Freitag, 20. Mai                                                                                     

 

Am Tage des Rückfluges bin ich normalerweise nervöser, als zu Beginn der Reise. Diesmal nicht. Ich konnte sogar Kaffee trinken, ohne einen Herzkoller zu bekommen.
Ich hab ausgerechnet, daß, wenn ich 10 Uhr das Motel verlasse, ich immer noch 4 einhalb Stunden vor Abflug am Mietwagenzentrum bin. Wenn mein Auto normal anspringt, habe ich immer noch genügend Zeit, um mir die Beine am Gate in den Bauch zu stehen.
Lt. Internet fliege ich mit einer der neuesten A380 der Lufthansa, der D-AIMK. Sie ist erst 2 Jahre alt und ich war wirklich gespannt, ob der Unterschied zu anderen Langstreckenfliegern so groß ist.
Momentan befindet sich mein Taxi nach Hause über Grönland und hat schon Verspätung.



Mein Gott, soviel Blech in der Luft.

Ich fange aber von vorn an.
Das Motel habe ich gegen 8 Uhr verlassen und dann, nachdem das Auto ohne zu murren angesprungen war,  ging es 150km immer geradeaus Richtung Houston Airport und weil mein Puls immer noch unten war, entschied ich mich für ein letztes Mal IHOP.
Crepes mit Schinken und Spinat und obendrüber Sauce Hollandaise. Wenn mir bisher nicht flau im Magen war, dann jetzt. Was die Leute sich hier zusammenessen, ist echt nicht wahr. Naja, ok, es hat geschmeckt

Ich kann es nicht oft genug betonen, aber Amerika ist für Idioten gemacht. Man braucht kein Navi, um sich auf dem mehrere 1000km² großen Airportgelände zurecht zu finden. Wenn man weiß, was Mietwagen auf Englisch heißt, hat man keine Probleme. Nichts ist leichter, als hier seinen Wagen abzugeben und dann auch noch zum richtigen Terminal und Gate zu finden.


Während ich so dahinfuhr, hab ich so darüber nachgedacht, wie das in Frankfurt oder München ist. Ein „Rental Car Return“ Schild hab ich da noch nie gesehen. Geschweige denn irgendwelche Busse oder Shuttles.


Es muß für Amerikaner doch furchtbar sein, in Frankfurt anzukommen, einen Wagen anzumieten, damit zu fahren, immerhin haben wir Gabel- und keine Automatikschaltung, UND dann auch wieder zurück zu finden. Sogar ICH hab in Frankfurt so meine Probleme, wenn ich da mit dem Auto unterwegs bin. Und auch um sich innerhalb des Gebäudes zurechtzufinden, muß man studiert haben.
Nicht so in Houston. Oder auch Charlotte. Sogar Chicago ist Pippikram.
Wer hier falsch fährt oder läuft, der verirrt sich auch in seiner eigenen Küche.
Die Abgabe des Cherokee war dann ohne Probleme verlaufen. Ich bekam meine Quittung und konnte in aller Ruhe nochmal nachschauen, ob ich auch alles eingepackt hatte.
Am Ausgang steigt man dann in das Shuttle, daß einem zum richtigen Terminal bringt. Lufthansa fliegt von D, United von E.
Bisher lief alles komplikationslos, doch dann kam ich zum Check In.

   
                                weil ich natürlich zu früh war, beobachtete ich Leute..

Ich stellte mein Köfferchen auf die Waage und sie zeigte 23,3kg. Nicht perfekt, aber Lufthansa sagt bei 300g nie was.
Jedenfalls nicht in Deutschland.
Meine übermotivierte Dame am Desk meinte jedoch, daß ich 300g zuviel eingepackt habe und ob ich etwas herausnehmen möchte.
Ich guckte sie an, als hätte sie soeben Farsi mit mir gesprochen, doch sie meinte es ernst. 300g Gepäck mußten raus.
Ich schnappte mir ein T-Shirt und stopfte es in mein Handköfferchen. Fall erledigt.

Dachte ich.

Sie ließ mich nämlich auch mein kleines Köfferchen wiegen und das hatte statt der erlaubten 8kg, 11,8kg und als ich das sah, schwante mir Böses.
Klar wußte ich, daß ich zu viel dabei hatte, aber ich achtete beim Packen nur darauf, daß der Koffer nicht zu dick und somit in die Schablone passte. Meine Rettung waren dann die 4 kleinen Worte, die sie zu mir sagte, die lauteten: check in for free.
Ich grübelte, was ich alles aus dem Gepäck brauchte und herausnehmen mußte, daß nichts kaputt ging und schlenderte wenig später nur noch mit meinen kleinen Rucksack, in dem nur das Portemonnaie und meine Kamera Platz hatten, davon. Bis zum Abflug hatte ich jedoch immer das Gefühl, irgendwas vergessen zu haben. Mit Hände frei kurz vor dem Abflug war schon ungewöhnlich.

 

Die letzten 2 Stunden vergingen dann auch wie im Fluge und Boarding fand pünktlich statt. Mein Sitz war 97A im Upper Deck und ich freute mich schon darauf.
Doch die Freude hielt nicht lange an.
Der A380 versprach mehr, als er hielt. 
Das einzig Positive war die Geräuschkulisse. Es war angenehm leise und das auch, weil hier oben keine Kinder waren. Auch der Sitzplatzabstand war irgendwie größer, dachte ich. Doch dann…


Sah ich aus dem Fenster und dachte, ich spinne.
Das waren keine Fenster, das waren Schießscharten. Doppelverglasung mit 20cm Luft dazwischen und man sah mehr vom Himmel, als vom Boden und ich begann, sauer zu werden.


Kurz darauf merkte ich, daß mein Inseat Entertainment nicht funktionierte und sofort mußte ich an 2014 denken. Die Dame rechts neben mir kaute mir ein Ohr ab und wenig später merkte ich auch, daß die Sitze für Langstrecke nicht wirklich bequem waren.

     

Punkt 5 oder 6: man konnte sich trotz Seitenwand nicht bequem hinfläzen, da die Wand nicht nach außen, sondern nach innen gewölbt war. Zum Glück dauerte der Flug nur knapp 10 Stunden und war somit annehmbar.


Zu essen gab es Beef or Pasta und so wie das eine aussah, schmeckte das andere.


Mit knapp 30min Verspätung trafen wir in Frankfurt ein und ich mußte dank Passkontrolle nicht zu lange auf den Zug nach Koblenz warten. Auch den Anschluß zum Bus verpasste ich nicht so wie sonst.
Schnell noch was zu essen kaufen und 12 Uhr war ich wieder zuhause.

   

 

                 * * * ENDE * * *