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In Bluff gab es kurz Frühstück für meinen Magen und Infos zur weiteren Streckenführung für Margret und 20km weiter nördlich bog ich rechts von der 191 auf die 262, die auch als Hovenweep Rd ausgeschildert war, ab.

Schon nach wenigen Meilen fing Margret wieder das Spinnen an und meinte, mich zur Umkehr bewegen zu müssen, dabei hat sie bei meiner Rast in Bluff selber die Route so bestimmt.

Bis zum Abzweig Hovenweep und Reservation Rd hab ich sie einfach meckern lassen doch kaum war ich abgebogen, wurde sie unverschämt. Direkt am Abzweig stand ein Schild, daß es rechts zum NM geht und geradeaus nach Monticello an der 191 und trotzdem wollte sie partout, daß ich wende.




Irgendwann gab ich ihrem Drängen nach und bin zurück zum Abzweig gefahren, stellte mich direkt vor den Wegweiser und bewies ihr: „Siehste, ICH hab Recht und jetzt halt die Klappe und bring mich zum Hovenweep!!!“ 



Keine Ahnung, ob sie mich hören konnte, aber komischerweise gab es danach keinen Wendebefehl mehr. Sicher war sie beleidigt und heckte was Neues für mich aus.



Die ganze Strecke war relativ einsam gelegen. Die Straße war recht schmal und nur selten gab es Gegenverkehr, auch gab es rechts und links wenig Spannendes.

Nach 9 Meilen mußte ich noch einmal abbiegen und nach weiteren 6 Meilen war ich endlich am Ziel.


Noch als ich im Auto saß, fragte ich mich, wie man um alles in der Welt hier auf die Idee kommt, sesshaft zu werden bzw. durch welchen blöden Zufall die Reste der Behausungen hier gefunden wurden. Hier gab es außer Nichts nämlich nichts. Ein zwei Sträucher, vier fünf Büsche und das war’s.

Naja, ich will hier ja nicht übernachten. Nur meinen Stempel holen und vielleicht nen kleinen Spaziergang machen, dann bin ich hier wieder weg.

Das Hovenweep NM besteht aus 6 nicht miteinander verbundenen Ansiedlungen aus der Pueblo Ära, deren Hauptmerkmal die mehrstöckige Bauweise war. Der Name Hovenweep bedeutet in etwa „Ödes Land“ und damit liegen sie goldrichtig, denn hier gab es wirklich nichts, außer Einöde. Aber ich glaub, das erwähnte ich bereits.

Der Ranger, der hier Dienst tun mußte, tat mir irgendwie leid. Abgesehen davon, daß hier am Tag vielleicht 100 Leute vorbei kamen, die immer die gleichen Fragen stellten, gab es hier absolut nichts, womit man sich sonst die Zeit vertreiben konnte. Der Arbeitsweg war sicher die Krönung des Tages. ;)

Hinter dem VC gab es einen Trail mit 2 Meilen Länge, der an allen Gebäuden vorbei führte und da ich grad eh nichts Besseres zu tun hatte…

 


Ich bin ja nicht so der Geschichtsfreak und irgendwie sahen alle diese Häuschen und Mäuerchen gleich für mich aus. Mal abgesehen von den Stückchen, die rund, statt eckig waren.




Der sogenannte Square Tower Trail führte die erste Meile am nördlichen Ende des Canyons entlang und die zweite Meile konnte man sich den Southrim anschauen.





Mit jedem Meter, den ich da auf geschichtsträchtigem Grund wandelte, kam ich der Antwort auf die Frage, wieso die indianischen Ureinwohner plötzlich verschwunden waren, näher. Entweder sie nahmen Reißaus oder sie starben vor Langweile. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß es hier vor 500 oder 1000 oder 2000 Jahren viel anders ausgesehen haben soll. Hier gab es ja nicht einmal Schatten.



Kurz vor dem Ende der 2 Meilen fing es zu allem Überfluss auch noch an zu regnen und mein Fazit, daß ich mir schon vor dem Spaziergang gebildet hatte, verhärtete sich dadurch nur: wenn man Geschichtsprofessor oder jemand mit einem Burnout Syndrom ist, kann man hierher fahren. Ansonsten nur, wenn man schon alles andere gesehen hat und auf Überreste anderer Zivilisationen steht.



Ab der Grenze zu Colorado, an der es noch nicht einmal ein Welcomeschild gab, so einsam war es hier, wurde aus der CR 413 die CO 10, die im Übrigen bis zur CO 491 asphaltiert ist, auch wenn auf einigen Hinweisschildern noch etwas anderes steht.

Die meiste Zeit fuhr ich durch landwirtschaftliche Anwesen und vorbei an dem ein oder anderen Cowboy. Allerdings traute ich mich nie, wegen eines kleinen Schnappschusses anzuhalten.
Hin und wieder gab es einen kleinen Regenschauer, aber weitestgehend blieb es trocken und sonnig.


Bevor ich zum heutigen Motel fuhr, gab es noch einen kleinen Abstecher zum Anazazi Heritage Center. Seit ich auf der CO 10 unterwegs war, durchfuhr ich,



nämlich nicht nur Felder, sondern auch das Canyon of the Ancients National Monument, daß im Prinzip das gleiche beinhaltete, wie das Hovenweep NM.

Lauter verlassene und verfallene Steinruinen. Da ich aber die nächsten Tage noch genug von dem Krims sehen würde, lies ich es sprichwörtlich links liegen und heimste mir wenig später nur ein paar Stempel dazu ein.








(Man hätte in diesem Zentrum noch länger rumstöbern können und auch außerhalb des Gebäudes gab es eine Menge zu entdecken, aber wehe, man möchte es in den frühen Abendstunden tun...)


Das Center wird übrigens vom Bund verwaltet, was bedeutet, daß da Beamte arbeiten, was wiederum aussagt, daß sie Leute, die hier arbeiten, 17Uhr Feierabend machen und das hatte für mich zur Folge: „Sehr geehrte Damen und Herren. In wenigen Minuten schließt das Besucherzentrum und wie bitten Sie daher, das Gebäude jetzt zu verlassen. Und es ist uns piepegal, ob sie jetzt draußen wegen des Hagelschauers nass werden. Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag und kommen Sie bald einmal wieder !!!“

Um es auf Deutsch zu sagen: wir wurden im strömenden Regen vor die Tür gesetzt, nur, damit die Herrschaften pünktlich Feierabend machen konnten.


Das Motel für heute war das White Eagle Inn südlich der Stadt Cortez und ich war doch positiv überrascht. Im Netz hatte ich vorher nicht viel darüber gefunden, aber wenn ich wieder einmal in der Gegend sein sollte, wäre das Motel meine erste Wahl.




gefahrene Meilen: 274

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Motel: White Eagle Inn, Cortez
           gebucht über hotels.com (55$ + Tax + 2x8$ Buchungsgebühr)
           Bucht man direkt auf deren Homepage, spart man
           Geld, die Buchungsgebühr UND NERVEN !!!
Bewertung: Note 1,5. Der Fernseher hängt seitlich an der Wand. Möchte man im Bett noch fernsehen, tun einem spätestens nach 30min sämtliche Halswirbel weh..

(Nachtrag: das Motel war schon in Ordnung, aber die Art und Weise wie man es bucht und wer da alles mit in der Buchungsmaschinerie drin hängt und wer alles Geld von mir wollte und mir nie zurückgezahlt hatte, macht es zu einer "Zweiten Wahl")








(und später schlüpft man dann unter rosa Bettwäsche )

  



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