Freitag, 14.September


Ich sags mal so: die Nacht war ok. Nicht berauschend, aber der Übernachtung in einem Zelt durchaus vorzuziehen, denn es hatte gefroren.
Im Zimmerpreis war ein Frühstück enthalten, denn bei der Lodge handelte es sich um ein B&B. Wir haben uns gesagt: die schädigen wir. Wir hauen uns so richtig die Mägen voll. Und trinken, wie schon die letzten 4 Tage, heiße Schokolade.
Nachdem wir alles im Auto verstaut hatten, gingen wir zum Restaurant.
Und was wir da sahen, verschlug uns die Sprache.
Es gab Kaffee, Toast zum selber toasten, Honig und Erdnußbutter.
Nicht, daß ich jetzt schreibfaul bin, es gab wirklich nur diese 4 Dinge. In mir kochte es. 3 Maschinen für die exotischsten und leckersten Getränke und alle waren „Out of Order“. Mein Teller sah aus, als hätte ich das Gefängnisbuffet eines kolumbianischen Knastes gestürmt.

    

Sorry, aber von Kanada hatte ich mir mehr versprochen. Die Landschaft war sensationell, alles andere war aber eher dürftig. Man mußte hier wirklich genügsam sein.
Nachdem wir das labberige Toast hinunter gewürgt hatten und die Autoscheiben mit einer Packung Pringles vom Eis befreit waren, fuhren wir in den Banff Nationalpark.

   

Unser CG für die nächsten 2 Nächte lag etwas außerhalb am Icefield Parkway und hörte auf den spannenden Namen: Mosquito Creek CG.
Er war klein und lag wunderbar an einem Flußlauf nahe des Highways, was aber nicht störte. WAS allerdings negativ war, die einzigste sanitäre Einrichtung war ein … Plumpsklo. Wenn man sich waschen oder duschen wollte, mußte man schon in den Fluß springen.
Nachdem das Zelt aufgebaut und die Campinggebühr von 14$ und 8$ Firepermit bezahlt waren, nahmen wir den kleinen „beschaulichen“  Ort Lake Louise in Angriff. Wir reihten uns in die Schlange der Japaner ein und fuhren zum Lake Louise und zum Chateau. Jep, hier ließ es sich leben.

    

Mit dem nötigen Kleingeld natürlich. Es wirkte zwar alles ein wenig kitschig, aber fürs Foto taugte es allemal. Die Seen sind hier in den Rockys wirklich einmalig. Man könnte da stundenlang Zeit verbringen, wenn… wenn nicht die ganzen Menschen wären. Einmal Kanu fahren kostete hier übrigens 50$.

    

Es gab einen Weg, der zu einer Aussichtsplattform führte, der auch „nur“ 1,6km
lang sein sollte. Vielleicht war er es auch, aber bei einer Steigung von 10% glaubt man schon nach 100m, man müßte doch langsam am Ziel sein. Ich hab nach 200m mal wieder Hühnchen verflucht, daß sie mich zu so einer Wahnsinnstat überredet hat. Jeden Tag nehme ich mir vor, nicht mehr als 1km am Stück zu laufen und dann kommt sie und schwups… vorbei isses mit den guten Vorsätzen.
Nach gefühlten 150km Dauerlauf kamen wir endlich oben an. Der Blick war einmalig, entschädigte aber nicht für den Folterweg, zumal auch dort ständig Leute vor der Linse rumliefen und uns die Sicht versperrten.

  

 

Nächstes Etappenziel war der berühmte Moraine Lake, der ebenfalls gut mit dem Auto zu erreichen ist und man daher auch hier mit einer Japanerplage zu rechnen hat.
Tatsächlich ergatterten wir den letzten Parkplatz und bahnten uns einen Weg durch die Menschenmengen um auch ein Stück des Sees zu sehen.

     

Nach 10 Fotos entdeckte ich das Preisschild für die Kanufahrten. 35$/h stand drauf. Das sind umgerechnet 24€, macht also pro Nase 12€. Dafür kann man sich das Kanu nicht selber schnitzen und so überredete ich Hühnchen, sich in das Abenteuer zu stürzen. Eine Stunde Kanu fahren und als Kulisse dienen. Wer kann das schon von sich behaupten?
Hühnchen saß noch nie in einem Kahn bzw. Kanu. (Sie sitzt grad neben mir, deswegen muß ich vorsichtig sein, mit dem was ich schreibe………………………………………………………)

      

Nach anfänglichen Ruder-und Gleichgewichtsproblemen, haben wir es dann doch hinbekommen und sind zum Ende des Sees gekanut oder wie immer das heißt. Viel zu schnell war die Stunde vorbei. Wir hätten gern noch die ein oder andere Runde gedreht, bzw ich, denn Hühnchen tat sich irgendwie schwer, zu kanuten und gleichzeitig die Richtung zu halten.

Der Tag war noch jung und so beschlossen wir, einfach mal schnell nach Banff zu fahren, was eigentlich für den Urlaub gar nicht vorgesehen war. Aber vielleicht konnte man es mit nem netten Stadtbummel und einem Steakessen verbinden.
Wir fuhren den Transkanada Highway entlang der in eine wunderschöne Bergkulisse gebaut wurde. Leider durfte man nirgends anhalten, um Fotos zu machen.
Ich weiß schon, warum ich nicht nach Banff wollte. In der Stadt wurde jede Straße aufgerissen, die von Touristen oder anderem Fußvolk frequentiert wurde. Es reichte gerade mal für 3 Fotos. Unser Weg führte uns an jeder Menge Läden vorbei, die anscheinend nur wegen der Touristen eröffnet wurden. In einem dieser Läden hingen Fotos von Seen der Region. Unter anderem auch vom Moraine Lake. Und als ich DAS Foto sah, fiel es mir wie Schuppen von die (ich weiß, „die“ ist falsch) Augen: Ich war am See, und hab vergessen DAS Foto überhaupt zu schießen. Wie konnte mir das passieren? Seit Monaten freute ich mich drauf und dann das. Ich hab mich geärgert.  Also was blieb uns anderes übrig, als am nächsten Tag noch einmal zum See zu fahren. Lag ja praktisch am Weg. (Wieso ich es vergessen hab? Weil man für DAS Foto des Sees auf einen "Steinhaufen" klettern muß bzw. einen Weg, der dahinter langführt)

Danach beschlossen wir, noch etwas zu essen und das erste Steakhaus gehörte uns. Außerdem war es das Billigste und wie sich am Ende herausstellte, auch das Beste. Der Kellner war Zucker… (nein, ich lösche den Satz nicht!!!)

Hühnchen genehmigte sich ein Steak New York, richtig durchgebraten und ich hatte Spare Ribs mit Ofenkartoffel. Lecker.

 
    
      


Auf dem Rückweg zum CG fuhren wir diesmal die A1, die parallel zum Highway verläuft, allerdings mehr durch den Wald. Und natürlich hatten wir diesmal wieder die Sonne von der falschen Seite, sodas keine Fotos möglich waren. Es ging vorbei an Elchwiesen, auf denen keine Elche standen und an Seen, die viel zu weit weg waren, als das man mal eben aus dem Auto springen konnte, um ein Foto zu machen. Tja, so ist das. Wo wir waren, immer waren wir verkehrt.
 
    

Auf dem CG hatten wir noch Smalltalk mit einem Deutschen, der mir beim Campfire anzünden zusah (statt zu helfen), aber ich hab ihm bewiesen, daß auch Frauen Feuer machen können. Es brannte sogar beim ersten Mal. *Stolz auf mich bin* Schnell wurde es eiskalt und so haben wir uns, nachdem alle Fotos überspielt waren, ins Zelt verkrochen, wo eine eiskalte Nacht auf uns wartete.




Samstag, 15. September

 


Eiskalt. Es war ja sooooooooooooooo kalt. Beide hatten wir einen Schlafsack, der uns eigentlich bis -16° warm halten sollte, doch diese Nacht streikten sie. Wir wachten auf, als ob wir nicht eh schon die ganze Nacht wach wären, und hatten kalte Füße, kalte Nasen, kalte Hin…ääähm…naja, ihr wißt schon. Es war saumäßig kalt. Aber das half alles nichts, durch das Rumliegen wurde es auch nicht wärmer. Also hieß es in den sauren Apfel beißen und in die noch viel kälteren Sachen schlüpfen. Hab ich in meinem Leben schonmal so gefroren????
*grübel*
Ja, im Yellowstone 2004. Also kein Vergleich.
Der erste Weg heute ging ins Auto. Auto starten, losfahren, Heizung auf 4 und warten, bis das Zittern aufhörte. In Lake Louise überfielen wir die Essotankstelle, holten uns lecker heiße Schokolade und beschlagnahmten dann erstmal deren Washroom, um uns ein wenig die Nacht aus den Augen zu waschen. Wie gesagt, unser CG hatte nur den Fluß…
Tagesziele waren der Moraine Lake, wegen des vergessenen Fotos und der Johnston Canyon. Ansonsten wollten wir heute eher ne ruhige Kugel schieben. Und wie war das mit zur falschen Zeit am falschen Ort? Die Sonne stand noch hinter dem Berg, sodas der See im Dunkeln lag.

     

   

Nun waren wir aber mal hier und mußten das Beste aus der Situation machen. Aber zuerst mußten wir auf den „Steinhaufen“ kriechen. Daß es auch nen Weg da hoch gab, sahen wir erst, als wir oben waren.

Nach 30 Fotos war der Auftrag ausgeführt und wir stiegen hinunter. Und wie auf Gongschlag kamen die ersten Busse mit unseren ostasiatischen Freunden… *hust*

   

 

Nach 20km waren wir auch schon am Ziel Nr.2, dem Johnston Canyon, bei dem das eigentlich interessante aber die vielen Wasserfälle sind. Laut Wegweiser sollten es 1,2km bis zum Lower Fall und 1,9km bis zum Upper Fall sein.


Jaaa, ich weiß, wir wollten nicht mehr als 1km, aber… watt mutt, datt mutt. Wenn es denn wenigstens nur 2km wären, aber ich glaub, mit den km-angaben nehmen es die Kanadier nicht so genau. Wir haben mit knipsen 70 Minuten gebraucht, um zum Upperfall zu gelangen. Keiner kann mir erzählen, daß ich trotz Fotostopps über 1 Stunde für knapp 2km brauche, selbst wenn es berghoch geht.

   

    

Als ich die Reise vorbereitet hatte, hab ich mir überlegt, welche Zeit denn die Beste ist. Ich war der Meinung, Mitte September ist schon Nachsaison und die Touristen sitzen längst zuhause und kleben Fotos ein. Ich hatte mich wiedermal geirrt. Um das perfekte Foto zu machen, mußte man sich auch hier hinten anstellen. Aber was solls. Ist halt so.

    

Wiedermal hat mich die Müdigkeit eingeholt und so sind wir auf direktem Wege zum Zelt gefahren, in das ich mich für ne Stunde hingelegt hab, während Hühnchen Essen gekocht hat.

Sie sagte, sie läßt mich für ne Stunde ausruhen aber ich könnt wetten, sie hat mich schon nach 5 min wieder geweckt…

Nachdem es wiedermal Nudeln gab, sind wir noch zum Bowlake gefahren, um den Tag mit einem schönen Anblick ausklingen zu lassen. (Ich meine, ich hätte auch in den Spiegel gucken können, aber…)  Ok, Scherz.)
Und was soll ich sagen? Die Sonne stand wie immer an der falschen Stelle. Wir können machen, was wir wollen, wir haben immer Gegenlicht. Wenn es stattdessen geregnet hätte, hätten wir uns auch beschwert, also bin ich mal lieber still.

       

    

 

Sonntag, den 16.September
 

 


Es war kalt. Es war sogar sehr kalt, um nicht zu sagen: Eiskalt. Es war so kalt, daß wir es nur mit Müh und Not geschafft haben, das Zelt abzubauen, bevor unsere Finger wegen zu Eis erstarrt abfielen. Wir waren so froh, als alles irgendwie im Auto verstaut war und wir fahren konnten.    

Die letzten 2 Tage waren wir immer an der Esso Tankstelle in Lake Louise und haben einen riesigen Becher mit heißer Schokolade geholt. Leider fuhfren wir heute in die andere Richtung, sodaß das leider ausfiel und wir auf die Heizung im Auto angewiesen waren.
Ziel des heutigen Tages waren die 220km Icefield Parkway bis nach Jasper auf den Whistlers Campground.
Langsam tauten wir auf. Wir beschlossen aber, auf einem Parkplatz noch schnell nen Kaffee zu kochen und paar Sandwiches zu machen. Erste Station der Fahrt sollte eigentlich der Bowlake sein, den wir gestern abend schon gesehen hatten, doch leider stand die Sonne noch so tief, daß der See fast schwarz war. Von der wunderschönen blauen Farbe von gestern abend war nichts zu sehen. Auch die Berge ringsum waren erst zur Hälfte angestrahlt. Hätten wir das gewußt, wären wir später losgefahren. Leider war es nicht mehr zu ändern. Vielleicht war es aber auch gut so, denn wer weiß, was uns auf dieser schönen Strecke noch alles erwartete…
Wir ließen den See also mehr oder weniger links liegen und fuhren weiter zum Peyto Lake auf dem Bow Summit (dem höchstgelegenen Stück des Icefield Parkway), der auf keiner Westkanadareise fehlen darf.

Auf dem Parkplatz waren wir einer der ersten. Unsere japanischen Freunde schienen noch zu schlafen. Wir haben also unsere Kameras geschnappt und sind wiedermal einen Anstieg hochgewandert, der zum See führte.

Wir wollten doch gar nicht mehr so steile Wege nehmen…

      

Leider bleib uns hier keine andere Wahl. Naja, wenigstens warm wurde uns dabei.

Oben angekommen, War die Aussichtsplattform fast leer. Der Grund war wahrscheinich der gleiche, wie beim Bowlake. Der See lag noch im Schatten, die Berge waren noch unklar und es war lausig kalt. So kalt, daß auf dem See eine dünne Eisschicht zu sehen war. Auch leuchtete er noch nicht so blau, wie man es von den Ansichtskarten her gewohnt war. Wir machten unsere obligatorischen Touristenknipser und gingen zurück zum Parkplatz. Wir waren noch gar nicht wieder ganz am Auto, als ein kleiner Reisebus vorgefahren kam. Doch hielt er nicht an, sondern fuhr weiter den Berg hoch in Richtung See.
Wir setzten uns also ins Auto und fuhren ihm hinterher. Daß am Straßenrand ein großes Schild stand, auf dem gesagt wurde, daß der obere Parkplatz nur für Busse und Behindertenfahrzeuge gedacht war, verriet ich H. nicht. Schließlich war es früh am Morgen und wen sollte ein einzelnes Auto schon stören. Außerdem sollte man soviel englisch verstehen. Nur überlaß sie geflissentlich alle Schilder, weil sie sich in der Beziehung immer auf mich verließ.
Sie parkte und wir wollten die Zeit, bis die Sonne den See richtig ausleuchtete, damit verbringen, Kaffee zu kochen und uns ein paar Schnittchen zu schmieren.
Also Kocher hervorgekramt, Messer und Brot gezückt und Feuer im Topf gemacht.
Ein zweiter Reisebus kam. Diesmal mit unseren japanischen Freunden. Wie hatten wir sie schon vermißt…
Als sie in Richtung See verschwunden waren, hörten wir auf einmal hinter uns eine Stimme, die da laut sagte:
„First: it’s a Parking Area only for busses and handicaps, second, it’s illegal, to make fire!” Das war der erste Satz. Bei den anderen 30 hab ich nur notdürftig zugehört, weil ich ja wußte, was er wollte. Irgendwas mit Auto gerade hinstellen, weil sie hier wenden müssen. Ich fragte mich, was es bei einem Fußballfeld großen Parkplatz für Probleme damit geben sollte.
Am Ende schrie er nur noch: „It’s illegal. It’s illegal!!“
Wir hatten den Kofferraum geöffnet, sodaß er unser Nummernschild nicht notieren konnte, denn so wie er drauf war, hatten wir ihm alles zugetraut.
Wir kochten indess unser Wasser weiter und aßen unsere Schnittchen. Was sollten wir auch machen? Den brennenden Kocher in den Kofferraum stellen und verschwinden?
Hühnchen sagte nur: „Der redet, als hätte er nie was Illegales in seinem Leben gemacht! Der soll sich mal nicht so anstellen“
Und schwups, kam Auto Nummer 2, daß sich sogar noch bekloppter hinstellte, als wir.
Irgendwann verschwand der Buss mit unseren Freunden und unser Frühstück war beendet. Die Sonne stand nun doch ein ganzes Stück höher am Himmel und so haben wir unsere Knipsen erneut geschnappt und sind diesmal bergab die 100m zum Ausguck geschlendert. Jaaa, diesmal lohnte sich das fotografieren. Es waren nun zwar mehr Leute da, die einem ständig im Bild rumlatschten, aber wenigstens strahlte der See nun richtig blau. Nach 10 Minuten war das Thema Peyto Lake abgehakt und es ging weiter Richtung Norden.

    

Ich hatte für die heutige Route nichts Genaues geplant. Da wo es schön war und da, wo man stehen bleiben durfte, hielten wir und machten das ein oder die 100 anderen Fotos und fuhren so immer Richtung Jasper weiter.

   

Wir waren seit 2 Wochen unterwegs und ob man es nun glaubt oder nicht, dieser Drang, alles sehen zu wollen, läßt spürbar nach. Man ist auf einer der schönsten Straßen Amerikas unterwegs und trotzdem fährt man so, als ist es was ganz alltägliches. Ok, man möchte trotzdem noch schöne Bilder machen, aber wenn man mal nen türkisfarbenen Fluß verpaßt, isses auch nicht schlimm, weil man weiß, da kommen noch dutzende andere.

     

     

Die Aufnahmefähigkeit für diese außergewöhnliche Szenerie hat stark abgenommen. Zu Beginn einer Reise macht man ständig ah und oh, will alles sehen, kann nicht genug bekommen, doch jetzt? Jetzt würde mir ein Tag, an dem ich mal nichts sehe und an dem ich mal nirgends hinfahren muß, gar nichts ausmachen. Einfach mal nen Tag im Campground sitzen und den Leuten beim Zeltauf- oder Abbau zuschauen… Alles verarbeiten. Ja, das ist es, was wir jetzt eigentlich bräuchten. Stattdessen jagten wir hier einem Ziel nach dem anderen nach.
Auf der Hälfte der Strecke erreichten wir das von Touristen überlaufene Columbia Icefield.
Was muß man darüber wissen?

     

Es ist der einzigste für den Normalverbraucher erreichbare Gletscher, der sich aber im Laufe der Zeit schon um einige hundert Meter zurückgezogen hat. (Mittlerweille dürften es 2km sein, denn zu Beginn des 20.Jahrhunderts ging der Gletscher an der Straße los.)Vom Parkway bis zum Gletscher führen erst eine Stichstraße und dann ein Weg, an dem in bestimmten Abständen Markierungen angebracht sind, in welchem Jahr der Gletscher wo endete. Am Icefield Parkway endete er 1890. Bis zum Gletscher ist es jetzt gut 1,5km. Pi mal Daumen. Noch 1992 brauchte man nur 100m weniger weit zu laufen, um ihn zu erreichen.
Man hat 3 Möglichkeiten, dahin zu gelangen: Entweder laufen, mit dem Auto bis zum Parkplatz 200m vor dem Gletscher und den Rest zu Fuß gehen oder für 40$ diese hohen Ungetüme von Busse nehmen, die direkt auf den Gletscher fahren. Wir haben uns für Variante 2 entschieden und gemerkt, daß sich alles im Leben nur um Geld dreht. Willste was sehen, mußte zahlen. Umsonst ist der Tod und nichtmal der.
Geht man zu Fuß, darf man auch auf den Gletscher. Aber nur 20m. In einem abgesteckten Bereich.
Wenn man nicht wüßte, daß es ein Gletscher ist, könnte man meinen, man trampelt auf einem alten Eis und Schneehaufen rum. Wie interessant.
Ok, am Ende dient alles der Sicherheit wegen der Gletscherspalten, aber sehen will ich dann doch etwas mehr. Schließlich sind Gletscher für ihre blaue Farbe bekannt.
Also bricht man mal wieder Gesetze und geht unbekannte Wege…

     

     

Auf dem oberen Foto sieht man die weißen Zacken, welches die Abgrenzungen sind. Nur dort dürfte man sich frei bewegen...
Bisschen weiter links war ein riesiges Loch, das in allen blauen Farben schimmerte. Wer da reinrutscht, ist zwar hin, aber was tut man nicht alles, für ein Foto.
Irgendwann wurds aber langweilig und so haben wir den Rückweg angetreten.
Im Visitorcenter des Gletschers ging es übrigens zu, wie zum Sommerschlußverkauf in einem großen Einkaufszentrum. Menschen über Menschen, aber Schnäppchen sucht man vergebens.
Und wo ich schonmal dabei bin: Auch hier gab es keine Ansichtskarten, die jüngeren Datums waren. Schade.
Wir verließen den Ort, der bald nicht mehr so sein wird, wie wir ihn gesehen hatten und fuhren die restlichen 105 km praktisch in einem Rutsch durch. Einen längeren Stop machten wir nur noch beim Athabasca Fall.

    

    

Berauschend. Im wahrsten Sinne, des Wortes.
Wie aus einem fast ruhig dahinfließenden türkisfarbenen Fluß ein lauter Wasserfall wird, kann man hier wunderbar sehen und hören. Nach 50m freiem Fall über großes Felsgestein, beginnt wieder eine etwas ruhigere Reise des Wassers. Es beginnt in einem glasklaren und wunderschönen blauen See.

  

  
 
Nicht weit von dem Fall lag auch schon linker Hand der Whistlers Campground, auf dem wir für viel Geld einen wunderschönen Platz bekommen hatten. Zwar darf man sich den Platz nicht selber aussuchen, aber das tut dem ganzen keinen Abbruch.
Langsam hatten wir Erfahrung in Sachen Zelt aufbauen und es ging eins, zwei fix.
Da es noch zeitig am nachmittag war, beschlossen wir, uns noch etwas die Stadt anzusehen und vielleicht haben wir auch irgendwo die Möglichkeit, unsere Emails abzuschicken, die sich schon beträchtlich stauten. Außerdem mußten wir noch unsere Vorräte auffüllen. Ein Supermarkt war also gar nicht mal so schlecht.
Jasper ist nur 4km vom Campground entfernt und auch ein Parkplatz war schnell gefunden. Bisher mußten wir übrigens in ganz Kanada nicht einen Cent Parkplatzgebühren zahlen. Alles kostenfrei. Wenigstens etwas Positives.
Unser erster Gang führte uns wie immer zur Information. Da es kein direktes Visitorcenter war, konnte man nur wieder Abreißstraßenkarten bekommen und/oder Fragen stellen. Unsere lautete: wo es hier einen Supermarkt gibt.
Da er gleich um die Ecke lag, gingen wir wieder zum Auto zurück und fuhren einkaufen.  

  

Der Parkplatz des Supermarktes war so winzig, daß wir uns nach einer anderen Parkmöglichkeit umschauen mußten. Südlich des Hospitals fanden wir einen Platz fürs Auto und, da wir schonmal da waren: wir hatten das einzigste freie Netz in ganz Jasper gefunden. Und diesmal wars nen Volltreffer, nicht wie sonst, daß man trotz eingeloggt sein, ein Paßwort braucht.
Den Einkauf verschoben wir daher gleich mal um eine Stunde, weil es jetzt daran ging, alle mails zu versenden und neue zu holen. Bei 1 Mbit pro Sekunde, kann das ganz schön lange dauern. Aber wir wollen uns ja nicht beklagen…
Nachdem alles erledigt war und die Einkäufe sicher im Kofferraum verstaut waren, blieb für heute nur noch eins zu tun:
Essen.

 

Wir hatten wiedermal Steaks und Würstchen gekauft, die gegrillt werden sollten. Nach dem täglichen Nudeleinerlei tat es mal wieder gut, etwas Fleisch zwischen die Zähne zu bekommen. Und was soll ich sagen?

Es war ein Festessen. Selbstgegrillt schmeckts eben doch am besten.


     
Bevor es dunkel wurde, haben wir noch eine Runde über den Campground gedreht, denn vielleicht sahen wir die Elks, für die der Campground berühmt war.
Und tatsächlich, nur ca. 300m von unserem Zelt entfernt, graste ein riesiger Hirsch.
Schade nur, daß es schon zu dunkel war, um Fotos zu machen. Hühnchen wollte es zwar trotzdem probieren, denn sie war schon wieder aus dem Auto gesprungen, als hat sie noch nie so ein Tier gesehen.
Ich hab sie dann aber doch noch auf morgen vertrösten können und so kehrten wir zufrieden zum Zelt zurück.





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