Sonntag, 8. Juni                                                                             95°F


Meine Güte, was ein Tag.
Ich bin jetzt noch richtig aufgewühlt.
Aber ich fange mal von vorn an und mit den News zum Thema Wetter: Leute, haltet euch fest, es schien die Sonne. Ein Kracher zu Beginn und mal was ganz Neues.
Die Nacht in der Econo Lodge war soweit ok, aber trotzdem sind mir neuere und vor allem mehr bewohntere Motels lieber. Als ich gegen halb 7 aus dem Fenster sah, stand mein Auto allein und verlassen auf dem Parkplatz. Nur ein LKW parkte noch irgendwo abseits. Und weil ich aus meinen Fehlern manchmal was lerne, habe ich die letzte Nacht meiner Reise, die auch in einer Econo Lodge sein sollte, storniert und auf Super 8 umgebucht. Ist mir lieber. Bewertungen hin oder her.

 


Margret hatte für heute 5 Ziele einprogrammiert, doch ich befürchtete schon während meines Frühstückskaffees, daß ich es nicht ganz schaffen würde. Einige Ziele davon waren sehr zeitraubend. Aber mal sehen.

Schon 2 Seiten geschrieben und ich liege immer noch im Bett. Jetzt aber los !!!
Zum Aufwärmen gab es heute ein National Wildlife Refuge, wo laut Internet 4 Stempel zu holen waren und so ein bisschen Natur am Morgen hat noch niemandem geschadet. Aber Ziel Nummer 1 war auch die Pleite des Tages. Naja, nicht ganz, am Ende kams nochmal Dicke, aber soweit sind wir noch nicht. Das Visitor Center hatte nämlich geschlossen und nicht nur, weil heute Sonntag war. Staatliche Kürzungen war das Zauberwort.


Macht nix, hab ja noch 4 andere Sachen.
Zwischen Richmond, VA und bis zur Überfahrt nach Norfolk, VA ist man auf einer Art Halbinsel unterwegs, auf der früher mächtig was los war. Also weniger Schlachten, als Städtebaumaßnahmen und allgemeine Agrarverwaltung. Während ich also so durch grüne Wälder fahre, stehen rechts und links der Straße immer wieder Schilder mit Hinweisen zu Plantagen und daß man sie besuchen kann.
Einem Schild, daß immer mal wieder da stand, folgte ich. Scheint also was Wichtigeres zu sein.


Auf dem Parkplatz war mein Auto wieder alleine und der Grund kam 5 Meter weiter. „Bitte werfen sie 10$ für die Self Guidet Tour in die Box“. 10$? Ich kauf die Katze doch nicht im Sack.
Erstmal gucken.
In der Broschüre, die man sich da mitnehmen konnte, stand geschrieben, daß auf der Plantage der 10. US Präsident, dessen Namen ich vergessen hab, gelebt hat und daß sie bis heute durchgehend bewohnt ist.
Und weil ich ja nix gelöhnt hatte, knipste ich nur schnell 3 Bildchen und hab gemacht, daß ich Land gewinne. Ins Haus durfte man eh nur nach vorheriger Anmeldung und für 35$. Gott, ich hasse geldgeile Menschen.  
Blieben noch 3 Ziele übrig und es war kaum halb 10.

 

Auf besagter Halbinsel gab es ein Dreieck aus geschichtsträchtigen Orten, welches man sich für ua viel Geld anschauen konnte. Die Orte waren Jamestown, Williamsburg und Yorktown. Vor allem Williamsburg, auch Colonial Williamsburg genannt, greift den Leuten mächtig in die Tasche. 44$, um durch die Stadt zu schlendern und in die vielen Häuschen schauen zu dürfen.
Aber soweit bin ich noch nicht.



             



Erst Jamestown, welche anschauungstechnisch gesehen, zweigeteilt ist. Das eine ist Jamestown Settlement für 16$ und das andere gehört zum Colonial Historic Park und dafür hab ich meine Plastikkarte.
Schwer zu erraten, für welchen Teil ich mich entschieden hab.
Mein erster Stop war am Glasshouse.
Glasshouse.
Ein Gewächshaus oder wie?
NEIN !!!


Früher war hier eine Glasbläserei und die Reste davon hat man überdacht und hinter Glasscheiben verbannt, damit ja niemand die Aschereste der letzten Jahrhunderte wegräumt. Nebendran gibt’s aber etwas Interessantes zu sehen. Einen lebenden Glasbläser.
Ich hatte vorher sowas ja nie gesehen und deswegen war ich total fasziniert, wie die das hinkriegen, daß aus einem Stück glühenden Sand, buntes Glas wird.




etwas unscharf, aber ich wollte keinen Blitz verwenden und unter dem Dach war es sehr dunkel


Es waren 2 Glasbläser die sich die Herstellung eines Stückes teilten und wie ein Uhrwerk funktionierten. 3 Minuten für ein Glas. Immer gleichmäßige Bewegungen und sobald eins fertig war, fingen sie von vorn an. Immer eine Stunde lang, dann bastelten sie was neues.
Toll !
Nur was soll man mit dem Zeug machen? Ein schiefes blaues Bierglas mit Henkel für 18$?





Der 2. Teil war dagegen zum Abhaken. Passbesitzer dürfen hier für den eigentlichen Historic Park trotzdem noch 5$ auf den Tisch legen und wer keinen hat, zahlt 14$.

Zu sehen gibt es Ausgrabungsstätten und eine Kirche aus Ziegeln.

Weniger Toll.

Total überflüssig.

Aber den Amerikanern scheint sowas zu gefallen.