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   17. Mai 2011                                                   80°F   




In Grants blieb ich nur eine Nacht.

Wie gesagt wollte ich mir heute El Malpais anschauen und danach noch El Morro, von dem ich nun mal gar nicht wusste, um was es da ging und dann hoffte ich, dass mir noch was um Gallup, wo ich mein Lager aufschlagen wollte, einfiel.


El Malpais war ein Monument, welches das den Vulkan zum Thema hatte. Zwar brach hier schon lange kein Feuer mehr aus, dafür hatte aber das letzte noch genug „Scherben“ in Form von Schlacke, Tuffgestein und Lavatubes, hinterlassen.



So ganz war das zwar nicht mein Thema, denn wenn hier nicht so viel schwarze Masse rumliegen würde, wüsste man gar nicht, dass es Vulkangebiet ist/war. Es gab keinen Berg, keinen Krater, keine heißen Quellen, keinen Qualm, kein nichts.


(anklicken für pdf-Vollversion)


(mehr Stellflächen, als bei der Arena auf Schalke)


Nachdem ich die Oberaufseherin in der Rangerstation geweckt hatte, oh, die war beleidigt, als ich sie fragte, ob ich die erste heute war , und mir meine Stempel abgeholt hatte, fuhr ich einfach mal die 117 nach Süden und wollte schauen, was es da so zu sehen gab.

Außer, dass man auf der rechten Straßenseite nur Lavafelder sah und links rote Felswände, gab es nichts, was für mich jetzt faszinierend gewesen wäre.


(die Beschreibung zu der White-Nose-Krankheit befindet sich einige Zeilen weiter unten im Link)

Interessant war noch der La Ventana Arch, aber lange blieb ich da auch nicht, denn erstens war es sehr kalt und windete stark und zweitens fand ich es in der Ecke ziemlich einsam.
Nicht, dass ich jetzt Menschenaufläufe vermisste, aber irgendwie war es doch merkwürdig.

Es gab noch eine zweite Straße, die durch das Monument führte, allerdings gab es von hier keinen direkten Zugang zu ihr und so muß man zurück zur I40 und biegt einige Meilen weiter westlich auf nie 53 nach Süden ab.

 




Am Zuni-Acoma-Trail fuhr ich vorbei, denn er verband die 117 mit der 53, hatte aber für den Wanderer den Nachteil, dass, wenn man mit dem Auto da war, die ganze Strecke wieder zurücklaufen muß. Ein schrecklicher Gedanke…

Als ich gestern im VC fragte, was man denn unbedingt sehen sollte, legte mir der Obervorsteher die El Calderon Area ans Herz und wenn ich mir so die Karte anschaue, gab es sonst auch nicht wirklich viel mehr, was man im Monument tun konnte, als sich diese Gegend anzuschauen.


Die 1km lange Zufahrt zum Parkplatz war unbefestigt, aber gut zu fahren. Ich parkte neben dem einzigen anderen Auto und sah auch sonst irgendwie keine Menschenseele. Irgendwie gab mir der Park zu denken, denn wenn man niemanden sieht und einem auch sonst fast kein Auto entgegen kommt, dann kann es hier entweder nur langweilig oder noch geschlossen sein.

Da es zweiteres nicht war…


Ich beschloss trotzdem, dem ganzen hier eine Chance zu geben und packte mein Ränzlein für den 3-Meilen-Loop. Das Wetter war außerdem auch auf meiner Seite. Die Sonne lächelte. Sie lachte nicht, sie lächelte. Soll heißen: die Temperaturen waren irgendwo im 70er Bereich.



3 Meilen.

Ganz schön viel für heute morgen. Aber wer nichts tut, kann auch nichts erzählen und so marschierte ich einfach mal los, um des Rätsels Lösung, wieso es hier ein Monument gibt, auf die Spur zu kommen.

Schon nach 100 Metern ging es los. Rechts und links des Weges taten sich 2 Höllenschlunde auf, die im hiesigen Volksmund „Lava Tubes“ genannt werden. Lava Tubes sind unterirdische Röhren, die durch fließende Lava entstanden.
Das El Malpais NM ist also ein Vulkangebiet, dessen Hauptattraktivität Lavareste in Form von Gesteinsgeröllfeldern und unterirdischen Höhlen sind.



Es sah schon recht gespenstisch aus, wenn man in diese riesigen dunklen Löcher starrte. Ich wollte nicht darüber nachdenken, wie stabil hier der Untergrund war, auf dem ich gerade wandelte, denn wirklich flach ging es hier nicht runter. Wenn man fiel, dann dauerte es sicher eine ganze Weile, bis man unten aufkam. Wenn man aufkam…

Im Prospekt stand, dass in den Höhlen und Gängen verschiedenes Leben anzutreffen war, unter anderem auch Fledermäuse, allerdings grassiert grad eine schreckliche Krankheit unter den Tieren, die sich nicht nur auf diese Höhlen bezog, sondern landesweit, so daß man „leider“ nicht in die Höhlen hinabsteigen (oder fallen) durfte.

Selbst wenn man es gedurft hätte, würden mich keine 10 Pferde darunter bekommen. Da hatte ich zuviel Respekt vor. Am Ende stürzt das alles ein und dann? Die Mietwagenrechnung möchte ICH dann nicht bezahlen



Die nächsten Kilometer ging es wegmäßig immer so weiter. Weg, Tube, Hügel rauf, Hügel runter, Tube, Weg. Es war ein schöner Wanderweg, aber nach einer weile fragt man sich, wieso er 3 Meilen lang sein muß.

Er hieß ja „El Calderon“ und ich vermutete, dass es was Calderisches sein wird. Also vielleicht kam man zu einem Krater?



Der richtige und vollständige Name der Oberbesonderheit des Trails war „El Calderon Cinder Cone“ und ich musste später erstmal googlen, denn wie gesagt: Simpleenglisch.



Cinder Cone bedeutet: Aschekegel.

Aha.

Deswegen bin ich also insgesamt 4,8km gelaufen?
Um einen Haufen Asche zu sehen?



Naja, was tut man nicht alles, um sich weiterzubilden.

Wären wir hier in Deutschland, gäbe es sicher die ein oder andere Putzfrau, die das alles sauber macht, hier in den Staaten gründet man jedoch ein National Monument.

So kann’s gehen.

Die letzten 1,5 Meilen zurück zum Parkplatz zogen sich anschließend wie Gummi, auch weil der Trail kein Trail mehr war, sondern auf eine 4-Wheel-Piste führte.
Zu sehen gab es nicht mehr viel, vielleicht noch den einen oder anderen Schlackekegel und ab und an eine Eidechse, das war es dann aber auch.

So wie es bis jetzt aussah, war das Tagespensum in 1 Stunde geschafft. Was noch blieb, war das El Morro Monument, und da der Park relativ winzig war, ging ich davon aus, dass die Sache in kürzester zeit abgehakt sein würde.

Ich irrte gewaltig!!!


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