23. Oktober



Obwohl das Motel direkt neben dem Flughafen liegt, hört man Flugzeuge nur, wenn man ganz genau hinhört.
Frühstück wird im Motel nicht angeboten, stattdessen kann man 2 verdreckte Mikrowellen benutzen.
Die Stadt bietet dem Tourist sehr viele Möglichkeiten, sein Auto zu unterschiedlichen Preisen abzustellen. Ist man früh genug, kostet ein Stellplatz in einem der vielen Parkhäuser zwischen 9 und 12$ am Tag. Es gibt im Netz eine Seite, auf der man sich genau erkundigen kann, was wann wie viel für wie lange parken kostet. Ist ganz interessant.


Bevor es jedoch soweit war, mußte die neue App erst mal zeigen, was sie alles drauf hat. Diesmal nahmen wir aber den Highway, um in die Stadt zu kommen. Dafür braucht man zwar keine App, das geht auch so. Nur ab dann, wenn aus dem einen Highway gefühlte 4 Highways werden, wird es kniffelig. Gut ist es immer, wenn man weiß, wo man hin will. Wir wußten es leider nur in etwa. Also so ungefähr.


Und „ungefähr“ ist für eine nicht getestete App keine gute Idee. Es ist nämlich verwirrend, wenn man sich rechts halten und links abbiegen muß, nachdem man auf der 8spurigen Straße ganz rechts gefahren ist.
Ich weiß schon, weshalb ich Großstädte meide. Sie sind laut, chaotisch und machen einen wahnsinnig, wenn man nicht weiß, was man will.
Ein Sahnehäubchen sind dann noch Baustellen und gesperrte Straßen.
Das mag ich am liebsten.


Gegen 9 Uhr hatten wir es immerhin geschafft, im richtigen Parkhaus zu sein. Ziele hatten wir heute nur 3, den Rest wollten wir nehmen, wie es kommt.

    

Wichtig war der Stempel im Klondike Gold Rush Museum, welches von der Nationalparkbehörde verwaltet wird, ein Besuch im Pikes Place Market und das Hard Rock Café. Frau P mußte unbedingt noch ein Shirt für ihre nimmersatte Tochter kaufen.








9 Uhr bedeutet im Oktober allerdings, daß 99% aller Geschäfte und Läden noch geschlossen sind.
Da es heute aber keinen Zeitdruck gab, hielten wir den Finger in die Luft und liefen einfach drauf zu. Irgendwas werden wir schon zum Gucken finden.


Der erste Eindruck für mich war übrigens, daß die Seattle extrem laut ist. Direkt am Hafen wurde eine Hochstraße gebaut. Und wo es eine Hochstraße gibt, gibt es auch eine darunter und beide waren stark befahren. Hier wohnen würde ich nicht wollen, selbst wenn ich keine Miete zahlen müßte.
Es war grauslich.


kurz in die Karte klicken und der weiße Kasten verschwindet


Unser Weg führte uns am Bahnhof vorbei, von dem Frau P sichtlich angetan war und weiter zum Columbia Tower.

   


Irgendwer hatte mal geschrieben, daß eine Draufsicht auf Seattle vom Columbia Tower schöner und vor allem günstiger sei und so machten wir uns auf den Weg Richtung Fahrstuhl.


Eigentlich müßte es „Fahrstühle“ heißen, denn man muß irgendwo bei der 50. Etage umsteigen. Man fährt übrigens mit Expressliften, was man eindeutig an der Reaktion der Ohren merkte. Sie machten dicht…
Um einen Blick von oben auf die Stadt zu werfen, zahlt man der Dame „am Empfang“ 9$. Glaub ich. Wäre man jetzt auf dem Space Needle, würde das Ganze über 20$ kosten UND man könnte von da das Space Needle nicht sehen.


Auf dem Columbia Tower hat man also eindeutig Vorteile. UND man kann sich ab und an setzen. Mein Rücken meldete sich nämlich wieder. Stadtrundgänge sind deswegen auch nicht unbedingt mein Ding. Aber was will man machen..?
Irgendwie fühlte es sich da oben an, als bewegte sich alles. Kein Wunder, ist man doch auf dem 73. Stockwerk in ca. 260m Höhe. Da kann es schon mal schwanken. Oder bildete ich mir das nur ein?


Der Blick von hier oben war einmalig. Man konnte so viele verschiedene Sachen sehen: die Berge im Osten, den "70spurigen" Highway, den Containerhafen, das Footballstadion, die Stadt mit dem Space Needle, die Autofähre, mit der man über den Puget Sound schippern kann und jede Menge kleiner Menschen und Autos. Faszinierend. Die 9$ war es auf alle Fälle wert !!!