1.Oktober                                                                         



Das erste Mal wach war ich gegen dreiviertel eins und nein, ich biete KEINE Übersetzung an!  
Die beste Zeit also, um die Koffer und Taschen umzupacken und sich nachher nochmal für 5 Stunden hinzulegen.
Was war für heute geplant?

Zu aller erst gibt es das hauseigene kostenlose Frühstück für Hierschläfer, die bei Check In einen Coupon erhalten. Nur den Kaffee muß man selber zahlen.
Ich entschied mich für 2 Pancakes mit Rührei, einem Würstchen und einer Scheibe Speck.
Yammi. Genau die richtige Anzahl an Kalorien für den Tag.

Am ATM, der im Casino stand, versuchte ich dann noch mein Glück beim Geld abheben, was auch ohne Probleme klappte. Blöd nur, daß er 2 Hunderter ausspuckte. (erinnert mich an die heimische Sparkasse, die auch nur riesige Scheine ausgibt)
Die Securitydame bot mir ihre Wechselhilfe an und das Problem war auch aus der Welt.



Tagesordnungspunkt
2: Wal-Mart
Es war jetzt 5:15 Uhr am Morgen. Perfekte Shoppingtime.
90 Minuten später war der Wagen voll und mein Portemonnaie leer. Der preiswerteste Artikel im Wagen war übrigens die Kaffeemaschine. Mit 8 Dollar war sie fast günstiger als das, was ich für aufs Brot gekauft hab. Unglaublich.

Insgesamt mußte ich heute ca. 460km fahren, um am heutigen Tagesziel anzukommen. Geplant war das Besucherzentrum am Lake Mead, die Geisterstadt Chloride, die Route 66 über Oatman und dann weiter bis nach Twentynine Palms, wo ich mir morgen den Joshua Tree ansehen möchte.
Mir war bewußt, daß es noch früh am Tag war, aber daß Ranger 8 Uhr morgens noch nicht arbeiten, obwohl es an der Tür steht, verwunderte mich jetzt doch ein bisschen. Ich hatte einen kleinen Abstecher nach Boulder zum Hauptbüro der Nationalparkranger gemacht, aber irgendwie schienen sie noch zu schlafen.



Also fahr ich direkt zum Visitor Center an den See.
Gegen 9, halb 10 nahm ich die Abfahrt und staunte nicht schlecht, als auch da ein „Closed“-Schild schon direkt an der Straße stand.
Komisch.
Was ist los?
Saisonende?
Zu schlechtes Wetter?
Und dabei schien die Sonne aus allen Poren.



Ich ließ mir dadurch jedenfalls nicht die Laune verderben und sattelte mein Pferdchen und gab ihm die Sporen.
Die Ausfahrt in Richtung Ghosttown hab ich DANK MEINES NEUEN NAVIS
verpasst.
Margret ll meinte, es sind noch 200m bis zum Abzweig. Als sie das sagte, fuhr ich geraden Weges daran vorbei.
Toll gemacht.

Die Liste mit den 1000 Dingen kam eindeutig einen Tag zu früh.
In Kingman hab ich dann das erste Mal auf der Reise versucht zu tanken. Hier in Arizona, wo ich mich grad befand, kostete die Gallone noch 3,30$, während Kalifornien mindestens 50ct mehr verlangen wird.
Kartenzahlung ging nicht, wegen out of order aber ich hatte genügend Bargeld dabei. Für den Anfang genügten 10 Dollar.
Der Traum eines jeden Harleyfahrers ist es, mindestens einmal im Leben die Route 66 zu fahren.



Leute, ich kann euch sagen: laßt es.
Die Straße an sich ist zwar nett und ohne Schlaglöcher, aber die Landschaft ist STINK LANGWEILIG !!!!



Wüste mit zwischendrin verfallenen Holz- und Wellblechhäuschen.
Letztere machen es richtig: sie lassen es gut sein und segnen das Zeitliche. Dieser ganze 66-Mythos gehört ebenfalls zu Grabe getragen.



Da, wo Einwohner alles am Leben erhalten wollen, sieht es aus, wie auf einer Sperrmüllsammelstelle. Alt, heruntergekommen, verlottert und staubig.
Irgendwann sollte Schluß sein.





Sogar die Esel, für die Oatman berühmt ist, zeigten sich erst weit hinter der Ortschaft und versperrten mir den Weg.


Der restliche Tag ist schnell erzählt. Viel schneller, als er eigentlich war. Wenn man nämlich von der I40 Richtung Süden abbiegt, um weiter auf der 66 zu fahren, landet man im sprichwörtlichen Nichts.


                             Oatman Post Office



200km wüste Einöde und wieder ständig diese verlassenen Häuschen.
Wäre mein Ziel nicht ein Nationalpark, auf den ich mich wirklich freute, wäre ich schon nach 20km wieder umgekehrt.
Zum Einschlafen langweilig !!

Gegen 16 Uhr war ich am Ziel. Twentynine Palms war für die kommenden 2 Nächte meine Heimat. Mein erster Eindruck war allerdings weniger freudig. Ein typisches Westernstädtchen, daß Größe vortäuscht, in dem es 100 Häuser auf 5000km² verteilt.

Bevor ich im Motel eincheckte, wollte ich schnell am Visitor Center des Parks Infomaterial für morgen holen. Es lag ja auf der Strecke.

Doch was war das?
Geschlossen?
Wieso?


Es ist Dienstagnachmittag. Was wird hier gespielt????

Ok, dann doch erst mal ins Motel.