2. Juni 2015                                                        12-14°C



Als ich das erste Mal wach wurde, regnete es. Zum Morgenkaffee regnete es immer noch und auch später, als ich dann doch das trockene Motelzimmer verließ, sah es draußen nicht anders aus.
Und da ich am Strand nur das Wasser aus EINER Richtung bevorzuge, hatte ich heute nur Regenwald und Wasserfälle auf dem Plan. Wenn man es recht betrachtet, ist nicht gerade im Regenwald der Wasseranteil höher, als am Meer?
Und da war es wieder, das Motto dieser Tour: Wasser aus allen Richtungen.


nach dem Aussehen scheint es den Amis wirklich nicht zu gehen...



Die Fahrt zum Hoh Rain Forest zieht sich ganz schön. Zum Ende hin gibt’s zwar den einen oder anderen netten Regenwaldausblick, aber das Visitorcenter, welches gerade wegen Renovierung (?) geschlossen war, hätte man auch 10km weiter Richtung #101 bauen können.




Im provisorischen Bauwagenbesucher-
zentrum bekam ich dann auch


meinen einzigen Stempel des Tages, obwohl es
hätten mehrere seinkönnen, aber was soll‘s. Ist halt keine Saison.
Im Juni… 



Und weil ich die 30km von Forks hierher nicht nur wegen des Stempels auf mich genommen hab, lief ich auch noch einen kurzen Trail. Den bekanntesten hier, namens „Hall of Mosses“.




Während der ganzen 0,9 Meilen hielt ich die Kamera vor dem Regen versteckt unter der Jacke, sonst hätte ich sie nachher nur noch als Unterwasserkamera einsetzen können. Nach ungefähr der Hälfte des Weges war ich regenresistent. Mir war es gleichgültig, wie ich um den Kopp rum aussah. Ich muß mich ja nicht angucken.
Als ich zurück am Parkplatz war, suchte ich auch noch das bekannte Telefon, hab es aber nicht finden können. Weder am eigentlichen, noch am momentanen Besucherzentrum. Ich bin einmal um den ganzen „Block“ gelaufen, aber da war nichts.



Durch das miese Wetter waren alle meine Pläne ein wenig durcheinander geraten. Zu den Sol Duc Fällen wollte ich erst fahren, wenn ich auf dem Weg nach Bremerton war. Aber da ich für heute ein Ersatzprogramm suchte, zog ich die Fälle einfach nach vorn. Und auch diese Strecke zog sich wie Kaugummi. Man durfte zwar 60mph/95kmh fahren, trotzdem war es ermüdend.
Biegt man dann irgendwann rechts in den Nationalpark ab, wird es schon interessanter.





Ein wenig sah es hier aus, wie damals auf dem Weg zum Opal Pool, nur asphaltiert. Rechts und links hohe Bäume und in der Nähe ein fotogener Creek.
Zu den Sol Duc Fällen muß man auch wieder eine knappe Meile laufen. Aber der Weg ist recht angenehm und durch den endlich aufgehörten Regen, war es hier sogar recht farbenfroh. Wenn ich vorher Fotos sah, dachte ich immer, die Schieben am Farbregler, aber es leuchtete hier wirklich so. Hübsch.









Der Wasserfall war es dann auch. Hübsch. Aber ich hatte auf der Tour schon einige andere gesehen. Daher war ich jetzt nicht so aus dem Häuschen, wie noch vor 2 Wochen.
16 Uhr.
Und nun?
Doch mal in Mora vorbeischauen und gucken, ob ich heute den Second Beach zu sehen bekomme? Ist ja grad trocken.



Wäre ich in Dt, würde ich mir sagen: jetzt noch 80km zu einem Strand fahren? Irre? Bei den Spritpreisen? Nieeeeeeeee!
Und hier? Klar. Ist nen Katzensprung.
Als ich 2012 hier war, wollte ich pünktlich zum Sonnenuntergang am Second Beach sein und bin kläglich gescheitert. Totale Fehlplanung würd ich sagen. Ich wußte damals nicht, daß man erstmal 20min laufen muß, um dahin zu gelangen und war nachher stinke sauer.
Diesmal gab es keinen Sonnenuntergang einzufangen, ich hatte also Zeit.
Durch das miese Wetter sah es hier zwar grau in grau aus, aber lieber hier in schwarz-weiß, als in Deutschland im Supermarkt in Farbe.



Tidepools gab es hier auch, nur waren sie schwerer zugänglich bzw nur aus der Entfernung zu sehen als am Beach 4. Und in einiger Entfernung sah ich dann auch etwas im Wasser schwimmen, was definitiv KEIN Holz war.
Seeotter.
Ich war begeistert und ergriffen zugleich.
Sogar eine kleine Familie war das.





Mama Otter brachte grad ihren Schützlingen das Schwimmen bei und wenn sie dachte, sie saufen ab, packte sie die kleinen am Schlafittchen und zog sie aus dem Wasser. Rührend !!!
Bisher war ich hier allein auf weiter Flur, aber jetzt gesellten sich weitere Beachgucker hinzu. Nicht viele, aber genügend, um mich in meiner Ottermeditation zu stören.



Morgen, an meinem 100%-Strandtag nehme ich auch das große Stativ mit. Jedes Mal, wenn ich hier Langzeitaufnahmen mache, hab ich Angst, daß meine Kamera absäuft. So Steine sind ja auch keine Felsen.



Der Weg zurück zum Auto war dann schon recht dunkel und jeder Nichtamerikareisende würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wegen der Gefährlichkeit und der lauernden Massenmörder hier im Land, aber ich fand, ich war hier sicher. Keine Angst weit und breit.
Halb 9 war ich pünktlich zum Abendessen zurück im Motel.
Fazit Second Beach: vielleicht nochmal bei Sonne probieren


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