5. Juni 2015                                                                20°C



Die Gebühr, um über die Tacoma Narrows Bridge zu fahren, beläuft sich derzeit für Barzahler auf 5,50$. Aber der Anblick, der mich nach der Bezahlung erwartete, war mir jeden Cent wert.
Eine riesige Brücke und dahinter in voller, wolkenloser Pracht: Mt. Rainier.
Hätte ich noch Zeit gehabt, wäre ein Abstecher zum Kerry Park sicher lohnend gewesen, aber leider hatte ich nur noch 4 Stunden bis zum Abflug und 11 Uhr war Abgabetermin für meinen Hyundai, den ich, wie ich gestern noch in den Papieren las, vollgetankt zurückgeben muß.



Während der restlichen Meilen war ich mal wieder froh, daß es Margret gab. Ohne Navi wäre ich hier komplett aufgeschmissen gewesen. Nicht, daß der Airport und das Rental Car Return nicht angeschrieben wären, aber irgendwann waren rechts und links von mir so viele Fahrbahnen und Abzweigungen und Abbiegespuren, daß ich sicher vor lauter Nervosität bis Kanada durchgefahren wäre.
So ein Navi beruhigt daher ungemein. Margret kannte sogar die Spuren im Rental Car Center. Praktisch so vierteljährliche Updates.
Die Abgabe war dann problemlos in 5 Minuten erledigt. Man schickte mich noch zur Ebene 5 zu den Shuttlebussen und der Fall war gegessen.



Ich hatte gestern schon gelesen, daß mein Flug von Gate S15 abgeht und S steht für South Unit Terminal. Wenn man also in ein Shuttle steigt, sollte man sich vorher vergewissern, ob es das Richtige ist. Vor den Shuttlehaltestellen stehen aber große Tafeln, auf denen steht, welche Airline von wo abfliegt und Lufthansa und alle anderen internationalen Airlines fliegen alle vom South Unit ab.

Lufthansa ist der erste Schalter an den man kommt, sobald man das Terminal betritt. Eine mühsame Suche fällt also weg. Allerdings muß man hier vorher noch an Automaten einchecken, die nicht so funktionieren, wie sie sollten. Der Pass wird irgendwie nicht gelesen und man muß alles händisch eingeben, angefangen beim Namen und der Buchungsnummer. Also besser noch nicht alle Papiere oder Emails mit den Flugdaten nach der Einreise entsorgen.



Es hat fast 10 Minuten gedauert, bis ich endlich die Boardingkarte hatte und auch das anschließende Koffer aufgeben brauchte seine Zeit. Es ist also immer besser, lieber 1 Stunde zu früh, als zu spät am Airport zu sein.
Die spätere Durchleuchtung war dann aber wieder eine Sekundensache. Man mußte weder etwas aus dem Handgepäck packen, noch sich sonst wie ausziehen. Gürtel und Schuhe konnten anbehalten werden. Aber ob das so 100%ig ist?
Mit der Bahn ging es dann vom Hauptterminal zu den South Gates und von da nochmal 100m bis zum Gate S15.



Nachdem ich nun wußte, wo es war, konnte ich mich um meinen leeren Magen kümmern.
Boarding und Abflug waren on Time und der junge Mann, der mir schon beim Koffer abgeben aufgefallen war, saß direkt neben mir.  Es war der kurzweiligste 9,5h-Flug, den ich je hatte.







So richtig Nacht war es nie. Kaum war die Sonne untergegangen, kam sie ein Stückchen weiter rechts wieder hoch. Sonnenuntergangsrot = Sonnenaufgangsrot.





Vor Frankfurt mußten wir eine Ehrenrunde fliegen, da grad ein Gewitter im Anmarsch war. Wir landeten ca. 15 Minuten später, als veranschlagt.
Der Rest ist schnell geschrieben, obwohl er gefühlt ewig dauerte.



Erst ewig zum Baggage Claim, dann ewig auf den Zug gewartet und in Koblenz nochmal 1h auf den Bus, weil der Zug Verspätung hatte und ich nur noch die Rücklichter der Linie 650 sah.
Gegen 13 Uhr war ich wieder zuhause und war froh, daß alle meine Orchideen überlebt hatten.




Fazit:


Es war eine schöne und angenehme Reise, wenn auch meine teuerste, was am derzeitigen Dollarkurs lag.
Die Temperaturen hätten zwar einen Tacken höher und der Himmel ab und an blauer sein können, aber auf Wanderungen waren die 15-18°C ideal.
Wasser war das vorherrschende Element. Egal, ob Wasserfall, Meer oder Regen, es war alles dabei und das meiste war auch so gewollt.
Stören tun mich (scheiß auf die Grammatik) nach wie vor die Arbeitszeiten der staatlichen Mitarbeiter und die Fahrweise der Amerikaner. Ohne Licht im Dunkeln oder bei Nebel fahren, gehört hier anscheinend zum guten Ton. Allerdings sind die Einwohner hier so nett und freundlich und redselig wie sonst kaum irgendwo in den USA. Alleinreisende haben zu keiner Zeit irgendwelche Bedenken zu haben, daß was Schlimmes passieren könnte. Ich habe mich immer absolut sicher und aufgehoben gefühlt.
Ob ich nochmal hier her fahre?
Na aber immer doch. Ich würde nur aufpassen, daß ich in Nationalparks nicht an Wochenenden bin und nicht zu sehr außerhalb der Saison. Ist man im Gebirge unterwegs, sind gesperrten Straßen leider an der Tagesordnung und viele Ranger Stations noch geschlossen.



Statistik:

Dollarkurs:                   1€ = 1,10$
Flug mit LH:                  647€ (incl. Sitzplatzreservierung, 2x25€)
Mietwagen von Alamo: 652€ (Hyundai Tucson)
getankt:                       265€
Gefahrene Meilen         2747 = 4395km (6,03€/100km)
Verbrauch:                  ca. 8l/100km
Preis/Gallone:             ca. 3,00$ (zwischen 2,89 u. 3,14$) = 2,80€/Gal = -,74€/L
Zeit im Auto:               75,04h (lt. Bordcomputer)
Motels:                        845€
Fotos:                          (nur) 2200 (davon ca. die Hälfte mit dem Handy )
restliche Ausgaben:     407€ (Verpflegung, Eintritt, Parkgebühr, Souvenirs)

                        2816€



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