Als ich die Grenze zu Missouri passierte, schüttete es wie aus Kübeln und an ein Besuch war nicht zu denken. Also schlich ich erst einmal einige Zeit lang durch andere Gegenden und sammelte meine Stempel ein bzw versuchte es. Ein Ort war wegen Stromausfalles geschlossen und vor einem anderen war plötzlich die Strasse gesperrt und Margret war kurz völlig überfordert.

 


Im Ulysses S. Grant Park hielt ich während eines Schauers ein Schwätzchen mit einer Parkrangerin auf Deutsch, da sie früher als Deutschlehrerin gearbeitet hatte.
Irgendwann hörte es auf zu schütten und es regnete nur noch.


Einen Parkplatz nahe des Bogens zu finden, stellte sich allerdings als größte Herausforderung dar, da gerade überall Bauarbeiten stattfanden und der Parkplatz, den ich Margret einprogrammiert hatte, nicht zugänglich war.


Nach einer weiteren Runde um den Block, fand ich etwas Bezahlbares am Baseballstadion des Ortes.
Deswegen mag ich Städte nicht besonders, weil man vor lauter Parkplatzsucherei kaum was sieht.

             

 

Und endlich stand ich direkt vor ihm und konnte seine Größe kaum fassen. Das Teil ist riesig. 630ft vom Grund bis zur Spitze.
Mein Besuch gestaltete sich dann allerdings als kürzer, als veranschlagt, weil man nicht so wirklich gute Fotos machen konnte, da alles mit Bauzäunen und Kränen und Baggern zugepflastert war.
Noch ein Bild mit dem alten Courthouse im Vordergrund und ich machte mich auf den Weg zum Motel.



Wenn hier eines Tages alles fertig und schön gemacht sein wird, komme ich wieder. Dann bringe ich auch Sonne mit.




Donnerstag, 12. Mai                                                                         

 

X

Wenn man Stempel sammelt, muß man Opfer bringen und meine Opferbereitschaft wurde heute auf eine harte Probe gestellt.
Erstens gab es heute wieder Meilen ohne Ende und zweitens kaum etwas zu sehen, weswegen es sich lohnen würde, die Kamera zu zücken.
Teil 1 der Reinfälle des Tages:
Das Butterfly House westlich von St. Louis.


                                                                

                                                               

                                                         

An sich war es eine tolle Einrichtung und mit 6$ durchaus bezahlbar, doch dann kamen 4 gelbe Busse angefahren und spuckten etwas aus, daß meine Laune ins bodenlose zog.

 

Ich glaube, es waren 4 Schulklassen und die Kinder waren kaum alter als 6 oder 7 und der Lärm auf den 20x20 Metern war ohrenbetäubend. Es gab hier ca. 1600 Schmetterlinge unterschiedlichster Arten und selten kam auch nur einer davon mal zur Ruhe und konnte irgendwo landen. Ständig wurden sie von brüllenden Erstklässlern wieder hochgescheucht.

 

Als ich nach 1 Stunde die Oase der Ruhe verließ, war meine erste Reaktion zu einer der Aufseherinnen: the nightmare of the day.
Sie schaute mich an, wie vom Donner getroffen und vom Blitz gerührt.  Hätte ich hier was zu sagen, würde ich die Menge an Rumbrüllern auf 10 begrenzen und nicht 40 wildgewordene Bestien auf einmal auf die armen Tiere loslassen.
Schmetterlinge haben normalerweise eine Halbwertzeit von ca. 3 Wochen. Diese schaffen es hier vermutlich kaum auf 7 Tage…
Noch 200km später war ich total angep…mies drauf.
Und als ich am Wilson Creek NB ankam, setzte der dortige Ranger noch einen drauf. Das Besucherzentrum mit seiner Ausstellung und der 45(!)minütige Film waren kostenlos, allerdings wollte er 15$ dafür, wenn man die Parkstraße entlangfahren wollte. 15$! Das gab es auf keinem der Schlachtfelder, auf denen ich vorher war. Da war der Rundkurs immer inklusive. Sogar als NPS-Karteninhaber mußte man zahlen, was ich jedoch ablehnte.
Ich sackte meine Stempel ein und fuhr nach Springfield in einen botanischen und einen japanischen Garten, die beide den Namen nicht verdienten.


Der eine war weder botanisch und der andere hatte mit Japan so viel zu tun, wie eine Sau mit Eier legen.


Zum Glück war der Garten kostenlos und die 3$ für das Japangedöhns waren zu verschmerzen. Fotos gab es nur 2.
Im Supermarkt des Ortes holte ich noch etwas Brot und schon war ein weiterer Tag zu Ende.
Missouri an sich ist ja ein relativ schöner Bundesstaat und sehr aufgeräumt, allerdings sollte man sich intensiver mit seiner Tour beschäftigen, wenn man ihn besucht.
Morgen fahre ich in meinen 36. Bundesstaat nach Arkansas, von dem es viele schöne Bilder im Netz gibt. Irgendwie freue ich mich schon darauf, wobei Freude zu schnell zu Nichte gemacht werden kann.