Dienstag, 11.September



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Wieso ist es morgens blos immer so kalt? In letzter Zeit sind wir froh, wenn wir angezogen sind und das Auto nach den ersten paar Kilometern den Innenraum aufgeheizt hat. Anfangs haben wir uns morgens Zeit gelassen: langsam aufstehen, anziehen, waschen, nebenbei Kaffee kochen, dann das Zelt abbauen, alles im Auto verstauen und losfahren. Jetzt ist es fast andersrum: erst losfahren, dann aufstehen… 

Heute stand auf dem Plan: Von Glacier zu Glacier. Von Glacier USA zu Glacier Kanada, wobei ich ich auf den 2. mehr freue, weil ich auf riesige, zum greifen nahe Gletscher freue.
Noch hatten wir allerdings 2 Probleme: wir brauchten dringend nen Briefkasten und mußten noch 20$ in bar loswerden, weil wir nur noch max. 2 Stunden in den USA sind.
Problem 1: Briefkasten.
Die letzte Nacht auf us-amerikanischem Boden verbrachten wir in West-Glacier. Da gab es nur 5 Häuser, eine Tankstelle, einen Supermarkt, der abend 19.00Uhr schließt, einen Souvenirladen und…eine Post.
Leider mußten wir gestern abend schon feststellen, daß eine Postfiliale nicht gleichzeitig über einen Briefkasten verfügen muß. So mußten wir unverrichteter Dinge wieder abziehen und haben uns überlegt, wer sich sowas Blödes einfallen läßt: ein Touristenörtchen ohne Briefkasten..

   

Bis zur kanadischen Grenze kamen wir noch durch 6 Ortschaften. In einem dieser sollte sich doch ein Kasten finden lassen. Und tatsächlich: in einer Kleinstadt nahe der Grenze sah ich einen an einer Wand hängen. An einer viel befahrenen Kreuzung. Und was macht Schulze?  Springt aus dem Auto, rennt über die Straße, schmeißt die Karten in den Kasten, rennt zurück und ehe die Ampel wieder auf Grün springt, sitzt sie wohlbehalten im Auto und es kann weitergehen.

Kommen wir nun zu Problem 2: Bargeld
Seit Tagen ernähren wir uns nur von süßem Brot, Nutella und Tütensuppe. Das muß aufhören, dachten wir und beschlossen, einen Supermarkt zu stürmen.
Gesagt getan und als Dank für die schwer verdiente Kohle, wurden uns die Einkäufe sogar zu unserem eh schon übervollen Auto getragen.

     

Die Großmeisterin der Autoeinräumorganisation Hühnchen, hat dafür gesorgt, daß alles irgendwie im Kofferraum verschwand, bis auf eine Packung Chips. Und schon ging es auf geradem Wege zur kanadischen Grenze.
Ob es genauso stressig wird, wie bei der Einreise in die USA?

   

Nach 20km kamen wir als erste und wahrscheinlich einzigste Grenzgänger an, zeigten unsere Pässe, beantworteten geduldig 6 Fragen, ließen den grünen Zettel da und schwups, waren wir drüben. Sooo einfach kann es gehen. Da sollten sich die Amis mal ne Scheibe abschneiden.

   

Jetzt hieß es: Gas geben und in ca. 3 Stunden waren wir auch schon am Ziel: Glacier NP.
Was uns als erstes auffiel: Im Gegensatz zu amerikanischen NP’s, gehen durch kanadische die Schnellstraßen, gibt es keine Eingangskontrollen, keine Landkarten und die Schilder, vor denen man sich in den USA immer knipst, sehen auch anders aus. Eher wie Vorwegweiser. Nur größer und Zweisprachig. Eher trostlos also.
Unser Campground für die nächsten 2 Nächte sollte der Illecillewaetcampground direkt links nach dem Rogers Pass sein. Laut Karte waren es keine 5 km. Aaaaaaber… die Ausschilderung war wiedermal alles andere, als optimal. Um es abzukürzen:
Wir sind dran vorbeigerauscht. Denn wer rechnet schon als Normaleuropäer damit, daß man auf einer einspurigen Schnellstraße links abbiegen muß? Die beiden anderen CG’s, an denen wir vorbeikamen, hatten bereits geschlossen und langsam machte sich Unmut bei uns breit. Was ist, wenn wir keinen finden? Müssen wir dann die ganze Strecke bis Golden zurück?
Wir haben also, nachdem wir bereits den Ausgang passiert hatten, beschlossen, umzukehren und mal genauer am Straßenrand zu gucken, ob sich nicht doch noch der Campground finden läßt. Und siehe da: in einer steilen Linkskurve, hinter Bäumen versteckt, war das Schild: CG geöffnet. Also: bremsen, rechts rein und freuen.
Blos gut, daß hinter uns grad kein Laster fuhr. Das hätte sonst böse geendet.
                                

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 Das Folgende war der ewig gleiche Ablauf: Platz suchen, bezahlen, Zelt aufbauen, Essen machen, Lagerfeuer und .

   

   

   

Und diesmal hatten wir, was das Lagerfeuer anging, wirklich Glück. Auf dem CG muß man ein permit (Erlaubnis) haben, um Feuer zu machen, welches hier 7,90$ kostete (Ca. 5€). Dafür gibt es aber fertig gehacktes Feuerholz, soviel man möchte. Und es war fantastisches Holz. Es brannte, noch ehe man es aufs Feuer hat fallen lassen. Was gibt es schöneres, als ein Lagerfeuer, daß richtig schön knistert.

   

Hm…wahrscheinlich ein Feuer, welches knistert UND sich in einem Kamin befindet UND die Umgebungstemperatur über 20° liegt, ABER an diesem Abend und Ort war es kalt. Sehr kalt. Trotz des Feuers klapperten wir uns eins ab. Ok, wir hatten den schönsten Sternenhimmel westlich des Mississippi, aber wenn man vor lauter zittern nicht geradeaus gucken kann, dann ist es alles nur halb so schön. Aber wir wollen nicht meckern, schließlich haben wir uns diese Art Urlaub zu machen, selber ausgesucht.

   

Irgendwann gegen 9 haben wir uns dann in die leider noch nicht vorgewärmten Schlafsäcke verzogen und … es fing an zu regnen.
Hühnchen hat von dem alles nichts mitbekommen. Und ich lag die meiste Zeit wach und hab überlegt, was wir alles vergessen hatten, ins Zelt zu räumen. Schließlich war der Himmel sternenklar, als wir ins Zelt gekrochen sind.
Irgendwann war ich des Nachdenkens müde und bin eingeschlafen.



Mittwoch, 12. September


Es hat die ganze Nacht geregnet, gedonnert und geblitzt und nächsten morgen hab ich mich, als ich 6 Uhr munter wurde, gefragt: was machen wir heute, wenn es den ganzen Tag regnet? Und was noch schlimmer war? Was machen wir, wenn es regnet und wir auch nicht im Zelt bleiben können? Wieso?

Weil es reingeregnet hat!!!
Ein nigelnagelneues Zelt und es regnet rein. Das kanns nicht geben.
Es war a…kalt, es regnete und die Schlafsäcke waren nass.

   

Ich muß wieder eingedöst sein. Wahrscheinlich, wegen des ganzen Ärgers heute morgen. Als ich dann 8 Uhr aufgewacht bin, war es zwar immer noch kalt, aber es regnete nicht mehr. Und beim Blick nach draußen bot sich uns ein positiver Anblick: blauer Himmel, weiße Sommerwolken und Nebelschwaden, die zwischen den Bäumen aufstiegen.

Ob es doch noch ein schöner Tag wird?

   

Vielleicht trocknen dann ja auch unser Zelt und die Schlafsäcke und die Stühle, die wir vergessen hatten. Erstmal hieß es aber anziehen. Da wir heute nur wandern und nicht fahren wollten, wurde unser Auto zur Trockenkammer umfunktioniert und alles, was paßte, wurde im Wagen deponiert.
Als alles soweit hergerichtet war, haben wir uns ein Lunchpaket zusammengeschnürt und haben den Great Glacier Trail in Angriff genommen. Die Info zu diesem Weg lautete: 4,5km, 320 Höhenmeter und Grizzlygefahr.

     

3 Sekunden hat Hühnchen überlegt, ob sie mitgehen soll, hat dann aber die Warnung in den Wind geschlagen und es konnte losgehen.
Heute bekomme ich endlich meinen Gletscher zu sehen. Hautnah. Zum Anfassen. Und um ihn aus allen Seiten abzulichten…
Die Luft heute Morgen war herrlich. Klare Bergluft, noch etwas kalt aber der Tag versprach wunderbar zu werden. Überall roch es nach Herbst und Pilzen. Und siehe da, auf Schritt und tritt verfolgten sie uns. Ein Pilz nach dem anderen. In allen Größen und Farben.

   

Und da es geregnet hatte, leuchteten sie schon von weitem.
Das war das Positive am Weg, das negative war: Von wegen 320m… es kam mir vor, als würde ich den Mount Everest besteigen. Der Weg führte durch einen Wald, der voller Pilze stand und irgendwann, so hofften wir, an einem Gletscher enden sollte.

     

     

Irgendwann konnte ich wirklich nicht mehr, schließlich hatte ich mehr zu schleppen, als Hühnchen mit ihrer kleinen Taschenknipse. Nach ca. 2km haben wir uns ne Auszeit gegönnt und erstmal gepicknickt und die Aussicht genossen. Der Himmel strahlte blau, wir waren die einzigsten Wanderer weit und breit, der Gletscher war schon zu sehen und kein Bär streckte seine Nase aus dem Unterholz.

  

    

Die letzten paar hundert Meter waren „schnell“ erledigt und als wir am „Trail end“-Schild vorbeikamen, waren wir doch ein wenig enttäuscht, denn der Gletscher war immer noch so weit entfernt, wie am Anfang. Also wieder nichts mit Gletscher knipsen und anfassen.

  

Ich war erneut enttäuscht worden. Da fährt man in einen Gletscher Nationalpark und kann sich das ganze nur von weitem ansehen oder man nimmt einen 30km-Hike auf sich. Doch dazu reichte uns weder die Zeit noch die Puste.
Ok, dann mußte ich eben das Gletscherthema aufgeben.

Die Geschichte des Illecilleweat Tales kann man übrigens hier (in englisch) nachlesen. Nur soviel: in diesem Tal befand sich bis in die frühen 20er Jahre ein Hotel der Spitzenklasse, daß, soweit ich es recht verstanden habe, durch eine Lawine zerstört wurde.

 


                       

Zurück am Zeltplatz brauchten wir erstmal was zu essen. Diesmal gab es was ganz leckeres: Tütensuppe
Wir hatten nachher noch etwas Zeit und haben beschlossen, zum Rogers Pass zu fahren. Vielleicht gabs ja da Infos über den Park und eine Karte, auf der alle wichtigen Wege verzeichnet waren.
Leider wurden wir dort eines besseren belehrt. Es gab nichts. Keine Karten und keine Wegeverzeichnisse. Auf der handgemalten Karte, die wir beim „Einchecken“ auf dem CG bekommen hatten, war ein Trail aufgelistet, der nur 1,8km lang war und zu einem Gletscher führte.

                      

Da unsere Kräfte dank Tütensuppe wieder hergestellt waren, dachten wir uns: was sind schon 1,8km?

Wenn man jedoch wieder die ganze Zeit durch dichten Wald geschickt wird, nichts von der Landschaft sieht und schon gar keinen Gletscher und der Weg außerdem NUR steil nach oben geht, können knapp 2km zur Tortur werden.
Nach etwa 300m kam uns ein junger Wanderer entgegen und sagte soviel wie: Nice Hike, have fun.
Nach weiteren 300m wußten wir, daß er es ironisch meinte, denn das Wort „fun“ paßt eindeutig NICHT zu diesem Weg. Er hatte es uns wahrscheinlich angesehn…
Um es nun abzukürzen: nach weiteren 300m sind wir umgekehrt und haben beschlossen, die Fa. Knorr zu verklagen. Von wegen Kraftbrühe…
An diesem Nachmittag haben wir uns geschworen, keinen Weg mehr zu gehen, der länger als 1km ist.
Auf dem Weg zurück zum CG haben wir noch am Denkmal für die Eröffnung des Transkanadahighways angehalten und wild umhergeknipst.

    

    

Ich hätte euch gern gesagt, wie dieser überall vorkommende Vogel heißt, aber google findet es nur, wenn man ihm den Namen sagt. Und "blauer Vogel" bringt nicht das gewünschte Ergebnis. (Nachtrag Nov.09: der besagte Vogel nennt sich Diademhäher bzw. engl. "Stellers jay")
Der Tag endete am Lagerfeuer und unter einem gigantischen Sternenhimmel. 

   

   


Donnerstag, 13. September

 


Ein glasklarer Morgen und kein Regen. Wie sich das gehört. Für heute hatten wir einstimmig beschlossen, uns ein Motel in Field zu suchen, denn was wir heute sehen wollten, lag alles im Yoho NP.
Wenn man täglich nur kaltes Wasser zur Verfügung hat und wie auf dem letzten CG nachts noch nicht einmal Licht auf den Toiletten ist, dann sehnt man sich förmlich nach ner Dusche und einem warmen Bett.
Wir haben also unsere 7 Sachen zusammengepackt und sind Richtung Yoho aufgebrochen. Auch hier war es wie beim Glacier NP: das Eingangsschild war langweilig und da der Highway durch den Park führt, gab es auch keine kleinen Häuschen, in denen Ranger saßen, die unsere Pässe kontrollierten und uns fragten, ob wir Infomaterial brauchten.
Und diesmal war es wirklich nötig, denn die Straßenkarten, die ich hatte, zeigten nur den Highway und den Icefield Parkway. Das war alles.
In Field angekommen, stürmten wir das Visitorcenter um nach Ansichtskarten zu schauen und um uns eine Landkarte geben zu lassen. Aber alles, was sie hatten, war eine handgemalte Karte auf einem Abreißblock. Toll…

     

Da man sich hier in der Gegend sowieso nicht verfahren konnte, war es sicher ausreichend, aber als Wanderkarte völlig unbrauchbar. Egal, irgendwo wird es schon jemanden geben, der sowas verkauft. Erstmal brauchten wir ein Dach über den Kopf. Da Field der einzigste Ort im Yoho war, gingen wir davon aus, daß sich hier die Hotels und Motels nur so stapeln würden.
Tja und was soll ich sagen? Eine ganze Lodge, in der ein Doppelzimmer 160$ +Tax gekostet hat und 5 Gästehäuser. Das war alles, was Field zu bieten hatte. Toll… Wer hier in dem Nest nen Motel eröffnen will und das Zimmer für 99$ an den Mann bringt, stößt hier auf eine Goldader. Langweilig isses hier nämlich nicht. Schon allein Eisenbahnfreaks kommen hier voll auf ihre kosten, denn der Canadian führt direkt durch den Ort. Nachdem wir also die Zimmersuche abgehakt hatten, haben wir beschlossen, bis nach Lake Louise weiter zufahren. Dort sollte man doch bestimmt ein Zimmer finden…
Landschaftlich war es hier herrlich.

  

Die Bahngleise, auf denen die ellenlangen kanadischen Züge fuhren und ein wunderschöner türkisfarbener Fluß begleiteten uns während der ganzen Fahrt bis in den Banff NP.

Als wir in Lake Louise ankamen, stieg die Vorfreude auf eine heiße Dusche enorm. Erster Anlaufpunkt blieb aber das Visitorcenter. Aber auch hier gabs nichts Besonderes zu sehen und auch die Ansichtskarten waren eher mau. Irgendwie kam ich nicht darüber hinweg. Du bist in der schönsten Gegend Kanadas und die bieten Karten an, die aus den 70ern zu sein scheinen. Ohne mich also selber loben zu wollen, aber meine Fotos sind schöner.
Weiter zur Hotelsuche. Auf der Karte war der Ort als Kleinstadt eingezeichnet, aber alles, was wir vorfanden, waren 1 Mio Touristen, 1 Visitorcenter, 1 Parkplatz und 5 Lodges, deren Zimmerpreise jenseits unserer Vorstellungen lagen. Frust machte sich breit. Wo sollen wir die Nacht schlafen? Wieder im Zelt? Den 5. Tag in Folge mit kaltem Wasser und ohne Aussicht auf ne heiße Dusche?
Wir beratschlagten uns und fuhren dann zurück in den Yoho-NP auf ner Suche nach einem CG oder, wenn es hart auf hart kam, zum Lodgezimmer, daß uns 160$ kosten würde.
„Leider“ kam es anders. Wir entdeckten auf halber Strecke nach Field eine Lodge, die die Zimmer für 99$ + Tax anboten, hielten und checkten für eine Nacht ein. Von außen machte die West Louise Lodge einen schon etwas betagten Eindruck, was sich im inneren auch bestätigte. Egal, uns ging es nur um eine Nacht in einem warmen Bett und um die Dusche.

Bevor es soweit war, mußten wir aber noch irgendwie unser Zelt trocken bekommen, denn es war in der letzten Nacht doch ziemlich nass gewesen. Kurzerhand legten wir es auf dem Parkplatz aus und ließen die Sonne mal machen. Der Tag war noch jung und wir hatten uns für heute noch viel vorgenommen.

Naja, drei Dinge, um es genau zu sagen: Auf dem Plan stand der Spiraltunnel, der Emerald Lake und die Takakkaw Falls.

 

Bei den Spiraltunnel handelt es sich um eine Meisterleistung früherer Ingenieurskunst. Da die Züge hier eine große Höhe überwinden müssen, entschloss man sich Ende des 19.Jahrhunderts zu dieser waghalsigen Aktion. Und bis heute sind sie in Betrieb. Nur das sie jetzt von Tausenden Touris pro Jahr bestaunt werden. Also weniger die Tunnel, als den Zug, der da durchfährt. Denn kanadische Züge haben die Angewohnheit, sehr lang zu sein. Während die Lok schon wieder hinausfährt, sind die letzten Waggon immernoch am hineinfahren. Man sieht sozusagen einen Zug auf "2 verschiedenen Gleisen".

   

   

Nächster Punkt war der Emerald Lake. Auch hier das gleiche Bild wie überall: Bevölkerungsverteilung 90% Japaner, 9% Amerikaner und 1% Deutsche. Egal, der See ist schön. Schön türkis. Schön ruhig und die Souvenirs sind der gleiche Kitsch wie überall. Ach ja: die Ansichtskarten konnte man auch hier vergessen.

     

   

Was soll man zu diesem See noch schreiben? Das das Bötchen fahren 50$ die Stunde gekostet hat? Das einem nichts weiter geboten wurde, als blaue Farbe, ein Teehouse mit überhöhten Preisen und einem Souveniershop, der die größe eines kleinen Badezimmers hatte?

Nicht, daß es hier nicht schön war...aber, so langsam gingen mir die Busse mit den japanischen Hütchenträgern auf den Geist.

    

   

Nach den obligatorischen 100 Fotos ging es nun zum Takakkaw Fall. Irgendwie kamen wir uns vor, wie Touristen. Wir hatten einen Plan, einen Termin und der mußte eingehalten werden. Auf der Liste standen Dinge, die wir sehen wollten und diese fuhren wir nach und nach ab. Da konnten wir auch gleich ne Busrundreise buchen.

    

     

(Nachtrag: 30.9. im Nachhinein war es nichts anderes. Nur eben mit dem Auto. Nichts gegen 6000km, aber wenn man von Eindrücken erschlagen wird, braucht man Urlaub vom Urlaub. 8 Nationalparks sind eindeutig zu viel.)

     

     

Leider waren wir aber heute zu nichts anderem mehr zu gebrauchen, als mit dem Auto durch die Gegend zu fahren und die wichtigsten Punkte abzuklappern.
Aber schön war er auf alle Fälle…der Fall. Und riesig. Und laut. Und überlaufen. Und warum war er das? Weil dorthin eine Straße gebaut wurde und bekanntlich schaut man sich das zuerst an, was am bequemsten zu erreichen ist. Wäre da nen 10km-Wanderweg angelegt worden, wäre der Fall in keinem Reiseführer erwähnt worden.

     

   

Und man wäre unter sich. So, die Sehenswürdigkeiten waren abgehakt, kommen wir nun zurück zum Thema Hotel:
Zu der Lodge gehörte auch ein Restaurant und die Menuekarte lag bereits im Zimmer. Bevor wir also unter die Dusche sprangen, wollten wir erst einmal unseren Hunger stillen. Viel gab es nicht, aber nen Steaksandwich hörte sich für den Anfang schonmal gut an.
Im Restaurant sagte man uns dann aber, daß es mom nur die hauseigene Suppe und nen Burger gäbe. Daraufhin erfolgte eine Schulze-untypische Reaktion: Ich drehte mich auf dem Absatz um, verfluchte alle und machte mich auf den Weg ins Zimmer. Saftladen. Ich hatte hunger und sollte mich mit ner dünnen Suppe zufrieden geben? Die spinnen ja wohl!!!
Probieren wir es dann eben abend noch einmal.
Erstmal: duschen.
Unser Zimmer ging „hinten raus“. Das bedeutete für uns: keine Aussicht, stattdessen ein Container, in dem irgendein Aggregat lief. Wenn das die ganze Nacht diesen Krach machte, dann „Gute Nacht“.
Gegen halb 6 gaben wir dem Restaurant noch eine Chance. Und tatsächlich, wir wurden nicht abgewiesen. Wir platzierten uns selbst und harrten der Dinge, die da kommen mögen.
Sie kamen anhand einer etwas zu schnell sprechenden Kanadierin, die uns wahrscheinlich das Gericht des Tages empfehlen wollte aber das war uns egal, wir hatten bereits auf dem Zimmer gewählt. Ich ließ sie also reden.
Hühnchen bestellte eine Pizza Peperoni mit Champignons und ich nahm die Spaghettipfanne mit Käse überbacken.

                             

Und eins mußte man denen lassen: es war leeeecker.
Die Spaghetti waren zugleich auch die letzte Amtshandlung des Tages, denn danach krochen wir völlig satt und zufrieden in unsere Betten. Das Zimmer hatte 2 verschiedene Größen anzubieten und Hühnchen hat sich natürlich das größere der beiden Betten gekrallt. Und ich? Ich mußte die ganze Nacht aufpassen, daß ich nicht aus dem Bett falle…

                                

Ach ja: das Aggregat wurde gg.22 Uhr abgeschalten. Ich glaube, Hühnchen wäre denen sonst auf`s Dach gestiegen



  
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