Rankpro.de


   12. Mai 2011                                                60°F




Nachdem heute Morgen die zugegebener Maßen albernen Träume weggeschwischt waren, war meine erste Amtshandlung: gucken wie das Wetter ist.

Nicht eine Wolke hatte sich an den Himmel verirrt  dafür war es aber eindeutig zu frisch. Ohne Jäckchen würde es heute nichts werden...

 

Mein heutiges Ziel war der Mesa Verde Nationalpark und das war gut, dass die Sonne heute schien, denn das, was man dort ansehen konnte, lag über 2000m hoch und würde es da regnen oder schneien oder stürmisch sein, wäre das alles kein Spaß.
Ich war zwar mal wieder furchtbar zeitig wach, aber bis ich dann endlich „das Haus“ verließ, war es 8 Uhr. Tanken wollte ich noch nicht, denn hier las ich an den Tankstellen überall 3,99 und das waren mir ein paar Cent zu viel.

Das so gesparte Geld investierte ich lieber in ein ordentliches Frühstück bei dennys. Ich mag den Laden. Und der, den ich mir heute ausgesucht hatte, sah auch von außen richtig schick aus.


Beim Anblick fühlte ich mich gleich in eine andere Zeit versetzt.



Bestellt hab ich ein Ei-Schinken-Sandwich mit Hashbrowns und einen Orangensaft, denn ich hatte ausnahmsweise mal eine Kaffeemaschine auf dem Zimmer.



Ich will gar nicht wissen, wie viele Kalorien im Essen drin waren, aber ich ging einfach mal davon aus, dass ich heute noch einige Meter laufen würde und da kam es auf das ein oder andere Kalorienchen nicht an.
Bevor ich die Stadt verlies, hielt ich noch schnell am Colorado Welcome Center und vervollständigte meine Stempelsammlung. Auch vom Yucca House war einer dabei,

einem National Monument, dem ich eigentlich auch einen Besuch abstatten wollte, hab aber gestern gelesen, dass es nicht ausgeschildert ist, über Privatgelände UND über unbefestigte Wege dahin geht. Sooo wichtig waren mir dann die paar alten Gemäuer auch nicht.

Ca. 10 Meilen hinter Cortez bog ich dann gegen halb 10 zum Nationalpark ab, knipste wenig später das Eingangsschild und die nächsten Meilen schraubte ich mich mit meinem Auto Höhenmeter um Höhenmeter nach oben.





Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt, aber wenn man irgendwo in den Staaten auf einem Berg steht oder sonst irgendwo weit oben ist, die Fernsicht ist jedes Mal atemberaubend. Nicht, weil das, was man sieht, so toll ist, sondern weil das Wort „Fernsicht“ wörtlich zu nehmen ist. Also unter 50km läuft da gar nichts.

Wären die Rocky Mountains nicht im Weg gewesen, hätte ich sicher gesehen, was es morgen bei uns zuhause zu essen gibt.



Bis zum Visitorcenter musste ich einige Male rechts ranfahren, denn die Landschaft bettelte förmlich darum, von mir abgelichtet zu werden.





In der Ferne zogen einzelne Wolken auf, aber sie gehörten zur Sorte „wir sind harmlos und sehen nur schön aus“. Und das taten sie wirklich.


Wenn es etwas gibt, woran ich mich nach einem USA-Urlaub am liebsten erinnere, so sind das amerikanische Betten, der gelbe Strich auf den Straßen und die Wolken. Noch nie habe ich in Europa derartige Wolkenbildung gesehen. Fantastisch.

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(Um einige Behausungen zu sehen, muß man bestimmte Voraussetzungen mitbringen bzw. erfüllen:
Man muß Leitern klettern und durch diese Kiste kriechen können.
Einige Ruinen sind nur durch schmale Zugänge zu erreichen und wenn man da stecken bleibt... )





(anklicken für pdf-Vollversion)


Der Mesa Verde NP ist ein Park, in dem man sich Behausungen der ehemaligen „Einwohner“ der Gegend anschauen kann, die sich zwischen den Felswänden befinden. Also die Häuschen, nicht die Bewohner.
Sowas ähnliches hatte ich letztes Jahr schon einmal gesehen, als ich im Navajo NM war. Damals brauchte man allerdings ein Fernrohr.

   
                                                                           (für Originalgröße bitte klicken)


Einige dieser Behausungen sind allerdings nur zu besichtigen, wenn man sich einer Führung anschließt. Diese Führungen kosten 3$ und dauern meist 1 Stunde.
Ursprünglich wollte ich 2 Führungen mitmachen, hab mich dann allerdings umentschieden, da ich von dem, was da erzählt wird, sowieso nichts verstehe und 2 mal 1 Stunde dumm aus der Wäsche gucken, dafür war mir meine Zeit einfach zu schade. Ich wollte eigentlich nur schnell Fotos machen, bisschen zwischen den Mauern rumstrolchen und fertig.

    


Ich buchte die Cliff Palace Tour um 13 Uhr und hatte so noch genügend Zeit, zu den anderen Punkten im Park zu fahren, bei denen man auf eigene Faust losziehen konnte.
Meine erste Ruine war das Spruce Tree House und ich war bei dessen Anblick mächtig begeistert. Endlich konnte ich so was mal von Nahem und ohne mich zu verrenken sehen.



Schon erstaunlich, was die Menschen damals im Stande waren zu leisten, denn die Felsen, in die die Wohnhäuser gebaut waren, standen ja nun nicht gerade auf irgendeinem Feld rum. Sie waren in riesiger Höhe und gut versteckt mitten im Wald.







Dazu kam, dass sie jede Menge Hilfsmittel brauchten, um überhaupt erstmal in die Felswände zu gelangen. Erstaunlich.
Bis 13 Uhr klapperte ich einen Ausguck nach dem anderen ab und kurz vor 1 gesellte ich mich zu den anderen mindestens 50 Teilnehmern der Führung.



Als es endlich losging, versuchte ich, dem Ranger zu lauschen und alles zu verstehen und ich muß sagen, es war einfach.

Er stellte sich vor, ernannte eine Lady aus Indiana zu seinem Hilfsranger, erklärte, wo es gleich lang ging, dass es eng wird, steil nach unten geht und wir langsam machen sollen, denn es ist schließlich unser Urlaub.

Außerdem erzählte er, dass es das größte Gebäude dieser Art der gesamten westlichen Hemisphäre ist, dass es über 100 Zimmer hat und wie viele Menschen da lebten, dass wusste er wirklich nicht, denn er sagte: „Ich habe keeeeeeiiiiiiiine Ahnung!"  Und alles lachte…

Irgendwann ging es endlich los und die gesamte Mannschaft quälte sich zwischen den Felsen hindurch und versuchte, die in Stein gehauenen Stufen nicht hinunterzufallen.

Am Haus angekommen, stellte ich mich etwas Abseits der Truppe hin, damit ich schon mal, während er nun zu tiefschürfenden und ausweitenden Erklärungen überging, das Haus knipsen konnte.
Während er also redete und erklärte, von dem ich NULL verstand, irgendwas mit Familien und Mais und Generationen, fiel mir ein „Mithäftling“ auf, der anscheinend zum Geburtstag eine Spiegelreflex mit allem Zubehör geschenkt bekommen hatte und das Spielzeug nun bei sich jeder bietenden Gelegenheit ausprobieren musste.



Der aufgesteckte Blitz war im Dauereinsatz, wobei ich mich frage: wofür?
Erstens schien die Sonne und zweitens braucht ein Blitzlicht eine Reflektionsfläche. Die gab es aber nicht. Die nächste Wand war 50m entfernt..


Außerdem hat er aus dem selben Standpunkt immer wieder das gleiche Objekt fotografiert. Er knipste, schaute auf’s Display, knipste wieder, lauschte dem Ranger, knipste wieder, und so ging es in einem fort. Irgendwie machte der Typ mich irre.
Die Bilder sieht er sich doch zuhause nie und nimmer an…?!






 

Nach ca. 20min hatte der Ranger endlich ausgeredet und es ging direkt zum „Palast“, wo er wieder zu einer Rede ansetzte.
Auch hier hab ich mich abgeseilt, denn ich wollte mich lieber über den Knipsfetischisten aufregen, als mich ständig zu fragen, was denn das Thema des Vortrages war. Auch hier gab der Knipser die gleiche Vorstellung wie eben: knipsen, knipsen, gucken, knipsen, knipsen…
Immer das gleiche und immer wieder.


Ob ihn das Auslösegeräusch irgendwie anmachte?

Endlich war es 14 Uhr, der Ranger endete und alle applaudierten. Ich natürlich auch, denn seine hochwissenschaftlichen Erläuterungen waren sicher erstklassig.


Ich werde es nie erfahren.

Um aus dem Canyon zu gelangen, in dem das Haus stand, musste man sich wieder durch Felsen zwängen und 3 Holzleitern hochklettern. Es sah allerdings anstrengender aus, als es war. Alles ganz easy. Nur die älteren Leutchen hatten so ihre Probleme.




Zurück am Auto schaute ich mir noch einmal die Karte an und wollte noch schnell am Balcony House vorbeischauen. Vielleicht sah man es ja vom Parkplatz aus.
Margret versorgte ich schon einmal mit Informationen über den Weg nach Farmington, New Mexico, wo für die nächsten 2 Nächte mein Bett steht und sie meinte tatsächlich: 160km und 3:45h. Ich dachte, die hat echt ne Meise.
Und siehe da, sie wollte mich linksrum am Shiprock vorbei schicken. ICH wollte aber rechtsrum fahren und dann die 140 nach Süden. Zwar zeigte sie mir immer noch was von 3 Stunden und etwas, aber das kriegte ich schon hin.

Das Balcony House war übrigens nicht vom Parkplatz aus zu sehen und wer jetzt meint, ich hätte ja noch Zeit, der irrt. Auch für diese Tour hätte ich eine Führung buchen müssen, aber wie gesagt: 2 ist eine zu viel.

 


Alles in allem war es ein Park, der die gleiche Punktzahl wie der Yosemite und das Death Valley bekommt. Schön. Interessant. Fotogen. Aber jedes Jahr müsste ich es nicht haben.



Die Fahrt nach New Mexico war dagegen wieder herrlich. Die Landschaft war zwar typisch amerikanisch, aber die Luft war unheimlich klar. So klar, dass ich sogar die Brille abnahm, um zu gucken, ob das echt ist oder ein Film in HDTV.

Man kann es gar nicht beschreiben, wie leuchtend alles war. Bunt. Kristallklar. Im wahrsten Sinne des Wortes unbeschreiblich.

Ich fang jetzt nicht wieder mit dem Thema Wolken an, aber es ist einfach zu schön anzusehen. Fast, als hätte sich jemand per Hand aufgelegt..

Als ich in Farmington ankam, waren gerademal 2 Stunden vergangen, seit ich den Park verlassen hatte. Keine Ahnung, was sich Margret da immer zusammenrechnet.

Bevor ich zum Motel fuhr, waren wieder ein paar Einkäufe nötig, denn Brötchen halten ja nicht ewig. Und was Süßes musste auch mal wieder her.
Mein Motel für die nächsten 2 Nächte ist die Travelodge und machte von außen schon mal einen netten aufgeräumten Eindruck. Leider entpuppte sich das Häuschen als Fehlgriff.
Das Zimmer war zwar auf den ersten Blick in Ordnung, aber auch hier gab es wieder ein durchgelegenes Bett, in den Mülleimern fehlten die Tüten und auf der Toilette das Klopapier.

 

Außerdem ging das Fenster nicht auf, und mein NB erkannte zwar ein hervorragendes Internet mit top Datenrate, aber leider war es nur mehr Schein als Sein. Ein Seitenaufbau kam praktisch nie zustande.

Ich machte das Beste daraus, denn wenn man nicht ins Internet gehen kann, hat man mehr Zeit dafür, um Bericht zu schreiben..


gefahrene Meilen: 148

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Motel: Travelodge, Farmington

gebucht auf der eigenen Webseite.
Preis 44$/Nacht incl. Tax

Bewertung:
muß nicht wieder sein. Außer, es ist nirgendwo mehr was frei

 




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