Tag 15 - 10. Mai



Es war also nun soweit.
Die letzte Fahrt dieses Urlaubs stand bevor und ich fühlte mich richtig traurig. So chaotisch die Reise auch war und soviel, wie ich auch gemeckert hab, aber schade war es doch, daß es nun zu Ende ging.

       
                                Office des BobBonn Inn in Kanab. Ein Kleinod


Ich belud das letzte Mal mein Staubpanzerchen, dessen Reifen trotz widriger Bedingungen gehalten haben und der trotz der ganzen Plackerei nur 8 Liter auf 100km (28MpG) brauchte (obwohl in den Papieren, die ich im Kofferraum fand, etwas ganz anderes stand)

und fuhr, nicht ohne ihm noch einmal liebevoll die Scheiben zu putzen und ihm einen letzten Tropfen zu gönnen, Richtung Süden aus der Stadt hinaus.

Die Planung des heutigen Tages war etwas kompliziert, denn spätestens 20 Uhr mußte ich mein ursprünglich schwarzes Gefährt bei Alamo in Las Vegas abgegeben und wußte nicht, wie lange ich für die restlichen Punkte auf meiner Liste brauchen würde.


Alles in allem hatte ich knapp 9 Stunden Zeit und da es nur knapp 300km waren, würde ich, wenn nicht noch was unvorhergesehenes passiert, sicher gut hinkommen.


Ich bog schon nach wenigen Meilen von der UT 89 auf die UT 389 nach Westen ab, denn kurze Zeit später war ich schon am ersten Punkt meiner Tagestour angekommen, nämlich am Pipe Spring National Monument, wo es sicher mehr zu sehen gibt, als nur das Stempelbildchen in meinem Pass.





Es war noch früh am Morgen und daher war wenig los, was ich natürlich immer zu schätzen weiß.
Bei diesem NM handelt es sich eine ehemalige Siedlung der Paiute Indianer, welche allerdings grad grundsaniert wird, denn es war schwer, Fotos zu machen, auf denen kein Absperrband oder eine orange Wassertonne oder eine Schubkarre zu sehen war. Auf fast jedem cm² wurde irgendwas gebastelt oder ausgebessert oder angepflanzt oder abgetragen.




Meine Aufmerksamkeit richtete ich daher lieber auf die 2 Pferde und die beiden Rindviehcher und ließ die Gebäude quasi links liegen. Auf eine Führung hatte ich um diese Uhrzeit auch keine Lust und so dauerte es keine halbe Stunde, und ich war wieder im Auto.
Viel gab es wirklich nicht zu sehen und so fragte ich mich, ob dieser Ort ein so riesiges Visitorcenter gerechtfertigt hat.
Auf den letzten Kilometern bis zu meinem nächsten Ziel, hatte ich mal wieder einen Satelliten-Schnulzensender im Radio eingestellt, denn die elend langen und breiten und einsamen Straßen verlangen geradezu nach passender Unterhaltung und da der Abschied nahte, mußte es was zum weinen sein und kaum hatte ich das Radio an, lief auch schon „Take My Breath Away“ und ich bedankte mich innerlich bei mir, die Idee mit dem Radio gehabt zu haben. Irgendwie schaffte ich es immer wieder, mir mein Leben schwerer zu machen, als es so schon war.

Auf der I15 nach Süden hab ich dann endlich dem Sentimentalitätsgedudel ein Ende bereitet, denn ich konnte hier bei Tempo 120 keinen verschleierten Blick gebrauchen.


   

   

Das Stück des Highways war ich schon mehrmals gefahren, konnte mich aber nicht daran erinnern, je durch einen engen Canyon gefahren zu sein. War ich damals von der neuen Umgebung so überfordert, dass ich es verdrängt hatte?
Während der ganzen Fahrt klebte meine Nase an der Frontscheibe, und wenn sie es nicht tat, war es das Objektiv der Kamera, die ich ständig benutzen musste.


Ich glaube, es gab noch nie in einem meiner Urlaube so viele Straßenbilder, wie dieses Mal.
Es war aber auch zu schön, hier lang zu fahren und immer wieder einmal beschäftigte sich mein Hirn, JA, ich habe eins  , mit der Frage, wieso man einen Highway mitten durch den Felsen treibt, statt einmal außen rum zu bauen. Spielen denn Zeit und Geld wirklich keine Rolle?



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