Seit einigen Jahren liegen sich schon der BLM und Kane County in den Haaren und es kommt immer wieder zu Trotzreaktionen der beiden und im Zuge dessen, wurde die Strecke der Cottonwood Canyon Rd in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt und war praktisch immer wieder bis April 2010 unpassierbar.

Ich hab sie daher nicht in meine Planung aufgenommen und wollte ursprünglich die UT12 und dann weiter auf der UT89 nach Kanab fahren.
Im Forum hab ich dann von den erfreulichen Neuigkeiten erfahren und dachte mir: Sylvi, JETZT oder nie.
Bis auf die ersten Meilen zum Grosvenor Arch soll die Strecke komplett gegradet sein und so wagte ich das Abenteuer CCR.

Für mich als Unpaved-Angsthasen-Fahrer waren die ersten Meilen wirklich gewöhnungsbedürftig und immer wieder hinterfragte ich meine Entscheidung, hier lang zu fahren. Die Piste war in meinen Augen miserabel und mit jeder weiteren Meile stieg das Risiko eines Platten.



Für die Natur hatte ich in den Momenten keine Augen, denn ich war vollauf damit beschäftigt, den Rillen, Furchen und Steinen auszuweichen.
Am schlimmsten war es einen Hügel hoch, bei dem die Reifen durchdrehten, denn ich fuhr nur halbe Schrittgeschwindigkeit.
Mein Blutdruckt sang bestimmt gerade die Marseillaise und auch der Inhalt des Wagens wurde ganz schön durchgerüttelt. Das war alles nicht wirklich gut für meinen Kopf, denn mit jeder Meile stieg die Anzahl meiner grauen Haare proportional zur Anzahl der Querrillen auf der Straße.  Es war zum davonlaufen..
Gott sei Dank kam ich nach 30min endlich am Schild für den Arch vorbei und ab da sollte es ja besser werden. Ich bog da einfach mal links ab und gönnte nicht nur mir eine kleine Pause. Die Bögen des Arch knipste ich nur von weiten, denn für einen Spaziergang dahin, waren meine Knie noch nicht bereit oder hat von euch schonmal einer davon gehört, daß Pudding laufen kann?



Und dann kam mir auf der Rückfahrt zur „Straße“ ein normaler PKW entgegen und ich meinte noch so zu mir: „Man, ist die mutig“ Oder sollte es jetzt doch „bergauf“ gehen?
Schon nach den ersten Metern atmete ich förmlich auf, denn die Strecke war 1A-Sahne im Vergleich zu den vorangegangenen Meilen. Endlich konnte ich mich auf das Wesentliche konzentrieren und gucken, anhalten, knipsen, fahren, gucken, anhalten, knipsen, fahren… Gott, war das schweißtreibend. Auch wurde mein Auto durch das ständige hin und her staubiger und dreckiger und das nicht nur außen. Auf jeden cm² konnte man nun SAU schreiben.











Für eine Grundreinigung von Hand müßte ich sicher nochmal 3 Wochen dranhängen, doch leider leider leider hatte ich grad nicht so viel Zeit und so hoffte ich bei der Rückgabe auf ein schönes dunkles Parkhaus.

Die nächsten Stunden, denn es lagen laut Wegweiser 30 Meilen vor mir, hab ich sicher das ein oder andere Gramm abgenommen, denn es war schon Sport, was ich da machte. Kaum war ich ein paar Meter gefahren, sah ich schon etwas neues, was unbedingt von mir abgelichtet werden wollte. Die Gegend änderte sich so schnell, so schnell kam man mit dem Gucken und Knipsen gar nicht hinterher.


 

Hügelchen, Steinchen, Felsen, Nadeln, Kuppeln, Täler, Flußläufe, Ebenen und zwischendurch immer wieder Büschel bunter Blumen, welche auch ständig „Hier“ riefen.

Frühling in der Wüste. Ein (Alp-)Traum für jeden Fotografen.

Auf den letzten 10km etwa änderte sich die Landschaft fast schlagartig und man sah eigentlich nur … nichts.
Wenn ich schreibe Mondlandschaft, ist es nicht korrekt, denn, im Gegensatz zu hier, war da ja was.



Ein paar kahle Hügel, ab und an eine Kuh, eine schnurgerade CCR und wieder ein Hügel. Und das alles war grau in grau.





Wer jetzt meint, es war langweilig, irrt gewaltig, denn die Landschaft war mindestens genauso beeindruckend, wie die vorangegangenen 40 Meilen.
Zum Ende hin waren die Hügel mit einem gelben Blütenteppich überspannt, es war unglaublich. Ich hätte mir nie vorstellen können, daß es hier irgendwann im Jahr mal so aussieht. Ein Traum.

     

Insgesamt war mein Fazit durchaus positiv und bei einer erneuten Fahrt in ein paar Jahren, wird sicher auch das nördlichste Stück der Piste wieder „benutzerfreundlich“ sein.



Ich war die letzten Stunden so sehr damit beschäftigt, langsam zu fahren, daß mir die UT89 jetzt vorkam, wie die A3 zwischen Frankfurt und Köln. Es widerstrebte mir, schnell zu fahren, aber um nicht als Risikogruppe eingestuft zu werden, trat ich für die nächsten 5 Meilen notgedrungen aufs Gas.
Es war deshalb nur eine so kurze Strecke, weil schon das nächste Ziel auf mich wartete: die Toadstool Hoodoos.

 


 

Laut Google map befanden sie sich praktisch direkt an der Straße und so parkte ich mein Auto neben den 5 anderen auf dem Platz, der vorher NICHT als Hoodoo-Parkplatz ausgeschildert war, nahm meine halbe Flasche Wasser und stiefelte los.

Auf dem Schild stand was von 0,8 Meilen und ich war mir in dem Moment nicht sicher, ob das Wasser reicht. Aber anstatt einfach eine volle Flasche einzustecken, hakte ich die Sache ab und meinte, daß es schon reichen wird. Schließlich meinte google map…
Die Strecke war beschwerlich, denn es ging einen ziemlich holprigen Weg nach Norden.


Ständig mußte man einen Hügel rauf, dann wieder einen runter, durch ein Wash, wieder ein Hügel…
War es die vergangenen Tage eher kühl gewesen, meinte es die Sonne ausgerechnet jetzt sehr gut mit mir und brannte erbarmungslos vom Himmel. Andere würde meinen, daß es saukalt war, aber da ich nicht so auf Hitze stehe, war es für mich schon arg brütend.



Mit meinen letzten 100ml Wasser kam ich bei den Hoodoos an und konnte mir daher nicht so viel Zeit lassen, wie ich gerne wollte.

Ich lief daher nur einmal kurz drumrum und verließ wieder nach nur 5 Minuten diesen schönen Ort. Das Wasser war 500m vor dem Parkplatz alle und ich wußte bis dahin nicht, wie lang 500m sein können, wenn mit jedem Schritt der Körper mehr und mehr austrocknet und dein Gesicht mit jedem Meter mehr zusammenschrumpelt. Es war grauenhaft. Zum Glück bin ich aber jemand, der aus ihren Fehlern lernt und werde in Zukunft auf jedem noch so kurzen Weg lieber ein Liter mehr mitnehmen, als einen zu wenig.
Am Auto angekommen, verringerte ich die zulässige Nutzlast des Ford erstmal um 700g und hätte mir am liebsten das Wasser einmal über den Kopp gegossen, aber da ich nicht alleine war…



Außerdem verträgt sich Staub nicht so gut mit Wasser und ich wollte nicht unbedingt als Schweinderl im Motel ankommen.



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