Da es bis zum Motel nur 120km waren und mein Tank noch halb voll war, verzichtete ich darauf, den Tankwarten hier meine sauer verdiente Kohle für die überhöhten Spritpreise in den Rachen zu werfen.






Über die UT 12 hab ich schon so viel gelesen und so viele Bilder gesehen, daß ich mich nun regelrecht darauf freute, auf ihr zu fahren.



Es war nicht meine erste Fahrt hier lang, denn 2006 waren Hühnchen und ich schonmal auf ihr unterwegs, nur haben wir erstens nicht so recht mitbekommen, was um uns herum alles wunderbare zu sehen gab und zweitens war es ab der Hälfte der Strecke bereits stockeduster, denn wir waren damals auf Motelsuche und wurden leider erst in Moab fündig.



Laut google map fuhr man die ersten 70km quasi durch einen Wald (Dixie National Forest) und die letzten 30km durch eine bizarre Felsenlandschaft.

Womit ich nicht gerechnet hatte, war, daß es die ersten 30km nur bergan ging. Gestartet bin ich bei ca. 1400 Höhenmetern und die höchste Stelle, wo auch noch jede Menge Schnee lag, erreichte ich bei 2927m ü.M.

Während der ganzen Fahrt hier hoch, gab es immer wieder Möglichkeiten anzuhalten und die Aussicht zu genießen und die war wirklich sehenswert. Im Vordergrund, wenn man es so nennen kann, waren rote Felsen zu sehen und im Hintergrund schneebedeckte Berge.
Schade nur, daß die Sicht eher suboptimal war. Irgendwas lag in der Luft.



Bei der anschließenden Abfahrt gingen auch die Temperaturen wieder hoch, sodaß man beim Landschaft anschauen nicht gleich das Klappern anfing, sobald man das Auto verließ.

Auf halber Strecke kam ich durch Boulder, wo ich erst dachte: ok, ein Ortsschild ohne Ort hat man selten. Aber mal wieder hatte man genügend Platz für die 10 Häuschen und hat sie großzügig auf den 1 Mio km² verteilt.

Hier im Ort ging auch der Burr Trail Richtung Osten ab, den ich ja gestern schon zur Hälfte gefahren bin und dessen andere Hälfte ich morgen in Angriff nehmen werde.

       

Jetzt erinnerte ich mich auch wieder, daß ich 2006 schonmal hier war, denn im Hells Backbone Grill hatten wir einen Zwischenstop eingelegt und was gegessen, bevor wir in die Nacht aufbrachen.

Kurz nach Boulder begann auch die schönere Hälfte der UT 12 und ich schaltete schonmal meine Kamera ein. Leider kam mal wieder die Sonne von vorn, wie es eigentlich bei mir nie anders zu erwarten ist und so konnte ich das während der Fahrt knipsen, vergessen.
        

Zum Glück bekam ich immer wieder die Möglichkeit, rechts ranzufahren und Fotos von der einmaligen Streckenführung zu machen. Natürlich hätte ich morgen früh auch noch Zeit dazu, aber da ich dann auch gegen die Sonne fuhr, erledigte ich es lieber gleich.
Besonders am letzten Overlook vor Escalante gab es viel zu sehen und zu knipsen, denn von hier sah die Straße aus, als hat sie nur einer über die Steine gelegt und man kann sie jederzeit zusammenrollen und mitnehmen. Ich fand das absolut faszinierend !!!

Halb 6 war ich endlich am Circle D Motel, wo ich mich für 2 Nächte einquartiert hatte.
Leider hatte ich mal wieder versäumt, mich ausgiebig über das Motel zu informieren bzw. habe einfach eine wichtige Info überlesen, denn das Motel bestand aus 2 Häuserzeilen und ich landete in der älteren.


Normal ist das nicht schlimm, aber mein Zimmer besaß weder Steckdosen, noch, wie angeschrieben, eine Kaffeemaschine und die Mikrowelle und der Fön, die ich beide nicht unbedingt brauchte, fehlten auch.

Leider las ich den Hinweis mit "Häuschen 2" erst, als ich mich schon eingerichtet und sämtliche Matrazen auf der Suche nach einer Steckdosen auseinander genommen hatte. Ein Wechsel des Zimmers war jetzt also ausgeschlossen.



Was ich noch vermißte, war eine Eismaschine. Meine Kühlbox brauchte dringend Nachschub, aber um das Problem würde ich mich morgen kümmern.

Jetzt hieß es erstmal: ausruhen, duschen, Bericht tippen und den Plan für morgen nochmal durchgehen.

Es war 22 Uhr, als ich endlich das Licht ausknipste.


Gefahrene Meilen: 120




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