Donnerstag, 20.September

 


Heute begann nun definitiv der letzte Teil unserer Reise. Alles, was uns blieb, war Vancouver. Da ich allerdings Städten aus dem Weg gehe, außer es ist Bautzen oder Las Vegas, habe ich schon vor dem Urlaub gesagt, daß sich Hühnchen um diesen Abschnitt kümmern muß. Sie entscheidet, was wir uns ansehen.
Nachdem ich sie dann heute Morgen noch einmal daran erinnert hab, daß sie jetzt für die Planung zuständig ist, sagte sie nur: „IIIIIIIICH? Ich weiß doch nicht, was es hier zu sehen gibt!“
Na Klasse.
Mir großartig vor dem Urlaub Mails schicken, was sie alles sehen will und dann sowas. Ich sach ja: Wenn man nicht alles selber macht…
Vorher ging es aber ins BW, was wir für die letzten 2 Nächte bereits vorgebucht hatten. Da wir aber etwas zeitig waren, war unser Zimmer noch nicht bezugsfertig und so beschlossen wir, noch ein letztes Mal amerikanisch zu frühstücken.
Surrey, der Stadtteil in dem das BW stand, ist dicht besiedelt, wobei es sich hier wahrscheinlich um little India handelt, denn man sieht nur Turban(s). Und wo viele Menschen leben, gibt’s auch, und grad in Kanada, viel zuessen. Dachten wir.
Ich bin ein Gegner von Mc Blöd und Konsorten. Wenn ich schon amerikanisch frühstücken will, dann auch stilecht. Burger kann ich auch in Dt. essen. Wenn ich es denn jemals vorhab.
Nach 1 Stunde Irrfahrt den King George Hwy hoch und runter, fanden wir dann die passende Lokalität 100m vom BW entfernt. Aber so ist es ja immer, man schlägt grundsätzlich die falsche Richtung ein, wenn man was sucht.

 

 
Hühnchen bestellte Mexikanisches Omelett und ich irgendein Special Potato-Ei-Käsesaucen-Tomaten-Zwiebel-Mischmasch, der aber äußerst lecker und nahrhaft war. Noch bevor wir den 4. Refill bekamen, verließen wir dieses Etablissiment und kehrten zum BW zurück, wo wir nun unser Zimmer im Erdgeschoss beziehen durften.
Nachdem wiedermal das ganze Auto ausgeräumt und das Zimmer vollstapelt war, machten wir uns endlich auf, uns die Stadt anzusehen.
So richtig wußten wir zwar nicht wohin, aber so Richtung Downtown war schonmal nicht schlecht.
Wer nach Kanada fliegt und dann noch in eine Küstenregion, denkt als erstes: Wale watch.
Das dachten wir auch. Allerdings nur vor dem Urlaub. Irgendwie fehlten uns dazu aber jetzt die Lust, sowie das nötige Kleingeld, wobei ersteres überwiegte. Da es bereits Ende September war, fuhren die Boote nur noch einmal am Tag raus und das war morgens 11 Uhr. 11 Uhr am Wasser zu sein, bedeutete für uns aber, daß wir schon 1 Stunde vorher losfahren mußten, besser 2, was wiederum notwendig machte, schon 8 Uhr aufzustehen. Da wir aber nach den 3 Wochen irgendwie fix und fertig waren, ließen wir die Wale mal besser Wale sein und widmeten uns anderen Dingen, von denen wir aber bisher noch nicht wußten, welche das sein sollten.
Hauptproblem war jetzt erstmal die Parkplatzsuche in Downtown und wie gesagt: ich hasse Städte.
Laut Stadtplan gab es auf der Seymour St. ein Parkhaus am anderen. Und genau da fuhren wir hin und parkten dort für 10$ pro Tag. (Zahlen kann man übrigens auch mit der Kreditkarte, da am Ausgang eh der Pförtner wartet).
Das Auto war nun gut aufgehoben und wir beschlossen einfach der Nase nachzugehen, denn wie gesagt: ich hatte mich auf V. nicht vorbereitet, wußte also nicht, was es hier zu sehen gibt. Außer ne Dampfuhr und die Totempfähle im Stanley Park.
Erster Stop war der Harbour Centre Tower, dessen Besichtigung uns allerdings pro Person 13$ gekostet hätte und wir es beim Erdgeschoss beließen.
Ja, ich weiß: keine Wale, keine Aussichtsplattform. Das wird bestimmt Langweilig, aber was soll ich sagen?
In erster Linie isses Geldschneiderei und zweitens hat mir Downtown beim Hineinfahren schon nicht sonderlich gefallen. Wieso sich dann alles noch einmal von oben ansehen?
Nachdem ich noch einmal 3 Ansichtskarten ergattert hatte, ging es weiter Richtung Gastown, wo man automatisch hinkommt, wenn man sich in der östlichen Stadt befindet und Richtung Hafen will.

    

Schnuckelig. Ein bisschen England, ein bisschen San Francisco und ein bisschen Rushhour von NY, wobei ich mir bei letzterem nicht sicher bin, denn da war ich noch nie. Es war jedenfalls mit Menschen vollgestopft, die sich alle diese Uhr anschaun wollten, aus der es permanent dampft.
Es war halb 3 und diese Uhr gab 4 Töne von sich. Alle Japaner jubelten, knipsten und lachten wie wild und ehe ich es begriff, war das Spektakel auch schon vorbei.
Ich sach ja: Touristen…
Nächster Stop war das berühmte Canada Place, welches die Anlegestelle für die Kreuzfahrtschiffe ist. Ein bisschen sieht es ja aus, wie das Opernhaus von Sidney…nur eben langgezogen. Das es eine Anlegestelle ist, weiß man entweder oder man sieht es daran, daß da eben Schiffe angedockt sind.

     

Was mich anging: es traf keines von beiden zu. Für mich sah es lediglich nach ner Aussichtsplattform aus, die bis auf’s Meer hinaus ragt. Wirklich Gedanken hab ich mir nicht darüber gemacht, denn die Aussicht war ok, im Hintergrund dudelte Musik und ständig landete in kurzer Entfernung ein Wasserflugzeug, sodaß ich abgelenkt war.
Das wär was für mich: Einmal mit so einem Teil mitfliegen und irgendwo in der hintersten Ecke Kanadas landen. Drei, Vier Fotos von Lachse fangenden Bären schießen und wieder zurück.

    

Apropo Lachse: Nicht einen haben wir gesehen. Weder springend noch sonstwie vor sich hinschwimmend. Wahrscheinlich waren wir auch nur in der falschen Gegend. Ich muß also doch noch einmal hierher zurückkommen.

    

Unser Weg führte uns dann weiter Richtung Stanleypark, vorbei an Böötchen, Booten, Yachten und Superyachten. Wie lange muß man als Verkäuferin arbeiten, um sich sowas leisten zu können? Genügen 500 Jahre?

     

Beim Anblick dieser „Nobelschiffchen“ kommen einem zwangsläufig diese Gedanken, was wäre wenn… Aber würde ich mir dann trotzdem sowas anschaffen?
Weiter ging es an einem Clubhouse und an Deadman’s Island (auf diesem kleinen Eiland befinden sich indianische Gräber) vorbei und plötzlich sah die Stadt gar nicht mehr so langweilig städtisch aus. Wir standen direkt unter der Einflugschneise der landenden Wasserflugzeuge und die Sonne zeigte sich jetzt auch das erste Mal an diesem Tag. Was wollten wir also mehr?

    

Ich würd sagen: ein Fortbewegungsmittel, denn langsam taten mir die Füße weh. Ich konnte noch nie gut auf Pflaster…
Trotzdem setzten wir unseren Fußmarsch fort, nur unterbrochen von ständigen Foto- und Filmstops, denn schließlich wollte ja alles für die Nachwelt konserviert werden. Ich meine, ein Entenpäärchen ist schon was Sensationelles. Sowas gibt’s in Deutschland bestimmt nicht… *hust*
Irgendwann kamen wir an das Ende dieser kleinen Halbinsel und damit zu der Stelle, an der jeder Tourist Halt macht: die Totempfähle der first Nations. Jede Stammesfamilie oder Clan hat seinen eigenen Pfahl, seine eigenen Muster und Farben. Leider hab ich nie wirklich verstanden, wofür sowas gut ist. Wahrscheinlich gleichzusetzen mit einem Siegel oder Wappen. Nachdem auch die letzten sturen Touris aus dem Bildausschnitt vertrieben waren und ich diese bunten Denkmäler von allen Seiten geknipst hatte, traten wir endlich den Rückweg an.

     
 
Leider ging es alles nicht so schnell, wie ich es wollte, denn die Sonne stand jetzt so verdammt ungünstig, daß ich noch einmal 100 Fotos machen mußte, um dieses wahnsinnig schöne Licht einzufangen.
Bisher kannte ich es nur aus der Provence, dieses dunkle Gelb, daß dem ganzen eine wunderbare Stimmung verlieh. Plötzlich hatten wir es überhaupt nicht mehr eilig.

     

   

Erst, als wir zurück auf die Hauptstraße kamen, legten wir einen Zahn zu, schließlich mußten wir noch aus der Stadt raus und 30km fahren und in einer fremden Umgebung im Dunkeln macht es nicht wirklich Spaß. Auf dem ganzen Weg zur Tiefgarage haben wir natürlich fleißig weiter geknipst und gefilmt, auch wenn wir wußten: das gibt nichts. Aber es war lustig und der abend zu schön. Nachdem wir die 10$ beim Garagenpförtner bezahlt hatten, ging es schnurstracks auf die 99 South, die am Flughafen vorbei wieder auf die 91 führt.
Eigentlich ein Kinderspiel, schließlich waren wir ab dem Flughafen die Strecke schon einmal gefahren. Ist ja alles ausgeschildert. Nur leider…ja, leider waren wir uns der Streckenführung zwischen Dowtown und der Abzweigung zur 91 nicht so sicher, wie es die Karte vorgab, denn plötzlich standen wir am Hauptterminal des International Airport in Vancouver und da wollten wir auf alle Fälle NICHT hin. Jedenfalls heute noch nicht, aber wo wir schon mal dabei waren, haben wir auch gleich gemerkt, daß alles wunderbar beschildert war und wir bei der Mietwagenrückgabe keine Probleme haben werden.

  
  

Das wir am Airport landeten, war zwar blöd aber nicht weiter tragisch, denn die Zufahrt ist ne Schleife, die ähnlich der Zufahrt zum Köln Airport gebaut wurde. Man fährt rechts rein und kommt links wieder auf der gleichen Straße raus. Also hier wieder auf der 99. Laut Karte. Eigentlich kann ich Karten lesen und wenn ich sage, daß es ein und dieselbe Straße ist, dann ist es das meistens auch. Nur diesmal war der Wurm drin. Wir fuhren zwar wieder Richtung Osten, doch auf einer Parallelstraße, die überall hinführte, nur nicht auf die 99 South mit Abzweigung auf die 91. Und es war dunkel. In Richmond. Am Flughafen. Aber bald kamen Schilder. Und sie zeigten uns den Weg. Nach Vanouver. Downtown. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhrg. Ok, ruhig bleiben. Wieso Vancouver? Wieso Downtown? Da wollen wir doch gar nicht hin. Wir wollen in die andere Richtung. Nach Süden. Richtung Richmond, USA, Seattle oder Hongkong meinetwegen, aber doch nicht 99 North !! Egal, da mußten wir jetzt durch. Also den ganzen Schmus zurück nach Vancouver und ne Abfahrt suchen, die paßt. Ich frag mich nur, wie zum Henker wir da gefahren waren? Wir sind nirgends abgebogen, haben keine falsche Abfahrt genommen und waren trotzdem am Airport. Ich begreif das nicht. Nach einer weiteren Stunde Irrfahrt haben wir uns endlich gefunden, aber wir sollten noch weitere 24 Stunden warten, bis wir des Rätsels Lösung herausfanden.
 


Freitag, 21. September

 
Der Blick zum Himmel versprach nichts Gutes. Und wenn ich mir das nasse Auto so ansah, bestätigte sich meine Befürchtung: Regen Klasse. Wir wußten eh nichts mit unserer Zeit anzufangen und dann auch noch so ein Wetter. Was macht man in Vancouver und Umgebung, wenn es regnet? Schlafen? Postkarten schreiben? Zum x-ten Male das Auto aufräumen? Oder sah es nur schlimm aus und das Wetter wurde die nächsten Stunden besser? Laut Internetwetterbericht, war es ein bewölkter Tag mit Sonne und 40% Regen. Man könnte also Glück haben. Doch wie ich uns kannte, hatten wir schon alles die letzten 3 Wochen aufgebraucht. Aber den ganzen Tag im Zimmer rumsitzen?? Ok, erstmal frühstücken. Mal schaun, was dieses Motel da zu bieten hatte.

Es gab Tee, Kaffee, heiße Schokolade, Toast, jede Menge süßen Backkram, kaltes Rührei und warmen Honig. Nunja… besser als gar nichts oder das Frühstück im Yoho NP, wo man NUR Toast und Honig bekam. Und gegen heiße Schokolade ist nun wirklich nichts einzuwenden. Wir machten uns also nach dem Frühstück auf, uns das Meer anzuschaun. Momentan war es trocken, nur die Wolken hangen sehr tief.

Mal schaun, was das heute so gibt.
Erstmal fuhren wir Richtung Osten bis zum TCH1, dem wir dann bis zu seinem Ende folgen wollten und der dann nahtlos in den HW 99 überging. 99, wenn ich das schon wieder lese, dann frage ich mich, ob wie tatsächlich am Meer rauskommen, oder eher in der lybischen Wüste… Wir waren keine halbe Stunde unterwegs, bogen auf den TCH 1 ab, als es anfing zu regnen. Und was soll ich sagen? Es hörte erst nachmittag gg. 16 Uhr wieder auf. Jaaaa, so ein Wetter ist das Richtige für unsere Gemütsstimmung, die eh schon leicht angekratzt war, da es ja morgen nach hause geht. Es war aber nicht zu ändern und wir hofften immer noch, daß sich Clara zeigte. Und wenns nur 10 Minuten sind. Nach 2 Stunden langsamer Fahrt, weil auf der 99 gebaut wurde und der Scheibenwischer auf höchster Stufe lief, gaben wir allerdings die Hoffnung auf, heute je den blauen Himmel zu sehen.


     

Die ganze Fahrerei entpuppte sich als „Griff ins Klo“, denn wirklich viel gesehen haben wir nicht und das Meer konnte man dank „ausgezeichneter“ Sicht auch nur erahnen. Aber was solls. Wale gabs auch keine aber immerhin können wir von uns behaupten: WIR waren am Pazifik. *Ostseefoto rauskram*

     

Als wir nach 2 Fotos wieder ins Auto stiegen und überlegten, was wir denn noch so anstellen oder besser nicht anstellen sollten, wußten wir noch nicht, daß das dicke Ende des Tages noch kommen sollte. Es war Freitag. Freitagnachmittag 15 Uhr. Und wie wir da so saßen und überlegten, beschlossen wir, dem Tag noch eine Chance zu geben und Steak essen zu fahren. Bis wir in der Stadt sind, vergeht auch noch ne Zeit, wir dürften dann also gegen 17 Uhr am Tisch sitzen und es uns gut gehen lassen. Dachten wir. Ok, gesessen haben wir. Nur nicht am Tisch vor einem lecker Steak, sondern im Auto. Auf der 99. Im Stau. Ok, kann passieren, dachten wir, schließlich wird hier überall gebaut und es ist Rushhour an einem Freitagnachmittag. Im Gegensatz zum Stau, mach ich es hier kurz: er dauerte 38km und 3,5 Stunden lang. Unterbrochen nur von unserer kurzen Suche in Vancouver, südliche Vorstadt, nach einem Steakhouse, welche allerdings erfolglos abgebrochen wurde. Wieso sollte es auch ein Steakhouse da geben, wo wir danach suchen? Lächerlich. Wir reihten uns also wieder in den Stau ein und waren 18.30 Uhr zurück in Surrey. Auf dem King George Hw. Kurz vor unserem Motel. Auf dem Parkplatz eines Steakhouses. Tja, warum in die Ferne schweifen?

                            

Das Steakessen verlief wie die anderen: das nette Ambiente genießen und die schreienden Kinder an den Nachbartischen ignorieren. Das Essen war lecker und so endete der Tag doch noch so, daß man sagen konnte: Ok, Note 5 mit Sternchen. 

Als wir im Motel ankamen, fiel mir ein, daß ich mich ja noch um den Check in kümmern mußte. Schon gestern war ich an der Rezeption fragen, ob es möglich ist, deren Drucker zu benutzen und sie gaben mir für den öffentlichen Rechner 4 Karten mit je einem Zugangscode, die es mir ermöglichten, 4x5 min kostenlos zu surfen. Ein Drucker war ebenfalls angeschlossen und so stand dem Check in nichts mehr im Wege. Doch wieso soll an einem Tag wie diesem überhaupt etwas glatt laufen? Ein irrer Gedanke. Nachdem ich auf dem Zimmer eingecheckt hatte, schickte ich mir die pdf-Datei mit der Bordkarte an meine Emailadresse und holte sie am Motel-PC ab, um sie dann auszudrucken. Ich loggte mich dort ein, holte die Mail, öffnete den Anhang und… Die Zeit verging. Ja, so 200kb zu öffnen, da muß man sich in Amiland schon nen Tag Urlaub für nehmen. Nich wie in Deutschland, wo sowas eins zwei fix geht. Die ersten 5 Minuten verstrichen und der PC ging aus. Klasse, dachte ich. Oder hab ich vielleicht gar nicht den Anhang angeklickt sondern was anderes, was den PC zum Absturz brachte? Hm…ok, 3 Kärtchen hast du ja noch, also alles kein Problem, machste halt nen bisschen schneller. (Für alle, die fragen: man konnte nicht alle Kärtchen zusammen benutzen. Immer eine nach der anderen) Bei den nächsten beiden Kärtchen hat sich meine Einlogg und Mailabholzeit drastisch verkürzt. Aber an den 200kb hat er sich trotzdem jedesmal die Zähne ausgebissen. Bei der letzten Karte hat er es praktisch in der letzten Sekunde geschafft, mir das pdf anzuzeigen, damit ich es drucken kann. Und wofür das alles? Um genau DIE Plätze zu bekommen, die die Gesellschaft einem eh schon zugewiesen hat. Egal, ich hatte meine Bordkarten und mußte mich morgen nicht mit der Lady am Schalter rumärgern, die mir nur sagen würde: sorry, no Window free. Lieber ham als hätte.
 



Samstag, den 22. September


Die letzte Nacht in diesem Urlaub war rum und wir hatten noch 2 Stunden, dieses Zimmer mit den 80kg Gepäck zu verlassen. Natürlich waren wir später dran und Frühstück gab es offz. Auch keins mehr, aber was scherten uns die offz. Zeiten? Wir hatten dann das Vergnügen, den Frühstücksraum mit den indischen Hausangestellten zu teilen, die nach den Gästen Pause machten und so lernten wir nebenbei noch indisch. Eigentlich kann es jeder: laut schreien und dabei die Zunge schnell hin und herbewegen. DAS ist indisch. (Ich frag mich grad, was schlimmer ist: indisch oder türkisch… aua! Sorry, Hühnchen) Wir hatten jetzt noch 8 Stunden bis zum Start unsrer Maschine. Was stellt man in der Zeit an? Richtig. Man fährt zum Flughafen und sitzt dort seine Zeit ab, denn irgendwie sagte mir mein gefühl, wenn wir JETZT noch nen Ausflug machen, geraten wir nur wieder in einen Stau. Schließlich ist Wochenende.

   

   
 
Nach einer kleinen Rundfahrt, weil Hühnchen mal wieder Rechts mit links verwechselte, fuhren wir auf geradem Wege zum Flughafen. Wie wir schon am Donnerstag festgestellt hatten, war die Ausschilderung sehr gut. Die Einfahrt zu den Autovermietstationen glich zwar eher einer Baustelle, aber als wir bei Alamo ankamen, wußten wir wieder, wo wir waren. Der Mann von Alamo hat keine Mängel festgestellt und auch zum abgeschraubten Nummernschild nichts gesagt. Scheint wohl normal zu sein… Wir packten unsere 80kg und machten uns auf die Suche nach dem internationalen Terminal. Nach 300m über Parkplätze kamen wir endlich am Ziel und Ende unserer Reise an. Die Stunden bis zum Check In vergingen relativ schnell, die ich mit filmen und knipsen verbrachte.


  

19 Uhr hob der Flieger Richtung Amsterdam ab und bald darauf ging auch die Sonne unter, sodaß nicht einmal der Blick nach draußen Abwechslung versprach und man schläfrig wurde.

     

Nach dem Essen gab es „Oceans 13“ in englisch mit holländischen Untertiteln, was nicht sonderlich aufregend war. Ansonsten war es ein unspektakulärer Flug, bis auf die Nordlichter, die ich sah, während der Rest der Passagiere leise vor sich hinschlummerte. In Amsterdam hatten wir 1 Stunde zum Umsteigen und landeten dann pünktlich 15.20 Uhr in Köln, wo wir auch schon erwartet wurden. Tja, das war es also. Der Urlaub 2007, der so lange geplant wurde, ist zuende und der Verkehr auf deutschen Autobahnen hatte uns wieder. Was ein Chaos. Raserei. Gedrängel. Wilde Überholmanöver und die Geschwindigkeit der meisten Autos lag weit über dem Erlaubten. Mein Fazit: Ich will zurück nach Kanada…

   



  * * * ENDE * * *


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Fazit:

- (West-) Kanada ist anders als die USA. Man sieht weniger. Also nicht, daß die Gegend öde und langweilig wäre, nein, aber...es stehen eindeutig zu viele Bäume rum. Laut Karten gibt es Ansammlungen von Ortschaften, Seen, Parks, Flüssen, Wanderwegen und Bergen. Leider bekommt man davon nichts mit, weil wiedermal ein Wald die Sicht versperrt.

Um es mal einfach zu formulieren...

- kanadische Autos warnen dich bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Sei es, wenn man sich vergessen hat anzuschnallen, die Tür nicht zu ist, der Zündschlüssel steckt, das Licht an ist oder der falsche Gang drin ist. Eigentlich ist an dem ja nichts auszusetzen, aber einmal daran erinnern reicht. Es muß ja nicht permanent sein, denn dieses ewige Gebimmel macht einen mürbe.

Was aber noch schlimmer war:

Man wird, sobald man losgefahren ist, eingesperrt. Die Türen werden verriegelt. Jetzt weiß ich auch, weshalb es so viele Opfer bei Verkehrsunfällen gibt, die eigentlich gerettet werden könnten. Man kam nicht an sie ran, nur weil die Autohersteller meinen, es wäre sicherer so.

Schon alleine wegen dieses nervigen Zuriegelns würde ich, in diesem Falle Ford, verklagen.

- alles, was dort an Süßspeisen und Getränken mit Zucker angeboten wird, ist übersüßt. Bei unserer täglichen heißen Schokolade schwamm der Zucker wegen Übersättigung der Flüssigkeit auf dem Becherboden. Widerlich.

- Kanada (West) verläßt sich auf das Blau der Seen um Touristen anzulocken. Tut sonst aber nichts. Entweder, man ist genügsam oder man hat Pech.

-Sie haben Angst vor Rehen und Chip und Chap. Man muß, lt. Ranger, um sein Leben fürchten, sollte man sich den "wilden Kreaturen" auch nur um weniger als 50m nähern.

- Kanadier sind schlimmere Autofahrer, als deutsche.

Wenn sich 2 Spuren zu einer verjüngen, wird man in Dt. z.B. anstandslos hineingelassen. Nicht so hier.

"Du bist auf der falschen Spur? Tze...dein Pech. Hättest du dir früher überlegen sollen. ICH laß dich jedenfalls nicht rein!"

  

 

Wenn man diese 6 Dinge ignorieren kann, ist Kanada ein wirklich schönes Reiseland. Oder man fährt dahin, wo es WIRKLICH einsam ist. Und ich glaube, das werde ich als nächstes tun...

 


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