Tag 10 - 5. Mai


Um es gleich vorweg zu nehmen: ich war heute schlecht gelaunt.

Weiß der Geier wieso. Aber man sollte mir heute besser nicht in die Quere kommen, denn wenn Sylvi äpsch ist, ist sie mit Vorsicht zu genießen.

Mein Plan war daher, mich durch die Landschaft, die Fahrt und die Unternehmungen etwas aufzumuntern und ich denke, dann werde ich am Abend sicher wieder relaxt sein.

Gegen 8 Uhr packte ich meinen Kram zusammen, holte mir in der Lobby einen Becher wässrigen Kaffee, fuhr noch schnell an die teuerste Tanke, die ich bisher auf der Route hatte und bog dann auf die I70 Richtung Westen ab.

Ich hatte mir das für heute so schön ausgemalt, gemütlich die Viewpoints an dem Highway abklappern und dann irgendwann auf die Temple Mountain Road abbiegen.

Zum Glück spielte auch heute das Wetter mit, obwohl die Sonne noch nicht recht wußte, ob sie vor oder hinter die Schleierwolken wollte. Es war heute ein wenig diesig und dadurch die Fernsicht ausgesprochen mager.



Leider war meine Vorbereitung, was die Viewpoints anging, mal wieder grottig gewesen, denn mein geplanter Ausguck „Wolf Canyon Ranch“ befand sich an der gegenüberliegenden Fahrbahn und wenden ist hier nicht so einfach.

Meine eh schon angeknackste Laune, sank noch einen Punkt tiefer und in Gedanken setzte ich eine weitere Location auf meine To Do Liste.



Nach insgesamt 40km bog ich dann auf die Temple Mountain Rd ab und kramte während der Fahrt meine Hilfsnotiz hervor, denn in der Gegend gab es SO viele Straßen und Abzweige, da wollte ich mich nicht unbedingt verfahren. Ich stellte den km-Anzeiger auf 0 und fuhr los.

Mein erster Eindruck von der Strecke war schon mal positiv und so konnte ich nach 1 Meile aufhören, mir um meine Reifen Gedanken zu machen. Die Landschaft um mich herum war ziemlich weitläufig, grell und irgendwie nichtssagend. Weit davon entfernt, um mal eben anzuhalten und ein Foto zu machen.



Stattdessen war die Staubwolke, die ich hinter mir herzog, riesig.

So fuhr ich dahin und war gespannt darauf, was mich hier noch alles so erwarten wird, denn es waren immerhin 20 Meilen Wegstrecke. Immer wieder kam ich an Kreuzungen und Abzweigungen, aber der Streckenverlauf war immer eindeutig und wenn er es nicht war, standen Schilder da, die einem zeigten, wo man lang mußte.
Während der ganzen Fahrt die Hügel hoch und wieder runter, hielt ich immer nach dem Namensgeber der Straße Ausschau. Es gab immer wieder heiße Kandidaten, doch verabschiedeten sie sich auch bald wieder von der Liste, da sie zu schnell aus dem Blick verschwanden.
Langsam wurde die Landschaft interessanter und auch die Sonne ließ sich mehr blicken.

Fuhr man erst meist nur stur geradeaus und immer auf einer Höhe, kamen jetzt endlich meine „allseits beliebten“ Hügelchen dazu, wo man beim rauffahren nie wußte, was einem auf der anderen Seite erwartete und beim runterfahren unten mit Sicherheit ein Graben oder ein Schlagloch auf einen wartete.



Ich war voll auf damit beschäftigt, schnell langsam zu fahren , auf die Straße zu achten und dabei die Landschaft nicht aus den Augen zu verlieren und während des Weiterfahrens stehen zu bleiben, um Fotos zu machen. Und meine Karre sah vielleicht aus…

Für alle Fälle hatte ich Margret die Route eingegeben, aber irgendwie war der heutige Tag genauso wenig ihrer, wie meiner.

Erst meinte sie: dem Straßenverlauf 20km folgen, nur um sich nach 1km umzuentscheiden und zu sagen: „Wenn möglich, in 300m wenden“. Wendete ich nicht, rechnete sie neu, nur um das Spiel von vorn zu beginnen.
Erst als ich später Asphalt unter den Füßen hatte, kam sie wieder zu sich. Schon seltsam die Frau.

Auf dem letzten bzw einzigen Rastplatz der Strecke, war es endlich Zeit für mich, zu frühstücken. Was gibt es schöneres, als in einsamer, fotogener Gegend und in absoluter Stille ein Sandwich mit was Gutem drauf zu verspeisen? Ok, hätte ich noch Kaffee dazu..



In einiger Entfernung entdeckte ich noch eine Hütte, wußte aber nicht, wie man da hinkommt, denn hier wimmelte es nur so von Gruben und Minen und das war mir zu riskant.
Also knipste ich sie nur von weitem und war auch zufrieden.



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