Vielleicht sollten wir manchmal einfach DAS tun,
was uns glücklich macht und nicht DAS, was vielleicht am besten ist!

unbekannt


Sonntag, 25. Mai                                                                                   



Die letzten Jahre war ich vor der Abreise immer die Ruhe in Person. Jedenfalls am Tag des Fluges.
Diesmal war es etwas anders und ich weiß bis heute nicht, wieso ich nervös war. Bis der Zug in den Bahnhof fuhr, bin ich alles nochmal Schritt für Schritt durchgegangen. Hab ich alles eingepackt, was ich in den USA nicht kaufen kann? Hab ich alles ausgedruckt, was ich zur Einreise benötige? Ticket? Pass? Kreditkarten?
Hm… alles beisammen.
Dann schiebe ich meine Nervosität mal auf die beiden Flughäfen, die ich heute anfliegen werde. Newark, bei dem derzeit das Airtrainsystem erneuert wird und man auf Busse umsteigen muß und Charlotte, den ich zwar schon kenne, da aber immer weitergeflogen bin und nie ein Mietwagen abholen mußte.
Ich lasse mich einfach überraschen. Großartig was ändern kann ich ja eh nicht mehr.
Was diesmal auch neu für mich war, war das Gepäck aufgeben. Bisher hatte ich mich an den Check-in gestellt und die Dame hat alles geregelt. Diesmal gab es keine Damen. Nur einen Gepäckaufgabecomputer, ein Gepäckband und mich. Bei so Dingen freut es mich immer, wenn einige Leute vor mir dran sind. Da kann man schon mal gucken, was sie so alles drücken und klicken und ziehen und schieben und kleben.
Aber so Automaten sind für Idioten wie mich gemacht. Alles easy going. Wer hier was falsch macht, hat es nicht besser verdient.
Die zuhause ausgedruckte Bordkarte scannen, Daten überprüfen, Gewicht kontrollieren, alles bestätigen, Kofferzettel drankleben und dem Gepäck einen angenehmen Flug wünschen.
Bevor es allerdings für MICH losging, fuhr ich wie immer erst mal ins Terminal 2 zum Aussichtsdeck und frühstückte. Jetzt hatte sich auch meine Nervosität gelegt und der Urlaub konnte kommen.


meine erste A380 aus so kurzer Distanz. Ehrlich? Ich hab sie mir größer vorgestellt.
Dahinter die Maschine, eine 747-400, mit der ich heute nach EWR fliege




Die späteren Kontrollen waren die üblichen. Ausziehen, anziehen, Passkontrolle und beim Einsteigen in den Flieger wurden noch einmal die Bordkarten mit dem Pass und dem mitfliegenden Gesicht verglichen.
Wie (fast) immer saß ich in der letzten Reihe. Die 747-400, mit der ich heute das Vergnügen hatte, hat in den letzten 3 Reihen eine 2-4-2 Bestuhlung, was bedeutet, daß ich nur EINEN fragen muß, ob er mal seinen Hintern hebt, falls ich mal raus muß.


keine Eisberge vor Grönland, dafür Windräder vor der Küste Frankreichs


Flüge an die Ostküste gehen relativ fix. Kaum hat man den 3. Film begonnen und den 2. Snack runtergewürgt, setzt man auch schon zur Landung an. 8 Stunden…wie im Fluge.


Die Einreise war mal wieder ein Klacks, außer daß Mr. Officer diesmal haufenweise Fragen hatte. Was ich beruflich mache. Was ich GENAU da mache. Wo ich hin will. Wie lange. Ob ich hier jemanden kenne, zu dem ich fahre usw. Viele Fragen, aber alles ganz entspannt. Nach der linken Handscannung und dem Foto, war ich auch schon durch.


später gab es dann noch eine Pizza. Allerdings war sie eher mittelmäßig


Von Terminal B mußte ich zu A. Und wie nicht anders zu erwarten, war auch das ganz leicht und perfekt organisiert. Man konnte gar nicht anders, als direkt mit der Nase an die Busse stossen. Sie fahren immer im Kreis und die Terminals der Reihe nach ab.
In A gab es jetzt allerdings das erste Problem. Wenn man nicht vorher nachgesehen hat, von welchem Gate man abfliegt, bekam man hier auch keine Antwort darauf. Ich wußte, mein Flieger startet von A36. Die Gates A30-39 werden von US-Airways und American Airlines genutzt. Wenn man das nicht weiß, sucht man sich dumm und dämlich, denn die Anzeigentafeln stehen in Newark erst am Zugang zu den Gates UND getrennt nach Airlines. Jede Airline hat eine eigene Anzeige. Aber wozu Anzeigen, wenn ich doch schon weiß, von wo aus ich fliege?
Nur gut, daß ich mir immer genügend Zeit einräume. EINE Stunde Connecting Time und ich wäre dem Herztod nahe.


New York Skyline. Die Punkte am Himmel sind Spiegelungen der Innenbeleuchtung des Flughafens


Bevor mich eine Securitydame zum Gate ließ, mußte ich allerdings erst noch meine Bordkarte erneuern. Mein Ausdruck war denen nicht gut genug.
Der Flug nach Charlotte startete dann aber sowas von pünktlich, daß die Sucherei von vorhin fast vergessen war. Laut Buchung sollten wir um 20:44 Uhr in Charlotte eintrudeln. Gelandet waren wir 19:50Uhr. Das nenn ich mal Geschwindigkeit.
Das zweite Problem des Tages kam dann 20Minuten später auf dem Gepäckband angerollt. Mein Koffer. Fein säuberlich in mehrere Einzelteile zerlegt. Ich war stinksauer. Die Kofferwand war zerbrochen und die Rollenhalterung war komplett zerbröselt. Ich durfte das 19kg-Wrack jetzt tragen. Feine Sache.


Noch ein Pluspunkt für Charlotte ist, daß sich die Mietwagenschalter direkt am Baggage claim befinden. Einmal umfallen und man ist da. Skip the Counter (Savetime) und der TollPass werden hier NICHT angeboten. Also: Mautstrassen vermeiden oder vorher wissen, daß man noch cash bezahlen kann.
Ich war der einzige Kunde weit und breit. Und nicht nur bei Alamo. Auch andere Schalter waren wie leer gefegt. Das Gegenteil davon war auf dem Hof der Fall, auf dem die Autos standen. Ich hatte NOCH NIE so viele Autos zur Auswahl, wie dieses mal. Die Midsize-Reihe war sicher 100m lang.  Es gab auch einen Ford Edge und Explorer, aber am Ende wurde es wie 2013 ein Chevy Captiva in Beige und 22.000 Meilen auf der Scheibe.







Bis ich mich entschieden hatte, welches Auto es denn nun sein soll, war es dunkel geworden. Aber ich hatte ja noch Margret, die mich zielsicher 15 Minuten später am Super 8 ablieferte.
Der Tag endete damit, daß ich das Auto auslud, alles im Zimmer verteilte, unter die Dusche sprang und mich anschließend zufrieden ins Bett legte.

Motel:
Super 8, Charlotte Downtown

  

    


gefahrene Meilen: 7