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   2. Mai 2011                                                                 



Wir hatten ausgemacht, dass er mich morgens halb 9 von zuhause abholt, damit wir pünktlich 3 Stunden vor Abflug am United-Schalter stehen können. Also ich, er fährt danach wieder nach Hause. 

Ich lies mich also halb 8 wecken, denn meine Sachen waren bis auf die Zahnbürste alle komplett und was vernahmen meine Ohren 8 Uhr?
Wieso können Männer nie pünktlich sein?

Die Fahrt nach Frankfurt verlief ruhig, trotz, dass ich ein wenig nervös war. Wer sich an 2010 erinnert, da ging ja alles schief, was nur schief gehen konnte.
Während wir also so über die A3 schipperten und er mir ein Ohr abkaute, von wegen, er will auch wieder und was ich alles mitbringen muß, machte ich mir Gedanken darüber: wird diesmal alles klappen?

Anreisen ist mühsam und langwierig. Wer also nicht soviel Zeit hat und sich das alles durchlesen will, für den hab ich hier eine Abkürzung

Das Auto parkten wir im Business-Bereich des Parkhauses, weil wir irgendwie die richtige Einfahrt verpasst hatten. Aber mir soll’s egal sein, ich muß die Parkgebühr schließlich nicht bezahlen.

Am Schalter der Fluggesellschaft waren wir die dritten, bei 3 besetzten Check-in-Schaltern und so war ich mein Gepäck schneller los, als mir lieb war. Es waren immer noch 200min bis zum geplanten Start..
Die Einweiserin fragte mich noch, ob es mein Gepäck ist und wer es gepackt hat und verpasste dann meinem Ausweis einen Sicherheitsaufkleber. Sehr leichtgläubig die Lady.
Das hat was von diesem Fragespiel auf der Zollerklärung, die man im Flieger bekommt: „Führen sie Waffen mit?“
„Haben sie vor, terroristische Angriffe zu planen oder auszuführen?“, „Führen sie verbotene Waren oder Drogen ein?“

Als ich beim Gepäck abgeben feststellte, dass mein Köfferchen „nur“ 20kg wog, fragte ich den netten Mann am Schalter, ab welchem Gewicht er die Leute auspacken schickt.
Er meinte, bis 25,9kg drückt er ein Auge zu, dann aber müssen die Passagiere die Gewichte neu verteilen. Es ist aber von Schaltermensch zu Schaltermensch unterschiedlich. Je nach Laune..

Als mein „Taxifahrer“ hörte, dass da noch Luft nach oben ist, wollte er doch glatt seine Mitbringsel-Liste erweitern. War gar nicht so leicht, ihn zu bremsen.

Kurze Zeit später gönnten wir uns noch ein Guten-Morgen-Cappuccino beim goldenen M und dann war ich auch schon allein auf der Welt.

Noch immer musste ich fast 2 Stunden totschlagen und schlenderte das Terminal 1 hoch und runter, suchte schon mal das richtige Gate, schlenderte wieder zurück, beobachtete Leute und halb 12 zog ich mich dann das erste Mal aus.

Also Schuhe und Gürtel und Jacke. (Nicht, dass man mich hier falsch versteht)
Logisch, dass es piepste, aber selbst nach gründlicher Abtasterei wurde nichts gefunden. Schon manchmal seltsam, wo die Handscanner so alles „Laut“ geben. An der Kniescheibe piepste es gleich 2x.

Ich packte meinen Krempel wieder ein, zeigte später „an der Grenze“ noch meinen Pass vor, erklärte der Dame, die danach meine Boardingkarte inspizierte, was denn der Grund meiner Reise sei und wie lange ich bleibe und schwupps, war ich am Gate.

Die Anzeigetafel schaute immer noch „on time“ aus und so setzte ich mich ans Fenster, guckte Flieger und schickte letzte Grüße „nach Hause“.



Halb 1 hatte ich es mir dann auf Sitz 41J bequem gemacht und wartete auf meinen Sitznachbarn. Hoffentlich war es keiner, der es auch liebt, „Bums“ zu reisen.
„Bums…war ich eingeschlafen“
Wenn man wirklich mal während der 9 Stunden aufstehen will/muß, ist es immer hinderlich, wenn da einer vor sich hingrunzt.

Der Flieger war nicht ausgebucht und so waren im hinteren Teil der Maschine in der Mitte noch einige Plätze frei.
Kurz vor Start gesellte sich dann ein italienischer Geschäftsmann zu mir und es konnte losgehen.



Der Flug verlief recht weit südlich, weshalb ich von Grönland nichts sehen konnte, worauf ich aber gehofft hatte. 




Wir überflogen das nördliche Irland und trafen erst wieder bei Saint John auf amerikanisches Festland. Fast während des ganzen Fluges blieben die Anschnallzeichen erleuchtet, denn es wackelte doch ziemlich. Kaum wurden sie ausgeschalten, rannten die meisten auf Toilette, nur um festzustellen, dass sie, kaum hatten sie die Hose wieder zu, sofort zum Platz zurückkehren mussten.











Zu essen gab es Chicken or Lasagne und ich sage es ungern, aber es war eines der besten Nudelgerichte, die ich je gegessen hatte!!!



Wenn ich Lasagne mache, benutze ich immer Maggi fix und lass die Bechamelsauce weg.
In Zukunft versuche ich es mal andersrum. Das war eine Gaumenfreude, unglaublich!!!
Alles, was auf dem Tablett serviert wurde, hat den Tag nicht überlebt. Hab alles weggeputzt

Eine Stunde vor Landung kredenzte man uns noch ein belegtes Baguette mit Käse oder Hähnchen und schon begann der Sinkflug auf Chicago.




Jetzt begann es auch wieder in meinem Bauch komisch zu werden, weil ich mit der Einreise immer so meine Probleme habe. Entweder isses nen mürrischer Officer oder ich verstehe kein Wort von dem, was er sagt oder beides.

Als eine der letzten verließ ich den Flieger und trottete der Gemeinde hinterher. Die Schlange in der Immigrationhalle wand sich in 4 Reihen und ich sah mich noch in 2 Stunden hier stehen, doch ich wurde schnell eines Besseren belehrt.
Zack zack ging es hier. Kaum stand das Handgepäck, musste man es wieder aufnehmen, weil es wieder 5m weiter ging.
Kurz bevor ich dran war, bemerkte ich schon, dass es heute hier recht funny zuging, denn die Officer unterhielten sich über die Köpfe der Einreisenden hinweg über alles mögliche, nur nicht über die Einreise.

Dann kam: „next!!!“

Ich schlenderte vor, gab ihm meinen Pass und meine Zollerklärung und er schwätzte weiter mit dem Officer hinter mir, nur kurz unterbrochen von „left four fingers“, „thumb“, „right four fingers“, „thumb“ und schon stempelte er.

Kurz vor dem Ende der Prozedur kam noch: „How long you stay here?“ und „why“ und der Drops war gelutscht.

So einfach kann’s gehen.

Sicher wusste er, dass gerade mein Koffer auf dem Gepäckband angerauscht kam und hat sich deswegen so beeilt.
Ich packte also alle Habseligkeiten zusammen, marschierte mal wieder der Traube hinterher, gab das Zollformular ab, lief Richtung „Connecting flights“, gab den Koffer wieder ab und der Mann, der ihn einscannte, gab mir noch die Information: „Las Vegas? Terminal 1“ und weiter ging es zum Zug, der alle Terminals miteinander verband.

Nach Ankunft im T1 mußte ich mich erstmal neu orientieren, aber es gab nur einen Weg: All flights Controll oder so ähnlich.
Und wieder musste ich mich anstellen. Diesmal ging es aber recht zähflüssig und ich sah EINIGE nervöse Passagiere, die immer mal wieder auf die Anzeige ihrer Uhren starrten.

Ich war froh, 3 Stunden Zeit zu haben, so war es mir egal, wie lange ich da wartete.
Jetzt hieß es ein letztes Mal vor dem Ziel „alles ausziehen“ und dann war es auch bald geschafft.

Erst später merkte ich, dass ich vergessen hatte, den Gürtel auszuziehen. Und da fiel mir auf, daß der Scanner gar nicht gepiepst hatte.

Die Maschine, die mich nach Las Vegas bringen wird, rollte gerade ans Gate und es war die beste Zeit, sich schnell noch etwas zu trinken zu kaufen, denn auf inneramerikanischen Flügen „wird einem nichts geschenkt“. Dachte ich...


(immer schön, daß alles was man eingecheckt hat, auch am Ziel mit einem ankommt)

Neben mir in Reihe 30 saß noch ein Pärchen, welches mit mir aus Frankfurt ankam und ich fragte mich, wie lange es denn dauern wird, bis sie mich auf englisch ansprechen würden.

Es war über Kansas.
Sie wollte (auf Englisch) von mir wissen, wie viel später es denn in Las Vegas gegenüber Chicago ist. Ich antwortete in perfektem Deutsch:
„Zwee Schdundn schbädor“

Sie:

Die beiden waren auf Hochzeitsreise und haben die Planung, wenn man davon überhaupt sprechen kann, dem Reisebüro überlassen. 5 Tage Las Vegas, dann nach Hawaii und am Ende noch mal 5 Tage L.A.

Für mich wäre das nichts, zumal es ihre erste Reise über den großen Teich war, aber sie schienen glücklich damit zu sein.
Sie wollten, während der ersten 5 Tage auch einen „Ausflug“ an den Grand Canyon machen und ich hab versucht, es ihnen auszureden. Also nicht den Grand Canyon, sondern die Sache: „morgens hin und nachmittags zurück“.

Leider werde ich wohl nie erfahren, wie die Geschichte ausgehen wird.

Zwischenzeitlich hab ich es sogar mal geschafft, kurz einzuschlafen. Es war sicher nur eine halbe Stunde aber ich fühlte mich danach wesentlich besser.

Alles, was ich an Landschaft ab den Rocky Mountains erkannte, war das Valley of Fire. Alles dazwischen war mir völlig unbekannt. Mit 14 Minuten Verspätung landeten wir, ohne Las Vegas aus der Luft gesehen zu haben. Die Sonne stand während des ganzen Fluges denkbar (foto-)ungünstig und blendete.

Eigentlich wollte ich den Anreisetag nicht so ewig durchkauen, aber ich kann doch nichts dafür, wenn kleinste Dinge so viel Aufwand machen. Das Koffer holen z.B.

Zwischen dem Flieger und dem Gepäckband lagen Welten !!

Und danach trennten sich unsere Wege. Also die des Pärchens und meiner. Sie fuhren mit dem Taxi zum Luxor, aber nicht ohne einem letzten Hinweis, dem Fahrer zu sagen „shortes way“ und ich nahm den Ausgang 13 und lief zum Shuttelbus, der mich zum Rental Car Center brachte.

Die Schlange am Alamoschalter war genauso lang wie die am Dollarschalter.

7 Leute warteten vor mir und trampelten schon nervös hin und her, weil die Schaltermenschen auch hier meinten, die Zeit für sich gepachtet zu haben.

Der Dollarmensch versuchte später nicht einmal, mir eine andere Kategorie Auto zu verkaufen, als ich bestellt hatte, dafür setzte er den Roadside Plan auf meine Rechnung, ohne es mit mir vorher zu besprechen.
Auf dem elektronischen Unterschreibegerät stand nur plötzlich eine Summe von 171$ und ich war sichtlich geschockt. Erst meinte ich: ist aber teuer das Benzin, bis ich bemerkte, womit er mich besch… wollte. Ich machte alles rückgängig und es kam auch kein Einwand von ihm.

Halb 10 hielt ich dann endlich alle Papiere in der Hand und marschierte zum Parkplatz. Die SUV-Linie war für meine Verhältnisse außerordentlich gut gefüllt und ich schöpfte aus dem Vollen.



Ich wusste schon vorher, dass ich am liebsten einen Ford Escape haben wollte und so krallte ich mir den Erstbesten. (An der Innenseite der Tür war der nächste Ölwechsel für den Meilenstand von 37.000 angeben und da wir erst bei 31.200 waren, war ich sehr beruhigt)

22 Uhr verließ ich Rental Car, gab Margret (das ist nicht der Name des Autos, sondern wie der Stammleser weiß, mein Navi ) die Sporen und war kurze Zeit später am Motel, bei dem das Einchecken genauso lange dauerte, wie das Holen des Autos.

2. Mai = Tag des Anstehens und Wartens.



Bevor ich mich schlafen legte, räumte ich mein Auto noch komplett aus, verstreute alle Sachen im Zimmer, schaute mir ein letztes Mal die Skyline an und versank danach in einen 6-stündigen, traumlosen Schlaf.

gefahrene Meilen: 4,6

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Motel: Days Inn @ Wild Wild West, Las Vegas
           gebucht über Logitravel für 16€/Nacht
Bewertung: jederzeit wieder !!!







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