Mittwoch, 4. Juni                                                                            93°F



Einer der wenigen Momente, in dem die Welt für mich in Ordnung ist, ist der, wenn ich morgens aufwache und nix weh tut und ich später auf der Tour nicht triefend nass irgendwo Schatten suchen muß. Sehr angenehm.
Aber sobald ich das Motel verlasse und meine Sachen ins Auto packe, ist’s vorbei mit der Leichtigkeit. Schon morgens ab spätestens 8 haut einem die Sonne wieder ihre Hitze um die Ohren, das es nur so kracht. Wie soll man da all seine Aufgaben schaffen? Kaum sitzt man im Auto, ist man schon reif für den Feierabend.
Naja, irgendwie hab ich dieses Gefühl zuhause während der Arbeitstage auch.
Heute war mal wieder IHOP fällig und ich hoffte, daß mir später die Sache nicht wieder wie zu Beginn der Tour, durch den Kopf geht.


fragt nicht...

Ich bestellte ein Colorado Omelett und dazu die 2 obligatorischen Pancakes, die ich immer mit Blaubeersirup vertilge. Gott, ich steh drauf !!!

Die Rechnung belief sich dann auf 14,82$ und die Bedienung gab mir 6$ Wechselgeld zurück. Guter Deal, wie ich meine.

 

Bis Annapolis, der winzigen Hauptstadt, die im Osten an der Chesapeake Bay liegt, ausgesprochen „Tschässäpiek Beij“, fuhr ich mal wieder Highway. Auf Nebenstraßen werde ich die nächsten Tage noch genug langtingeln.


Annapolis ist, besonders im „historischen“ Zentrum, irgendwie niedlich. Enge Gassen, bunte Holzhäuschen, Blumenampeln an den Laternen und jede Menge Kirchen und andere Regierungsgebäude. Parken war im Übrigen kein Problem, denn sobald man in die Stadt einfährt, lotst einen ein Schild „Visitor Center – P“ zur richtigen Stelle. Verfehlen unmöglich. Parken ist natürlich nicht kostenlos,


aber 3$ für 90min ist bei der Größe der Innenstadt zu verschmerzen.





Hauptattraktion für mich war hier das Capitol, nach dessen Haupteingang schon ein netter Officer im Stile von Carl Winslow aus der 90er Sitcom „Alle unter einem Dach“ auf mich wartete. Ihr erinnert euch? Steve Urkel?

     


Ich war der einzige Gast des Hauses und auch die Flasche Wasser in meinem Rucksack war bei der Eingangskontrolle kein Problem. Böses Wasser in Washington, gutes Wasser in Annapolis. Versteh einer die Welt.

     

     
                                                                            gußeiserne Eingangstür zum Capitol


Mister Officer war auch gleichzeitig der Reiseleiter des Capitols und war einem kurzen Plausch nicht abgeneigt. Recht viel zu tun hatte er hier nämlich sonst nicht.


Irgendwann wollte er mich sogar vor einem der Regierungszimmer, die übrigens prächtig aussahen, fotografieren aber ich sagte dankend ab. Es genügt, wenn ich mich morgens im Spiegel schon immer ertragen muß, dann brauche ich mich nicht auch noch auf der Festplatte.





Nachdem ich meinen Capitol-Stempel und einige Fotos im Kasten hatte, begab ich mich wieder in die pralle Sonne ins pralle Leben. Ich lief noch einmal um den Block und versuchte, einige nette Häuschen ohne den ganzen geparkten Autos zu knipsen, aber es war aussichtslos.





Annapolis ist immer eine Reise wert und hat mir fast noch besser gefallen, als St. Augustine in Florida.