17. Oktober 2015                                                                         15°C

 

6 Uhr morgens wurden in meinem Wyndhamaccount endlich die 20. anrechnungsfähige Nacht zum Goldstatus und somit 15.000 zusätzliche Punkte angezeigt, die ich bis Ende Februar 2016 in eine kostenlose Übernachtung investieren mußte, damit sie nicht verfallen.
Da es in den USA nur noch eine Nacht bis Februar geben würde, stornierte ich das Microtel am Denver Airport und buchte eine kostenlose Nacht im Baymont Inn direkt daneben. Normal hätte mich dort eine Nacht 105$ vor TAX gekostet, aber wenn Wyndham mich zwingt…

Ansonsten war es letzte Nacht trotz der dicken Decke extrem kalt. Ich hab gefroren, wie lange nicht mehr. Zum Glück und in weiser Voraussicht hatte ich, und weil noch Platz im Koffer war, eine Steppdecke mit eingepackt, die jetzt endlich zum Einsatz kam.
Endlich konnte ich schlafen.

Da ich in einem Hotel der besseren Kategorie untergebracht war, versprach ich mir einiges vom Continental Breakfast, das es heute, da Samstag war, bis 10 Uhr gab. Allerdings wurde ich mal wieder enttäuscht. Klar gab es mehr als in anderen Unterkünften, aber irgendwie sahen das Rührei und die Wurst ziemlich synthetisch aus und ich nahm nur einen Apfel-Orangensaft-Mix mit auf’s Zimmer.
Kurz nach Aufbruch zu meinem letzten Urlaubstag des Jahres, gab es noch eine Sehenswürdigkeit, die man nicht planen kann.

Klar, es ist kein Flugzeug, aber es würde mich schon mal reizen, mit sowas mitzufahren.



Frühstück gab es dann in einem Truckstop der besonderen Art. Eigentlich dann doch nicht besonders erwähnenswert, aber da heute nicht so viel geplant war, gibt’s wenigstens ein Foto.

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Das Ambiente war schon besonders, da es ein rundes Holzhaus war. Rustikal.
Nur was das Essen anging, war es eben typisch amerikanisch und hätte in Deutschland keine Chance. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal was Gesundes gegessen hatte. Obst und Gemüse sehen die Leute hier vermutlich nur in der Obstabteilung im Supermarkt. Aber wenn selbst Restaurants davon nichts verarbeiten… Wer dann?

  

Hier gibt es nur Eier, Brot, Käse und Fleisch. Die klitzekleinen Paprikastückchen in den Omeletts sind daher kaum erwähnenswert. Und Salat? Oder Obst?
Welches Obst???

Das erste und bis dahin einzige Mal, daß ich den Rocky Mountain NP betreten hatte, war im Mai 2004 und wenn ich mich recht daran erinnere, Fotos gibt’s ja keine, lag damals hier oben noch Schnee. Heute sah es aus, als gab es den schon lange nicht mehr.


 

Das Alpine VC hatte sich zwar schon darauf vorbereitet, daß es wieder im selbigen versinken wird, aber ansonsten sah es hier aus, als kommt noch lange nix von oben runter. Die Temperaturen lagen über der 20°-Marke und als ich die vielen Millionen Stufen zum Summit erklommen hatte und meinte, gleich nen Koller zu bekommen, fühlte es sich an, als wären es weit über 30°C.


                                      abfotografiertes Bild, das zeigt, wie es hier im Winter aussehen kann 

Ich war aus eigener Kraft  auf 12.000 ft geklettert und es fühlte sich an, wie eine Besteigung des K2. Zumindest dachte es meine Lunge, die es jeden Moment auseinanderreißen wollte. Dünne Luft und Anstrengung sind nicht gut für Sylvi. Aber die Aussicht war grandios. Ich auf dem (Zwischen-)Dach der Welt, blauer Himmel, dem man näher war, als man dachte and I’m happy.

 

Als ich auf der Trail Ridge Road am höchsten Punkt angekommen war, fiel es mir wieder ein. Auch 2004 waren meine Freunde, mit denen ich unterwegs war, und ich etwas enttäuscht, daß es kein Schild gab, das den höchsten Punkt anzeigte. Und auch dieses Jahr bin ich am Parkplatz einfach vorbeigefahren.
Egal, besser als das Hochgefühl nach den Stufen konnte das hier auch nicht werden.





Normalerweise gibt es hier im Park 6 oder 7 Rangerstations bzw. Visitorcenter und dementsprechend viele Stempel. Doch auch hier war Saisonende und es gab nur noch 2 geöffnete Zentren. Schade. Dabei war es Samstag und zig Touristen unterwegs. Anscheinend braucht der Staat die zusätzlichen Einnahmen nicht.
Auf der Fahrt nach Denver hielt ich noch schnell an der Saint Catherine Chapel, doch auch hier wurde geheiratet und ich konnte sie nur im Vorbeifahren knipsen.
Schade. Sähe innen sicher interessant aus.


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Bis zum Baymont Inn fuhr ich dann auf dem Denver Boulder Turnpike. Wieso ich das erwähne? Weil ich Margret den Auftrag gab: keine Mautstrecken. Und was tat sie???
Genau das Richtige. Man zahlt nämlich nur, wenn man die linke, also die Expressspur benutzt. Trotzdem machen mich solche Schilder immer extrem nervös.

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Im Mietwagenvertrag steht, daß ich das Auto vollbetankt zurückgeben muß und das erwies sich diesmal als besonders knifflig.

In der näheren Umgebung gab es 3 Tankstellen. Eine war zu teuer, die zweite nahm meine Postleitzahl nicht an und bei der dritten mußte man extrem viel Zeit mitbringen, da sie anscheinend nur eine wasserschlauchdünne Zuleitung für ALLE Zapfsäulen besaß und je mehr Autos betankt wurden, umso kleiner wurde das Rinnsal welches in die Autos lief.
Neben mir der Pickup Truck stand gefühlt 1 Stunde an der Zapfsäule und steht vermutlich immer noch da. Als ich meinen Tankdeckel öffnete, stand seine Anzeige bei 8 Gallonen. Als ich fertig mit tanken war, zeigte es bei ihm 10 Gallonen an. Ich brauchte 10 Minuten, um vollzutanken. Und das alles nur, um 10ct pro Gallone zu sparen.


Das Zimmer, welches ich innerhalb weniger Minuten zugemüllt hatte, war zwar etwas besser, als ein Days Inn oder Super 8, wobei… Ich brauche keinen Kühlschrank, aber ich finde eine Mikrowelle sollte ein 100$-Zimmer schon besitzen. Hier gab es nur eine Kaffeemaschine. Und dann auch nur eine für eine Tasse.

Ehrlich? Ich kann ein gutes Zimmer in einem Super 8 nicht von einem Hotelzimmer der mittleren Kategorie unterscheiden. Am Aussehen her gefallen mir Super 8-Zimmer manchmal sogar besser, auch wenn die Bettdecke etwas dünner ist.
Sogar gestern das Zimmer im Holiday Inn war in meinen Augen nur Durchschnitt.

Bevor ich mich schlafen legte, stellte ich den Wecker noch auf 6 Uhr und hoffte, daß 4 Stunden zwischen Aufstehen und Abflug genügen werden.

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wenn im Winter Straßen gesperrt sind, paßt google sich dem an und zeigt eigentlich gefahrene Strecken nicht an. Ich bin von Fraser aus Richting Norden gefahren


Gefahrene Meilen: 199


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