Am Ende von den 12 Kilometern war alles, nur keine Mission und zum Wenden hatte ich keine Lust mehr. Ich wollte lieber zu den Vasquez Rocks, die man aus Film und Fernsehen kennt und gab Margret noch eine Chance, ihre vermurkste Sache wieder gut zu machen. Die Vasquez Rocks waren sogar eingespeichert, es sollte also kein Problem sein, diese Felsen zu finden.

Ihr könnt ja mal den aus Spaß „Vasquez Rocks“ bei google map eingeben und schauen wo ihr da landet. Jep, und genau DAHIN hat mich Margret geschickt. Auf dem Highway bei einer Geschwindigkeit von 65 Meilen meinte sie: „sie haben ihr Ziel erreicht!“. Sicher würden es die anderen Autofahrer nicht witzig finden, wenn ich genau hier meine Knipse auspacke und den Mittelstreifen ablichte.
Zum Glück hab ich mich auf diese Gegend ein wenig vorbereitet und wußte, daß der Eingang zum Areal im Norden ist und nicht im Süden, so wie man es auch dank von The Big Bang Theorie glauben könnte. Da gibt es es nämlich keine Straße, an der man den Daumen raushalten könnte.


Dafür gab es ein riesiges Besucherzentrum. Der Bau hat sicher 1 Mio gekostet, denn für Angestellte schien danach kein Geld mehr da zu sein.
Es war zwar hübsch gemacht und man bekam viele Infos über die Gegend und das Filmschaffen, aber wehe man hatte eine Frage. Sie wäre ungehört im Raum verhallt.


Ich bin zur Hintertür raus und wollte selber mal gucken, ob ich das finde, was man hier finden soll.
Man, die Sonne heizte aber wieder ganz schön ein. Ohne meine obligatorische Flasche Wasser ging auch hier nichts, auch wenn es nur paar hundert Meter waren.
Was gibt es hier sonst noch zu gucken?
Nichts.



Sieht hier so aus, wie überall sonst im südliche Kalifornien. Zum Glück kostete es nüscht an Eintritt. Da hätt ick mir nur wieder jeärgert..





Nach kaum 5 Fotos hab ich das Land wieder verlassen. Das Filmland. Wäre das hier nicht dem einen oder anderen bekannt, würde man sich sicher nicht hier her verirren. Sind halt nur ein paar schräg stehende Sandsteinfelsen, die durch die Verschiebung der tektonischen Platten entstanden sind.



Nach den 2 letzten Pleiten war jetzt eigentlich mal wieder was Positives dran. Irgendwas, wovon man gern berichtet. Irgendwas Nettes. Und da auch Kleinvieh Mist macht, wollte ich zu einem anderen Rockparkdingens fahren, weil man von da einen schönen Blick auf eventuell vorbeifahrende Züge erhaschen kann und diese Züge, die hier in den Staaten rumfahren, sind wirklich außerordentlich. Kilometerlang und die Container doppelt gestapelt. Und wenn man es richtig anstellt, kann man nachts vor lauter Tuterei nicht schlafen. Und das können sie. Tuten. Lang und laut. Und immer wieder.



Margret kannte den Ort nicht, aber in weiser Voraussicht, hab ich mir gestern die Koordinaten notiert und kurze Zeit später bog ich rechts auf den Parkplatz. Zumindest fast. Da war mal wieder eine Schranke. Als ob ich das die letzte Zeit nicht genug hatte. Langsam machten die mich hier fertig.
Wieso da allerdings gesperrt war, wußte ich nicht. Da stand nichts dran.
Das war allerdings mein letzter Tagesordnungspunkt. Jetzt kam nur noch das Motel in Barstow.
Ok, fahr ich eben erstmal zum Super 8 und gucke dann, was man noch Dummes anstellen konnte.
Während der langen Fahrt auf dem Highway hatte mein Kopf mal wieder die Möglichkeit, seinen angestauten Unsinn zu sortieren, was Dummes und Anständiges zu denken, schonmal den Text für den Bericht vorzutippen und sich Gedanken über morgen zu machen. Und während es in meinem Oberstübchen gedanklich drunter und drüber ging, hab ich Nummernschilder der Trucks gesammelt. Die kamen wirklich überall her. Oklahoma war da noch das was von hier aus am nächsten liegt. Da kam einer aus Wisconsin. Dem tat sicher jetzt schon gehörig der Arsch weh.



Als ich im Motel mal wieder den Inhalt des Autos ins Zimmer schleppte, beschloß ich, heute nichts mehr zu tun. Nur noch fernsehen. Heute war der Abend der Entscheidung, was den Shutdown und die Staatsverschuldung anging und da wollte ich live dabei sein. Vielleicht bekam ich ab morgen ja doch noch die Möglichkeit, ein paar Stempel zu sammeln. Das wäre natürlich der Hammer.



Ich hatte schon vor einer Stunde von einem Freund die Nachricht bekommen, daß sich beide Seiten geeinigt hätten und nur noch irgendwelche Papiere unterschreiben müßten. Und das taten sie später auch. Mitten in der Nacht. Europäischer UND Amerikanischer Zeit. Obama hielt noch eine kurze Rede und ich war jetzt gespannt auf morgen. Immerhin gab es hier 4 Stellen, an denen man Stempel bekommen kann. Eigentlich sogar 5, aber das Route 66 Museum am Bahnhof hatte nicht geschlossen und da war ich am 3. Oktober schon.


Motel: Super 8, Barstow - 44,09$


Gefahrene Meilen: 207