Samstag, 8. September




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6.00Uhr wurden wir geweckt.
Heute hieß es Abschied nehmen. Wie schnell doch 3 Tage Yellowstone vorbei sind.
Beim Zelt abbauen haben wir uns beeilt, denn es war soooo kalt. Um nicht zu sagen, aaar....k...  verdammt eisig.
Etappenziel war Helena, die Hauptstadt Montanas, in der wir mal wieder in einem Motel übernachten wollten.
Aber steinig ist der Weg… 

  
 
Auf einem Teilstück des Yellowstones hat Hühnchen Gas gegeben. Zu viel Gas. Und dummerweise stand hinter einer kleinen Hügelkuppe ein Rangerauto. 35 Meilen waren erlaubt. Sie hatte 60..




Nunja, es kam, wie es kommen mußte, nach ca. 30 Sekunden blinkte es hinter uns rot blau auf. Entweder, es war die Strafe für gestern oder Routine. Denn in unserem letzten Urlaub wurden wir ebenfalls rausgewunken. (Damals aber, weil ich wenden wollte) 

    

Wir blieben stehen. Für die tolle Gegend hatten wir beiden mom keine Augen. Da kam er näher, der Officer. Hühnchen, die ja kein englisch spricht, war natürlich wieder fein raus, denn ICH mußte erklären, weshalb wir so schnell fuhren. Was heißt „ein langsameres Fahrzeug überholen“ auf Englisch? Ich glaub, als wir das im Unterricht hatten, war ich grad krank.
Ich hab ihm dann was vorgebrabbelt und muß ziemlich hilflos gewirkt haben, denn er verlangte nur nach der Driver License. Ging fort und warts nicht mehr gesehn. 2 Minuten später stand er wieder an der Fahrertür, immer mit dem nötigen Sicherheitsabstand, denn wir hätten ja ne Knarre ziehen können, drückte Hühnchen ihren Füherschein in die Hand und verwarnte uns. Das nächste Mal kostet es uns 125$ und wir sollen uns gefälligst an die Geschwindigkeit halten.
Wir bedankten uns brav und fuhren zittrig von dannen.
Puuuuuuuuuuh…Glück gehabt.
Am nächsten Haltepunkt machten wir erstmal Pause und taten so, als würde uns die Gegend brennend interessieren.

    

Am Ende des Parks wartete noch ein Highlight auf uns. Die Mammoth Hot Springs.
Ich denke, jeder kennt diese Kalkterrassen, ich muß es also nicht näher erklären. Auch Hühnchen wußte, daß wir hier hin wollten. Aber wieso fuhr sie dann dran vorbei? Sie sagte nur: oooh schööön und gab Gas.
Als wir fast aus dem Ort raus waren, fragte ich mal so beiläufig: „Willst du die Terrassen nicht sehen?“
Sie: „Doch schon, aber dort kommen wir doch morgen erst hin!“
...

  

Ich konnte sie grad noch so zum Umkehren bewegen und hab sie die ganzen 3km zurückgeschickt. Das nächste Mal sag ich gar nichts und lege ihr am Ende des Urlaubs Bilder von allem verpaßten hin. Und wenn sie dann fragt, warum wir das nicht gesehen haben, werde ich sagen: weil du ohne zu bremsen, daran vorbeigefahren bist.

    

   

Bei meinem letzten Besuch hier, haben wir die eigentlichen Terassen nicht gefunden bzw. keine Zeit und Lust gehabt, danach zu suchen. Diesmal sah es fast so aus, als würde ich dieses Postkartenmotiv wieder nicht sehen, denn die Ausschilderung ist besch…, um es mal auf Deutsch zu sagen.

  

     

Wir haben daher beschlossen, den ganzen Autos nachzufahren. Und siehe da…es müssen alles Einheimische gewesen sein. Ich kam also doch noch zu meinen Fotos.
Nachdem ich Hühnchen sagte, daß sie noch einmal tief einatmen soll, weil es das letzte Mal ist, daß sie sowas riecht, fuhren wir endgültig aus dem Park hinaus.
Da es schon bald 11 Uhr war, meldeten sich nun auch unsere Mägen, denn sie hatten heute noch nichts zu tun bekommen. 

    

    

In Gardiner sind wir kurzentschlossen in ein Lokal eingekehrt, in dem es noch Frühstück gab. Als wir der Bedienung sagten, was wir essen möchten, versuchte sie uns irgendwie mitzuteilen, daß es aber schnell gehen muß, da gleich 3 Busse erwartet werden und das unser Essenswunsch doch ein wenig zu lange dauert, aber sie geht mal in der Küche fragen.
Sie war weg, wir guckten uns an, ließen den Kaffee stehen, den sie uns bereits eingegossen hatte, standen auf und gingen einfach.
Denen sind also 3 Busse lieber, als 2 Touristen aus Good Old Germany.
Die nächste Lokalität kannte ich. Da war ich ebenfalls vor 3 Jahren schon einmal.
Es entwickelt sich also langsam zu einem Stammetablissiment.
(Nachtrag: Antler Pub&Grill)
Wenn man american People beim Arbeiten zuschaut, fragt man sich zwangsläufig: haben die keinen Chef? Irgendwie geht da alles viel gemütlicher zu. Keine Hektik, kein Streß und wenn Kundschaft kommt, ist es auch kein Grund, sich zu beeilen. Alles jemiedlich…
Aber eins muß man denen lassen. Das Sandwich mit Roastbeef war endlecker. Nur am Kaffeegeschmack sollten sie noch feilen…

                              
                                       das beste belegte Sandwich nördlich des Äquators

Nachdem wir das „Yellowstoneingangspersonal“ fragen mußten, wie es denn hier Richtung Livingston geht, weil wir das riesig große grüne Vorwegweiserschild nicht gesehen hatten,  fuhren wir auf geradem Wege nach Helena. Unser Motel für eine Nacht war das Jorgenson’s Hotel, wo uns die Nacht incl. Tax 85$
(34€ p.P. Stand 2007) gekostet hat. Das Zimmer war Standard, hatte 2 Queenbetten und Internet. 

 
                  ich habe selten eine Hauptstadt gesehen, die SO ausgestorben aussah...

Erste Handlung: jeder von uns beiden lies sich auf ein Bett fallen und genoss es, endlich mal wieder auf einer weichen Unterlage zu liegen. (Ich muß mir angewöhnen, mehr Motel + Motelzimmerfotos zu machen) Für heute nachmittag war nichts geplant. Helena ist keine Megacity mit Hochhäusern oder einer Einkaufsmeile, auch touristisch hat es nicht sonderlich viel zu bieten. Eher ein verschlafenes Nest und da heute Samstag war, waren wir fast allein auf den Straßen.
Nachdem wir unsere Mails gecheckt und uns ein wenig frisch gemacht hatten, sind wir noch zum Capitol gelaufen, was praktischerweise gleich um die Ecke stand.

     

     

Eins muß man den Leuten da lassen: sie halten ihre Stadt sauber, jedenfalls die Ecke, in der wir waren. Kein Müll weit und breit und der Rasen sah aus, wie mit einer Sprühdose fein säuberlich aufgetragen. Natürlich golfplatzmäßig gestutzt und von einem Grün, daß es schon fast unecht wirkte. Und kein Mensch weit und breit. 



   

Leider war das Capitol geschlossen, so mußten wir uns mit dem Äußeren zufrieden geben. Eine viertel Stunde knipsen und wir sind zum Hotel zurückgekehrt.

Den restlichen Abend verbrachten wir auf unserem Zimmer mit duschen, essen und im Internet surfen. Wer jetzt denkt, schade um die Zeit, der irrt. Wenn man eine Woche lang quasi von einer schönen Ecke zur nächsten eilt, dann braucht man auch mal ne Auszeit. Schon allein, um alles zu verarbeiten und sich mal darüber klar zu werden, was man alles schon gesehen hat. Außerdem werden die nächsten Tage anstrengend genug, denn

dann jagt wieder ein Highlight das nächste: 2 Glacier, 1 Yoho, 1 Banff und 1 Jasper. Für Kurzweil ist also gesorgt.

Die Nacht war herrlich. So ein Bett ist schon was Feines…. WENN, ja wenn im Nachbarzimmer nicht irgendwas penetrant piepsen würde.
Erst dachte ich ja, es ist der Wecker und sie hören es nur nicht. Als es nach einer halben Stunde und 1x gegen die Wand und 1x gegen die Tür klopfen nicht aufgehört hatte, rief ich an der Rezeption an, die es dann abstellten.
Aaaaaahhhhhhh….die Ruhe war herrlich. Nur leider mußten wir auch schon aufstehen, denn der Glacier wartete.




Sonntag, 9.September


Das gemütliche Motelzimmer zu verlassen, gestaltete sich wiedermal als gewaltige Umzugsaktion. Dutzende Koffer, Taschen, Tüten und anderer Kleinkram wurde in mühevoller Kleinarbeit wieder ins Auto gepackt. Wozu haben wir es erst hochgeschleppt? Schließlich waren wir hier doch nur eine Nacht… Langsam verstehe ich, woher der Begriff „Frauenzimmer“ kommt.

Nach einer kurzen Stadtrundfahrt, weil es hier fast nur Einbahnstraßen gibt, verließen wir Helena mit Ziel: Glacier NP.
Die Strecke bis dahin war öde. Was gabs zu sehen? Hügel, gelbe Grasflächen, Kühe und Pferde. Und alle paar Meilen eine Ranch. Ich frag mich, wer hier freiwillig wohnt. Hier gab es ja nichts. Nur Hügel, Gras, Kühe und Pferde. Ach ja, die schurgeraden Straßen hab ich vergessen.


   

    



Aber meist war man mit der einzigsten Route dort allein. In der Straßenkarte eingezeichnete Orte entpuppten sich meist als Tankstelle mit Scheune und ner Bar. Was sollten die Farmer auch anderes machen, als ihre Trecker betanken, das Heu einfahren und abend einen trinken? Denn wirklich viel gabs hier wirklich nicht: ein paar Hügel, Gras, Kühe und Pferde.

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber die Gegend in den 4 Stunden auch.

 
(Nachtrag 2011: wenn es die Jahre nach dieser Reise einen Ort gegeben hat, an den ich als erstes denke, wenn mir "Kanada 2007" in den Sinn kommt, dann ist es dieses Stückchen Prärie mit den schönsten Wolken, die ich je gesehen hatte..)

  

Irgendwann war es dann soweit: die Berge kamen in Sicht. Vor einiger Zeit scheint es hier einen großen Flächenbrand gegeben zu haben, denn die letzten 10km bis zum Park bestanden aus Hügel mit verbrannten Bäumen. Dutzende Hektar waren verkohlt. Nur die Baumstämme und ein paar dünne Ästchen waren stehen geblieben.


    

  

Unser Campground für die Nacht lag am St. Marys Lake. 

 

Er war relativ klein und die Nacht kostete uns 20$. Unser Zeltnachbar war gleich mit 2 Fahrzeugen da. Einem alten Pick-Up und ner Harley.
Er war anscheindend so froh, jemanden zu sehen, daß er erstmal das Mopped anschmiss und sich die Zähne putze. Klingt wie nen Schreibfehler, es war aber GENAU so.

Als er damit fertig war, bestieg er sein eisernes Ross und fuhr damit zur 20m entfernet Toilette. Natürlich lies er während seines Geschäfts den Motor laufen, damit wir auch genügend Zeit hatten, den satten Sound zu genießen.
Der Stein, den ich in der Hand hatte, um unsere Häringe in den Boden zu hauen, war leider zu klein, um ihm den Schädel…
Irgendwann am Abend hat er uns dann noch mit irgendwelchen Anekdoten auf Englisch zugesülzt. Ich hab ihm dann kurzerhand Hühnchen auf den Hals gehetzt, die ihm mit ihrem türkisch die Meinung sagte. Plötzlich war es angenehm still im Campground und der Abend konnte beginnen.
Bevor es jedoch soweit war, sind wir die 30 Kilometer bis Many Glacier gefahren, denn die „Going to the sun road“, an der unser CG lag, wollten wir uns morgen den ganzen Tag komplett und in Ruhe anschaun.
Im gesamten Glacier NP war offenes Feuer wegen extremer Brandgefahr verboten. So leer, wie der Lake Sherburne war, scheint es hier dieses Jahr überhaupt noch nicht geregnet zu haben. Egal, wir waren hier, um Gletscher zu sehen. Und vielleicht den ein oder anderen Bären…
Am Ende dieser Sackgasse stellten wir unser Auto ab und nahmen den Swiftcurrent Pass Trail in Angriff.

   

Leider hatten wir nur eine ungenaue, bzw. zu kleine Karte, als das man erkennen konnte, was uns dort erwartet. Aber schön isses ja hier überall. Erstmal ging es durch den Wald. Eine ganze Weile. Ständig kamen uns Wanderer entgegen, die diese Bärenglöckchen und Bärenspray bei sich hatten. Wir beiden hatten gar nichts. Naja, ich hatte Hühnchen. Zur Not…
Das Wetter war an dem Tag wie aus dem Bilderbuch und trotzdem sahen wir die Berge nur in einem trüben Blauton. Schade, denn so wurden die Fotos nicht besonders.

     

     
 
   

Egal, ansonsten war es hier herrlich und der einsame See, an dem wir dann eine Pause machten, war herrlich idyllisch, ruhig, einsam und das Wasser war so klar, wie das Wasser des Meeres in der Südsee und fast genauso blau.
Nach einer kurzen Pause gingen wir weiter und kamen nach ca. 1km an einen Wasserfall, der über mehrere Terrassen und große Steine nach unten fiel.

    

   

Was macht Hühnchen? Hat nichts Besseres zu tun, als erstmal, wie eine Gemse im Gebirge, auf ihn hochzuklettern. Wer hoch will, kann tief fallen. Aber was interessiert es mich? Ist ja nicht meine Kamera, die naß wird…

Was das Fotos machen anging, mußten wir uns leider hinten anstellen, denn an dem Punkt knüppelten sich wieder haufen Schaulustige, die alle nach dem perfekten Bild lechzten.

     

Irgendwann hatten wir genug vom Filmen und Knipsen und haben den Rückweg angetreten, denn langsam taten uns auch die Füße weh. Bzw. MIR taten die Füße weh und Hühnchen hatte wiedermal hunger, was sie eigentlich ständig hatte.


     

Weil aber Feuer verboten war, gab es auch heute nur kalte Küche oder max. ne Tütensuppe, die wir über unserem Kocher mühevoll zubereiteten.


     

Da es abend jetzt schon 20 Uhr stockeduster war und dazu saukalt, verkrochen wir uns für eine Stunde ins Auto, überspielten Fotos, nahmen einen Gute-Nacht-Trunk und ließen den Tag unter dem Sternenhimmel ausklingen. Und die Nacht sollte noch kälter werden… 



Montag, den 10.September

 


Es gibt doch nichts Schöneres, als morgens 6.00Uhr geweckt zu werden, den kleinen Zeh aus dem Schlafsack zu halten, zu merken, daß er nach nur 10 Sekunden steifgefroren ist und sich dann doch zu zwingen, aufzustehen, sich die eisigen Sachen überzustreifen und sich mit kaltem Wasser die Zähne zu putzen. Das Leben könnte sooo schön sein. Aber wir hatten es ja nicht anders gewollt. Wer im September in die Rockys will, sollte sich auf noch ganz andere Temperaturen einstellen. Da hatten wir es noch gut erwischt, denn es schien wenigstens die Sonne, was wieder einen phantastischen Tag versprach.

Heute hatten wir nur 80km vor uns, denn ich wollte mir heute ausgiebig den Park anschaun, wandern, Millionen Fotos machen und ja keinen Stress haben.

   

    

Doch der Anfang war schonmal das Gegenteil. Wir haben wegen der Kälte auf das Frühstück verzichtet und nur das Zelt zusammengepackt und sind aufgebrochen. Das Essen wollten wir nachholen, wenn die Sonne etwas höher stand.
Nach 20 km kamen wir an eine Picknick Area, auf der wir schon erwartet wurden. Von einem, ich sag mal, Reh. Friedlich vor sich hingrasend stand es an einem der vielen Feuerringe und lies sich nicht durch unsere Anwesenheit stören. In dem Moment war Hühnchen nicht mehr zu halten, sie schnappte sich ihre Kamera und ging schnurstracks auf das arme und wehrlose Tier zu. Ich blieb derweil im Auto, denn mir war es immernoch recht „schattig“. Hühnchen war noch 3 m von ihm entfernt, als neben uns ein Pick-Up hielt und hupte. Ich dachte so bei mir: was soll DAS denn? Muß der Krach sein?
Erst dann erkannte ich: oh oh…ein Ranger. Irgendwann war es ja wieder zu erwarten, daß sie bei Dummheiten, wie sich einem Reh zu nähern, erwischt wird. (Sie wußte, daß man die Tiere in Ruhe lassen soll. Das bedeutet auch: sich nicht nähern. Weder Bären, Rehen noch sonstigem Getier. Und sei es auch nur für ein Foto. Sie hat NIE auf mich gehört, was mich jedesmal wütend machte. Für sie waren alles nur Kuscheltiere...) 

  

Er nahm seinen Hut und sprang aus seinem Wagen. Im rasenden Tempo, als wolle Hühnchen dem Tier was zu Leide tun, ging er auf sie zu und fuchtelte wild in der Gegend rum und las ihr die Levitten. Und es kam, wie es kommen mußte: sie machte ihm klar, daß sie kein englisch kann und bedeutete mir, daß ich rüberkommen soll, um ihr zu übersetzen. 

    

(Auf was hab ich mich da nur eingelassen?)  Ich machte gute Mine zum bösen Spiel, grüßte den Ranger höflich und machte mich auf ne fette Tirade im sprudelden Englisch gefaßt.
Am Ende konnte ich immer noch sagen: ICH wars nicht!
Der Inhalt des Anschisses war sinngemäß: wildes Tier, angriffslustig, vielleicht krank, von weiten knipsen, nicht füttern und stören.
Als er fertig war und uns dann wieder allein lies, haben wir uns angeschaut und unsere Blicke fragten: Was war DAS denn jetzt? Aber da sind die Amirangers eben eigen. Ein Reh ist ein wildgewordener Bock, der uns auf die Hörner nimmt. Naja…egal.
Jetzt gab es erstmal Frühstück. Was hatten wir noch da? Kaffee, altes Brot und Nutella. Toll. Was braucht man mehr?
Die nächsten 30km hielten wir an fast jedem Aussichtspunkt und schossen ein Foto nach dem anderen.

    

   

Auch heute war es so, daß trotz strahlend blauen Himmels die Berge im Hintergrund recht diesig waren. Aber egal, die roten Busse, die in dem Park hin und herfuhren, setzen die nötigen bildlichen Akzente.

     

     

Es war im Allgemeinen schon toll hier. Bis auf die vielen Touristen  Ständig mußte man um die besten Plätze streiten oder sich hinten anstellen, wenn der Ausguck mal wieder besonders klein war.

   

    

Am Logan Pass Visitor Center auf etwa der Hälfte der Strecke war die Hölle los. Gabs hier Bananen?
Und das alles, wegen ein paar Bergen, Seen, Dickhornschafen, Mountain Goats und nicht vorhandenen Gletschern.

  

    

Liegt wohl am Herdentrieb. Einer sagt, es ist sehenswert und alle fahren hin.

Laut Karte war der Hiddeen Lake Nature Trail relativ kurz und wir sollten eins zwei fix wieder am VC sein. So dachten wir zumindest.

     

     

Also erstmal war es hier oben (2000m) a…kalt. Und das zweite Problem: der Weg ging nach oben. Ganze 2,4km immer Richtung Himmel. Dabei wollten wir doch gar nicht mehr soweit laufen. Und zu trinken hatten wir natürlich auch wieder nichts mit.

  

Ist doch immer das gleiche. Naja, was solls. Umdrehen kam nicht in Frage. Was den Weg anging, so dachten wohl alle das gleiche: 2,4km ist nen Klacks. Im Gegensatz zu den anderen Wegen, die nicht unter 10km zu haben waren.

Auf unserem steilen Weg nach oben, kamen wir an Touristen, Squirrels, Yellow bellied Marmots, Resten von Schnee, die Hühnchen für Gletscher hielt, und Mountain Goats vorbei, wobei wir versuchten, an die Warnung des Rangers zu denken und Abstand halten wollten, was leider nicht möglich war, da sich die Tiere ca. 50cm neben dem Holzsteig befanden, welchen wir nicht verlassen durften. Was nun? Den wilden Bestien aus dem Weg gehen oder die Warnungen des Rangers ignorieren?

   

       

Auch auf die Gefahr hin, verhaftet zu werden, schossen wir das Gesagte des Rangers in den Wind und näherten uns mit unseren Kameras den Tieren noch ein Stückchen mehr um fast perfekte Fotos zu schießen. Im Hinterkopf aber immer mit der Angst, von den übermütigen Kreaturen auf die Hörner genommen zu werden.
Dem Tod nur knapp entronnen, nahmen wir die letzten Höhenmeter in Angriff und hofften auf einen spektakulären Ausblick. Vorbei an einem Landschaftsmaler, der sich herrlich als Fotomotiv eignete, erreichten wir nach ca. 200m unser Ziel: den Hidden Lake Overlook.

   

    

Und wiedermal kam die Sonne aus der falschen Richtung, was bis jetzt fast ständig der Fall war, wenn wir mal was Interessantes sehen wollten

Nach einer kurzen Verschnaufpause haben wir uns auf den Rückweg gemacht.

      
 
   

Unterwegs kamen wir auch an Arbeitern vorbei, die lange Stöcke an den Steg schlugen, damit man im Frühjahr wußte, wo genau unter den Schneemassen sich der Weg nach oben befindet. Sonst müßte man ja den ganzen Berghang pflügen…

Der erste Gang, als wir wieder am VC waren, ging zur Toilette und danach auf kürzestem Wege zum Auto, um die verloren gegangenen 5Liter Flüssigkeit aufzufüllen. Mit der vergessenen Wasserflasche ist es diesen Urlaub genauso, wie mit der in der falschen Richtung stehenden Sonne. Aber was will man machen?
Nachdem wir uns noch ein Schinkenbrot einverleibt hatten, fuhren wir weiter Richtung Westausgang.

     

   

   

    

Unterwegs sagen wir noch das ein oder andere nette Plätzchen, welches unbedingt für die Ewigkeit festgehalten werden mußte. Außerdem war es eine günstige Gelegenheit, sich noch einmal etwas zu bewegen.

   

    

    

   

    

Nach einem, sich ewig hinziehenden Baustellenstau an der mit interessantesten Stelle der Strecke, kamen wir nach 80km-Gesamtstrecke an unserem heutigen Campground, namens Apgar, an. Nicht lange danach hatten wir ein ruhiges Plätzchen gefunden, die 20$ den Camphosts überlassen und unser Zelt aufgebaut.

   

   

Während Hühnchen für mein leibliches Wohl sorgte, bin ich zum See gegangen und hab den Sonnenuntergang genossen.
Die Stille war herrlich.

     

   

Heute gab es zur Abwechslung mal Nudeln…

Der heutige Abend war nicht lang. Nur noch schnell Fotos überspielen und ab in die Schlafsäcke, denn morgen gibt’s wieder einen langen Fahrtag, der uns zurück nach Kanada und zum dortigen Glacier NP bringen soll. Vielleicht treffen wir ja DORT auf Gletscher...




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