11.-17. Oktober 2016                                                               20°C    


Es gibt in meinen Augen 3 verschiedene Arten von Menschen, wenn es um das Thema Verreisen/Urlaub/Ferien machen geht.


Die einen haben 6 Wochen Urlaub und verbringen diese Zeit zuhause auf der Couch oder im Garten oder vor der Spielekonsole, die anderen brauchen das Abenteuer und suchen weltweit nach Abwechslung und müssen, bevor sie das Zeitliche segnen, jedes Land/jeden Berg/jeden Strand auf der Welt gesehen haben und die dritte Spezies fährt jedes Jahr an den Gardasee oder in den Schwarzwald.
Immer und immer wieder an die gleiche Stelle, in das gleiche Hotel oder mit dem Camper auf den gleichen Stellplatz wie seit 1954.

Letztere Spezies war mir schon immer suspekt.
Es gibt soviel zu sehen da draußen. So viele Länder und Kulturen und Städte und was weiß ich nicht alles und diese Leute verbringen jeden verdammten Sommer in irgendeiner Hütte an irgendeinem See oder am Strand von Mallorca.


Nunja...

Was soll ich sagen?
Im Grunde tun diese Leute genau DAS, wonach ihnen ist. Sie fahren dahin, wo sie glücklich sind, wo sie den Alltag vergessen können und wo sie das machen, wozu sie Lust haben und niemand sie dabei stört.
Und langsam aber sicher entwickle ich mich zu Gruppe 3.
Wobei man die 9 Mio km² USA nicht als "immer den gleichen Ort" bezeichnen kann. Aber für mich sind die USA in den letzten Jahren zu meinem persönlichen Gardasee geworden und ich kann mir (derzeit) nicht vorstellen, je woanders hinzufahren und dabei spielt es keine Rolle, ob ich an der Ost- oder an der Westküste oder irgendwo an einer roten Ampel irgendwo im Mittelwesten stehe. Hauptsache, ich bin da.



An einem der letzten Tage dieser Reise lotste mich Margret durch eine ganz fiese Ecke in einer mir unbekannten Stadt in New Jersey und ich sah mich schon im Kugelhagel sich rivalisierender Banden umkommen und diese Minuten, in denen ich im Auto von dunkler zu noch dunklerer Ecke fuhr, waren so aufregend und spannend, ich wollte zu dem Zeitpunkt nirgendwo anders sein.
Eine Stunde später stand ich an einem Wasserfall und am nächsten Tag schlenderte ich durch herbstlich geschmückte Städtchen in Delaware, nachdem ich spontan beschlossen hatte, mir für 3 Stunden den Atlantik anzusehen.



Es war so viel passiert und ich hab soviel gesehen, aber es war halt nur spannend und aufregend für MICH und es gibt so gut wie keine Fotos. Ich saß fast nur im Auto und und lies das Leben an mir vorüberziehen und es waren die besten Urlaubstage, die dieses Jahr passieren konnten.

 


Ich habe, als ich wieder zuhause war, mal nachgezählt:
Anzahl Fotos: ca. 400
davon Handybilder: 390
Wenn mir das einer 2014 gesagt hätte...