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unknown



Montag, 3. Oktober                                                                        18°C



Eigentlich begann diese Reise genau wie jede andere auch.
Mal davon abgesehen, daß ich diesmal NICHT gek…zt hab.
Lediglich mein Bauchgefühl hat sich gemeldet und das bedeutet nix Gutes. Irgendwas ist da im Busch.
Ich hatte schon vor Monaten bei der Buchung des Zugtickets gemerkt, daß es eine blöde Idee war, an einem nationalen Feiertag verreisen zu wollen. Das ist, als würde ich an einem Sonntag aus meinem Dorf raus wollen, was eigentlich unmöglich ist. Früh morgens. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Ich hatte daher eigentlich nur 2 Möglichkeiten: Entweder schon Sonntag Abend nach Frankfurt zu fahren oder das Risiko eingehen, und mal NICHT 3 Stunden vor Abflug am Airport zu sein.
Ich entschied mich für letzteres und da kam der Bauch wieder ins Spiel.
Auf der Fahrt von Boppard nach Frankfurt verkündete mir der freundliche Zugbegleiter, daß ich das mit dem Ausstieg am Flughafen mal eben wegen Bauarbeiten vergessen kann. Ich müsse in Mainz umsteigen und wäre dann 9 Uhr am Flughafen.
Und da blieben mir gerade mal 2 Stunden bis zum Abflug.
Ich gebe es zu, ich war ein klein wenig angepisst.
9:02 stieg ich aus dem Zug am Regionalbahnhof, 9:10 stand ich im Airport Train zum Terminal 2 und danach nochmal geschlagene 45 Minuten am Drop off Schalter von American.
Hätte ich gewußt, daß es am Check in schneller ging…

20 Minuten vor dem Boarding scannte ich mich durch die Kontrolle, bei der ich diesmal nicht piepste, was mir heute auch noch gefehlt hätte.
Zehn nach 10 war Boarding und ich war noch vor den meisten anderen im Flieger.
Apropos Flieger und Sitze:
American hat eingeführt, daß man bei Buchung des Fluges nur Sitze in der Mittelreihe für lau reservieren kann. Die meisten anderen kosten richtig Geld.
25 (!) Stunden vor Abflug werden allerdings die hinteren 7 (?) Fensterreihen freigeschaltet, die dann ebenfalls kostenlos reservierbar sind.
Ganz hinten zu sitzen hat diesmal zwar nicht geklappt, aber ich saß am Fenster und hatte kein Flügel vor der Birne.



Wenn man es genau nimmt, hatte ich von den 8,5 Stunden Flug genau 6 Stunden noch nicht einmal ein Fenster.
Der Kopfhöreranschluß in meinem Sitz war nämlich verstopft und ich bekam deswegen zum Film gucken einen anderen Platz zugewiesen. Der Flieger war lange nicht ausgebucht und deswegen bekam ich einen Platz hinter der Trennwand mit viel Beinfreiheit, der ursprünglich über 100$ extra kosten sollte. Exit Row.


Zum Filme gucken war es entspannter, allerdings war es da vorn schweinekalt und keinen Cent der vielen extra $$$ wert, die andere dafür bezahlt hatten. Ich war am Ende froh, wieder auf meinem warmen Fensterplatz in Reihe 33 zu sitzen.
Halb 2 landeten wir in Philly und gefühlt genauso lange wie der Flug dauerte, stand ich dann am Einreiseschalter an.
Automaten durften hier nur US-Einwohner benutzen. Warum auch immer.
Die Dame, die mich dann abstempelte, war erstaunt über die vielen Stempel im Pass und verzichtete deswegen auf diese unangenehmen Fragen, wieso ich und wieso alleine und wenn ja, warum nicht.
Das/den Shuttle zum Mietwagenzentrum muß man sich übrigens am Ausgang nach dem Baggage Claim heranwinken, da die Busse nicht anhalten, um auf eventuell Mitfahrende zu warten.
Ist wie Taxifahren in New York und nennt sich „active loading“.
War spannend.
Spannend war auch die Frage nach meinem SUV, denn die Auswahl war mehr als dürftig. Entweder es war die falsche Marke oder Größe oder … es war hässlich.
Ich wollte was Besseres und das bekam ich dann auch für 5$ extra 2 Minuten später vorgefahren.
Ok, es war weder ein Ford noch ein Jeep, aber ein neues Nissan Model. Ich war schon 2x den Rogue gefahren und wollte es eigentlich nicht mehr, doch das Auto hier war ein Sahneschnittchen mit Massachusetts-Plate. Es hatte zwar kein Sirius, aber das wäre schimpfen auf hohem Niveau.

Am Ausgang orderte ich noch einen EZ-Pass Transponder wegen der ganzen Mautstrecken, die ich versehentlich fahren müßte und schwupps, war ich auch schon in Delaware, meinem 36. (?) Bundesstaat.


Muß später nochmal nachzählen.
Die 150 km Richtung Westen waren eine gute Investition. Ich bekam nämlich Kopfschmerzen und Fahren bringt mich immer wieder etwas runter. Bis auf die hier in den Staaten so oft blendende Sonne. Die Stand wie einzementiert genau in Blickrichtung und ich sah so gut wie nix. 

Das mit dem Scheiben streifenfrei putzen sollten die Alamoputzer im Übrigen nochmal genauer nachlesen. Tiefstehende Sonne, Schlieren bis unters Dach und ein fremder, unbekannter Kontinent sind keine gute Mischung.
Das Motel der ersten Nacht stand in Aberdeen, Maryland und war… ich sags mal so: sauber.
Über den Rest möchte ich nicht unbedingt reden. Das wenig später ein augenscheinlich leicht beki….ter Schwarzer an meine Tür klopfte und nicht wirklich erschrocken aussah MICH zu sehen, verschweige ich hier.
Für heute Nacht schob ich zusätzlich noch den Riegel an der Zimmertür vor.