7. Oktober                                                                         




Das Motel lag abseits der Hauptstraße und das bescherte mir eine absolut ruhige Nacht ohne irgendwelche störende Geräusche. Herrlich.
Der heutige Tag bereitete mir etwas Kopfschmerzen, da ich mit ihm nichts rechtes anzufangen wußte. Ursprünglich wollte ich ins Capitol und mir etwas die nähere Umgebung in Sacramento, der Hauptstadt Kaliforniens, anschauen aber ich wußte jetzt schon, daß das ins Wasser fallen würde. Städte sind nun mal nicht so mein Ding.
Klar könnte ich Sacramento auch großräumig umfahren, nur hatte ich dummerweise schon ein Zimmer vorgebucht, welches ich vorgestern schon hätte stornieren müssen.


Ich wollte also auf das reagieren, was mir unterwegs so vor die Räder kam.
Die #50 ist eine wunderbar zu fahrende Straße. Sehr breit. Immer zweispurig. Immer bergab und da die Sonne heute wieder alles gab, störte es mich nicht, einfach mal nur zu fahren und meinen Gedanken nachzuhängen. Tempomat auf 55 Meilen, Kaffeebecher zur Rechten und das Radio blieb ebenfalls wie gewohnt ausgeschaltet. Ich hab ein Mietwagen ohne Sirius, was bedeutet, ich müßte alle paar Kilometer einen neuen Sender suchen. Ich wollte mich aber entspannen und nicht aufregen.



Margret geleitete mich ohne großes Tamtam zur Sacramento Oldtown. Im Vorfeld hatte ich Sorge, einen geeigneten Parkplatz zu finden und hab google ganz schön strapaziert. Soll ich ein Parkhaus nehmen und was kostet das oder stelle ich mein Auto an den Straßenrand und zahle mein „parking meter“? Aber dafür brauche ich Quarter. Wo bekomme ich die her? Ich, die ich NIE Kleingeld habe. 
Kurz bevor ich Sacramento erreichte, stoppte ich daher noch an einer Chasebankfiliale. Meine Güte, war DAS da neuzeitlich. Bisher standen ATM’s immer in irgendeiner Ecke rum aber hier? Hier ging man direkt an den Schalter, an dem riesige (!) Touchscreens angebracht waren. Die Lady am Desk konnte so jeden meiner Tatsches mitverfolgen. Die PIN wurde natürlich als **** angezeigt. Auch konnte ich „deutsch“ als Menüsprache auswählen, was nur im ersten Moment leichter schien.
Als ich zu Beginn meiner Reise Geld abgehoben hatte, warf mir der Automat 2 Hundert Dollarnoten entgegen. Aber welcher Laden nimmt hier schon Hunderter? Eher wird man verhaftet. Das Problem stellte sich hier allerdings gar nicht, wie ich gleich feststellen würde. Man konnte dem Automat nämlich sagen, WIE man das Geld haben wollte. Ich tippte also ein: 200$ und bitte so viele 5 und 1$ Noten, wie geht.
Und für einen 5er wechselte ich bei der Lady gleich noch alles in Quarter. Die meisten davon landeten aber in meiner Sammlung. Wer kann schon eine Münze aus Puerto Rico oder aus Alaska oder Hawaiis Nationalparks sein Eigen nennen?
Verwendet werden nur die alten Münzen. Die normalen.
Durch meine Geldscheinwünscherei hatte ich jetzt ein weiteres Problem. Mein Portemonnaie ging nicht mehr zu. So ein Mist
Wohin nur mit der ganzen Kohle? Aber für den täglichen Zimmermädchentip brauchte ich 1Dollar-Noten. Schließlich sollten SIE wenigstens bezahlt werden, wenn schon nicht die Ranger der Nationalparks. Und ein sauberes Bett und Klo sind nunmal wichtiger, als irgendwelche Visitorcenter. Sag ich jetzt einfach mal
Jedenfalls… ich war nun in der Stadt, Margret brachte mich zur Oldtown und direkt in ein Parkhaus, an dem stand: die ersten beiden halben Stunden kostet es 1,25$ und danach pro halbe Stunde 1,50$. Ich denke, damit kann ich leben. Solange wollte ich eh nicht bleiben. Schnell knipsen und den Stempel holen und weg war ich wieder.





Ich hatte schon vor einiger Zeit bei Thomas gelesen, daß er die Altstadt nicht sonderlich spannend fand und ich kam schon nach ein paar Metern zum selben Ergebnis. Die Häuser an sich sind ja ganz hübsch und auch „alt“ aber mich störten die ganzen Geschäfte, die sich darin befanden. Souvenirs an jeder Ecke und in jedem dritten Laden gab es Candys in allen Größen und Formen. Hier hatte ich also nichts weiter zu tun. 



Doch, etwas schon: ich mußte ZWEIMAL um den Block, weil das Visitor Center Mittagspause hatte. Wäre ja auch ein Wunder, wenn ich mal NICHT vor verschlossener Tür gestanden hätte.



Das Parkhaus zahlt man übrigens bei der Ausfahrt am Kassenhäuschen, an dem noch richtige Menschen arbeiten. Aber wie die Lady bei 62 Minuten Parkdauer auf 3,75$ kam, ist mir bis heute ein Rätsel.

Margret hatte jetzt das Capitol als nächstes Ziel eingespeichert. Da man da aber zurzeit unbezahlten Urlaub macht, cancelte ich diesen Punkt. Auch das nächste Ziel, Sutters Fort strich ich aus der Liste. Ich war jetzt gefühlte Stunden in einer Hauptstadt unterwegs und mir grauste es, irgendwo anzuhalten oder zu parken, wo ich mich nicht auskannte. Mir war es hier eindeutig zu voll. Ich zog es daher vor, in mein Motel zu fahren und dort Google zu fragen, ob es noch etwas außerhalb zum Angucken gab.
Wenn ich das nächste Mal ein Motel buche, achte ich besser darauf, daß es nicht drei- oder sonst wie stöckig ist oder einen Fahrstuhl anbietet. Als ich mein Gerümpel im dritten Stock hatte, brauchte ich erst mal eine Pause.
Die perfekte Googlezeit.
Hier gab es ein Airspace Museum. DAS würde mich interessieren. Wäre ich ein Junge geworden, wäre ich sicher Planespotter. Aber als großes Mädchen ist so was nicht angebracht.
Was sagen die Öffnungszeiten und Preise?
Adults 8$ und ......................... am Montag geschlossen.....................

Toll. Fahr ich eben zu Safeway und bummel da ein wenig rum.
Dort konnte ich auch gleich noch tanken. Bei Safeway ist es immer am günstigsten UND man wird nie nach einem zipcode gefragt.
Was gab es sonst noch?
3 Folgen NCIS LA auf Englisch und CNN, bei dem sich immer alle Moderatoren und Befragten gegenseitig ins Wort fallen.


Motel:

Super 8, Sacramento - 40,51$








gefahrene Meilen:  144