Reisebericht Rom 2009             



Zwei Reiseberichte über Rom auf EINER Homepage… das KANN nur langweilig werden. Wer also jetzt schon genug hat, der darf ruhig weiterblättern. Oder runterscrollen, denn es gibt auch dieses Jahr wieder das ein oder andere misslungene Foto.
Waren es letztes Jahr noch ca. 500 Bilder, hab ich mich dieses Jahr etwas zurückgehalten, denn wer braucht schon alles 2 mal?

DAS nenn ich mal nen gelungenen Auftakt und wer weiterliest, ist selbst dran schuld..


Donnerstag, der 29. Januar


Wieviel muß man für 4 Tage Rom einpacken? Braucht man überhaupt was? Und wenn ja, reichen 2kg? 5kg? Es müßte doch genügen, wenn man alles in das Handgepäck packt. Eine Hose, 1 Shirt, 1 Zahnbürste..
Jaaaa, wenn es doch alles so einfach wäre.
Ich bin grad bei 9kg und ich hab trotzdem "noch soooooooo viel vor mir". Aber wahrscheinlich muß es bei Frauen so sein..  (Ich schiebe es einfach mal auf den Fotoapparat und den Regenschirm)

Morgen muß ich noch 6 Stunden an der Kasse zubringen, nett sein... zuvorkommend.. ABER DANN....

17 Uhr werde ich abgeholt und die Warterei hat endlich ein Ende !!!

Freitag, der 30. Januar



Abgemacht war, daß ich 17 Uhr abgeholt werde. Und was war? Das „Taxi“ war
15 min zu zeitig und ich hatte auf der ganzen Fahrt zum Flughafen Hahn das Gefühl, etwas vergessen zu haben.
Viertel vor 6 waren wir nach endlos erscheindender Gurkerei am Airport und
genau wie im letzten Jahr, waren wir die ersten und man könnte meinen, auch
die einzigsten, die überteuertes Gepäck aufzugeben hatten.
Danach gings noch schnell durch die Sicherheitsschleuse und …. mooooooment… von wegen schnell. Bei Frau Schulze MUßTE es ja mal wieder piepsen. Dabei hatte ich nun wirklich nichts metallernes an mir. Mal abgesehen vom Hosenknopf…

Weil es ja seit Jahren üblich ist, daß mitgebrachte Flüssigkeiten grundsätzlich aus radioaktiven und brennbaren und explosiven Material bestehen, mußten wir uns nach dem Sicherheitscheck eine neue Flasche Wasser kaufen. 2,50€ für eine 500ml-Wasserflasche aus einem Billigdiscounter, die normal 15ct kostet. Maximal. Naja, was solls. Ganz ohne Getränk geht es aber nicht, denn wie schon im letzten Jahr „beobachtet“, haben Flieger von Ryanair einen ganz eigenen Geruch im inneren, der sich wunderbar im Hals festsetzt und kratzt und kratzt und kratzt. Wenn man sich also nicht die Lunge aus dem Hals husten will, muß man in den sauren Apfel beißen und 2,50€ investieren.

20.15 Uhr ging es mit einer kleinen Verspätung endlich los und nachdem mich die „nette“ Stewardess darauf aufmerksam gemacht hat, daß ich doch die Videokamera auszuschalten und den Mitschnitt vom Saftschubsenballett zu
löschen hab, starteten wir in Richtung lang ersehntes Ziel.
Wörtlich sagte sie in wunderbarem englisch mit polnisch-kirgisischem Akzent: „MRS? PLEASE DELETET !!!!! (und zwar sofort, sonst schmeiß ich sie aus dem Flieger!)“ Ok, das letzte war frei erfunden, aber ihr Blick sagte genau DAS…

Willkommen an Bord und enjoy your flight..

Der Flug verlief sehr ruhig, es gab keine nennenswerten Vorfälle und pünktlich 21:45 Uhr landeten wir auf dem Airport Ciampino in Rom. Auch unser Gepäck kam an und so ging es schnurstracks zum Bus, der uns bis zum Bahnhof Termini brachte.



Lange Rede, kurzer Unsinn: Halb 11 waren wir im Hotel und unser Zimmer war wirklich schnuckelig und für italienische Verhältnisse recht großzügig bemessen. Außerdem war es sauber, wir hatten eine Art Terasse, die aber eher ein Zugang zum „Innenhof“ war.
Der nette Mann von der Rezeption, der unsere Koffer ins Zimmer getragen hatte, erklärte uns noch schnell, wie der Fernseher (der keine deutschen Programme gespeichert hatte) funktionierte und überließ uns dann uns selbst.



Was macht man Freitagabend 22:45 Uhr in Rom?
Richtig: gucken, ob es noch was zum Füllen des Magens gibt und außerdem wollten wir noch fix zur Kirche St. Maria Maggiore gehen.
Das ist meine dritte Reise in diese verrückte Stadt, aber ich hatte sie noch nie bei Nacht gesehen.
Aber erstmal hieß es: Essen fassen.
Irgendwas kleines. Billiges.
Tjaaaa..... das mit dem billig ist so ne Sache in Rom. Hier ist eigentlich gar nichts billig. Außer die Bustickets vielleicht und das Wasser aus den zahlreichen Wasserspendern in der Stadt, aber ansonsten?
Unser Weg führte uns zu Mc Doof. Da ich dem Laden nichts abgewinnen kann, haben wir uns geteilt. Hühnchen hat sich ein Burger gegönnt und ich ein belegtes Baguette, auch Stangenbrot genannt.  4,10€ für bisschen Brot mit wenig drauf.

Herzlich Willkommen in Rom.

Nach dem reichlichen Mahl war es nun endlich Zeit für etwas kultur. Die Kirche Santa Maria Maggiore lag ca. 300m westlich des Bahnhofs und so waren wir auch schnell da. Bevor wir um die Ecke bogen, zückte ich meine Knipse und wenige Meter später...

Stockeduster wars.
Keine Beleuchtung weit und breit. Damit hatte ich ja nun nicht gerechnet. Ich war mal wieder enttäuscht worden. Eigentlich hatte ich mir ausgerechnet, daß hier zig Scheinwerfer stehen und alles in wunderbares gelbes Licht tauchen, aber
Man malt sich alles so wunderbar aus und kriegt immer wieder eins auf die Nase.
Der Tag endete also so, wie er begonnen hatte:
unzureichend und nicht zufriedenstellend.

Zum Glück liegen noch 4 romreiche Tage vor uns und ich hoffe inständig, daß sich alles zum Guten wendet.


Samstag, der 31. Januar



Was man die erste Nacht unter neuem Dach träumt, geht in Erfüllung.
Geträumt habe ich absolut nichts und wenn man daraufhin auf meine weitere Zukunft schließt, dann gute Nacht Marie…

Ich hatte Hühnchen schon auf das „üppige“ Frühstück vorbereitet und so war sie nur halb so geschockt wie ich letztes Jahr. Das reichliche Mahl wurde im Zimmer serviert, bestaunt, fotografiert und für mangelhaft befunden.


  
Der Kaffee ließ das Herz Hopser machen, das Croissant war so lala, das Müsli schmeckte laut Huhn nach eingeschlafenen Füßen und den Zwieback haben wir unangetastet gelassen. Und damit uns das jetzt nicht jeden Morgen so geht, beschlossen wir heute im Laufe des Tages einen Supermarkt aufzusuchen.

Aber erst einmal hieß es: Rom-Route 1
Es gab dafür 3 Möglichkeiten: Nach Norden Richtung Piazza del Popolo und dann Richtung Süden, oder wir fangen am Kolosseum an und arbeiten uns nach Westen durch ODER wir beginnen beim Papst…


Da die Wettervorhersage für Rom seit Tagen nichts Gutes verlauten ließ, setzten wir den Papstbesuch an letzte Stelle. Ne Kirche kann man auch bei schlechtem Wetter anschauen.
Ich überlies also Hühnchen die Qual der Wahl und sie entschied sich spontan für die Route „Kolosseum und Co.“ Im Nachhinein weiß ich auch weshalb: Das Kolosseum ist das einzigste Sehenswerte an Rom, welches sie kennt. Das Pantheon oder die Piazza Navona waren zu diesem Zeitpunkt noch völlig unbekannte Dinge.

Wie kommt man von der Via Varese zum Kolosseum?
RICHTIG: Mit der Metro

Es gibt nichts Spannenderes, als sich in Rom mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen. Man geht einfach zu einem Tabacchia-Laden und kauft sich ein Ticket. Diese Tickets gibt es in 3 (für den gemeinen Touristen gebräuchlichen) Ausführungen: 75min = 1€, 1 Tag = 4€, 3 Tage = 11€ und in dieser Zeit kann man mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt fahren. Bei dem Ticket für 1€ ist allerdings nur EINE Metrofahrt zulässig, was uns mal allzudeutlich vor Augen geführt wurde... (Später mehr)


Hühnchen hat also für jeden von uns ein 1€-Ticket gekauft und wir bestiegen die Metro Linie A und fuhren 2 Stationen bis zur Kirche St. Giovanni in Laterano.
Diese Kirche ist, wie ich finde, ein würdiger Auftakt zur Besichtigung Roms und das Kolosseum ist ebenfalls nicht weit und gut zu Fuß zu erreichen.


Auf dem Weg zum Kolosseum kamen wir noch an einer besonderen Antiquität vorbei und Hühnchen besetzte gleich mal den besten Platz.


Irgendwann war es dann soweit und wir standen direkt vor dem Kolosseum und ich versuchte Hühnchen schonend beizubringen, daß ich nicht gewillt war, für diesen Steinklops Eintritt zu zahlen, denn erstens war ich schonmal da drin, zweitens war mir die Schlange von Touristen viel zu lang und der dritte, und gleichzeitog der Hauptgrund war: VIEL zu teuer.

Sie war einverstanden und wir begnügten uns damit, den Rundbau von außen und den dahinterliegenden Konstantinsbogen zu knipsen. Was bei so einem Ort natürlich nie fehlen darf: über Japse lustig machen
Ganz Europa in 7 Tagen...


Direkt neben dem Kolosseum geht ein Weg zum Forum Romanum, einem meiner Lieblingsplätze in der Stadt. Egal, in welche Richtung man schaut, immer gibt es irgendwas zum knipsen oder filmen. Die Kulisse ist schon großartig. (Außerdem befindet sich dort eins von den wenigen öffentlichen Toiletten der Stadt)

ZUMINDEST DACHTE ICH DAS…



Wie wir beiden also mit der Meute Richtung Titusbogen am oberen Ende des Forum-Romanums schlendern, schwant mir Böses, als ich ein riesiges Gittertor samt Wachhäuschen sehe…Das stand letztes Jahr noch nicht da, war mein erster Gedanke. Nicht, daß die hier jetzt auch Eintritt verlangen.
Wir kommen also näher und es bewahrheiten sich meine schlimmsten Befürchtungen. Nicht nur, daß man jetzt hier Eintritt verlangt, NEIN, wir waren auch am Ausgang des Forums. Es ging zwar ein Weg links an der ganzen Anlage vorbei, doch führte er um das Forum herum nach oben zu irgendeiner … Kapelle, will ich mal sagen.
Um es zusammenzufassen:
Bisher mußte man für das Palatin Eintritt zahlen und/oder für das Palatin plus Kolosseum. Das Forum war offen für alle und es gab 2 Eingänge. Aber wie ich später im Romforum gelesen hab, hat man das ganze Theater schon letzten März eingerichtet. Jetzt mußte man eine Eintrittskarte für 12€ kaufen und konnte mit ihr gleichzeitig in alle 3 Denkmäler gehen. WAS wiederum zur Folge hatte: Gratis-WC für 4 Tage im Forum = Geschichte.
Ich brauch also nicht extra zu erwähnen, daß ich stiiiiiink sauer war und das somit meine Kalkulation für die 4 Tage komplett über den haufen geworfen wurde. 12€ ist viel Geld, wenn man nur max. 100€ ausgeben möchte..
Schuld an allem war natürlich, daß ich mich ZU sehr auf Rom gefreut hatte. Es mußte ja so kommen. Freut man sich, wird’s scheiße oder es passiert was. Bisher war der Trip ein einziger Reinfall. Ok, wir hatten strahlend blauen Himmel, obwohl starker Regen angesagt war, aber das half mir jetzt auch nicht weiter.

Was nun?


Forum ausfallen lassen oder in den sauren Apfel beißen und 12€ löhnen?
Irgendwann standen wir wieder vor dem Kolosseum und ich glaube, ich hab ne halbe Stunde einfach nur so dagestanden und überlegt. Ich wollte partout nicht, daß man meine Pläne durchkreuzt.
So ein MIST aber auch.
Andererseits: Rom ohne Forumfotos…. UNDENKBAR.

Ich beratschlagte mich mit dem Huhn und wir einigten uns schweren Herzens, doch Eintritt zu bezahlen und uns gleich auch noch das Kolosseum einzuverleiben.

Wie mittlerweile in ganz Europa und USA üblich, kannst du nichtmal mehr zum Bäcker gehen, ohne durch eine Sicherheitsschleuse zu müssen. Die Schlange davor war relativ kurz und schon nach 5 min waren wir an der Security vorbei um gleich danach festzustellen, daß die Schlange vor dem Piepser nur die Spitze des Eisberges war.
Die Schlange, die an der Kasse stand, war 5x so lang.
GOTT, ich verfluchte diesen Tag.
Nach gefühlten 5 Stunden waren wir endlich an der Reihe, ich zahlte und wir gingen uns das „frühchristliche Schlachthaus“ von innen anschaun. Hühnchen meinte irgendwann: „Ich hab mir das aber anders vorgestellt!“

Ich hab ihr dann versucht zu erklären, daß die Kammern, die sie in der Mitte des Bauwerkes sah, früher unterirdisch verliefen und das in diesen die Tiere und Gladiatoren und die restlichen unfreiwilligen Mahlzeiten der Löwen warteten und das der Boden im Laufe der Zeit, wie so vieles andere auch, eingefallen war.


Erst schauten wir uns das Teil von unten an und als wir dann endlich die furchtbar anstrengende Treppe nach oben gefunden hatten, bestaunten wir das ganze nochmal aus der Vogelperspektive.
Eigentlich verdient das Kolosseum seinen Namen ja zu unrecht, wenn man sich mal die Dimensionen heutiger Stadien anschaut… Aber egal. Für die damalige Zeit war es schon eine reife Leistung, das ganze aus dem Boden zu stampfen.

Irgendwann machten wir uns dann auf dem Weg zum Forum und ich fragte sicherheitshalber nochmal einen Wärter, ob es denn den Eingang an der Hauptstraße noch gibt oder ob ich mich durchs Palatin quälen muß, wo es in meinen Augen eher langweilig ist.
So richtig helfen wollte mir der Mann nicht, aber am Ende mußte er sich doch geschlagen geben und versicherte mir, daß der Eingang an der Via dei Fori Imperali benutzt werden kann.
Auch hier hatte der Fortschritt zugeschlagen und wir kamen erst ins Forum, nachdem die Eintrittskarte gescannt wurde.
Nach dem ganzen Quatsch war mir irgendwie die Laune vergangen und ich hab nur noch einige Minuten Filmmaterial produziert, aber keine Fotos gemacht. Und wer jetzt glaubt, Hühnchen war von den ganzen Tempeln und Steinen beeindruckt, der irrt. Was sie begeistert hat, waren die Apfelsinenbäume oben auf den ersten Metern, wenn man zum Palatin geht. Erinnerungen an unsere USA-Urlaube wurden wach aber leider konnte sie ihren Trieben nicht nachgeben, denn die Früchte hingen einfach ZU hoch. Wie eine Katze um den Brei ist sie geschlichen und am Ende war es doch vergebens 


Mittlerweile war es nach 2 Uhr nachmittag und unsere Mägen meldeten sich. Wir beschlossen daher, Richtung Altstadt zu gehen und uns einen Dönerladen zu suchen, denn darauf hatten wir jetzt Appetit. Außerdem hatten sie die gleichen Preise, wie die Dönerläden hier in Deutschland.

Aber ich würde nicht mit „aber“ anfangen, wenn es nicht auch diesmal etwas gäbe, was uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte.

Immer wieder bekommt man Tips, wie man dieses oder jenes verbessern oder klüger angehen kann. Unter anderem zählt dazu: nicht erst Schuhe kaufen, wenn die alten ein Loch haben, nicht erst zum Arzt gehen, wenn man schon tot ist und nicht sich erst zu essen suchen, wenn man hunger hat.
Doch genau DARIN lag jetzt unser Problem.

So ein üppiges kontinentales Frühstück (hört sich riesig an, ist aber eher nen Eiland, als nen Kontinent) in Italien hält ja maximal 3 Minuten an und so verließen uns unsere Kräfte langsam, aber stetig und unsere Füße meldeten sich auch schon, denn sie brauchten dringend eine Pause.
Die Idee mit der Altstadt war ja an sich ok, aber wenn man spezielle Wünsche hat, so wie wir beiden gerade, dann isses schlecht, denn Dönerläden gibt es nur am Bahnhof oder dort, wo man sich mit Sicherheit gerade in einem öffentlichen Verkehrsmittel befindet und daran vorbeirauscht.
Will sagen: nix zu essen, während der nächsten 30 min.


Nach langem Hin und Her haben wir uns ein Busticket für 1€ gekauft und sind Richtung Termini gefahren.

Der Döner dort war… kein deutscher Standart, denn er war kalt. Kein Wunder, wenn man alle Zutaten aus der Kühlung nimmt, es zusammenklatscht, in Alufolie verpackt und 30 Sekunden in einen leicht vorgeheizten Ofen legt..

Naja, was solls. Wir waren erstmal satt, zufrieden und keine 100m vom Hotel entfernt. Siesta-Time.

Wir waren grad mal 5 Stunden unterwegs und fühlten uns wie 80. Wie sollen wir die restlichen 3 einhalb Tage überstehen, wenn uns jetzt schon alle Gräten wehtun?
Ich mußte Hühnchen davon überzeugen, daß es eine LEBENSNOTWENDIGKEIT ist, sich das 3-Tages-Touristen-Busticket für 11€ zuzulegen. Andererseits kriechen wir spätestens morgen nur noch auf dem Zahnfleisch durch die Stadt.
Naja, irgendwann wird sie ein Einsehen haben und meinem Vorschlag zustimmen. Bis dahin hieß es: Füße hoch!

Irgendwann geht auch in Rom die Sonne unter und unsere Kondition war wieder soweit hergestellt, um einen zweiten Anlauf zu starten. Bevor es jedoch in die Stadt ging, mußten wir aber erstmal dem Supermarkt um die Ecke einen Besuch abstatten, denn jeden Tag nur mit einem Happen Croissant beginnen, ist ja auch nicht das Wahre.
Auf dem Weg nach draußen, war Hühnchen ZU neugierig und hat in der Nähe der Rezeption in ein Zimmer gelukt, was der „netten“ Dame am Schalter nicht so recht zu passen schien. „WHAT DO YOU LOOKING FOR ??!!“
Wow…wußte gar nicht, daß hier Soldaten Wache schieben. Das sie uns nicht gleich mit dem Gesicht zur Wand gestellt und abgetastet hat, war aber auch alles. Wir verließen schnurstracks das Hotel und hofften inständig, daß sie sich bis abend wieder beruhigt.
Jeder kann ja mal nen schlechten Tag haben..
Mal schaun, ob ich nen Foto von ihr finde. Ahhhh, da ist ja die Gute:




In Rom bekommt man alles, was man zum Überleben braucht. Doch im Gegensatz zu Deutschland, muß man hier für ALLES mind. 3x soviel bezahlen. Egal, ob Brot, Wurst, Käse, Schokolade...
Supersonderangebot: ein Schokopudding für NUR 1,25€. Bei sowas frage ich mich: wie finanzieren das die Römer? Arbeiten die alle für 50€ die Stunde? Wir haben wirklich nur das Nötigste mitgenommen und 22€ blechen müssen. Der Clou war aber der Bäckerstand: bei uns heißt es: 4 Brötchen = 1€. Dort heißt es: 1 Brötchen = kg 12€. Baguette = kg 9€
Die spinnen, die Briten...äähm...Römer.
Naja, egal. Dann werden wir eben die nächsten 3 Tage unser Frühstück genießen und dabei denken, wir sind Gourmets..
Wir brachten unsere wertvolle Fracht zurück ins Hotel und schlenderten dann zum Termini. Schlendern deswegen, weil die Füße doch noch nicht sooo erholt schienen, wie gedacht.

Da wir auf der Fahrt zum Döner heute nachmittag den Fahrschein nicht entwertet hatten, konnten wir ihn gleich noch einmal benutzen. (Wobei ich mich frage: gibt’s in Rom überhaupt Kontrolleure? An der Scheibe hinter dem Busfahrer stand nur eine Info, daß die Strafe zwischen 100 und 500€ beträgt, sollte man erwischt werden..)

Kurz bevor wir den Busplatz am Termini erreichten, fiel mein Blick auf einen Bus, an dem stand: 40 - St. Pietro. Und dann schaute ich zu Hühnchen und fragte: sollen wir zum Papst fahren?
Sie machte große Augen, überlegte und meinte: ok
Ich: unsere Pläne sind eh schon über den Haufen geworfen, also was solls. Machen wir heute Abend den Petersdom bei Nacht und morgen oder übermorgen bei Tag.

Gesagt, getan und so bestiegen wir die 40 und fuhren Richtung Westen.
Irgendwo bei der Engelsburg, die für mich übrigens NICHTS von einer Burg, sondern eher was von einer hochgebauten Kläranlage, hat, stiegen wir aus und liefen erstmal Richtung Norden zur Engelsbrücke.
Irgendwo im Netz fand ich ein Foto, welches ich unbedingt nachfotografieren wollte.


Auf der nächsten Brücke schien der richtige Ort dafür zu sein und wir verknipsten ein Bild nach dem anderen, nur um dann festzustellen: da hilft nur Bildbearbeitung. So wie wir uns das vorstellen, wird das nichts.
Nach 30 min haben wir aufgegeben und machten uns auf den Weg zur Kirche des heiligen irgendwas…


Am Petersplatz angekommen, war mein erster Gedanke: Jo, is denn scho Weihnachd’n?
Mittendrin standen immer noch der riesige geschmückte Weihnachtsbaum und davor eine Krippe. Ich muß jetzt nicht extra erwähnen, daß sie komplett fehl am Platze waren und NICHTS auf den Fotos zu suchen hatten..
Wir hielten uns nicht lange dort auf, machten ein zwei Bilder, denn das Licht war nicht besonders und Hühnchen wollte noch das Kolosseum im Dunkeln ablichten.
Stellte sich die Frage: wie kommen wir dahin?
Mit Bus oder Metro?
Da erfuhr ich, daß Hühnchen Metro fahren liebt, also liefen wir nach Norden zur Station „Ottaviano-St.Pietro“. Da wir kein Ticket hatten, wollten wir unterwegs noch schnell eins besorgen, was sich schwieriger gestaltete, als angenommen, denn mittlerweile war es 20 Uhr und die Geschäfte schlossen bzw. sorgten deren Mitarbeiter auf eindeutige Art und Weise dafür, daß man nicht mehr den Laden betrat, in dem sie einfach den Boden wischten und mit dem Schrubber die Tür vor unserer Nase zuschoben. Als wir fragten, ob noch offen ist, ernteten wir zum
2. Mal an diesem Tag böse Blicke und ein schroffes: „YES!!!!“
Wenn ich wüßte, was „entschuldigen sie bitte, daß ich lebe“ auf englisch heißt, hätte ich es ihr gesagt, so haben wir nur allen Mut zusammen genommen und nach Tickets gefragt und sind nach einem dahingeklatschten „NEIN“ wieder gegangen.
2 Straßen weiter erfüllte man uns dann aber doch noch unseren Wunsch und so stand der Fahrt Richtung Kolosseum nichts mehr im Wege.



Rom ist ja nicht besonders groß und so waren wir, incl. umsteigen bei Termini in die Linie B, in 10 Minuten am Kolosseum, wo jemand krampfhaft versucht hat, das große Gebäude unverwackelt in die kleine Kamera zu bekommen:


Der Fotoexkurs dauerte nicht lange und wir beschlossen alsbald zurück ins Hotel
zu fahren, um unsere müden Knochen ausruhen zu lassen.

Dachten wir...


Aber zum"Glück" passieren ja immer wieder Dinge, die man nicht voraussehen kann oder die man einfach falsch versteht.
Die Tickets für 1€ gelten 75 min. Seit dem Entwerten am Petersdom waren keine 45 min vergangen und so hatten wir noch genügend Zeit, mit der nächsten Bahn Richtung Hotel zu düsen. Unsere Metro war die Linie B und wir mußten 2 Haltestellen Richtung "Rebibbia". Wir zückten unser Ticket, steckten ihn in den Schlitz und.... piiiiep und das Ticket kam zurück.
Hm...komisch. Die 75min waren noch nicht um. Wieso ging das nicht?
Irgendwann später hab ich dann gelesen: der Fahrschein für 1€ gilt für 75min, und berechtigt in dieser Zeit zu Fahrten mit allen öffentl. Verkehrsmittel incl. EINER Metrofahrt..
Toll.
Das hätten die einem aber schon früher sagen können. Nun standen wir da und überlegten, wie es nun weitergeht.
Seit Stunden pochten die Füße, die Hüftgelenke schmerzten und das Kreuz knirschte auch schon verdächtig.
Trotzdem blieb uns nichts anderes übrig, als vom Kolosseum bis zur Via Varese zu laufen. Laut Stadtplan waren es keine 2 einhalb km, aber da sich Schulze ein klitzekleinwenig in der Richtung geirrt hatte, wurden aus dem kleinen Spaziergang 3 einhalb km. Und 3 einhalb km mit schmerzenden und sicher mit Blasen übersääten Füßen zu gehen, macht nun wirklich keinen Spaß.
Irgendwo auf halber Strecke kamen wir an einer Gelateria vorbei und gönnten uns "zur Feier des Tages" ein kleines Eis. Wobei man sagen muß: klein ist in Italien relativ.
Lecker war mein schokoladiges Schokoeis trotzdem. Wenn ich den Namen des Lokals wüßte, würde ich es glatt weiterempfehlen.

Nach gefühlten 1500km kamen wir endlich im Hotel an und der einzigste Gang, der noch anstand, war der ins Bett und wir hofften inständig auf eine erholsame Nacht. Auf das wir uns morgen wieder bewegen können...


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