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22. Oktober



Ein Tag zum Abgewöhnen.
Margret lag die ganze Nacht zum Trocknen auf der Heizung, trotzdem sagte sie am nächsten Morgen keinen Mucks.

Ohne sie waren wir allerdings aufgeschmissen. Wie soll ich mich in Seattle zurechtfinden? Etwa mit Straßenkarten?
Keine Chance.
Was also tun?
Das Zauberwort hieß „App“.
Es muß doch möglich sein, sich eine kostenlose oder günstige App herunterzuladen, die einen durch die letzten 3 Tage bringt. Es hat auch nicht lange gedauert und ich hab „navfree“ gefunden. Das Ganze für die USA, kostenlos und man kann/muß jeden Staat einzeln herunterladen. Ich brauchte nur Washington. Während wir uns also fertig machten und das Auto einluden, saugte ich 95MB Kartenmaterial herunter.


Jetzt half nur noch warten und beten, daß es auch funktionierte.
Die ersten Anläufe waren ernüchternd und von Fehlversuchen gezeichnet. Vermutlich mußte das Handy mit der App erst warm werden, denn bis nach Port Angeles hatte es keine Probleme, uns den Weg zu zeigen. Nur Seattle kannte es noch nicht.

Das Wetter war heute auch nicht grad berauschend. Dichter Nebel hang in den Bäumen und überall tropfte es. Laut Wettervorhersage gab es in den Bergen starken Schneefall und Straßen waren gesperrt.

Na toll, dachte ich. Wieder ein Tag mit Planänderungen.

Als wir wenig später die Straße zu den Sol Duc Fällen abgebogen waren, merkten wir schon, daß wir in der Nachsaison unterwegs waren. Kein Auto kam uns entgegen oder verfolgte uns. Der Parkplatz war verwaist und auch sonst sagte uns alles: „hier gibt’s nichts zu sehen“ oder wie es so schön in diesem Urlaub hieß:

„Closed for season“





Zurück auf der Hauptstraße fuhren wir dann auch noch in einen Stau hinein und am Parkplatz bei den Marymere Falls stand eine Karte, die besagte, daß es zu den Wasserfällen eine halbe Ewigkeit zu wandern wäre.


Irgendwie war heute der Wurm drin.
Gab es denn nichts, was man heute vor der Ankunft in Seattle tun konnte?
Irgendwas?


Auch im Visitorcenter in Port Angeles teilte man uns nichts Gutes mit. Die Hurricane Ridge Road in den Olympic Park hinein war wegen des Schnees und wegen Glätte gesperrt. Somit war das Thema Olympic NP abgehakt. Außer ein paar nassen Bäumen hatten wir nichts zu sehen bekommen. Ich muß also irgendwann noch einmal hier her.