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Meine Informationen bezüglich des Parks waren spärlich. Quasi war nichts vorhanden, außer eines Bildes im Hinterkopf, auf dem ein Felsen zu sehen war.

Ein Felsen.

Klasse.                                         (<---keine Sorge, es war super !!! )

Erstmal war es mir egal, denn hauptsächlich ging es mir um die Stempel, welche ich sammelte. Auch die Besucherzentren waren immer eine Augenweide und wenn der Rest halt unschön war, fuhr ich eben weiter nach Gallup und würde schon was finden, was ich den restlichen Tag anstellen konnte. Ich könnte ja zur Abwechslung mal wieder ein Steakhouse suchen

Zwischen den einzelnen Parks lagen 10 Meilen oder 20 Minuten Fahrt. Ich hätte es auch in 10 Minuten geschafft, aber ich war ja im Urlaub und nicht auf der Flucht.



Kurz nach 1 Uhr Mittag parkte ich am Visitor Center und ließ mich nun überraschen, was es mit dem Park auf sich hatte.

Diesmal war der Stempelaufseher kein mürrischer Zeitgenosse. Er begrüßte mich freundlich und zeigte mir auf einer Karte sofort, was ich denn hier alles tun und sehen konnte.

Während er so redete und ich versuchte, seinen Ausführungen zu folgen, drückte er mir eine Broschüre in die Hand.


Jetzt endlich machte es pling und ich wusste, was es hier zu sehen gab: Felsinschriften.
aber nicht die von der

Sorte Hyroglyph, sondern Inschriften von Vorbeireisenden der letzten 4 Jahrhunderte. Inschriften von der Sorte: Mein Name ist und ich war hier am, vom, bis…

Jou, das konnte mir gefallen.

Ruinen und Mauern und andere Reste der Menschheit waren zwar auch ganz nett, aber da ich aus der ehemaligen komme, waren Mauerreste für mich nun nicht wirklich der Bringer. Die standen schließlich bei uns an jeder Straßenecke rum und bei denen wusste man auch nie so genau, aus welchem Jahr sie waren.

Die Broschüre, die er mir in die Hand drückte war natürlich auf Englisch, doch diesmal war es mir nicht egal und ich fragte, ob er das ganze zuuuuufällig auch auf Deutsch hat.

Hatte er. Allerdings mit einigen Fehlern, wie mir der Herr mitzuteilen hatte. Die ersten Nummern fehlten und die 4 war nicht die 4. Als ich ihm sagte, dass es in der Welt größere Probleme gab, drückte er mir die 6 A4-Seiten in die Hand und ich konnte mich auf Geschichtsreise begeben.

Es war ein kurzer Rundweg von 1 Meile Länge, der immer am Felsen entlang verlief.

1 Meile. Pah. Kindergeburtstag. Da war ich schon ganz andere Sachen gewöhnt

Auch hier wurde im ersten Satz zuerst vor Klapperschlangen gewarnt, während im 2. geschrieben stand, dass aber noch nie jemand gebissen wurde.

Für die 100m zum Felsen hab ich ca. 20 Minuten gebraucht und es waren mit die spannendsten Minuten der letzten Tage.

Geschichte war ja nicht so meins, weil es meistens wenn man was im Fernsehen sah oder in Zeitungen las, um deutsche (Vor-)Kriegsgeschichte ging, aber das hier war was ganz anderes.



Ich fand es total faszinierend, was man zu den einzelnen, in Stein gekratzte Worten und Namen herausfand. Wer mit wem und wann und weshalb und was der eine über den anderen dachte und wie es später weiterging.





Die älteste Felsenschrift war aus dem Jahr 1605, aber der überwiegende Teil stammte aus dem 19. Jahrhundert, als man vom Osten her diese Gegend bis hin zum Pazifik zu missionieren und besiedeln begann.





Zu Beginn des Trails kommt man an einem „Pool“ vorbei, in dem sich das Regen- und Schmelzwasser sammelt und der mit ein Grund dafür war, dass das hier früher ein Rastplatz war.






Danach geht man Punkt für Punkt und Schrift für Schrift ab und knipst und liest und knipst und liest noch einmal und ist total fasziniert. Zumindest ich war es.







Endlich hatte ich bei Zeugnissen aus der Vergangenheit mal wirklich das Gefühl, dass hier vor langer Zeit Menschen am Werk waren.

Sollte ich irgendwann noch einmal nach New Mexico kommen, werde ich sicher wieder an diesem Felsen halten. Von allem, was ich hier im östlichsten meiner besuchten Staaten gesehen hab, war das hier mit Abstand das Beste !!!






"Inscription Rock" (Inschriften-Felsen)


Gegen 16Uhr kam ich dann auch in Gallup an und fuhr erstmal ohne Umwege zu meinem Motel 6. Unterwegs hab ich beschlossen, da der heutige Tag so nett war, Steak essen zu gehen. Ich war jetzt schon über 2 Wochen unterwegs und hab bisher nur 2x auswärts zu Abend gegessen, was sich jedes Mal als Reinfall herausgestellt hatte.

An der Rezeption sagte ich, dass eine Reservierung für mich vorliegt, zückte meine Kreditkarte und sah in ein fragendes Gesicht. Auch als ich noch meinen Vornamen nannte, konnte die Lady am PC meine Reservierung nicht finden. Es war nichts auf meinem Namen vorhanden.

Komisch.  Ich war mir 100%ig sicher, dass ich in ganz NM, bis auf Farmington, in Motel6’ schlafen würde. Ich bat die Lady um einen Moment, denn ich wollte im Auto nach dem Bestätigungsschreiben suchen.

Mit einem Grinsen ging ich zurück zur Rezeption und meinte: „Sorry, I’m wrong.“

Watt war das peinlich.

Und ich hätte schwören können…

3km weiter östlich bog ich rechts zum Rodeway Inn ab und bezog mein Zimmer.

Übrigens war es gut von mir gewesen, meine alte Kreditkarte, mit der ich die meisten Zimmer gebucht hatte, aufzuheben. Alte KK deswegen, weil ich sie wegen eines vermeintlichen Betrugsfalles hab sperren lassen.

Als ich im Zimmer war, klingelte das Telefon und man bat mich noch einmal zum Office um etwas zu kontrollieren. Ich hab dem Jungen dann erklärt, dass ich das Zimmer zwar mit der (alten) KK bezahlt hab, aber sie nun nicht mehr funktioniert.
Er stornierte dann die Rechnung, und hat alles noch einmal mit meiner neuen KK eingegeben und ich konnte mich nun im Zimmer beruhigt häuslich einrichten.

Meine erster Eindruck war: die Putzfrau schien es besonders gut gemeint zu haben, denn es roch schon vor der Tür nach Reinigungsmitteln. Aber von der fiesen Art.
Gott sei Dank hatte ich ein extra Badezimmer, welches auch ein Fenster besaß und so hab ich erstmal kräftig gelüftet. Ob es helfen wird, werde ich nach meinem Restaurantbesuch erfahren.

Ich schnappte mir meine Karte und den Autoschlüssel und gab Margret den Befehl:

Applebee’s.

Den Tipp hatte ich von einem netten älteren Herren aus dem Forum bekommen und wenn man mich so nett bittet..

Laut Margret UND dem jungen Mann vom Office, braucht man nur über die Eisenbahnbrücke fahren und ist schon am Ziel.
Eines stimmte: Restaurants und andere Fresstempel gab es hier wie Sand am Meer, doch leider kein Applebee’s. Ich fuhr noch 2x um den Block, aber immer wenn Margret sagte, „sie haben ihr Ziel erreicht“, starrte ich nur ins Leere bzw. in Richtung eines Chinesen.

Ok, dann gab es kein Applebee’s, dann such ich mir halt ein anderes Steak.

Um es abzukürzen, ich habe an dem Abend noch ein Steak bekommen, allerdings erst 2 Stunden später, da meine anderen 4 (!) aufgesuchten Restaurants allesamt Fehlversuche waren. Es gab zwar bei dreien davon Steaks, aber 2 davon waren Bufettlokale und das dritte war ein Mexikaner, der nur 1 Sorte Steak auf der Karte hatte und das zum überzogenen Preis.


Gelandet war ich dann im „New Mexico Steakhouse“, welches sich direkt in einem Best Western befindet. Hätte ich allerdings vorher gewusst, auf was ich mich da einlasse, wäre ich zurück ins Motel gefahren und hätte mir ein Brötchen geschmiert.

Erstens war es in dem Schuppen arg dunkel, zweitens war die Bedienung ziemlich im Stress und ruppig, drittens gab es nur Alkohol und Kohlensäuregetränke, viertens war 50% des Essens aus der Dose oder Tüte und auf die Rechnung musste ich auch ewig warten.

Ein Tag, der wirklich schön und angenehm gewesen war, endete in einer Odyssee.

So kann’s gehen…


gefahrene Meilen: 189

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Motel: Rodeway Inn, Gallup
           gebucht direkt bei choicehotels.com für 41$ incl. Tax
Bewertung: so lala. "Rustikal" eingerichtet. Ich hab schon besser gewohnt. Allerdings war es sauber und kostenloses WiFi gab es auch.
Trotzdem würde ich das nächste Mal ein Motel der Wyndhamkette vorziehen



  



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