Rankpro.de

   19. Mai 2011                                                   40-85°F 


Als ich heute morgen aus dem Fenster sah, war da zwar über mir alles blau, aber laut Weatherchannel sollte das allerhöchstens noch eine Stunde so sein, dann war Regen angesagt. Den ganzen Tag. Und die folgenden Tage ebenso..
Im Grunde hatte ich also keine andere Wahl, als das zu machen, was für viele USA-Reisenden ganz normal ist: meine Route ändern und mich nach dem Wetter richten.

Leider war es hier in der Gegend überall mies. Und wenn ich von „Gegend“ spreche, dann meine ich damit die ganze obere Hälfte Arizonas, was ja nicht wenig ist.
Bis zur Sonne waren es Pi mal Daumen 400km, doch wenn ich die letzten paar Stunden meines Urlaubes nicht im Zimmer verbringen wollte, blieb mir nichts anderes übrig, als meine Koffer zu packen und Richtung Kakteen zu fahren.


Größere Kartenansicht



Ich checkte also aus, schrieb 40€ für die bereits bezahlte 2. Nacht in den Wind, und fuhr nach einem kurzen Stopp an der Tankstelle und am südlichen Visitorcenter des Petrified Forest NP’s,

wo ich fix noch ein, zwei versteinerte Baumstämmchen knipste, auf der 180 und danach auf der 60 Richtung Süden.



Schon nach 30km zeigte sich, dass meine Wahl gut war. Während sich vor mir das Blau des Himmels ausbreitete, zogen die Wolken hinter mir immer mehr zu und es sah wirklich bedrohlich aus, was ich im Rückspiegel sah.





Ein bisschen nervös war ich zwar, was heute so alles passieren wird und wo ich abends mein Lager aufschlage, aber bis dahin hatte ich noch viel Zeit und wusste sogar, was ich heute tun wollte.

Seit ich letztes Jahr bei meiner Ankunft in Phoenix den ersten Saguaro meines Lebens gesehen hatte, wollte ich mehr davon sehen. Ich fand es wahnsinnig faszinierend, vor allem, wenn diese riesigen Gewächse auch noch in aller Pracht anfangen zu blühen. Bei meinem Kaktus zuhause warte ich schon seit Jahren vergeblich, das sich da was tut. Vielleicht sollte ich ihn nicht so oft gießen…?



Während der ganzen 400km wechselte das Landschaftsbild ständig. Während es auf den ersten 100km immer bergan ging und ich sogar durch Winterwetter fuhr, ging es zum Ende hin eher immer bergab.





Das schönste Stück war für mich zwischen Show Low und Globe. Die Landschaft konnte getrost mit den Rockys mithalten und hinter jeder Kurve der endlos scheinenden Serpentinen wartete ein neuer herrlicher Anblick auf mich. Schade war nur, dass man nicht so oft anhalten konnte, wie man mochte. Es war trotzdem ein schönes Fahren und man musste nie Angst haben, rechts oder links einen Abhang runterzurutschen.

Kaum hatte ich die bizarre Berg- und Felslandschaft verlassen, merkte man sofort, dass man in Arizona und nicht in Colorado oder Montana war: Kakteen so weit das Auge reichte.


                                           Startseite: