30. Mai                                                                 22°C

 

Wenn ich schreibe, daß es ab heute wieder zurückgeht, dann klingt das deprimierend. Ich laß es dann einfach weg und schreibe:
Die nächsten 9 Tage verbringe ich am Meer. Ausschließlich. Und ich hoffe, bei Sonnenschein.
Allerdings sah es derzeit nicht danach aus. Die Suppe hing tief…

Margret hatte mindestens 15 Punkte einprogrammiert bekommen, ob ich aber überall anhalte, überlasse ich dem Zufall und dem Wetter und überhaupt und eigentlich will ich auch nicht zu jedem Stop eine Geschichte schreiben. Ich kriege heute Morgen eh nicht mehr alles zusammen.
Wichtig zu erwähnen wäre nur: french Toast muß nicht nochmal sein. Was ist das? Toast getitscht in Zuckerwasser und Butter? Dann doch lieber wieder Omelett. Da weiß man, was man bekommt.
Eigentlich war ich schon kurz nach dem Frühstück in Zeitnot und hab deswegen alle Leuchttürme auf der Strecke gestrichen. Ich war da ja schon überall und Stempel brauchte ich keine mehr.


Mein Hauptinteresse galt heute dem Cape Perpetua und Thor’s Well, diesem Loch an der Küste, welches sich bei Flut bei jeder größeren Welle mit Wasser fällt und für einige Profi.. Hobbyknipser ein Knipseldorado ist. 2015 war ich leider bei Ebbe hier, doch diesmal war der Zeitpunkt ideal. Nur mein Equipment war nicht das Beste. Egal. Ich hatte Spaß und allein DAS zählt.

                               



Ich war heute auch das 3. Mal in Bandon an diesem Viewpoint, auf dem es meistens schweinekalt ist und der Wind einen von den Klippen pusten will. Diesmal war es angenehmer und mystischer. „Kornkreise“ am Strand und es sah genial aus. Keine Ahnung, wie man sowas akkurat hinbekommt und wie lange man „daran sitzt“.



Das Highlight des Tages war dann allerdings der Sonnenuntergang. Normalerweise liege ich zu der Zeit lange im Bett, aber diesmal dachte ich: why not?
Leider gab es keine Möglichkeit, den Leuchtturm mit einzubeziehen, da es NPS-geleitet und day used area ist, aber was solls. Sonnenuntergang ist von jedem Platz aus sehenswert.


Eine Stunde habe ich die untergehende Sonne und den Strand und die Wellen und jeden Stein, der da rumlag, geknipst und gefilmt und als meine Hände angefangen hatten, einzufrieren, fuhr ich zurück ins Motel und resümierte: it was a good day !!





31. Mai                                                                   25°C

 

Weiter geht’s. Immer Richtung Norden.
Am Yakina Head Lighthouse schien noch die Sonne. Im Laufe der Fahrt sollte sich das allerdings ändern. Sagt meine Wetter-App. Und das wäre blöd, denn die kommenden 48 Stunden wollte ich eigentlich Tidepools knipsen und dann kommt Wasser von oben nicht so wirklich gut.


Hätte ich 8 Stunden später gewußt, daß ich hier am Leuchtturm die größte Ausbeute vorfinden würde, wäre ich länger geblieben. Auch, obwohl hier mindestens 5 schreiende Schulklassen rumhüpften.


Cape Meares Lighthouse und die Käsefabrik mußten wegen gesperrter Straßen und gesperrter Gelände ausfallen. Und der viel gepriesene Tidepool am Haystack Rock am Cannon Beach war gar keiner. Außer Steine war da nämlich nix zu sehen.
Apropo Cannon: Hatte ich schon erwähnt, daß ich die ganze Zeit nur mit dem Iphone knipse? Ich hätte 1kg mehr shoppen können, hätte ich die Canon zuhause gelassen..


Jetzt war es 14 Uhr und alles, was Margret noch intus hatte, war der Ecola SP und sein Strand und so sehr ich den SP auch mag, so wirklich zeitfüllend war es nicht.
Da langsam wieder Hochwasser in Sicht kam, fuhr ich zuerst an den Strand und wollte da nach dem Rechten bzw. nach Anemonen schauen.
In dem Moment, als ich das Auto parkte, fiel mir wieder ein, was ich 2015 hier alles so angestellt hatte.
Rechts und links des Strandes sind jede Menge riesige Steine und Felsabschnitte und perfekt für Sylvi, sich da kletter- und stolpermäßig auszutoben. Normalerweise sollte man in meinem Alter nicht mehr… ach was, scheiß drauf. Es macht Spaß und ich vertrödel genug Zeit!



Wassergetier gab es hier diesmal nicht so viel, aber es gab ein paar hässliche Schleimbilder und Kleinkinder, denen es sichtlich Spaß machte, sich von oben bis unten einzusauen.
Die Aussicht zum Haystack Rock vom Ecola SP aus genoß ich nachher nur für 2 Bilder. Es war schweinekalt und eine Gruppe Halbwüchsiger hatte wieder eine Grillparty da oben und da wollte ich denen nicht durch’s Bild latschen.



Wer in Seaside stoppt und hunger hat: Angelinas Pizza kann ich empfehlen. Sieht zwar winzig aus, ist aber von der Menge her genau richtig !!!
Mein Bett steht die nächsten 2 Tage hier in einem Best Western direkt am Strand. Aber leider ohne Ausblick und Frühstück gibt es auch keins inklusive. Aber was solls. 60€ für ein BW, da darf man keinen Kaffee ans Bett erwarten…


Für Morgen ist Regen angesagt und ich weiß noch nicht, wie ich Regen und Seesterne unter einen Hut bekommen soll.

Vielleicht sammle ich auch einfach noch fehlende Stempel ein und mach einen auf ruhig.


 

1.Juni                                                                           17°C

 

Und genauso kam es.
Als ich wach wurde, regnete es junge Hunde und ich sah alle Fälle Seesterne davonschwimmen.
Ich hab daher beschlossen, bis 10 Uhr im Bett zu bleiben und heute nur das Nötigste zu tun, was beinhaltetetetete: Margret umprogrammieren und statt nach Süden, nach Norden fahren und Stempel einsammeln, die ich noch nicht habe.



Falls jemand mal fragen sollte, weshalb das Cape Disappointment Cape Disappointment heißt, da stinkt es den ganzen Tag nach Plumpsklo. Und zwar seit 5 Jahren nicht mehr gelehrtes Plumpsklo. Wie man ausgerechnet DORT ein Besucherzentrum hinstellen mußte, ist mir schleierhaft. Die, die das Teil da bauen mußten, hatten sicher den „scheiß“ Job ihres Lebens.

Der tiefste Stand der Tide war heute gg. 14 Uhr und da traf ich dann auch am Arcadia Beach ein, was allerdings ebenfalls disappointed war. Laut google gab es hier Tidepools, gefunden hab ich keine. Blieb also nur noch Hug Point, mit dem ich schon 2015 zufrieden war. Man mußte zwar ein Stückchen am Strand nach Norden spazieren, aber das Ergebnis war es allemal wert.


Low Tide ist übrigens nicht gleich Low Tide.
2015 konnte ich am Strand an der Kante langlaufen und Anemonen knipsen, dieses Jahr war trotz Tiefststand alles mindestens einen halben Meter unter Wasser und das Meer spritze bis zum Aufgang zum Felsvorsprung.
Die Ausbeute war deswegen auch geringer, aber keinesfalls enttäuschend. Übermorgen, wenn ich wieder im Olympic NP nach Seesternen schaue, wird es definitiv interessanter und bunter.


Für heute war ich erstmal durch, obwohl es erst 16 Uhr war. Ja, ein bisschen disappointed war ich schon, aber was will ich machen?
Im Safeway des Ortes gab ich noch schnell 32$ aus und schon kurze Zeit später saß ich mit dem Laptop im Bett, sortierte Fotos, schaute ein Stündchen youtube und 20.30 Uhr knipste ich das Licht aus.
Morgen wird es anstrengend, denn ich hatte kurzfristig den Plan geändert. Die Straßen am Mt. Rainier waren nämlich entgegen aller Meldungen DOCH frei. Und das ließ ich mir nicht 2x sagen.