Als wir uns die Straßenkarte zur heutigen Tagesetappe ansahen, mußten wir uns für eine Straße der dreien entscheiden, über die man zum Nationalpark kam. Und wie es der Tag so verlangte, entschieden wir uns natürlich für die langweiligste und trostloseste Strecke, die der Bundesstaat hergab.
Ich wundere mich immer noch, weshalb ich nicht sofort nach Verlassen des „VEB Leerer Staudamm“ eingeschlafen und irgendeinen Hang hinuntergerutscht bin.
Es gibt fast nichts faderes, als gute 130km durch Waldgebiet zu fahren. Ermüdend im Quadrat. 


Und um die totale Spannung in diesem Teilstück des Berichtes aufrecht zu erhalten, setze ich noch einen drauf: Nach den 130km kamen wir an eine Kreuzung, an der wir links abbiegen mußten. 


Was danach kam, kann man vor lauter Nervenkitzel und Tragik des Geschehens kaum in Worte fassen: die nachfolgenden 100km waren genauso besch....en langweilig wie die vorherigen !!!


Normal müßte der Park, zu dem wir fuhren, jedem Besucher das Eintrittsgeld zurückerstatten und einen Antrag auf Entschädigung aushändigen, so furchtbar eintönig langweilig war die Anfahrt.
Wäre man den ersten Tag in den Staaten, hätte man an der Einsamkeit sicher noch seinen Spaß, aber mit Sicherheit nicht, wenn man schon 2000km Waldgebiet abgespult hat.
Es wird also Zeit für den Satz:

             ICH BIN SO FROH, DASS WIR KANADA GESTRICHEN HATTEN !!!


Irgendwo hier war es auch, als ich beschloss: Planänderung für die nächsten Tage. Ich hab genug von Wald und den darin stehenden Bäumen. Egal, wie hübsch sie auch zu dieser Jahreszeit aussehen mochten. Wenn ich psychischem Druck ausgesetzt sein möchte, kann ich auch durch den Supermarkt laufen, in dem ich arbeite und blöde Fragen der Kunden nach „wo haben sie denn ihre Eier?“ beantworten.