Rankpro.de


Ich programmierte erstmal Margret und gab ihr zu verstehen, dass ich zum Angel Peak möchte und schwupps: ihre Berechnungen ergaben 5 Stunden und 10 Minuten für die ca. 85km.
Na wenn das nichts ist


Klar wusste ich schon von der Hinfahrt, dass die Frau mal wieder rumspinnt, aber mindestens 2 Stunden werde ich schon brauchen und genauso war es. Schließlich mußte ich die Mörderstrecke wieder zurückfahren. Eine Stunde Knochenschüttelei zerrt nicht nur an selbigen, sondern auch an den Nerven.

Kurz vorm mürbe und müde werden bog ich rechts von der 550 zur Recreation Area (CO Rd 7175) ab und blieb an jedem Ausguck stehen, der da angelegt war.


(es war übrigens wirklich so unbunt. Wenn man andere Fotos sieht,
da stand entweder die Sonne sehr tief oder es wurde am Regler gedreht)






DER Lichtblick des Tages war es trotzdem.

Ich war hier ganz alleine unterwegs und konnte mir das Tal und die Farben und die Hügelchen und die Badlands ("schlechtes Land") in aller Ruhe ansehen und von allen Seiten aus auf Bildern festhalten. Wie toll sieht es hier erst bei Sonnenuntergang aus?
Allerdings konnte ich die Frage nicht klären, wieso der Angel Peak Angel Peak heißt. Wie ein Engel sah das wirklich nicht aus.





Ich konnte trödeln, wie ich wollte, aber die Zeit war heute wie festbetoniert. Es war gerade halb 3 und ich wusste mal wieder nicht, was ich heute noch tun konnte.



New Mexico war wirklich nicht meine Gegend. Wenn man nicht gezielt irgendwo hinfuhr, wo es was zu sehen gab, ging man hier in Langeweile und Frustration unter. Und das sagte ich schon an meinem 2. Tag hier in dem Land. Was will ich die nächsten 5 Tage machen? Weinen?


"Angel Peak"

Wenn man frustriert ist, hilft essen.
Da ich heute noch nichts in den Magen bekommen hatte, war es die beste Gelegenheit für ein Steak. Ich war seit 10 Tagen in den USA und hatte immer noch keins abbekommen und wollte es jetzt ändern.
Margret bekam die Order: Steak, Farmington, zackig und so fuhr ich noch einmal fast eine Stunde, um dann festzustellen, dass die Frau nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit war. Das Restaurant, welches sie mir offerierte, hatte geschlossen. Und irgendwie sah es auch so aus, als würde es nie wieder öffnen.
Ins Outback wollte ich nicht, denn soviele Dollars wollte ich nicht ausgeben.

Ich erinnerte mich, dass es beim letzten Mexikaner, der mit der dreckigen Gabel, auch Steaks gab, und so plante ich spontan um und gab dem mexikanischen Essen noch mal eine Chance.

Außer, dass der Kellner mir diesmal keinen Alkohol andrehen wollte, war hier alles genauso, wie in Page. Die gleichen Tische und Bänke, die gleichen „Gardinen“ und die gleiche Karte. Bis auf die Steaks. Die fehlten.
Ich blätterte fast 5 min die Karte rauf und runter aber irgendwie fand ich nichts, was anders aussah, als das, was ich in Page gegessen hatte. So entschied ich mich für Burrito.



Als ich später im Motel googlete, was denn der Unterschied zwischen Enchilada (Page) und Burrito sei, stand da: das eine ist mit Maisfladen, das andere mit Weizenfladen.

Vielen Dank fürs Gespräch.

Möchte mal wissen, was Deutsche sagen, wenn sie in ein Schnitzelrestaurant gehen und auf der Karte steht „Schnitzel xy“ und „Steak xy“ und wenn sie die beiden vergleichen, stellt sich raus, das eine ist ein Schnitzel mit Weizenmehlkruste und das andere ein Schnitzel mit Roggenmehlkruste.

So ein Blödsinn !!!
(Auch auf die Gefahr hin, jetzt dutzende böse Mails zu bekommen, aber ich bleibe bei meiner Meinung.)

Den restlichen Tag trödelte ich noch in meinem Zimmer zu Ende, während ich Mails schrieb, Bilder an die Daheimgebliebenen versendete und einige Zeilen Bericht ins Notebook hackte, mit dem ich dieses Jahr arg im Verzug war.


gefahrene Meilen: 186


                                            Startseite: