9. Oktober                                                            



Heute Morgen war es genauso windig wie gestern. Dass die Sonne schien, muß ich nicht mehr extra erwähnen. Sie macht schließlich seit 10 Tagen nichts anderes.
Beim Auschecken aus dem Motel, in welchem ich sehr gut geschlafen hatte, mopste ich mir noch schnell eine Zimtschnecke und eine Banane vom Frühstücksbuffet und steuerte daraufhin noch einmal den State Park nördlich der Stadt, oder des Dorfes an. Vielleicht waren die Ranger schon da und konnten mir den Stempel, den ich gestern nicht bekommen hatte, in mein Buch drücken.
Das in den USA die Uhren etwas anders ticken, merkte ich dann an der Tür zum winzigen Visitor Center.
Open from 11 to 4 pm.
Elf? Welche Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes beginnen 11 Uhr zu arbeiten? Und wieso haben die um 4 schon wieder Feierabend? Kein Wunder, wenn der Staat pleitegeht. 

Dann versuche ich mein Glück eben weiter im Süden beim Point Cabrillo Lighthouse. Dort war ich mit Frau P schon im letzten Jahr, doch da war der Turm in Folie eingepackt und auch das Wetter war alles andere, als reisefreundlich. Nebel soweit das Auge reichte.

Heute hingegen passte alles. Naja, bis auf den Wind.

Und das geschlossene Visitor Center. Auch hier wollte man nicht vor 11 Uhr die Türen öffnen.

Bis zum Leuchtturm, oder soll ich Leuchthäuschen sagen?, waren es laut Tafel 800m, also eine halbe Meile. Mir kam der Weg aber auch dieses Jahr viel länger vor. Das lag sicher an den Temperaturen und dem immer stärker werdenden Wind. Es war nicht schön.
Ich war der einzige Mensch, der hier sein Unwesen trieb.


Leider konnte ich nicht in den Leuchtturm hinein, da auch hier erst Mittag gearbeitet wird. Hätte mich nicht gewundert, wenn auch das Licht erst nach dem Lunch angeschaltet wird.



Nach 5 Fotos und 30g Salz im Haar verzog ich mich wieder. Gerade rechtzeitig, wie ich auf der Hälfte des Rückweges erkannte. Eine Schulklasse war mal wieder im Anmarsch. Und so was auf nüchternen Magen geht GAR NICHT.



Die nächsten Meilen verbrachte ich damit, immer mal wieder an einem schönen Strand anzuhalten oder einfach während der Fahrt alles zu knipsen, was mir vor die Räder kam.
Das bringt mich dazu, hier eine besondere Reiseinformation loszuwerden.
Fragt man in Foren, welche Richtung für den Hwy 1 zu fahren die beste ist, so sind sich da meist alle einig. Immer von Norden nach Süden, weil man dann das Meer auf der „richtigen“ Seite hat. ICH hingegen bin der Meinung, daß man bei schönem und sonnigen Wetter besser von Süden nach Norden fährt, da jetzt die Sonne quasi wie ein Scheinwerfer arbeitet und alles ins rechte Licht rückt. Eine blendende Sonne macht das Ganze nur halb so interessant. Und außerdem nervt es beim Fahren !


              "The Ford House" - Visitor Center & Museum. Mendocino Headlands. Open from 11...