Bis zum Mittag regnete es immer mal wieder, aber das war nicht weiter schlimm, da ich eh kaum anhielt. Meine Reise führte mich Richtung Osten zu einigen National Wildlife Refuges (Naturschutzgebiete) und wirklich viel Zeit war dafür nicht eingeplant. Nur bisschen gucken und Stempel einsacken.



Das erste Wildlife Refuge war geschlossen, weil heute Montag und nicht Mittwoch war, aber ich lief einen kleinen Bordwalk bis zum Wasser und sah nette Zypressen und jede Menge Wasser. Nass von oben und unten, aber nett.









Das zweite Refugium schloss seine Pforten 15 Uhr und ich war 14:59 Uhr im Laden. 3 Stempel und ich war pünktlich zu Rangers Feierabend wieder draußen.
Mittlerweile kochte die Luft. Die Sonne knallte zwischen den Wolken durch, als gäbe es kein Morgen. Das Thermometer zeigte grade mal 75F an aber es fühlte sich an wie Kochtopf mit Höhensonne. Die Luftfeuchtigkeit läßt es anfühlen, als ob man sich im Dampfgarer befindet. Wenn die nächsten Tage bis 90F erwartet werden, freue ich mich jetzt schon..



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Wasser fließt auch in die Baupläne mit ein. Manchmal im wahrsten Sinne...


Hier im Cameron Prairie NWR gab es eine Loopstraße, die man fahren konnte. Aussteigen war nur am Bordwalk erlaubt.
Hier verbrachte ich den gesamten Rest des Tages.



Erst durch die brütende Sonne tigern und dann die 3 Meilen Loop entlangschleichen und alles knipsen, was nicht bei 3 auf den Bäumen war. Und da es im Marsch keine Bäume gibt…





Im Gegensatz zu Florida sind die Tiere hier etwas nervöser. Kaum einer bleibt da hocken, wo ich ihn angetroffen hab. Alles flüchtete bei der kleinsten Bewegung. Dabei wollte ich nur spielen 


ein Redwing Blackbird, oder wie ich ihn zu pflegen nenne: German Bird















Übernachtet habe ich in Lake Charles in einem Knights Inn. Normalerweise sieht mich diese Art Motel nicht aus der Nähe, aber die Bewertungen waren gut.
Bei näherer Betrachtung schienen sie aber gekauft worden zu sein. Es war zwar sauber, aber schon extrem runtergewirtschaftet.
Wasser stand hier vermutlich des Öfteren im Zimmer.
Egal, ist ja nur eine Nacht.



Dienstag, 3. Mai
                                                                                   



Jetlag ist schon ne fiese Sache.
Wenn daheim jemand wüßte, daß ich hier 4 Uhr morgens schon hellwach bin, würden sie mich nur noch in die Frühschicht stecken. Dabei HASSE ich Frühschicht!
Irgendwann war es 7 Uhr und ich packte mein Köfferchen ins Auto.
Mein erster Weg führte mich zu Wal-Mart und danach hieß es das erste Mal für diese Reise: tanken.
Normalerweise klappt es nie an der ersten Tanke, weil man immer eine PLZ will, die ich nicht vorweisen kann, aber diesmal wollten sie das nicht. Im Grunde wollten sie nicht mal richtig Geld.
16$ für 8,5 Gallonen ist gelinde ausgedrückt, ein Witz.
Ich übersetze das mal: 16 $ = 13,90€ (Stand Mai 2016).
8,5 Gallonen sind 32,3 Liter.
In Deutschland würde das heute 40€ kosten. So pi mal Daumen.

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Es macht soooo Spaß, hier zu fahren. Das ist unglaublich !!!
Laut Straßenschild befand ich mich ab ca. 10 Uhr vormittag in der Atchafalaya National Heritage Area. Keine Ahnung, was diese Landschaft vererbt hat, „National“ zu sein, aber nun gut. Ich sah während der Fahrt zum Rip van Winkle Garden nur Landschaft, wie sie auch bei mir zuhause vorkommt.
Seen, Teiche, Tümpel, Bäume, Felder und alles leicht hügelig mit jeder Menge Landwirtschaft und Traktoren.






Besagter Garten war zwar etwas aufgeräumter als die Gegend drumherum, aber auf meiner Benotungsliste landete er nur auf den untersten Rängen und es lag nicht an den schreienden Kindern mehrerer Schulklassen.
Eintritt kostete 10$ und dazu gehört auch eine Führung im „beiliegenden“ Plantagenhaus.





Ich war die einzige, die zur Führung da war und das merkte man der Führungsoffizierin auch an. Sie meinte zu Beginn, ich kann alles fotografieren und die zeigt mir nur schnell alles, danach könnte ich…
Die Führung durch das herrschaftliche Anwesen dauerte kaum länger, als ich hier diesen Satz tippe. Kaum war ich drin, war ich auch schon wieder  rausgeschmissen worden draußen. Ich konnte nicht EIN Foto machen, weil die Dame einem gar keine Zeit ließ, einmal stehen zu bleiben.
Sie spulte ihren Text herunter und auf Fragen ging sie gar nicht ein. Jedenfalls rechnete sie nicht damit, daß überhaupt jemand was wissen wollte.



Der Garten an sich war eher… unvorbereitet. Lag vermutlich am Zeitpunkt meines Besuches und des Wetters der letzten Monate.
Das Beeindruckendste waren noch die vielen Pfaue, die hier rumsprangen. Nicht so aggressiv wie die auf der Magnolia Plantage in South Carolina, aber deswegen 10$ zahlen?
Während meiner vielen Reisen hierher war ich, so glaube ich zumindest, noch nie in einer Fabrik oder sonstigen Firma. Dabei gehört es hier in den USA schon zum guten Ton, daß man Besucher empfängt und ihnen alles zeigt.



Tabasco gehört dazu und ist eine der am meisten besuchten Firmen der USA.
Eintritt kostet 13,58$ wenn man sich das Betriebsgelände UND den Jungle Garden anschauen möchte. (man kann alles auch kostenlos anschauen. Es kontrolliert keiner, ob man ein Ticket hat. Aber das hab ich hier nicht geschrieben! )



Die Firma hat ihr Anwesen auf Avery Island, eine Insel auf dem Festland. Im Shop kann man sich durch zig Sorten probieren, nur muß man vorsichtig sein. Es geht von leicht kribbelnd bis zur Atemlähmung.



Das hier zum Probieren hingestellte Jalapeno-Eis ist allerdings eher schwach auf der Brust.

     

Tabasco wird ausschließlich von Louisiana aus in alle Welt verschickt und deshalb ist das, was man hier an Betriebsgelände sieht auch nur für den Besucher gemacht. Die Befüllstation ist viel zu klein, um es mit 240 Ländern aufzunehmen und die 2 Damen, die die Eticketten klebten, würden vermutlich blutige Finger bekommen, wenn sie 100.000 Flaschen per Hand pro Tag bekleben müßten.




das Weiße auf den Fässern ist Salz und soll vor Luft schützen







  


Direkt nebenan konnte man einen 3 Meilen-Loop durch Jungle Garden drehen, dessen Hauptattraktion Aufgeräumtheit war.



Hier gab es still sitzende Alligatoren, die um einiges kleiner als die in Florida waren, gemähter Rasen, mit Spanisch Moos behangene Lebenseichen und einen Buddhatempel an einem Teich.





Das einzig Negative waren eine Reisegruppe aus Frankreich, die mir ständig vor den Füßen rumsprang und daß die „Insel“ mit tausenden von Snowy Egrets (Schmuckreiher) zu weit weg war, um anständige Bilder zu machen.







Alles in allem war aber beides die 13$ wert.
Mein müdes Haupt bettete ich schon sehr früh am Abend im Red Roof Inn in Morgan City.
Schönes Motel, schöne Zimmer, günstig im Preis. Auf dem Zimmertelefon klebte noch das Baymont Inn-Schild und unter dem Lichtschalter an der Wand gab es nicht nur eine Steckdose, sondern sogar eine USB-Steckdose. Heißt das so?
Fernbedienung des TV’s war kaputt und die Kaffeemaschine bedurfte menschlicher Hilfe. Ansonsten: Top
Kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal zum Sender umschalten aufstehen mußte



Mittwoch, 4. Mai 2016                                                                       


3 Uhr morgens.
Noch mindestens 4 Stunden, bis zum Sonnenaufgang.
Erstmal gab es Kaffee, bisschen whatsapp mit zuhause und Routenänderungen für den noch nicht richtig begonnenen Tag.
Da ich mir Frühstück im Restaurant nur alle 2 Tage leisten kann, und es Tag 2 war, fuhr ich mal eben 20 Meilen zu einem Ihop. In Deutschland undenkbar. Weder das Auswärtsfrühstück, noch eine so lange Fahrt, nur um Omelett oder ein Sandwich zu essen. Aber hier ist es normal und ein Klacks.
Ich habe während der Fahrt mal das Fahrgefühl im Cherokee mit meinem Auto zuhause verglichen. Es sind Welten.
Zuhause sitzt du mit Armen und Beinen arbeitend und mit dem Hintern auf der Straße, während du hier über die Strassen schwebst und deine Aufmerksamkeit der Landschaft widmen kannst. Alles geht leicht. Das Fahren und das Strecke finden. Nix lenken, Gänge ändern, Kuppeln oder so Zeugs. Auf gerader Strecke bremse ich sogar mit dem Tempomat. Ist wie als wenn man auf der Couch durch die Landschaft schwebt.

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Was haben Südstaatenplantagenhäuser und Flüsse mit gegen den Strom schwimmenden Lachsen gemeinsam?
Sie sind bei europäischen Touristen als Ziel sehr begehrt, man googelt wochenlang nach den Standorten und ist man dann vor Ort, merkt man, das Zeug steht/fließt an jeder Ecke.



Diese riesigen weißen Verandahäuser mit den Säulen sieht man hier überall. Ich konnte gar nicht so schnell darauf reagieren und bremsen, wie ich wollte. Nur einmal ist es mir gelungen, anzuhalten und Fotos zu machen und da habe ich festgestellt, daß nicht alle diese Häuser für Besucher da sind. Die meisten sind wirklich noch bewohnt und nicht zugänglich.



Die, DIE es allerdings sind, sehen eher ramponiert und mitgenommen aus. Zumindest von innen.
Aber erstmal gibt es einen Friedhof.


Wieso für teuer Geld eine Führung in New Orleans mitmachen, wenn man das Ganze auch ruhiger und schöner und kostenloser haben kann?
Gräber haben hier im Süden dieses Aussehen, da die Toten in der Erde eher wegschwimmen, als verrotten würden, da die ganze Gegend hier außerdem unter dem Meeresspiegel liegt und der hohe Grundwasserspiegel sein Übriges tut.
Wo hab ich das mal gehört? Würde man die Toten vergraben, könnte es passieren, daß nach dem nächsten Regen der verstorbene Opa schneller wieder zu Hause ist, als einem lieb ist.



Tatsächlich sollen früher nach mehreren Tagen Regen Leichen durch die Stadt getrieben sein. Daher bestattet man sie seit dem überirdisch in sogenannten Mausoleen, die auch als Krematorium fungieren. Die Temperaturen in den Krypten werden vor allem im Sommer so hoch, daß nach spätestens 2 Jahren nur noch Asche der Verstorbenen übrig bleibt.
Makaber.



Nach einem kurzen Abstecher zu einem State Museum, von denen viele hier zwischen New Orleans und Baton Rouge gratis sind, erreichte ich auf der Fahrt zur Destrehan Plantation meinen toten Punkt.


Zuckerrohr


Es ist ermüdend, wenn man 60 Meilen geradeaus durch Buschland fährt und nix passiert. Unterbrochen wurde das Grün auf halber Strecke nur von einem Grundstück, auf dem eine Highschool stand.
Eine Schule mitten im Nichts. Morgens 30 Meilen hin, abend 30 Meilen zurück. Wer plant so etwas?



Im Gegensatz zu meinen Recherchen ist das Besichtigen des Geländes der Plantage NICHT kostenfrei. Egal, was man sehen will, es kostet 20$. Außer man beschränkt sich auf den Blick über den Zaun, was im Nachhinein ausreichend gewesen wäre.
Ich bezahlte allerdings 20$, nur um den toten Punkt noch mehr auszureizen.



Eine Dame im Gewand führte mich und 2 weitere ziemlich Interesse heuchelnde Touristen durch das herrschaftliche Haus, in dem es nur so vor Plastikobst und Fakegetränken wimmelte.





Überhaupt halten die Menschen hier unten zu sehr an der Vergangenheit fest und mühen sich einen ab, um ja nix abreißen zu müssen.
Das fängt bei diesen Häusern an und hört in New Orleans in den meisten Stadtvierteln auf.
Während der gefühlt 3 Stunden Rundgang bekam ich jede Menge Informationen über die Exbewohner, die ich nicht wollte und entging knapp einer Erkältung, weil das Haus auf 15° runterklimatisiert wurde. Ich hab noch nie so eine langatmige und ermüdende Führung mitgemacht, wie sie da angeboten wurde.
Nix lustiges. Keine Storys oder Anekdoten. Nix. Nur kühle und nüchterne Fakten zum damaligen Leben und öfteren Ableben der Leute. Und das betraf nicht nur die Sklaven. Auch die Destrahans starben wie die Fliegen. 14 Kinder und nur eins schaffte es, älter als 30 zu werden.
Apropos Sklaven. 2 Filme wurden hier gedreht. 12 years a Slave und Interview mit einem Vampir. Aber deswegen braucht man die 20$ nicht zu zahlen. Es genügt, wenn man sich die Hütte von der Straße aus anschaut.



 


ein Battlefield, welches nur Wiese mit leerstehendem Plantagenhaus ist.


Selbiges trifft auch auf die Stadt New Orleans zu.
Gäbe es hier keine Stempel, wäre ich nur durchgefahren.
Ich glaube, es war Richmond in Virginia, die ich als mindestens genauso übel in Erinnerung habe. Heruntergekommen beschreibt es nur ansatzweise.
Normalerweise sagt man, daß man hier und da nachts nicht alleine... Aber hier würde ich noch nicht einmal tagsüber ohne Hund langlaufen. Vermutlich sind die Leute hier auch alle nett, aber das Drumherum ist einfach nur unsagbar traurig.
Die Stadt hätte den Wiederaufbau besser angehen sollen. Hier sah es aus, wie in afrikanischen Slums während der Apartheit. Holzhütten, Stromleitungen und betrunkene Schwarze, die den Gehsteig entlangtorkelten.
Das Geld, welches hier von den Parkplatzbetreibern eingenommen wurde, könnte den Leuten helfen. 7$ für 60min. Und ehrlich? Ich wollte hier im French Quarter keine Minute länger verbringen.



Überall Strassenkünstler, die das Wort Kunst stark missbrauchten, und alle 10 Meter mußte man über Penner mit Hunden oder jaulende Familien steigen, die dachten, es macht sich bezahlt, zusammen zu „musizieren“.



Fotos schoss ich die meisten nur aus dem Auto heraus auf meiner Fahrt zum Motel. Hier gab es nichts für mehr mich zu tun.





Die Travelodge, in der ich heute unterkam und die nicht die besten Bewertungen hat, lag eingebettet in und unter Highwayauffahrten und es war dementsprechend laut. In der Nacht ging es, aber schon morgens 5 Uhr begann das Rauschen erneut…




Donnerstag, 5. Mai 2016                                                                   


Heute gab es Plantationhopping und wenn ich es schaffte, auch noch Capitolsightseeing in Baton Rouge, der Hauptstadt Louisianas. Das Wetter war auf meiner Seite und sollte es auch die kommenden Tage sein. Laut Wetterbericht zogen die Kaltfronten nördlich an Missouri und Kentucky hinweg. Ich hatte also freie Fahrt.

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Gestern schrieb ich, daß ich mir nur alle 2 Tage IHOP leisten kann und heute werfe ich schon alles wieder über den Haufen. Ich hatte hunger auf was Ungesundes und bereute es kaum 20 Minuten später.
Also weniger das es ungesund, als daß es wahnsinnig überteuert war. 11$ für ein Omelett, was mich den ganzen Tag satt hält ist ok, aber nicht 9,50$ für 2 Spiegeleier und 2 Baconstreifen mit Pancakes. 2 Stunden später hätte ich schon wieder…
Der heutige Tag war der Grund, weshalb ich (auch) diese Tour geplant hatte: Plantation-Hopping.
Ich werde jetzt nicht zu jeder Plantage den Lebenslauf vorbeten, denn ich hab noch das Gefasel der Frau auf der gestrigen Plantage im Ohr und ich werde schon vom Gedanken daran irgendwie müde.
Insgesamt hatte ich 4, oder warens 5, Plantagen an Margret weitergeleitet, allerdings war ich gewillt, nur für EINE Geld auszugeben. Jedesmal 20$, nur um sich alte Geschichte anzusehen, wollte ich nicht investieren.



Angefangen hat es mit der California Plantation, an der ich erstmal wegen der einheimischen Drängler vorbeigerauscht war, danach stoppte ich kurz zum über den Zaun fotografieren, an der Evergreen Plantage.



Die St. Joseph Plantation, die zwar auch Geld verlangt, hielt ich als nächstes. Man kommt, wenn man sich etwas beeilt, auch ohne zu zahlen einmal um das Haus herum und bevor die Lady des Offices merkte, daß ich da war, saß ich auch schon wieder im Auto.


 



Plantage 4 war dann die teuerste des Tages. Oak Alley Plantation.





Normalerweise verlangen sie 20$, ist man aber ADAC-Mitglied, bekommt man 2$ Rabatt und wenn ich vorher gewußt hätte, daß direkt gegenüber des Parkplatzes, auf dem ich stand, ein Weg existierte, der einem kostenlos Zugang zum Grund verschaffte, wäre es sogar noch besser gewesen.



So zahlte ich die 18$ und weil es sich bezahlt machen sollte, nahm ich wieder an einer Tour teil, die ich mir am liebsten gepfiffen hätte. 45 Minuten pure Langeweile, Plastikobst und alte Betten. Es fanden, glaub ich, 3 Führungen gleichzeitig statt und die Damen im Gewand redeten ohne Punkt und Komma und kamen vom hundertsten ins Tausendste und bla bla blaaaa. Sklaven, Familie, Kinder, Gelbfieber, Malaria, Zuckerrohr, Baumwolle, Tradition, Tod. Blaaa.




Eine ganze, ungeteilte Ananas zum Frühstück. Ich glaub, ich hätte sie dem Diener um die Ohren gehauen..


Natürlich war das Haus toll anzusehen und es war alles sehr aufgeräumt und fotogen, aber die vielen Besucher, vor allem Chinesen und Franzosen, trübten das ganze etwas, weil ständig irgendwer ins Bild latschte oder für Dauerselfies im Weg rumstand.






auch Einheimische hörten am Ende gar nicht mehr so recht zu


Ich frage mich, wieso man sich gegenseitig 100x vor der Plantage ablichten muß? Wenn man manche Selfieknipser so beobachtet, kann man nur mit dem Kopf schütteln.
Nach der Führung gab es noch 5 Minuten Sklavenbehausungen und Giftshop und schon saß ich wieder im Auto.







Postkarten sucht man hier übrigens vergebens. Jedenfalls solche, die ich kaufen würde. Vermutlich liegt das daran, daß es hier im Süden Louisianas nur 4 Dinge gibt: Plantagen, Zuckerrohrfelder, Straßen, die denen von DDR-Autobahnen ähneln und Energieversorger aller Art: Zuckerrohrverarbeiter und Raffinerien. Letztere sieht man hier zu dutzenden.


immer noch Oak Alley Plantation


Ich stoppte auch an der Laura Plantation, doch kam man nicht an sie heran. Alles zugewachsen oder umzäunt und das Gleiche traf auch auf die Houmas House Plantation zu. 20$ plus andere unüberwindbare Grenzen ließen nur einen Schnappschuß von der Straße aus zu.

Letzte und in meinen Augen schönste Plantage, war die Nottoway Plantage etwas weiter nördlich kurz vor Baton Rouge. Es war die einzige, für die man nichts löhnen mußte, wenn man sich nur das Gelände anschauen wollte. Dazu war es hier absolut menschenleer. Nur ein Rasenmähermann zog seine Schleifen.

Ein schönes Herrenhaus. Wirklich.



Auf dem Arial kann man übrigens auch übernachten, da es dazu auch noch ein Ferienresort ist. Die Übertnachtungspreise würden mich ja schon interessieren.
Gegen 15 Uhr war ich mit allen durch und machte mich zum letzten Tagesordnungspunkt auf die Reise. Wobei Tagesordnung schon verrät, wo es hinging.



Durch die Rushhour nach Baton Rouge ins Capitol. Es ist zwar keine Schönheit und die goldene Kuppel fehlt auch, aber es hat gegenüber anderen einen klaren Vorteil: man findet immer einen kostenlosen Parkplatz und es war bisher das Einzige, bei dem man live bei einer Debatte/Anhörung/Tagung dabei sein konnte.



Ansonsten gab es da nichts weiter zu sehen. Ob man bis nach oben fahren konnte, weiß ich nicht. Vermutlich gab es sicher noch irgendwo eine Etage, in der wie in anderen Capitolen, Bilder der Senatoren hingen, aber mir genügten auch die beiden Tagungssäle.

Abendessen gab es heute im Microtel am Airport. Ein schönes Motel der Wyndhamkette. Zwar tropfte mal wieder die Klospülung und der Fernseher mußte per Hand am Gerät bedient werden, aber ich ziehe diese Art Motel jedem Days Inn oder Travelodge vor. Hier herrscht ein bisschen mehr Noblizität.






Kaffeemaschine, Fernsehprogramm und Lan-Anschluß u. USB-Ladestation



Freitag, 6. Mai                                                                                  


Für heute waren 11 Dinge in 2 Bundesstaaten geplant. Viel Zeit zum Trödeln oder essen gehen blieb da nicht. Es ging Schlag auf Schlag. Ein bisschen Plantage, ein bisschen Natur und zu guter Letzt: Geschichte.
Und 24 Stunden später kann ich sagen: manchmal liege ich ja sowas von daneben.
Viele Ziele heißt noch lange nicht, daß es ein vollgepackter Tag wird. Eine Meinung über einen Ort haben, heißt noch lange nicht, daß es sich bestätigt.
Ich hatte 11 Ziele und war trotzdem schneller im Motel in Vicksburg, als mir lieb war.
Als ich Baton Rouge verließ, schien die Sonne, es war warm und ich hatte gerade ein Blaubeermuffin verdrückt. Ein fast perfekter Start.
Bevor ich Staat 3 in meine Sammlung aufnehmen konnte, „mußte“ ich noch schnell 2 Plantagenhäuser besuchen, die sich als echte Glücksgriffe erwiesen. Sie waren wunderbar anzusehen und niemand wollte Geld dafür, daß ich auf deren Grund und Boden rumlatschte. An Führungen hatte ich kein Interesse. Eigentlich war ich davon gesättigt bis … naja, jedenfalls auf lange Zeit hin.



Plantage 1 war Rosedown. Ein kleines Juwel, versteckt unter Bäumen und ich war hier ganz für mich alleine.



Plantage 2 lag etwas versteckt im Gelände und man muß einige Meilen ins Hinterland fahren, um sie sich anzusehen. Greenwood Plantation.
Der Hammer !!!



     


Als ich später ein Foto des Anwesens meiner Schwester schickt, meinte sie zu mir, es sähe aus, wie aus Fackeln im Sturm. Da ich diese Serie allerdings nie gesehen hab, ließ ich das mal so im Raum stehen.



Käme ich noch einmal in diese Ecke, würde ich immer wieder hierher fahren. Sie war eine der schönstgelegenen Häuser auf meiner Reise. Jetzt nochmal schön weiß nachstreichen und es wäre vor Perfektionismus kaum auszuhalten.