14. Oktober 2015                                                                           22°C

 

Ich liess mir Zeit mit dem Aufbruch. Heute gab es nämlich nicht viele Ziele auf der Liste und ich wollte nicht wieder vor dem Mittagessen fertig sein. Zum Glück mußte ich 2 Tage Bericht nachschreiben.
8 Uhr kroch ich aus den Federn.

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Kurz darauf hatte ich ein Dejavu.

Vor einer Woche fuhr ich morgens zum Ihop und genau das tat ich jetzt auch. Eine Millisekunde kam ich mir vor, als würde der Urlaub gerade erst beginnen. Aber leider sind nur noch 4 Tage übrig und die werden vergehen wie der Wind.
Zwischen hier und dem Black Canyon of the Gunnison gab es nur 2 Sachen für mich zum Ansehen, auf die man aber auch hätte verzichten können. Einmal langweilige Badlands nördlich von Delta und ein Waldbrand etwas südlich davon. Die Zufahrt zu den Badlands war Achsbruchgenerierend und der Brand, so schien es, ein paar Stunden später, weitestgehend unter Kontrolle.


 


2004 war ich das erste und einzige Mal am Black Canyon und war damals komplett überfordert. Auf der ersten Reise ist man eh etwas verwirrt unterwegs und weiß nicht, was man von dem hier halten soll. Also nicht nur von den Parks, auch von dem Leben hier und von dem, was man so aus dem Auto heraus wahrnimmt. Ich kam mir damals vor, wie auf einem anderen Planeten. Schade, daß dieses Gefühl nie mehr wiederkam.



Am Eingangshäuschen wollte niemand meinen Pass kontrollieren. Auch hier ist bereits Nachsaison, obwohl das Thermometer 25°C anzeigte. Nur im Besucherzentrum tummelten sich 2 gelangweilte Ranger, die jedem Besucher den Film über den Park ans Herz legen.

 

Ich schaue sowas nie, denn das ist doch alles nur Lobhudelei auf fremdländisch. Da verstehe ich eh nur Bahnhof. Ich schaue mir das ganze lieber in echt an.


Hier trat übrigens wieder das gleiche Phänomen ein, wie in Vernal am Red Canyon. Die Tiefe den Canyons ist nicht greifbar. Man sieht zwar hinunter, aber das Hirn spielt verrückt. Gaaaanz weit unten fließt der Gunnison und es ist kaum vorstellbar, daß er das hier alles geschaffen haben soll. Wasser durch Granit? Wirklich schwer nachzuvollziehen. Aber nun gut. Der Canyon ist jetzt mal da, also nehmen wir es als gegeben hin. Und toll war es ja anzusehen.


Es gibt einen Scenic Drive, der sich am Rim entlangschlängelt, aber ich hab nur anfangs 2x gehalten und dann an der berühmten Painted Wall. Am Ende des Drives gibt es zwar noch einen Trail, aber da sieht man nur auf das Tal und die Dörfer westlich des Canyons.

Östlich des Visitorcenters kann man noch hinunter bis zum Fluß fahren, nur lohnt es sich meiner Meinung nach nicht.

Schon allein das Fotografieren ist ein fast aussichtsloses Unterfangen, da hier Licht und Schatten zu stark aufeinanderprallen. Entweder, man hat den Fluß und die Bäume schön drauf und die Canyonwände sind überstrahlt oder man hat den Canyon, sieht aber vom Grund nichts, weil es zu dunkel aufgenommen wird. Da muß wohl Photoshop wieder ran.

 


                               Margret zeigt an, daß ich kurz vor einem U-Turn fahre. Aber nur SIE sieht es...



 


Alles in Allem war es ein netter Besuch und die Zeit verging wie nix. Als ich im Days Inn ankam, war es bereits 18 Uhr.
Dieses Motel war eines der besten meiner Reise. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich mich ins Bett legte.
Es waren die weichsten durchgelegensten Matratzen, auf denen ich je das Vergnügen hatte, zu liegen. Außerdem neigte sich das Bett in die Richtung, je nachdem, wohin ich mich drehte.
Ich sitze jetzt, am nächsten Morgen, auf der rechten Seite und schreibe Bericht und das Bett hat eine Schräglage von mind. 10%. Noch ein bisschen weiter und ich rolle raus.

 

Jetzt ist es 8 Uhr und ich bin ein bisschen müde. Bin gespannt, ob ich es in Buena Vista mit dem Super 8 besser treffe.



Gefahrene Meilen: 147


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