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Was jetzt folgte, waren zwei Strecken, auf die ich irgendwie gern verzichtet hätte. Die eine war die US 550, die von Meile zu Meile langweiliger wurde und ständig an Höhe gewann und die andere war die Zufahrt zum Chaco Historical Dingens.

Letztere hatte eine Gesamtlänge von 25km und die Hälfte davon war unbefestigt. Die ersten 5km waren wirklich gut zu fahren und ich gab der Piste manchmal sogar eine 10 auf meiner „Unpaved-Skala“, aber je weiter ich mich dem Ziel näherte, umso schlimmer und fieser wurde die Strecke. 


Teilweise war sogar Schrittgeschwindigkeit noch zuviel, denn es gab fürchterliches Washboard. Jeden kleinsten Huckel bin ich ausgefahren und alles im und am Auto schepperte und ich sah mich schon Reifen oder Stoßdämpfer wechseln.



Es war wirklich grauenhaft.
Noch ärgerlicher war hingegen, dass ich da, wo die Strecke am fiesesten war, von einem Ranger-Pickup überholt wurde, dem es ganz und gar nichts ausmachte, auf was er da fuhr. Er hatte mindestens 50 Meilen drauf und ratterte über die Strecke, als wäre der Teufel persönlich hinter ihm her.

Schon allein diese Strecke sorgte dafür, dass ich den Tag abhakte. Nichts was jetzt kam, konnte meine Laune noch heben, denn leider musste ich später die Ratterpiste auch wieder zurück.


Für die 10km Schüttelshake hab ich 30 Minuten gebraucht und war heil froh, als ich endlich das Eingangsschild sah, denn ab da war wieder Asphalt unter meinen Reifen.


Im Visitorcenter, dass wie eine riesige Jurte aussah, holte ich meine Stempel, zeigte meinen NP-Pass und bekam Infomaterial.

Ich wollte allerdings gar nicht mehr lange bleiben. Da müssten sie mir schon lebendes Kulturgut zeigen, damit ich vergaß, wie ich hierher gekommen war und wie ich auch wieder zurück muß.



Zitat Wikipedia:
Der Chaco Canyon im US-Bundesstaat New Mexico war zwischen 850 und 1250 ein Zentrum der Pueblo-Kultur. Seit 1980 ist er unter dem Namen Chaco Culture National Historical Park ein National Historical Park der USA, der 1987 als Weltkulturerbe in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde.
Er ist ein Teil des heiligen Landes der Pueblo-Indianer New Mexicos, der Hopi Arizonas und der (allerdings erst Jahrhunderte später eingewanderten) Navajos. Mit großen Pueblos und verschiedenen weiteren Bauten war er mehrere Jahrhunderte lang Mittelpunkt einer besonderen Ausprägung der Anasazi-Kultur, die man als Chaco-Canyon-Kultur bezeichnen kann. Der Chaco Canyon war Zentrum des zeremoniellen Geschehens, des Handels und der Verwaltung.



Leider gab es außer ein paar Eidechsen und Grashüpfern nichts, was aus der damaligen Zeit übrig geblieben war. Hier soll es zwar auch Klapperschlangen geben, aber wieder mal zeigte sich keine.



Die nächsten 2 Stunden schlenderte ich zwischen Ruinen und anderen Mauerresten umher, immer auf der Suche nach dem „Oh“ und „Ah“-Effekt. Allerdings tat sich da gar nichts.





Für einen Geschichtsinteressierten mag das hier das Eldorado sein, bei mir regte sich allerdings nichts. Alle Gebäude und Mauerreste sahen irgendwie gleich aus und da, wo es vielleicht interessanter hätte sein können, war ein Absperrband angebracht.


Einige Sachen machten mich allerdings stutzig.
Laut Wikipedia sollen die Gebäudereste aus dem "Mittelalter" stammen und wenn ich mir bestimmte Teile so ansah, kamen doch Zweifel auf:

 

Metallverarbeitung? Kanalisation? Schweiß- und Dreharbeiten?
Dachrinnen aus Aluminiumlegierung? Suspekt...



An einer der Ruinen gab es einen Hinweis auf einen Friedhof und einen Weg mit Petroglyphen und ich dachte mir, langweiliger als der Rest, kann das auch nicht werden und bog einfach mal rechts ab.


Petroglyphen sah man nur, wenn man eine Brille aufhatte und der Friedhof war zwar echt, beherbergte aber nur ein Grab und das sah in meinen Augen kitschig aus. Irgend so ein Trottel hatte bunte Plastikzeugs als Grabdeko abgelegt, und das passte ja nun in die Landschaft, wie nen Kamel nach Irland.


Zurück zum Parkplatz bin ich dann die Straße entlang gelaufen, denn 2x wollte ich mir die Strecke nicht antun.

Kaum war ich auf Asphalt unterwegs, kam mir auch schon ein Rangerauto entgegen, hielt neben mir und die Lady fragte mich, ob alles in Ordnung sei oder ob mein Wagen liegen geblieben war.
Da es sich bei diesem Frage-u. Antwortspiel nicht um Smalltalk handelte, kam ich etwas mit meinen Englischkenntnissen ins Schleudern und konnte außer „es ist alles in Ordnung“ nicht mehr viel zu Stande bringen.

Den Satz „ich wollte die langweilige Strecke an den Felsen nicht 2x laufen“, bekam ich jedenfalls nicht hin.
Peinlich.  Dabei ist es eigentlich so einfach. Aber wie gesagt: ich konnte mich nicht auf das Gespräch vorbereiten und hatte so auch nen Black Out, was die Wörter betraf.


 

Zurück am Auto, überlegte ich, was ich mit dem restlichen Tag anstellen sollte, denn „Rest“ gab es mehr als genug.

Geplant war ja ein kurzer Abstecher zu den Ah Shi Sle Pah-Steinchen, aber meine Karten zuhause gingen nicht konform mit den Straßen und Wegen, die ich hier antraf. Man kann Chaco nicht nordwärts verlassen und man landet auch nicht automatisch auf der richtigen „Straße“, an der sich die fotogene Landschaft befindet.

Ich hätte außenrum fahren müssen und dann wieder mindestens 20km ins Landesinnere, aber das war mir zu aufwändig, also hab ich’s gelassen.

Leider löste das nicht mein Zeitproblem. Vom Grübeln wurde es auch nicht dunkler…






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