Dienstag, 4. Februar 2014                                          



Der heutige Tag war mit 3 Dingen vollgepackt: Meilen, Sehenswürdigkeiten und Nebel.
Letzterer war fast undurchdringlich. 

 


Als ich gegen 7 aus dem Fenster sah, konnte man kaum das Gebäude gegenüber erkennen, an dem schon seit einer guten halben Stunde geackert wurde. Gut hören kann ich schlecht, aber schlecht sehen kann ich gut
Was das Tagespensum angeht, so fragte ich mich jede Sekunde: soll ich oder soll ich nicht….einen kurzen Abstecher nach Georgia machen und die Stempel einsacken, die man kurz hinter „der Grenze“ bekam.
Georgia.
Ich meine, wo ich schon mal SO nah dran bin.

Ok, ich fahre.
Zweimal 125km wegen ein paar „ich-war-hier“-Stempel.
Aber so bin ich. Stur wie ein Esel.

Die Fahrt nach St. Marys, GA war unaufregend. Schließlich gab es nichts zu sehen. Der Nebel verfolgte mich die ganze Zeit. Zwar erkannte ich, daß ich an Jacksonville und an einem Hafen vorbeikam, aber meine heutige schlechte Sehkraft und die wahrgenommenen Geräusche brachten nur Indizienbeweise.



  






Georgia, jedenfalls das, was ich in der kurzen Zeit zu sehen bekam, war dann aber so, wie ich mir die Südstaaten vorgestellt hatte. Dichte Bäume, verwinkelte Dörfer mit haufenweise Verandahäusern, vor denen Schaukelstühle standen. Ich sah sogar eine Südstaatenmama mit Kopftuch.


Gott, war das aufregend und ab jetzt freute ich mich sogar noch mehr auf meine Reise im Mai, in der ich wieder die Süd(ost)staaten geplant hatte.

Mein Aufenthalt in Georgia dauerte insgesamt nur 30 Minuten und noch vor dem Frühstück war ich wieder im sonnigen Florida auf dem Weg zur Kingsley Plantation.
Alte Gemäuer, oder wie nennt man das Alte, wenn es nicht aus Stein sondern Holz gezimmert wurde?, brauchen keinen Sonnenschein. Es ist bei Nebel viel beeindruckender. Mystischer.

     

 

Als ich auf das Gelände fuhr, hörte ich Musik. Aber nicht aus dem Autoradio, sondern draußen. Irgendjemand spielte Flötenmusik. Ich sah zwar keine Lautsprecher, aber… oh, was war das? Da stand einer mitten in den Überresten einer bäuerlichen Siedlung und spielte Querflöte. Und das gar nicht mal so übel.





Leider waren der Nebel und das Flötenspiel das einzig interessante an dem Ort hier.
Das Plantagenhaus unterschied sich ansonsten nicht viel von anderen verlassenen Gebäuden, die man am Leben erhielt. 8 von 10 Türen waren geschlossen und der Rest war mit Deko aufgehübscht. Wer also keine Stempel sammelt oder sonst wie geschichtliches Interesse hat, kann sich den Ort hier klemmen. Man sah hier weniger als auf der Plantage zu Beginn meiner Reise.



                 

 
 


Als ich 30 Kilometer später mein Auto am Visitor Center des Fort Caroline NMem und Timucuan Ecological Preserve parkte, gab es zwar immer noch keine Sonne, aber wenigstens konnte ich jetzt ohne Such-App mein Auto wiederfinden.

Es ist schon erstaunlich, wofür alles Besucherzentren gebaut und Leute eingestellt werden.



Als ich den Raum betrat, begann der Ranger gerade sein 2. Vormittagsschläfchen. Was sollte er auch sonst tun? Ich war der einzige Besucher weit und breit und nachdem ich mir das Fort angesehen hatte, wußte ich auch, was so „spannend“ an seinem Job war.

 

Ich hatte ja gestern schon ein Fort als Spielzeug bezeichnet, aber das hier war… würde vielleicht irgendwann mal Spielzeug werden wollen.


Wenn man nicht die Erdhügel ab und an mähen würde, könnte man den Ort glatt übersehen. Ich glaube, außer den Erdhaufen ist nichts mehr da, was an damalige Schlachten erinnert. Alles war nachgebaut.
Wenn die Kingsley Plantage die Note 4 auf meiner Skala bekam, schaffte es das Memorial hier mit Ach und Krach auf eine 2-


Während meiner Reisen hab ich ja schon viele Wohnhäuser- hütten und Baracken gesehen, aber was ich hier sah, könnte mir teilweise auch gefallen. In Deutschland sehen Häuser immer irgendwie gleich aus. 20x20m und 2 Stockwerke. Unten schlafen die Eltern und oben die Kinder. Davor eine Wiese und dahinter das Planschbecken für die Kinder.
Und hier?
Schöne Einfamilienhäuschen mit Stil.


Und trotz der Nähe zum Nachbarhaus, konnte keiner dem anderen auf den Küchentisch oder ins Badezimmerfenster gucken. Alle Häuser waren einstöckig und das gefiel mir. Hecke drumrum und du bist für dich !

Den Rest des Tages nahm ich mir frei.





Ich parkte mein Auto an einer Mission in St. Augustine, schnappte mir im Besucherzentrum einen Touristenstadtplan und sah mir alles an, was darauf verzeichnet und als sehenswert angesehen war.





Marktplätze. Gassen. Kirchen. Kneipen. Alte Schulen. Das Hafengelände und ein historisches Segelschiff.


das älteste Schulhaus aus Holz in Florida


3 Stunden war ich unterwegs, dann taten mir die Füße weh und es fing auch an zu tröpfeln.












Es gefiel mir hier in der Stadt. Alles war auch so alt, wie es aussah. Nix Attrappe oder nachgemacht. Schick.





Im Nachhinein muß ich sagen, daß sich die Fahrerei heute gelohnt hat, auch wenn ich das meiste nur durch einen Schleier gesehen hab.