Was dagegen nur ein Ziel zum Abhaken war, war das Fort McHenry NM in Baltimore. Schon der Anfahrtsweg war gewöhnungsbedürftig. Das Fort liegt mitten auf einem Bahnhofs- und Industriegelände und die Ausschilderung ist beschissen. Hätte ich Margret nicht, ich würd heute noch suchen.


Eintritt kostet 7$ oder man hat den NP-Pass. Als zahlender Gast bekommt man ein Sticker fürs Shirt, damit der Herr, der einen am Fort erwartet, sieht, daß man gelöhnt hat. Er war übrigens auch so eine arme Sau wie der Officer im Capitol. Nur das er hier in der prallen Sonne in voller Montur und Hut stand und Sticker kontrollierte.






Das Fort an sich war so lala. Riesig, aufgeräumt, klimatisiert und rundrum war der Rasen gemäht. Sorry Leute, aber das passt nicht. Hier fanden Schlachten statt, hier muß es wild aussehen. Wenn alles sauber und ordentlich ist, nimmt euch das kein Mensch ab.





Außerdem gab es in den Räumen nur Fotos und geschriebens zu sehen. Keine Möbel oder sonstige militärische Sachen. Im Prinzip eine Art Lexikon in groß.
Während meiner Anwesenheit war die Besuchermeute damit beschäftigt, einem Parkranger beim hissen einer kleinen und einholen einer riesigen (ca. 50m²) USA-Flagge zu helfen. Ich hab lange nicht mehr so glückliche Menschen gesehen.





Sie haben gelacht und geklatscht und gefeiert. Hätte nicht lange gedauert und sie hätten einen Reigentanz aufgeführt. Ist wahrscheinlich wieder so ein Nationalstolzding und ich hab mich, nachdem ich aufgefordert wurde, mitzuhelfen, verzogen. Das war dann doch zu viel des Guten.


Ursprünglich wollte ich der Innenstadt auch einen Besuch abstatten, aber was ich bisher sah, war nicht sonderlich erbaulich. Außerdem brannten meine Füße mal wieder und die Sonne tat ihr übriges, daß ich beschloß, heute mal früher Feierabend zu machen. 

Im Zimmer des Howard Johnson Inn war ich dagegen zur gewohnten Zeit, da die zahn- und haarlose, aber Perücke tragende, ältere Lady an der Rezeption kein Zimmer für mich zu finden schien. Dabei gab es davon genug und mein Auto war das einzige auf dem Parkplatz.
Das Motel war eines der schlechtesten auf meiner Reise. Es war nicht schmutzig und roch auch gut, aber es war schon sehr abgewohnt.  


Als ich auf den Parkplatz fuhr, sind mir einige wahnsinnig schmutzige Fenster aufgefallen und in genau SO ein Zimmer wurde ich auch gesteckt.
Vielleicht kürze ich der Zimmerdame das Trinkgeld und hinterlasse eine Notiz.

Ob sie sie versteht ist allerdings fraglich. Amtssprache des Motels ist urdu. Könnte auch hindi oder paschti sein. Ich hab da so meine Schwierigkeiten, es auseinanderzuhalten.

 
 

 

Was mache ich morgen?
Einen Abstecher nach Pennsylvania.
Danach beginnt das letzte Drittel meiner Reise und es geht wieder südwärts Richtung North- und South Carolina.


                                                                                                     

gefahrene Meilen:  121,4