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2.Juni                                                                      25°C 

 

6 Uhr war die Nacht vorüber. Doch bis ich endlich im Auto saß, verging noch eine Zeit und bis ich alles zusammengesammelt und im Kofferraum verstaut hatte, war es kurz vor 8.

Noch kurz was zu Best Western.
Ich weiß nicht, was ich von dieser Kette halten soll. Auf der einen Seite wollen sie nobel sein und auf der anderen gibt es viele Dinge, die einfach nicht passen.
Zimmer kosten meist kaum unter 100$, was für einen Alleinreisenden sehr viel ist. Und für diesen Preis denke ich, könnte man schon einiges erwarten. Dazu gehört für mich auch, daß der Aufzug kommt, wenn man ihn ruft. Ich habe hier nur die Treppen benutzt, weil ich meine Zeit sinnvoller nutzen wollte. Außerdem klappte die Maschine nicht, an der man sich Eis für den Kühler holen konnte.
Als ich am nächsten Tag ins Zimmer wollte, wurde meine Schlüsselkarte nicht akzeptiert, weil sie nur für einen Tag freigegeben wurde, obwohl ich 2 Nächte gebucht hatte. Das sind Sachen, die müssen nicht sein.
Ich bleibe dann mal lieber bei meinen geliebten Super 8 und Days Inn. Sind zwar auch nicht mehr so günstig, wie noch 2010, aber dort erwartet man nur ein gemachtes Bett und Sauberkeit.
Als ich die Nächte für den Trip geplant hatte, wollte ich noch 2 Nächte am Mt. Rainier verbringen, habe dann aber gelesen, daß die Straßen dort noch bis mindestens Mitte Juni wegen Schnees gesperrt sind.



Vorgestern sah die Sache aber dann ganz anders aus und da hab ich nicht lange gefackelt und den Plan für heute, der eigentlich nicht existent war, umgeschmissen.
Jetzt fahre ich 470km, um mir den Vulkan aus der Nähe anzusehen und ich freue mich riesig darauf.



Zu Gesicht bekam ich ihn übrigens erst, als ich praktisch direkt davor stand. Kommt man aus Richtung Norden, sieht man ihn schon ab Seattle. Die ganze Strecke Richtung Visitorcenter ist so schön, man möchte am liebsten in jeder Kurve und an jedem Wasserfall anhalten. Allerdings wäre ich dann jetzt noch unterwegs.


Je höher man kommt, umso mehr Schnee liegt noch am Straßenrand und kommt man oben an, könnte man seine Skier auspacken. Leute hatten sichtlich ihren Spaß daran, barfuß im Schnee zu stapfen.
Viel anderes konnte man hier dann auch nicht unternehmen, da alle Trails noch gesperrt waren. Ich genoß also nur 10 Minuten die Aussicht auf einen nicht wolkenverhangenen Vulkan, sackte den Stempel ein und fuhr auf der Westseite Richtung Olympia.

     



Mt. Rainier ist ein Sommerberg. Ich werde irgendwann im September noch einmal hierher kommen und dann bekomme ich sicher auch Seen und Blümchen zu sehen. Kitsch in Tüten sozusagen.



Heute passierte es das 2. Mal auf der Tour, daß ich im falschen Motel einchecken wollte. Das erste Mal dachte ich, ich wäre in einem Days Inn anstatt im Super 8 und heute hat Margret mich zu einer falschen Adresse geschickt. Kann ja schonmal passieren. Beide Orte fangen mit L an.

Das heutige Days Inn hatte eindeutig mehr drauf, als das Best Western. Der Aufzug war binnen Sekunden da und der Ausblick war… explosiv. Gestern Blick auf den Parkplatz, heute sagte mir Mt. Rainier Gute Nacht.
Nur die Klospülung tropfte unreparabel leise und permanent vor sich hin.





3.Juni                                                                      25°C

 

Wieder so ein Tag, an dem ich Zeit schinden muß. Es geht nach Forks und ich werde jeden Seestern mitnehmen, den ich unterwegs finden werde. Allerdings ist Ebbe erst ab 12-13 Uhr…

24h später:

Ich hatte mir umsonst Sorgen gemacht. Dachte ja nicht, daß ich es so lange an Stränden aushalte, aber das Wetter war perfekt, es gab Tidepools ohne Ende und schwupps, war es 18 Uhr.
Aber mal der Reihe nach.
Es war mir schon des Öfteren aufgefallen, daß in amerikanischen Restaurants Gewürze nicht oder nur eingeschränkt verwendet werden. So ein geschmacksneutrales Frühstück wie heute, hatte ich schon lange nicht mehr. Solltest du mal ausprobieren: Bratkartoffeln ohne Salz, Pfeffer, Kümmel, Majoran oder sonstiges. Auch bitte keine Zwiebeln verwenden. Nur Öl, KEINE Butter, und Kartoffeln braten. Und dann: Bon Appetit.
Wenn du es noch neutraler haben möchtest, dann mach noch Rührei dazu. Aber wie gesagt: nur Ei.
Und das Ganze hat mich dann 16$ gekostet.


                                              die Tomaten waren übrigens kalt
 
Ich sollte doch lieber wieder Pizza essen. Das können die hier wenigstens.
Die nächsten 250km bestanden aus immer geradeausfahren und Meditation.
Es gab nämlich außer Straße, Nadelbäumen und Ginster nix zusehen, was es wert wäre, anzuhalten und Bilder zu machen. Also ließ ich Bilder in meinem Kopf entstehen. Schon unglaublich, wie man vom hundertsten Gedanken in den Tausendsten kommt und was einem auf den paar Meilen so alles beschäftigt. Erst fängt es bei der Tagesplanung an und ob man nicht zu früh im Motel ist und dann kreisen die Gedanken weiter zum Essen, bisschen zur Arbeit, die Familie, zukünftige Reisen, reicht das Benzin, bin ich zu schnell, wieso steht hier mitten im Nix eine Grundschule, Gott meine Haare stehen heute wieder zu Berge, hatte ich im letzten Motel alles eingepackt, ich könnt ja das Radio anschalten, aber da kommt sicher eh nix ran, bin ja hier im Nirgendwo, weshalb spiegeln hier in den USA die Armaturenbretter immer in der Frontscheibe, wenn die Sonne von vorn kommt… Und so ging das, bis ich endlich an Beach 1 ankam.