So fuhr ich dann also die UT95 nach Süden und hoffte innerlich auf ein Hinweisschild, denn zu dieser Location hatte ich weder Notizen, noch hatte ich, dumm wie ich war, grad eben im Netz nach Infos dazu gesucht.

 



Nach 20km bog ich einfach mal rechts ab, denn am Beginn des Weges stand ein Schild des BLM und ich dachte: vielleicht bin ich ja richtig. War ich natürlich nicht, und wie so oft in diesem Urlaub, drehte ich nach ein paar Meilen Durchschüttelerei wieder um.

Irgendwann wollte ich nicht mehr weiter fahren. Mir war heute nach allem, nur nicht am Sightseeing. Ich war einfach nur mies drauf und sowas wie Little Egypt macht man nicht mit schlechter Laune.



Gott sei Dank kam dann links ein Weg in Sicht, an dem wieder ein BLM-Schild stand und die Aufschrift trug: Burr Point - 11.

Silke war vor einigen Jahren da gewesen und meinte damals, daß ihr die Ecke ziemlich trostlos und unheimlich vorkam und das wollte ich testen. 11 Meilen lang hatte ich Zeit und so hoppelte ich mit meinem Auto die Straße entlang und hoffte nach einer halben Stunde endlich da zu sein.

Ich wußte gar nicht, wie lang 11 Meilen sein können, wenn man während der Fahrt nichts weiter sieht, als braune und rote Erde und die mich seit Tagen begleitenden hellgrünen Sträucher.



Nach jeder Kuppe und nach jeder Kurve hoffte ich, endlich am Ziel zu sein und immer wieder wurde ich auf das bitterste enttäuscht. Leider hatte ich zu Beginn vergessen auf den km-stand zu schauen und so mußte ich einfach hoffen, mich nicht verfahren zu haben.

Nach gefühlten 5 Stunden kam ich endlich am Rim an und ich muß sagen: netter Ausblick. Keine 11 Meilen wert, aber durchaus fotogen.

Nach 5 Fotos drehte ich um, stellte den B-Meilen-Zähler auf 0 und kontrollierte während der Fahrt immer wieder abwechselnd den Weg, den Zählerstand und die Reifenpannenanzeige.



Nach genau, aber sowas von genau 11 Meilen war ich zurück auf der Straße und die Reifen hielten immer noch. Vom Schwierigkeitsgrad her war der Weg eine 4-6. Es gab gute und weniger gute Stellen.

Trostlos war es trotzdem.

Da der Tag heute alles andere als optimal verlief, gönnte ich mir in Hanksville ein extra großes Steak. Außer 3 Truckern war ich alleine im Laden und saß an einem Tisch mitten drin. Wie auf dem Präsentierteller, was ich normal gar nicht mag. Nischen und Ecken, so wie in den Outback Steakhäusern, sind mir viel lieber. Aber was solls. Das Essen dauerte ja nicht ewig.

Zum Steak gab es einen Salat dazu, der ganz in Ordnung war. Auch das Steak war ok. Nur die gebackene Kartoffel war arg trocken, denn das Tütchen Sour Creme reichte nicht hinten und nicht vorn.





Egal, wieso soll ein Essen an einem eher suboptimalen Tag auch perfekt sein?

Im Zimmer gab ich dann dem Internet noch mal eine Chance, aber irgendwie war das dann nichts. Nach einer warmen Dusche und ein paar Seiten Bericht beendete ich den Tag vorzeitig, ging ins Bett und hoffte, daß morgen der Tag mehr zu bieten haben wird.



Gefahrene Meilen 192



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