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Kurz vor Globe konnte ich endlich auf den Apachetrail abbiegen und die vergangene relativ trostlose Umgebung hinter mir lassen. Zu Urlaubsbeginn mögen die langen Straßen, die ewig geradeaus gehen, ja noch spannend sein, aber irgendwann ist es einfach nur ermüdend  und man sehnt sich nach jeder einzelnen Kurve oder Ortschaft oder nach irgendetwas, das nicht nach wüster Ödnis aussieht.



Sobald ich auf dem Apachetrail war, welcher den offiziellen Namen AZ 88 trägt, sah alles wieder freundlicher aus. Die Schäfchenwolken am Himmel standen wieder geordnet da, als wurden sie von Menschenhand dahingesetzt, die Landschaft wurde grüner und blühender, und auch meine Saguaros  waren noch da.

Irgendwann tauchte auch rechts der Roosevelt Lake auf und ich beschloss, erstmal Picknick zu machen.

Überhaupt kam das Essen in letzter Zeit ziemlich zu kurz, aber ich sagte mir: mein Hintern wird’s mir danken



Gibt es Schöneres, als irgendwo in der weiten Welt mit Blick auf Kakteen  und blaue Seen und strahlenden Wölkchen zu frühstücken? Wären nicht überall Stromleitungen gewesen, käme man sich vor, als wäre man der einzige Mensch auf der Welt. Man hörte nichts, außer ein paar Insekten, Vögel und den Wind, der leise vor sich hinpfiff.

Schon heute Abend wird es damit vorbei sein und die Zivilisation hat mich für die nächsten 450 Tage wieder.



Eine halbe Stunde später bog ich links zum Tonto NM ab,  wo man mal wieder Ruinen besichtigen konnte. Ich glaub, meine nächste Reise plane ich so, dass ich nur noch Bauwerke ansehe, die jünger sind, als ich.

Ich hab einfach kein Draht zu so was. Klar, sollte man sich so was mal anschauen, wenn man in der Gegend ist,

aber irgendwie sieht alles gleich aus, nur das die Bevölkerungsgruppen jedes Mal andere Namen trugen.  Dieses Mal waren es die Salado-Indianer, die ihre Behausungen irgendwo weit, sehr weit oben in den Felsen gemeißelt hatten.


 

Schon nach 100m Anstieg fragte ich mich, wieso ich mir das jedes Mal antat. Wieso konnte ich mir nicht einfach nur die Stempel holen und weiterfahren? Wieso mußte ich ohne Wasser mitzunehmen, die Strapazen auf mich nehmen?

Was erwartete ich? Ein Bufett oder den Schatz am Ende des Regenbogens? Auch hier gab es nur Mauerreste, die von was weiß ich wem errichtet worden sein konnten.


Oben angekommen, brauchte ich mindestens 5min, um meine Pumpe zu beruhigen. Und als sich mein Puls wieder beruhigt hatte,  trat genau das ein, was ich den ganzen Weg hier hoch geahnt bzw. befürchtet hatte: Ernüchterung.



20 mal 5m Mauerreste und kackende Schwalben von oben.





Ok, der Blick war schon in Ordnung, aber das hatte ich beim Picknick erst auch.

Nach 3 Fotos  verabschiedete ich mich von den Vögeln und nicht vorhandenen Bienen, vor denen hier immer gewarnt wird und 10min später  war ich wieder im Auto.




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