30. Mai 2015                                                               15°C



Heute ist das Ebbeproblem noch einen Tacken gravierender, als gestern. Entweder man ist 8 Uhr am Strand oder erst wieder gegen 5 Uhr nachmittags. Aber leider hab ich heute fast nur Ebbeziele.
Jetzt ist es Dreiviertel 10 Uhr am Morgen und ich liege immer noch im Bett und überlege, wie ich es am besten hinbekomme.

24h später.
Ich hab es hinbekommen, und wie ich es hinbekommen hab.



Es war nahezu ein perfekter Urlaubstag. Sogar die Sonne schien pausenlos vom Himmel. Zwar hat sie es nicht geschafft, es etwas wärmer werden zu lassen, aber ich will hier mal nicht kleinlich sein.




der etwas dunklere Streifen am Horizont ist Küstennebel

Da gestern abend schon alle Leuchttürme und Besucherzentren der Umgebung geschlossen hatten, mußte ich das Stempeln auf heute vertagen.
Am Visitor Center des Yaquina Head Lighthouses waren riesige Ferngläser aufgebaut. Erst dachte ich, die Presse ist vor Ort, aber beim Nähertreten stellte sich heraus, daß in den Felsen im Hintergrund ein Adler(?)-Nest mit 3 Jungtieren zu beobachten war.
Ich hab versucht, wenigstens EIN scharfes Bild hinzubekommen, aber es war zu weit weg. Auch das Bearbeiten der Fotos brachte keine Besserung.
Die Kormorane am Leuchtturm konnte man dagegen schon besser sehen, auch wenn man sie immer noch mit Pinguinen verwechseln könnte.






Nach einer Runde "um Block" und 20 Fotos von fliegenden Möwen und Hubschraubern der Küstenwache, verabschiedete ich mich aus Newport und trat meine Reise weiter gen Norden an.

Kann mir mal einer erklären, wieso ich Devil’s Punchbowl nicht ins Navi getackert hatte? Ich wußte, daß es irgendwo nördlich von Newport sein muß, aber natürlich fuhr ich erstmal daran vorbei. 9km daran vorbei.

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Aber was sind schon 9km, wenn man bereits knapp 3000 gefahren ist?
Die Suppenschüssel des Teufels war dann eher so lala. Ein rundes großes Loch im Boden, welches man nur von oben betrachten konnte. Und in das Loch schwabbste Wasser. Naja. Kann man. Aber auch lassen.



Ich hab Bilder gesehen, da waren bei Ebbe Leute unten, aber ich hab mich nicht weiter damit befasst, ob es auch einfach ist, da hinunter zu gelangen.



Bevor es an den Strand ging, fuhr ich jedoch erstmal hoch. Also höher als normal. Das Meares Lighthouse stand nämlich relativ weit oben für einen Leuchtturm.
Und hier ist es mir mal wieder aufgefallen, wie rücksichtslos und unachtsam indische und vor allem mexikanisch/mittelamerikanische Touristen sind.
Jeder US Amerikaner wartet, wenn man gerade ein Foto machen will oder geht aus dem Bild, aber die anderen Weltmitbewohner? Keine Spur. Latschen mitten rein. Und Inder sind im sich selber fotografieren noch ein Tacken schlimmer als Japaner und Chinesen.


 

Besteht eine Familie aus 6 Leuten, werden alle in allen möglichen Konstellationen geknipst. Mit Kind, mit ohne Kind, mit Vater, ohne Mutter, mit Schwester und Bruder, ohne Kind mit Opa usw.
Das kann Stunden gehen. Und vor jedem Foto wird „Aggschään“ gerufen. Als ob es nachher einen Sinn ergibt…
Jedenfalls mußte ich eine ganze Weile warten, bis ich endlich den Leuchtturm "ohne vor die Linse Latscher" hatte.
Man kann auch raufgehen, aber da war es mir eindeutig zu voll.

                                                          Octopus Tree

Ich habe heute so viel gesehen und so oft gehalten, daß ich gar nicht mehr alles genau weiß und sicher die Reihenfolge durcheinander bringe, aber als ich das nächste Mal stoppte, konnte ich endlich wieder Muscheln und ein paar Tidepools knipsen.
Hab grad in den Exif Daten nachgesehen. Ich war am Hug Point.
Das ist die erste Möglichkeit nach dem Leuchtturm, um Tidepools zu sehen. Die Strände davor waren zu unsteinig dafür.


Hier am Hug Point gibt es sogar einen Wasserfall, der sich direkt auf den Strand ergießt. Nur knipsen war schwierig, da sich umdrumrum und darauf mehrere Familien breit machten. Muß ich nachher in Photoshop wieder jede Menge radieren.





Wenn man am Strand ein Stück nach Norden läuft, also den ganzen anderen Knipsern hinterher, kommt man an eine Felswand und zu deren Fuße kann man auf einen Vorsprung laufen, an dem mal wieder Millarden von Muscheln hängen.



Diesmal sahen sie wie Entenmuscheln aus. Und dazwischen in den Wasserlöchern: Seeanemonen.



Wieder keine Seesterne dabei, aber die werde ich sicher in Washington am Rialto Beach sehen.
Bei Flut sieht es hier vermutlich genauso aus, wie an jedem anderen Küstenabschnitt, aber durch die Ebbe kann man hier viel mehr sehen. Es war ein Stopp, der sich wirklich gelohnt hat !!!
Am Haystack Rock, dem Wahrzeichen der Gegend, war ich hingegen nur 10 Minuten. Parken, aussteigen, an den Strand laufen, knipsen und wieder zurück. Es ist hier sehr weitläufig und bis ich auch nur in der Nähe des Felsen wäre, hätte ich sicher 1 oder 2 Meilen laufen müssen. Aber ob ich da mehr gesehen hätte?



Ich schaue mir das Trum lieber aus sicherer Entfernung an und das tat ich dann im Ecola SP.

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Dieser State Park ist für mich der Inbegriff einer Filmkulisse.
Für alle älteren Semester, also welche, die VOR 1985 geboren wurden, wird der Film sicher ein Begriff sein: „Die Goonies“.





Ein KinderabenteuerIndianaJonesFilm, der hier gedreht wurde.
Noch letzte Woche lief der Film hier auf TNT oder USA, keine Ahnung, es war jedenfalls schonmal ein guter Vorgeschmack darauf.
Morgen bin ich ja u.a. in Astoria und werde auch zum Goonie Haus fahren. Wobei mir das eher nicht so viel sagt, wie diese Aussicht hier.



Leider war das alte Restaurant nur Filmkulisse. Wäre sicher toll gewesen, stünde es jetzt noch da.
Etwas weiter im Norden, immer noch im Park, kommt man zum Bald Point. Auch hier konnte ich nach Herzenslust klettern und von einem Felsen zum anderen schlittern und fast runterfallen und am Ende Tidepools knipsen. Ich war in meinem Element.
41 Jahre alt und total irr im Kopf.
Alle anderen führten hier nur ihre Vierbeiner aus und ließen sie Bälle holen. Aber ich hab es eh nicht so mit Tieren.



Hier blieb ich bis fast zum Sonnenuntergang. Ich konnte mich einfach nicht losreißen, so schön war’s hier.
Wenn ich morgen noch Platz hab, könnt ich glatt noch einmal…



Als ich im Guesthouse Inn & Suites ankam, war es schon fast dunkel und als ich das Zimmer betrat, fiel mir beinah die Kinnlade runter. Mit sowas hatte ich nun nicht gerechnet. Zimmer mit Küchenzeile und Platz ohne Ende.



Nur die Matratze war zu weich. Egal, die 2 Nächte werde ich es schon aushalten.

Fazit zum Tag: immer wieder gern !!!



31.Mai 2015                                                              20°C


Ich habe nicht so gut geschlafen, wie ich dachte zu müssen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Der Tagesplan sieht für heute vor: Stadt und Geschichte. Mal schauen, ob es tagesfüllend ist.

* * *


Das war es ganz und gar nicht. Es war eher 0815, teuer, verstaubt und kein Must do.
Angefangen hat es mit einem National Historic Park.

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Alles, was da historisch war, waren die geparkten Fahrzeuge vor dem Besucherzentrum, die Dame am Infoschalter und die Kopien der alten Weltkarten, die im Museum an den Wänden hingen.





Das kleine Fort, welches man hier anschauen konnte, war eine schlechtgemachte Kopie und so winzig, wie mein Motelzimmer. Das Besucherzentrum war doppelt so groß.

             


Den amerikanischen Besuchern schien es hingegen zu gefallen. Waren vermutlich noch nie in Europa gewesen.





Wer nicht gerade Stempel sammelt, braucht hier nicht herfahren.
Genauso wenig, wie zur Astoria Column. Die wird nämlich derzeit restauriert und ist komplett eingerüstet. Fotos hab ich keine, denn am Parkplatz wachte ein Wächter und wollte von jedem Parkenden 2$ haben.
Auch das Gooniehaus hab ich nicht gesehen, weil Anwohner sich vehement dagegen wehren, daß irgendein Fremder da sein Auto parkt/kurz abstellt. Hätten sie einen Wächter, wären sie alle seit Jahren Millionäre..

 


Das erste Mal erfolgreich, und ohne Strafandrohung angehalten, hab ich dann am Maritime Museum, weil Margret meinte, hier gäbe es was zum Stempeln.
Am Ende war ich 12$ los und mitten in einem Museumsbesuch.



Es war nicht schlecht gemacht, wobei ich 12$/€ jetzt als arg viel empfand. Es gab zwar noch ein Lightship als Zugabe, aber der Kahn war mehr als altbacken. Irre ich mich oder kann es sein, daß Marine- und andere Staatsdienstschiffe früher ziemlich unmodern und unbequem und eng und irgendwie zusammengeschustert waren?






Als ob das Schiff nur von gelbgrüner Farbe zusammengehalten wird.
Die Yacht nebenan wäre da schon eher was für mich gewesen, wobei ihr Name schon arg viel Humor des Eigners beweist.
Wenn das "eine kleine Zugabe" ist, was hat er dann sonst noch zuhause in seiner Garage?






Das Filmmuseum im ehemaligen Stadtgefängnis kann man sich übrigens auch klemmen. Schon allein aus dem Grund, weil es eigentlich kein Museum ist, sondern ein Ort, an dem man von sich oder anderen kleine Filmszenen nachspielen und speichern kann. Das alles macht aber wenig Sinn, wenn man alleine unterwegs ist. Und dafür wollte die Dame 6$ haben.
Schade ums Geld.


"Data's" Original Kostüm


"Filmstudio"


Auch das Fort im Fort Stevens SP ist ein Griff ins Klo, um es mal hochdeutsch zu formulieren. Eine Verherrlichung des Krieges und der früheren Schlachten. Hier sieht es aus, wie auf einem ehemaligen NVA-Truppenübungsplatz mit angeschlossener Kaserne. Fürs Parken verlangen die 5$, aber man kann sich, wie in anderen SP’s hier an der Küste, durchmogeln. Keiner kontrolliert.
Nach 3 Stempeln und einem Gang auf’s Örtchen, fuhr ich von dannen und war mit meiner Tagesplanung durch. Naja, fast.
Eins hatte ich noch.
Das Wrack der "Peter Iredale".



Wenn man eh grad in der Gegend ist, kann man kurz seine Kamera rausholen und sich hinter die anderen Knipser stellen und warten, bis die sich im Wrack befindenden Kinder, Kleinstkinder, Mittel- und Großfamilen aufraffen, auch anderen die Gelegenheit geben, ein Foto ohne Menschen zu machen. Ansonsten ist es vermutlich nur bei Sonnenuntergang sehenswert.
Jetzt war es 2 Uhr am Nachmittag.
Also gab es eine Wiederholung von gestern. Tidepools suchen.
Gefunden hab ich sie am/im Hug Point SP, 30km weiter südlich.





Es waren aber die gleichen wie gestern. Immer noch nur grün und immer noch keine Seesterne.
Aber was will ich machen?
Halb 6 war dann der Tag beendet. Noch schnell Brot kaufen, im Motel zu Abend essen, Bilder und kleine Filmclips sichern, mich zuhause melden und 20 Uhr knipste ich bereits das Licht aus.
Hatte ich schon erzählt, daß amerikanische Autofahrer alles Schisser sind?
Leichte Krümmungen der Straße machen denen so Angst, daß sie am liebsten nur Schrittgeschwindigkeit fahren würden. Aber Sylvi fährt hinter ihnen und drängelt.
Meist lassen sie mich irgendwann überholen.



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