19. Oktober



Frau P meinte heute Morgen, sie hätte zwar kein „tuut“ gehört, dafür aber das „au au au“ der Robben irgendwo am Strand.
Keine Ahnung, was sie die Nacht so alles treibt , ICH hab jedenfalls nichts gehört und geschlafen wie ein Stein.
Was hatten wir heute geplant?
Nichts.



Nur einfach bis nach Coos Bay, Oregon fahren und das alles schön gemütlich an der Küste entlang. Laut Wetterbericht würden wir zwar einer Schlechtwetterfront entgegen fahren, aber ändern konnten wir es nicht. Wir mußten nach Norden.



Nach einem riesigen (!!) Frühstück im Chart Room fast direkt gegenüber unseres Motels am Südende des Ortes, hatten wir uns vorgenommen, einem Vorschlag des Rangers zu folgen, den wir bei unserem ersten Besuch in der Stadt beehrt hatten.

Er meinte, wir müßten UNBEDINGT das Dreieck 199 und nordwärts die 197 fahren, die Strecke wäre genial !!

Wir sind seinem Wunsch nachgekommen.

Und haben uns schon nach den ersten Kilometern gefragt, welcher Vollpfosten ihm aufgetragen hat, den Leuten so eine Sch…e zu erzählen, von wegen toll und herrlich und ein Must see…

Die Strecke war so interessant wie die B96 zwischen Bautzen und Hoyerswerda.
Ihr habt keine Vorstellung von der Strecke?

Gut.


Größere Kartenansicht



Wir waren immer noch im Redwoodgebiet unterwegs, aber auf dieser Strecke mußte man sich die Riesenbäumchen denken. Langweilig. Es gibt noch nicht einmal ein Foto, so übrig war die Strecke.
Wenn ich mich recht erinnere, war unser nächster Stop im Samuel H Boardman SP.
Keine Ahnung, wieso wir ausgerechnet da Halt gemacht hatten, aber ich vermute, ich ab es dort geschafft, rechtszeitig vor der Zufahrt zu bremsen. Oder man hatte von weitem einen schönen Blick auf die Küste. Ich weiß es nicht mehr. Wenn ich mir die wenigen Fotos so anschau, könnte es letzteres gewesen sein. Aber wie gesagt, sicher bin ich mir nicht.



Hätte die Sonne geschienen oder hätte ich mal wieder meine Hose im Meer versenkt, könnte ich sicher mehr schreiben, so bleiben aber nur die Bilder zum Gucken.







Irgendwo zwischen hier und dem Cape Blanco SP fing es dann auch an zu regnen, was sich bis zum Leuchturm des State Parks in einen schönen kräftigen Herbstwolkenbruch auswuchs. 



Wir hätten einfach weiter nach Norden fahren und unsere Füße im nächsten Motel hochlegen sollen, stattdessen machten wir einen auf Sightseeing.
Als wir nämlich so durch den Park fuhren, kamen wir an Hughes House vorbei.


Wer Hughes ist?
Keine Ahnung.
Ich geh mal eben bei Wikipedia gucken.





So, jetzt bin ich schlauer, wobei ich trotzdem nicht weiß, wer das war.
Irgendein Farmer mit Frau und 9 Kindern.
Is ja auch wurscht, wir haben uns seine „Hütte“ angesehen und da es nichts gekostet hat und der Regen nicht weniger wurde, war es eine nette Abwechslung.
Wer also an alt riechendem Kram und 2 älteren, sich langweilenden Damen, die das Haus hüten, interessiert ist, kann ruhig kurz anhalten.





Zum Leuchtturm sind wir übrigens nur gefahren, weil es da einen Stempel zu holen gab. Ob man auf den Turm steigen kann oder was es von der Küste aus zu sehen gibt,

                 

entzieht sich meiner Kenntnis, da sich der Wolkenbruch gerade in Monsunregen verwandelt und ich keine Lust auf genauere Erkundungen hatte.





Am Bandon Beach, der viel gepriesen und hochgelobt wird, legten wir auch eine kurze Rast ein. Aber wirklich nur kurz. Es war nämlich schweinekalt und der Wind peitschte mit Orkanstärke Richtung Landesinnere. Es machte alles keinen Spaß.




Bisher hatten wir immer strahlend blauen Himmel und Sonnenschein satt und jetzt? Ausgesprochenes Abreisewetter.
Igitt.
Und weil man mit dem Zustand draußen heute keinen Blumenstrauß gewinnen konnte, fuhren wir geraden Weges ins Motel nach Coos Bay.



Was wir den restlichen Tag dann anstellen wollten, wußte ich noch nicht. Vielleicht gab es ja in dem Ort irgendwas, was man sich ansehen konnte.
Ja und dann kam etwas, was ich so schnell nicht mehr vergessen werde.
Ich hab Mist gebaut.
Ins Klo gegriffen.
Blödsinn gemacht.
Aber der Reihe nach.



Unser heutiges Motel war wie gestern ein Super 8. Ich fahre auf den Hof, steige aus, nehme meine Kreditkarte, stapfe zur Rezeption und sage: „I have a reservation“ und nenne meinen Namen.
Sie: „Ich kann sie nicht finden. Wann haben sie denn reserviert?“
Ich: „Vorgestern. Über Wyndham“
Sie: „hm… Haben sie eine Buchungsnummer?“
Ich: „Moment. Ich hole mein Notebook, dann schau ich mal in der Reservierungsmail.“



Als ich die Mail öffnete, fiel meine Kinnlade nach unten, während sich meine Lider bis zum Haaransatz schoben.
Ich hatte 2x Crescent City gebucht. Einmal für letzte und einmal für kommende Nacht und kostenlos stornieren war nur bis 16 Uhr möglich. Jetzt war es genau 16:10Uhr.
In meinem Kopf kreisten die Gedanken und ich fluchte vor mich hin, wie blöd ich doch war und was ich jetzt tun sollte und das ich so viel Geld einfach in den Sand gesetzt hatte.





 

Die Dame an der Rezeption hingegen blieb cool. Sie rief in Crescent City an, stornierte meine Buchung, was mich 20$ kostete, fragte nach, was ich denn für das Zimmer da bezahlt hatte und ich bekam für den gleichen Preis ein schönes Zimmer mit Kingsize Bett im jetzigen Motel.

Man, was fiel mir ein Stein vom Herzen.

Keine Ahnung, was ich getan hätte, wäre dieses Motel hier ausgebucht oder viel teurer oder…
Hatte ich schon erwähnt, daß es ein schönes Zimmer war? Richtig gemütlich und mit richtigen Gardinen am Fenster und Breitbildfernseher und Schreibtisch mit Bürostuhl. Wirklich schön.

Vor dem Abendessen gab es noch eine kurze Stadtrundfahrt, die aber nichts Sehenswertes zu Tage förderte.




Abendessen gab es im Steakhouse direkt am Motel.



Der erste Eindruck war zwar etwas…schäbig und ungastlich, aber dafür konnte das Essen die ganze Sache wieder aufwerten.


(das war nicht das Essen  )

Ich hab selten so lecker Steak gegessen, wie hier. Ich mag ja das Outback, aber hier das war erste Sahne. Und günstiger obendrein.







Wer also in Coos Bay nächtigt und lecker essen will, dem empfehle ich das Rodeo Steakhouse & Grill.
Das Super 8 steht zwischen 2 Hauptstraßen, aber ich habe diese Nacht nicht ein Auto gehört. Herrlich



Gefahrene Meilen:  174,4