche Eis, damit die Lebensmittel nicht verderben und sicher bekommt man für 25ct schon eine Menge.
Tja, Pustekuchen. Ich glaub es waren pro Cent EIN Eiswürfel.
Wutschnaubend lief ich Richtung Rezeption und fragte den Herrn, ob das alles ist, was man für 25ct bekommt. Er guckte mich an, wie trocken Brot und den Rest knallte ich ihm auf deutsch an die Birne und verließ die Rezeption. Kurze Zeit später klopfte es an der Tür und er brachte mir einen Behälter voll Eis, und meinte, da wäre nur etwas verstopft gewesen. Jetzt hatte ich also 100 Eiswürfel. Und weiter???
Den Rest mache ich kurz. Liest ja eh kaum noch einer mit. Die Nachbarschaft war speziell, das Bett durchgelegen und Mülleimer mußte man sich anscheinend von zuhause selber mitbringen. Ob die Dusche funktionierte, hab ich nicht getestet. Ich war bis jetzt genug bedient.
Tip des Tages: Schuster, bleib bei deinen Leisten und übernachte nie in einem mexikanisch klingenden Ort, der nicht explizit von google gelobt wird.


keine Motelfotos. Keinen Cent wert.


Gefahrene Meilen:  213