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Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen,
und daß man sich durch widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter,
schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen läßt.

Adolf Freiherr von Knigge



Montag, 27. Januar 2014                                          



Wenn man, wie ich, keine Freunde hat, ist eine Anreise an das Urlaubsziel immer besonders zeitaufwändig, weil man eben nicht zuhause von irgendwem abgeholt und am Flughafen wieder abgesetzt wird. Also hat man das Vergnügen mindestens 9 verschiedene Transportmittel nutzen zu müssen, um endlich totmüde am Zielort ins Motelbett zu fallen.
Erst mit dem Auto zum Bahnhof. Dann mit verschiedenen Zügen zum Flughafen. Jede Menge Verbindungsfahrten. Zwei Flüge. Shuttels und am Schluß ist da noch der Mietwagen, der einem im Dunkeln in fremder Gegend zum fremden Motel geleiten soll. Und alles nur, weil ich meinen Urlaub im Februar nicht auf Balkonien verbringen will.
Die ersten 8 Transportmittel hab ich gut überstanden. Der Zug war voll. Der Flieger nicht. Dafür hatte er diesmal Entertainment, was auch funktionierte und das Essen war genießbar.
Apropos halbvoll. An der allerletzten Boardingkartenprüfstelle am Gate hab ich aus Jux die Dame gefragt, ob der Flieger ausgebucht war und ob jemand Platz 39B beansprucht und schaute dabei auf den Computermonitor. Sie meinte, es wären viele freie Plätze und ob sie den Platz neben mir blocken soll.
Ein Grinsen huschte über mein Gesicht.
2 Plätze ganz für mich alleine. Na wenn das nicht ein guter Start in den Urlaub ist.

Während des Fluges gab es keine nennenswerten Ereignisse.







Das „Fernsehprogramm“ war das gleiche wie letzten Oktober und auch die Wolken schienen die gleichen zu sein. Viel zu sehen gibt es über dem Atlantik eh nicht. Erst kurz vor der Landung in Charlotte klarte es etwas auf.


Charlotte Airport

Immigration, Koffer und Zoll waren in 10 Minuten erledigt und hätte ich gewußt, daß ich in weiteren 10min am Abfluggate Richtung Tampa stehen würde, hätte ich einen früheren Anschlußflug gebucht. Der sollte nämlich in 20 Minuten rausgehen. Aber was solls. Lausche ich eben eine Weile den Klängen des Klavieres, welches im Atrium stand. Irgendwer sitzt immer da und spielt für ein paar Dollar interessante Stücke. Ich mag das.

Der Flug nach Tampa erschien mir dann kürzer, als angegeben. Kaum waren wir in der Luft, landeten wir auch schon wieder. Allerdings im Stockdusteren.

Dieses Jahr hatte ich das erste Mal Alamo mit Savetime gebucht. Dadurch soll sich das ganze Mietwagenaussuchprozedere verkürzen, weil man sich nirgendwo anstellen und Unterschriften leisten muß. Man schnappt sich den Koffer vom Band und läuft/fährt zum Mietwagenzentrum. Geht an den Schlangen der wartenden Deskansteher vorbei zu der Reihe seiner gebuchten Kategorie, schnappt sich ein nettes Wägelchen mit hübscher Farbe und fährt zum Ausgang, wo man seinen Führerschein, seine Kreditkarte und den Savetimeausdruck mit Strichcode vorzeigt. Zwei Minuten später hofft man dann, daß Margret (mein Navi) schnell genug ein Signal findet und schwupps, ist man am Motel.
Und was soll ich sagen?
FAST genauso lief es ab.
Nur daß bei Alamo nur ein Wagen stand, den ich nicht wollte. Lange Rede, kurzer Unsinn, ich hab mit 5$ gewedelt und durfte mich bei National bedienen.
Es hat einige Reisen gedauert aber endlich durfte ich wieder mein Lieblingsauto fahren. Einen metallicroten Ford Escape, Baujahr 2013 mit knapp 15.000 Meilen auf dem Tacho und jeder Menge Elektronik im Armaturenbrett, was mich erstmal umgehauen hat.



Ich war mindestens 10 Sekunden lang rat- und sprachlos, was ein Auto heutzutage alles kann und können muß.
Früher stieg man ein, klemmte Margret an, steckte den Schlüssel ins Zündschloss, drehte ihn um, parkte aus und fuhr von dannen. Und heute?
Welcher Schlüssel?
Und wie kriegt man die Rückfahrkamera wieder aus? Wie schaltet man die Meilenanzeige auf 0? Und die Kofferraumklappe tut auch nur widerwillig, was man sagt. Ich brauche dringend ein Benutzerhandbuch.
Aber erstmal raus aus dem Parkhaus und das Motel finden.



Nur Margret war zickig. Gerade das erste Stück aus dem Airportgelände raus ist es eigentlich wichtig, daß sie sich fängt und mir hilft, mich zurechtzufinden. Aber sie weigerte sich 5 Vorwegweiser lang, ihre Arbeit aufzunehmen. Nur gut, daß ich wußte, daß das Motel in Clearwater stand und dieser Ort jedesmal angezeigt wurde.
Auf der Brücke über die Tampa Bay hat sie sich dann endlich bequemt, mitzumischen.

Der Rest des Tages war dann wie gehabt. Das Baymont Inn und Zimmer gefunden, ein Foto für den Bericht geschossen, Auto ausgeladen und im Kofferraum nach einem Handbuch gesucht und gefunden, „ich habs geschafft und bin angekommen – Meldungen“ verschickt, Bettdecke zurückgeklappt und gegen 10 Uhr abend in einen Tiefschlaf gefallen.








Gefahrene Meilen: 12