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Mittlerweile fuhr ich auf dem Gelände des Bandelier NM’s und Margret war völlig aus dem Häuschen angesichts dessen, was sie hier erwartete.

Alle 100m rief sie mir zu: „bitte wenden“ und „links abbiegen“ und „rechts abbiegen“ und wenn ich auf sie gehört hätte, hätte es diese Zeilen nicht gegeben.

Es ist also manchmal ratsam, den Schildern zu folgen, anstatt auf eine überdrehte Tussi zu hören.
Sogar, als ich mein Auto neben dem Visitor Center parkte, meinte sie noch, dass ich ja hier toooootal fasch war.

Bevor ich mich auf den Weg machte, das Visitor Center und das Monument zu erkunden, musste ich mich erstmal umziehen, denn es war doch arg warm geworden.


("Passkontrolle")



Nachdem ich meinen obligatorischen Stempel geholt hatte, schlich ich mich durch die Hintertür nach draußen, denn hier begann der Trail, der mich an Felsenbehausungen vorbeiführen sollte.

Die Geschichte der Besiedlung dieses Gebietes reicht ca. 10.000 Jahre zurück. "Haupteinwohner" waren Pueblovölker, die allerdings um 1150 diesen Landstrich Richtung Rio Grande und Mexiko verließen.
Hauptattraktion ist die Frijoles-Schlucht, in der ca. 1000 Siedlungsorte nachgewiesen werden konnten.


(anklicken für pdf-Vollversion)

Ich fand es vom ersten Augenblick an hier spannender und schöner, als im Chaco. Schon allein, weil es recht übersichtlich war und auch etwas grün für das Auge gab es reichlich.
Was mich jedoch etwas stört, wäre ein Wunder, wenn es da nichts gäbe

waren die vielen plärrenden Kinder, die hier mit ihren Familien unterwegs waren. Nicht eines davon konnte einfach mal die Klappe halten und nur gucken. Alles, was sie sahen, musste lauthals der Mama mitgeteilt werden. Es war schrecklich.



Aber es waren nicht nur die Kinder, die rumbrüllten. Unterwegs überholte ich noch eine ältere Dame, die anscheinend weit langsamer gelaufen war, als ihr angetrauter Ehemann und nun versuchte, ihm mitzuteilen, dass sie weit langsamer gelaufen war, als er.


zum Tyuoyi Pueblo zugehörig



Da sie nicht genau wusste, in welchem Felsenloch er grad steckte, rief sie alle 10 Sekunden etwa seinen Namen lauthals in die Landschaft und das nervte nach einer Zeit dann doch ziemlich.


(über der Baumgrenze die kleinen "Löcher" im Fels sind die ehem. Behausungen)



Ob die beiden je wieder zusammenfanden oder ob er die Gunst der Stunde genutzt hatte, ich werde es nie erfahren.
Der Trail war ansonsten ganz nach meinem Geschmack. Kein langsamer Weg, der schnurgerade von A nach B ging und wo man ja nichts anfassen oder nirgendwo draufklettern durfte. Hier war es richtig spannend, denn es gab auch Leitern, über die man in die Behausungen klettern konnte oder der Weg führte durch enge Felsen, dann gab es wieder Treppen…es war ein Erlebnis.

 







Und wenn man genau hinsah, fand man sogar die ein oder anderen Hyroglyphen an den Felswänden.

Der Rundweg führte die erste Hälfte an der Felswand entlang und die zweite Hälfte war eine Art Naturlehrpfad und alle paar Meter waren Hinweisschilder aufgestellt, was man hier alles an Pflanzen und Tieren finden kann. Sehr interessant. Wirklich.
Würde ich noch einmal in der Gegend sein, ein Abstecher wäre mit Sicherheit wieder drin.










Nach gut einer Stunde hab ich den Park mit Ziel Santa Fe verlassen.

Mein Motel war mal wieder ein Motel 6, doch diesmal hat es mir da nicht sonderlich gefallen, denn es war heute relativ kühl und im Motel waren bereits alle Heizungen abgestellt worden. Was diesmal auch besonders schlimm war, war der riesige Spalt zwischen Tür und Rahmen und es zog die ganze Zeit wie Hechtsuppe. Nach einer halben Stunde war mir dermaßen kalt, dass ich mich erneut umziehen musste.

Wenn in ganz USA die Isolierung der Häuser so war, wie in dem Motel hier, dann brauchen wir uns über den hohen Energieverbrauch der Staaten nicht wundern. Wände aus Presspappe und einfachverglaste, einfach zu öffnende Fenster und Türen, die nur angelehnt zu sein scheinen.
Ich hab das Bett genommen, das am weitesten vom Fenster und der Tür wegstand und ich hoffte, ich würde die Nacht nicht erfrieren…


gefahrene Meilen: 251

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Motel: Motel 6, Santa Fe (South)
           gebucht auf Motel6.com für 28,50$/Nacht incl. Tax
Bewertung: Standard, aber lieber dann doch was Höherpreisiges mit funktionierender Heizung oder sonstigen Annehmlichkeiten









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