„Wir können nicht immer kontrollieren, was uns passiert.
Aber wir können kontrollieren, was wir über das denken, was passiert.
Und was wir darüber denken, ist unser "Leben" in jedem einzelnen Moment.“

Norman G. Shidie


30. September                                                                 



Heute gab es ungefähr 1000 Dinge, die schief gehen könnten.
Nummer 1:
Ich verschlafe.
Nummer 2:
Ich vergesse die Hälfte.
Nummer 3:
Der Bummelzug, der mich nach Frankfurt zum Flughafen bringen soll, hält nicht an meinem Heimatbahnhof und ich habe auch keine Möglichkeit mehr, die restlichen Nummern abzuhaken.

Fangen wir am Anfang an.
Nummer 1 war das geringste Problem, weil ich es auf gefühlte 30 Minuten Schlaf gebracht hatte. Wenn 3:45 Uhr der Wecker klingelt, ist das auch verständlich. Früher ins Bett gehen hilft da nämlich nicht.

Nummer 2 erwies sich später ebenfalls als unbegründet. Ich hatte das Portemonnaie, das Ticket, 3 Kreditkarten und meinen Reisepass.
Alles andere konnte ich zur Not kaufen.
Zur Sicherheit war ich auch 30 Minuten vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof. Auch das war total übertrieben, denn der Zug war mal SOWAS von pünktlich..
Im Prinzip ging heute alles reibungslos über die Bühne.
6:40 Uhr stand ich bei US Airways am Check In und 8:30 Uhr nach den üblichen Kontrollen am Gate.
Vor der Reise hatte ich ja die grauslichsten Vorstellungen über diese Airline. Schon wenn man nur den Namen bei Google eingibt, wird einem angst und bange. Das fängt bei Unpünktlichkeit an, geht über zu total heruntergekommenem Fluggerät und hört bei Gefängnisfrass und gecancelten Flügen auf.
Und was ist am Ende passiert?
NÜSCHT !!!

Der Flieger war verhältnismäßig pünktlich, riesig, neu, sauber und das Entertainment war erstklassig. Sogar die Kopfhörer gab es für lau, auch wenn im Netz immer wieder geschrieben steht, dass man diese käuflich erwerben muss.
Das einzig Negative war wirklich das Essen. Pfui Deibel. Es ist erstaunlich, wie Fluggesellschaftsköche Menüs kreieren und was sie so alles an Zutaten und Kräutern verwenden. Das Zeug auf den Zuckererbsen war anscheinend eine Mischung aus Liebstöckel, Sauerampfer, Pimpinelle und Giftefeu.



Ansonsten war es ein recht angenehmer Flug. Ich saß auf der linken Seite und hatte somit, auch dank des Wetters, einen hervorragenden Blick auf Boston, New York City, Philadelphia und die Hälfte von Washington DC.





Punkt 344 auf meiner „Kann-schief-gehen-Liste“ war der Einreiseofficer.
Von den vorhandenen 15 Schaltern waren ca. 10 geöffnet und es standen 300 Einreisewillige vor mir. Das kann dauern, dachte ich und schwupps, war ich durch.
Alles, was der nette Mann wissen wollte, war, wie lange ich bleibe. Zack, 4 Finger der rechten Hand, ein Foto und schon war der Stempel drin.
Das nenn ich neuen Rekord.

Das mit dem Zoll und dem Koffer wieder aufgeben war genauso schnell erledigt und dann hieß es 3 Stunden auf den Anschlußflug warten.
Gott sei Dank gibt’s hier kostenlos Internet. In Deutschland war es jetzt irgendwas gegen 7 Uhr abend, also wurden erstmal Grüße und andere Meldungen verschickt. Nach dem das erledigt war, waren es nur noch 2 Stunden und 50 Minuten. Ein Kinderspiel…
Der Weiterflug war dann im Prinzip genauso easy, wie der vorherige, nur daß man nie wußte, wo gerade man war. Bildschirme waren im ganzen Flieger nicht zu finden. Erst ab Colorado, oder war es New Mexico, wußte ich in etwa, wo ich war.
Jetzt wurde ich auch langsam müde und wollte nur noch ankommen. Leider hat sich der Flugkapitän dazu entschieden, mit uns etwas Sightseeing zu betreiben. Einmal den kompletten Grand Canyon überfliegen. Und wenn ich sage komplett, dann meine ich komplett.
Steht man am South Rim, sagt man sich: Jou, groß.
Fliegt man 30 Minuten (!!) mit einer Geschwindigkeit von ca. 700kmh drüber hinweg, erst DANN weiß man, was Größe ist.
Unglaublich. 


Kurz vor dem Ziel kam noch etwas ein fast leerer Lake Mead hinzu und 10 Minuten später war ich da.


Nummer 999 auf der Tagesordnung war der Mietwagen und hier war der einzige Punkt des Tages, der mir nicht so gepasst hat. Der Schaltermensch wollte mir zwar nichts aufschwatzen und ich war in 4 Minuten abgefertigt, aber die Choiceline verprach nur auf den ersten Blick, was sie nicht halten will.
7 Autos. Alle verschiedene Modelle und mein Blick fiel auf den Ford Escape ...........…welcher schon besetzt war.
Auch der Nissan war belagert und jemand versuchte seinTomTom zu programmieren. Dann gabs noch einen Hundai, einen Chevrolet, einen Buick und noch 2 andere Wagentypen, an die ich mich nicht mehr recht erinnern kann.
Am Ende wurde es der Chevi Captiva. Ein riesiges Schiff. Ich sah jetzt schon meine Urlaubskasse an der Tankstelle in den Wagen laufen. Aber was solls.
Der nette Herr der da rumstand und Hilfe anbot, verweigerte mir ebendiese auf meine Frage hin, ob es denn noch andere…? Nein? Ok, dann eben nicht.

Punkt 1000 auf meiner Liste war dann wieder in Ordnung. Auch im Dunkeln finde ich mich in der Stadt der Spiel- und Partysüchtigen zurecht und konnte gegen 19:30 Uhr in meinem Lieblings-Days Inn einchecken.
Nicht viel später schlief ich selig ein.






Motel: 

Days Inn@Wild Wild West, gebucht über vegas.com für 30,24$ (+ 5,99$ Resort Fee)


gefahrene Meilen: 5